Bergbautechnik und Rohstoffe im Deutschen Bergbau-Museum

Bergbautechnik über und unter Tage

Ein großer Bereich der Dauerausstellungen im Deutschen Bergbau-Museum in Bochum (DBM) befasst sich mit den vielfältigen Techniken, die im Bergbau Anwendung finden, um die begehrten Bodenschätze zu gewinnen, zu fördern und sich nutzbar zu machen. Der Schwerpunkt der Themen liegt im Bereich der Abbautechniken, der Kohlengewinnung, des Schachtbaus sowie der Grubenbelüftung (Bewetterung) und der Wasserhaltung. Da nicht bei vollkommener Dunkelheit gearbeitet werden kann, benötigt der Bergmann Grubengeleucht. Im DBM kann man ganz viele Grubenlampen bestaunen, die im Zeitablauf von mehr als 150 Jahren unter Tage getragen wurden. Vortriebs-und Fördermaschinen können im Anschauungsbergwerk hautnah in Augenschein genommen werden. Um die gewonnene Kohle verkaufsfähig zu machen, muß sie aufbereitet werden. Das heißt, vom tauben Gestein getrennt und nach Größe, Sorte und Qualität in der Kohlenwäsche und in der Aufbereitungsanlage veredelt werden. Auch diesen Prozess kan man im DBM verfolgen. Ergänzend zum Thema Kohlengewinnung und Förderung behandelt das DBM auch das Themengebiet Koksgewinnung und Brikettherstellung.

Foto links: pixabay


Kulturausstellungen und die Schatzkammer schwarzer Diamant

Die besondere Arbeit des Bergmanns, der sich als einzige Berufsgruppe unter der Erde ohne das Licht der Sonne bewegt und den weithin unbestimmbaren Kräften der Geosphäre ausgesetzt ist, hat im Laufe der Jahrhunderte besondere Kultur- und Kunstformen entwickelt, die einen unglaublichen Formen-reichtum hervorgebracht haben. Das DBM unterhält daher eine Schatzkammer mit bergmännischen Kunstwerken aus Gold und Silber, eine Ausstellung zu Ehren der Schutzpatronin der Bergleute, die Heilige Barbara, sowie kostbare Holz-und Porzellanfiguren. Der besondere Stand des Bergmanns wurde auch durch die Kleidung zum Ausdruck gebracht. Prächtige Paradeuniformen, die bis heute von den Angehörigen der Knappenvereine getragen werden, dokumentieren den Stolz und das Bewußtsein der Bergleute, im Wirtschafts-und Gesellschaftsgeschehen seit Jahrhunderten eine besonders wichtige Rolle einzunehmen.

Foto unten rechts: Karheinz Jardner, DBM

Rohstoffe und Geowissenschaften

Diese Ausstellungseinheit im DBM widmet sich der Entstehungsgeschichte und dem Aufbau unterschiedlicher Lagerstättentypen. Der Besucher erfährt zum Beispiel, warum die Plattentektonik ein wichtiger Motor in der Entstehung von Lagerstätten ist oder wie die Welt im Zeitalter des Karbon aussah, in der unsere heimische Steinkohle entstand. Viele Originalobjekte aus den Bereichen Geologie, Mineralogie und Paläontologie laden zu einer Reise durch die Erdgeschichte ein und vermitteln Ihnen ein ganz neues Gefühl für Zeit und Raum. Im DBM werden eine Vielzahl von Mineralien und Fossilien gezeigt, die Bergleute unter Tage gefunden haben. Daneben gibt es eine Sammlung edler Kristalle. Für Schulklassen wird eine Mineraliensystematik vorgehalten und wegen der besonderen Schönheit werden Mineralien aus Rumänien (Siebenbürgen) präsentiert. Ein versteinerter, über 300 Millionen Jahre alter Baum aus der ehem. Zeche Piesberg bei Osnabrück ziert die Mineralienausstellungsfläche.

Illustration links: fotolia-Kauf