Die Hl. Claudia des DIW wähnt sich im Glaubenskrieg

Hl. Claudia 3

Die Spitzenforscherin auf wissenschaftlichen Abwegen wird von den Medien hofiert und ist oft doch nur Ideologien

Hl. Claudia 3

Rechtzeitig zum Evang. Kirchentag Berlin-Wittenberg hat die Reformatorin und Klimakämpferin Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirt-schaftsforschung in Berlin (DIW) neue alarmierende Thesen an die imaginäre Kirchentür geschlagen und mit einem neuen Buch untermauert. Der Titel “ Das fossile Imperium schlägt zurück“ deutet schon an, das es hier um nicht mehr und nicht weniger als um die Rettung des Abendlandes, des Klimas und letztendlich der ganzen Welt geht. Darum, so das Credo der Heiligen Claudia im Ökonomengewand: lasst Euch be-kehren, liebe Klimaskeptiker, denn der Untergang steht bevor. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse be-legen das.  Unsere frohe Botschaft wird aber vom fossilen Imperium massiv bekämpft. Als Kohle-vertreter fühlen wir uns natürlich angesprochen und haben uns das Werk einmal näher angesehen.

das imperium schlägt zurück -buchrücken

Frau Kemfert versteht es in ihrem neuen Machwerk meisterhaft, Fakten und  Meinungen munter durch-einanderzumischen und gleichzeitig gegenüber dem Nicht-Fachmann/ der Nicht-Fachfrau den Eindruck zu vermitteln, sie arbeite ausschließlich auf der Grund-lage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das ist zum Teil richtig, zum Großteil aber schlicht falsch. Wir wollen Frau Kemfert daher beispielhaft auf die Schliche kommen.

Die Falschaussagen beginnen schon beim Titel. Da ist vom fossilen Imperium die Rede, das zurückschlägt. Wir können der Verschwörungstheortikerin als Ver-treter des Imperiums darauf nur antworten: schön wäre es ja, aber leider sind wir, die RAG als Stein-kohlenproduzent, der Gesamtverband Steinkohle e.V., die fossilen Kraftwerksbetreiber, die Kohlenimpor-teure sowie die Vertreter der Braunkohlenindustrie personell betrachtet nur noch ein kleines Häufchen Aufrechter, die unbelehrbar an die fossilen Energie-träger glauben, weil nur sie bis auf weiteres Garant für eine sichere Strom-und Wärmeerzeugung sind. Ohne fossile Energieträger gibt es keine sichere Grundlast und erst recht keine Energiewende, da Windkraft-und Photovoltaikanlagen weder Strom im Großspeicher-format speichern noch bedarfsweise Strom zur Ver-fügung stellen können. An diesen Fakten kann auch die Hl. Claudia nicht vorbei kommen. Und Strom ist auch nicht gleich Strom. Und bei der Energie kommt es auch auf die Energiedichte an, auf die notwendige 50 Hertz-Spannung und nicht zuletzt kommt man auch nicht um die Beachtung  physikalischer Gesetz-mäßigkeiten herum. Von den enormen Kosten, dem riesigen Flächenverbrauch, der Verspargelung der Landschaft einschlßl. von Naturschutzgebieten, den Gesundheitsgefahren durch Infraschall und dem tausendfachen jährlichen Vogeltod einmal  ganz zu schweigen. Wir erinnern hier nur an das V3-Gesetz für Strömungsmaschinen, das den eklatanten Unter-schied zwischen installierter (Nenn) Leistung und tatsächlich erbrachter Energie erklärt. Es kommt also auf die richtigen Windverhältnisse an. Sind diese im Norden schwach, sind sie es auch im Westen, Osten  und Süden. Ergo: es herrscht dann überall Flaute. Und das gilt bei den rd. 32.000 derzeit installierten Windkraftanlagen fast acht Monate im Jahr. Den Ausgleich zwischen fehlendem Angebot und dringender Nachfrage besorgen nach wie vor unsere fossilen Grundlastkraftwerke. Mittlerweile hat selbst die Berliner CDU jüngst Zweifel geäußert, ob die beabsichtigte Steuerung von Co2-Äquivalenz Ober-grenzen als universale Steuerungsmethode geeignet ist, dem Klimawandel zu begegnen, denn die erwartet-en dramatischen Folgen des Klimawandels basieren ausschließlich auf Modellen und Simulationen des IPCC, deren Richtigkeit und Belastbarkeit keineswegs so eindeutig ist, wie oft postuliert wird.

An diesem Fakt kommt auch die Hl. Claudia nicht vorbei und erwähnt diese daher erst gar nicht. Stattdessen wartet sie mit Behauptungen auf, die wir und die mit uns kooperierenden Partner schon mehrmals wiederlegt haben. So behauptet sie z.B., das die von einer ganzen Reihe von Klimawissenschaftlern, Physikern und Meteorologen aufgestellten Thesen nicht stimmen würden. Dem widersprechen wir ganz energisch. So hat z.B. Prof. Dr. Horst Lüdecke, der Klimawissenschaftler Dipl.-Ing. Michael Limburg, der Meteorologe Klaus Puls vom Europäischen Institut für Klima und Energie, Prof. Dr. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen, der Physiker Prof. Dr. Jan Erik Solheim von der Universität Oslo sowie die Nobelpreisträger für Physik, Prof. Dr. Robert Laughin und Prof. Dr. Ivaer Gleavner (USA) , um nur einige wenige zu nennen, den Nachweis erbracht, das die Kosten bei ungebremstem Ausbau der regenerativen Energieträger aus dem Ruder laufen würden, das ein Blackout droht, wenn nicht rechtzeitig dagegen gesteuert wird, die von der Bundesregierung als Zielmarke vorgegebene Ausbaustufe auf 80 % der regenerativen Energieträger am Energiemix bis 2050 nicht zu halten ist und das es keinen signifikanten und gutachterlich bestätigten Zusammenhang zwischen antrophogen verur-sachtem Co2-Ausstoß und als Folge eine Klimaerwärmung eintreten würde. Im Gegenteil: der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre wird von den Fachleuten mit derzeit rd. 400 ppm sogar als zu gering bezeichnet. Vor rd. 5000 Jahren betrug der Anteil bezogen auf 10.000 Luftmoleküle rd. 1000 ppm. Das beflügelte das Pflanzenwachtsum und ermöglichte dem Homo Sapiens das Überleben.  Ferner behauptet Frau Kemfert, die ihr Buch als Weckruf verstanden wissen will, das die erneuerbaren Energien immer billiger werden würden und mittlerweile mit rd. 400.000 Beschäftigten in Deutschland und weltweit mit 24,4 Mio. Beschäftigen den Jobmotor schlichthin bilden würden. Die Fakten sehen allerdings etwas nüchterner aus. Laut Ministerium für „Klimaschutz“, Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes NRW lag der Anteil der Beschäftigten in der Windkraftindustrie in 2016 gerade einmal bei 14.600 Mitarbeitern. Bundesweit sind es gerade rd.154.000 Mitarbeiter. Und weltweit arbeiten im Bereich regenerativer Energieträger auch nicht 24,4 Mio Menschen, sondern laut Statista.de nur rd. 1,081 Mio. Menschen. Die meisten davon in den USA und in China. Schaut man sich die Zahlen für Amerika an, so stellte sich die Beschäftigtensituation lt. New Jork-Times in 2017 wie folgt dar.

100.000 Mitarbeiter in der Windkraftbranche erzeugten 5, 6 % des benötigten Stroms.                                 374.000 Mitarbeiter in der Solarwirtschaft erzeugten 0,9 % des benötigten Stroms                                          398.000 Mitarbeiter in der Erdgasbranche erzeugten 33,8 % des erzeugten Stroms und                                160.000 Mitarbeiter in den Kohleminen erzeugten 30,4 % des erzeugten US-Stroms

Der Anteil aller fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch in Deuschland betrug laut Arbeitsgemein-schaft Energiebilanzen in 2016  80, 3 %, während der Anteil aller regenerativen Energieträger bei gerade einmal  12,6 % lag. Der Anteil des erzeugten Stroms aus Windkraftanlagen betrug dagegen nur 2,1 %. Das bestätigt die Wirksamkeit des erwähnten V3-Strömungsgesetzes.  Frau Kemfert spricht daher lieber von der installierten Leistung. Und die ist bei Windkraftanlagen so hoch, das man mit diesem so erzeugten Strom  den Bedarf der ganzen Bundesrepublik decken könnte. Wenn da nicht die Gesetze der Physik wären . Z.B. der Kirchhoff´sche Knotensatz. Der besagt, das der Strom millisekundengenau im Augenblick des Verbrauchs erzeugt werden muß. Den sekundengenauen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage können bisher nur Grundlast-kraftwerke herstellen. Dann gilt es, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der Additionsregel für elektrische Ströme  zu beachten, die Wirtschaflichkeit und die Umweltverträglichkeit zu berücksichtigen  u.v.a. Einflussfaktoren.  Und wenn da nicht der unberechenbare Wind wäre und wenn man die so erzeugte Energie großflächig speichern könnte…..ja, ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.  Und Frau Kemfert glaubt auch,  im Hinblick auf den Anstieg des Meeresspiegels, der Zunahme von Stürmen und von Überschwemmungen einschließlich des Abschmelzens der Polkappen, es besser zu wissen. Aber die Faktenlage sieht völlig entspannt aus. Der Meeresspiegel liegt im Mittelwert aller sog. NOAA-Pegelstationen mit +1,17 mm /pa im Normbereich und steigt nicht in unnatürlicher Weise. Weltweit ist auch noch keine Insel aufgrund des stets und ständig behaupteten Klimawandels untergegangen und die Eisbären sterben auch nicht aus.  Zu Zeiten des Holozän vor rd. 5000 Jahren lag der Meerespiegel um mindestens 2 mm /pa höher als heute. Und auch die Korallenriffe sterben ebenfalls nicht verstärkt aufgrund ansteigender Temperaturen bzw. aufgrund von Co-2-Emissionen. Und die Erhöhung der globalen Mittelwerttemperaturen in den letzten 150 Jahren mit 0,8 Grad Erhöhung ist nach Ansicht von Klimawissenschaftlern als normal zu betrachten. Eine signifikante Zunahme ist nicht zu beobachten. Seit rd. 18 Jahren stagnieren die Temperaturen, obschon sich der Co-2 Ausstoß in dieser Zeit mehr als verdreifacht hat. Das widerlegt eindeutig die These, das eine  Zunahme von menschengemachtem Co2 zu einer Klimaerwärmung führt. Und auch bei den Kostenangaben legt Frau Kemfert falsche Zahlen vor. Behauptete sie noch in 2012, das keine Strompreisexplosion zu erwarten sei und ein Aufschlag von nur moderaten 0,2 bis 0,6 Cent je kWh bis 2020 zu erwarten sei, so zeigen die aktuellen Zahlen, das sie völlig daneben lag. Dank der EEG-Umlagen liegt der Strompreis in 2017 bei mittlerweile 6,88 Cent je kWh. Tendenz steigend. Und das übrigens nicht wegen den im Weg stehenden Kohlekraftwerken, sondern aufgrund des subventionierten weiteren Ausbaus von Windkraftanlagen am Bedarf vorbei. Die Gesamtkosten werden von Experen daher bis 2025 auf 520 Mrd. EUR (einschließlich neuer Gleichstromleitungsmasten) geschätzt. Und Frau Kemfert glaubt auch, das die Bundesnetzagentur die beantragte Stilllegung einiger Kohlekraftwerke nicht aus Systemerhaltungsgründen  abgelehnt hat,  sondern weil die agressive Kohlenlobby das verhindert hat. Wir können Ihnen, liebe Frau Kemfert, versichern, das wir bisher nicht einmal mit den zuständigen Mitarbeitern der Behörde gesprochen geschweige denn Einfluss genommen haben.  Und ob Herr Donald Trump unsere Thesen übernommen hat, wissen wir nicht. Denn auch mit ihm haben wir nicht getwittert.

Warum die Energiewende nicht gelingen kann, haben wir in unserem aktuellen Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur (Ausgabe 2017) noch ausführlicher dargelegt. Wenn Sie sich vergleichsweise weitergehend infor-mieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Erwerb über unseren Shop oder als multimediale e-paper-Ausgabe über Ebozon.de.

Quellenhinweise:

Kemfert, Claudia: Das fossile Imperium schlägt zurück, Murmann-Verlag, Hamburg 2017; Kuntz, Helmut: das fossile Imperium schlägt zurück oder: wie eine Wissenschaflerin ihre Reputation vernichtet, in: Europ. Institut für Klima und Energie (Eike.de) vom 20.5.2017; Ahlborn, Detlef: Energiewende gescheitert, in: vernunftkraft.de, März 2017; Manager-Magazin vom 28.5.2017 mit einem Lobgesang auf Frau Kemfert; Kemfert, Claudia: es ist ein Krieg gegen die Energiewende, in: Wissen & Umwelt o.J., Deutsche-Welle-Interview; Zeit-Online vom 20.4.2017; Limburg, Michael, Mueller, Fred F.: Strom ist nicht gleich Strom, zu den Kosten vgl. S. 139 ff, 1. Auflg., Jena 2015,  Westfälischer Anzeiger vom 8.4.2016, hier: Leserbrief von Herrn Dr. rer.nat. Siegfried Dittrich aus Hamm sowie sein Positionspapier Nr. 4, uns zugegangen per e-Mail von Herrn Dr. Dietmar Ufer vom 15.5.2017 ; Puls, Klaus-Eckhart: Klima-Kälte-Trend in der Antarktis, in: Eike.de vom 24.01.2012; Maxeiner, Dirk: Hurra, wir denken selbst: Klima-Forderungen des Berliner Kreises der CDU, in: achgut.com vom 03.06.2017 sowie RK-Rdaktion vom 4.06.2017

Bildmontagen: Claudia Kempfert, Revierkohle, Originalfoto: Bernd Wüstneck, dpa/picture-alliance