Siemens: Vulkangestein als Speicher für Öko-Strom wird erprobt

Carnot-Batterien aus Steinen sollen es richten

BeforeAfter

Seit Jahrzehnten versucht man erfolglos, große Stromspeicher zu entwickeln. Mit der Einführung des EEG im Jahre 2000 wird nun den regenerativen Energie-trägern das Wort geredet. Da sie aber völlig unwirtschaftlich arbeiten, werden sie von der Politik mit rd. 25 Mrd. EUR pro Jahr auf Kosten des Steuerzahlers subventioniert. In 2018 waren es bereits 368 Mrd. EUR. Das Institut für Wett-bewerbsökonomik an der Uni Düsseldorf geht davon aus, dass die Kosten bis 2025 auf 520 Mrd. EUR steigen werden. Ohne Offshore und Netzausbaukosten. Mit dem weiteren Ausbau von Windkraftan-lagen wird an manchen Tagen im Jahr mittlerweile wesentlich mehr Strom hergestellt, als benötigt wird. Um die Netze vor Überlastung zu schützen, werden die Anlagen regelmäßig herunt-ergefahren und der überschüssige Strom ins Ausland verschenkt. Das das noch un-wirtschaftlicher ist, leuchtet jedem ein. Daher besteht die Notwendigkeit, große Speicher zu bauen, die auch in Flaute-perioden ( das ist in 8 Monaten im Jahr der Fall) Strom für einige Wochen speichern und wieder in das Netz ein-speisen können. Alle Versuche sind bis-her über einen Testversuch bzw. über eine Versuchsanlage nicht hinausge-kommen.  Nun sollen Vulkangesteine und Gigabatterien es richten.

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hatte auf der Hannover-Messe 2018 einen Energiespeicher im Gigawatt-Maßstab vorgestellt. Es handel-te sich dabei um eine sog. Carnot-Batterie, die den nicht benötigten Öko-Strom über mehrere Tage speichern soll. Grundlage dieser Technik bildet das Power-to-Heat-Verfahren. Dabei wird üb-erschüssiger Ökostrom in Wärme umge-wandelt und in einem Wärmespeicher zwischengeparkt. Die Wärme wird bei Be-darf dann wieder in Strom zurückver-wandelt. Die Umwandlung geschieht mit Hilfe einer Hochtemperaturpumpe. Die zwischengebunkerte Wärme wird in Wasser oder Flüssigsalz gespeichert und bei Bedarf mittels eines Wärmekraft-prozesses in Strom zurückverwandelt. Je nach Medium und Anlagenkonfiguration liegen die Wirkungsgrade bei 34 bis 75 %. Der Carnot-Prozess ist Übrigens keine neue Erfindung des DLR, sondern wurde schon 1824 von Nicolas Leonard Sadi Carnot entworfen. Er legte auch den Grundsdtein für die Thermodynamik.

 

Carnot-Giga-Batterien sollen das Strom-netz entlasten, Redispatch-Maßnahmen reduzieren (händische Notbewirtschaft-ung zur Abwendung eines Blackouts) und bis zu 900 Megwatt Strom liefern für mehre Tage. Die Kosten für einen solchen Großspeicher liegen pro Batterie bei einer Mrd. EUR. Siemens-Gamesa hat im Hamburger Hafen Anfang März 2019 einen Großwärmestromspeicher auf der Basis von 1000 Tonnen Vulkangestein in einer 2000 Kubikmeter großen und ex-trem gut isolierten Halle in Betrieb ge-nommen. Ein mit Überschussstrom aus einer naheliegenden Windkraftanlage betriebener Riesenfön erhitzt Luft auf 600 Grad Celsius. Die erhitzte Luft strömt dann durch die Vulkansteine und wird im Inneren der Steine gespeichert. Wird Strom benötigt, wird erneut heiße Luft durch die Steine geleitet. Diese heizt sich auf und erzeugt in einem Wärmetauscher Dampf. Dieser Dampf setzt dann den Generator in einem Kraftwerk in Beweg-ung, der dann Strom produziert. Neben der Speicherung in Form von Wärme in Salz, Wasser, Flüssigmetall oder Beton ist der Carnot-Wärmespeicher auf der Basis von Vulkangestein am weitesten fortgeschritten.      

und hinter den Steinen...
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geschätzte Realisierungschance in den nächsten 10 Jahren

10%

Bedeuten die Giga-Carnot-Batterien, die vor allem als sog. Netzbooster eingesetzt werden sollen, das Ende der fossilen Kraftwerke ? Wir glauben das nicht, denn diese Technik steckt noch in den Kind-erschuhen und hat einige entscheidende Kinderkrankheiten. Mit der flächendeck-enden Einführung von Großbatterien, egal auf welcher technologischen Basis, würde das bestehende Stromnetz bis an den Rand seiner Leistungsfähigkeit ge-bracht werden. Das würde die Gefahr ein-es Netzzusammenbruchs ernorm be-schleunigen, da von den geplanten 7.700 Kilometern an weiteren Stromleitungen erst ein achtel bisher realisiert wurden. Die Netzbetreiber sind der Meinung, dass noch weitere 4.500 Kilometer an Neu-und Umbauten hinzukommen müssen, um den Regierungsvorgaben von 65 % Öko-Strom bis 2030 gerecht werden zu können. Bis 2050 müssen sogar bis zu 35.000 Streckenkilometer neu gebaut bzw. ertüchtigt werden.

 

Eine höhere Auslastung der bestehenden Netzinfrastruktur würde ferner voraus-setzen, dass die Netzbetreiber engstens zusammenarbeiten, um benötigten Strom binnen Sekunden zur Verfügung zu stellen. Das wäre eine organisatorische Herkulesaufgabe. Aber selbst wenn man unterstellt, das der Weg zurück in die Steinzeit mit deutscher Gründlichkeit gelingen sollte, bleibt ein anderes Problem bestehen: wenn nicht genug Wind weht und zu wenig Sonne scheint, kann man auch keinen Strom speichern. Das Center of Automotive Management im gemütlichen  Bergisch-Gladbach sowie die RWE-Tochter Innogy sehen   darin kein Problem. Sie gehen davon aus, dass das Stromnetz auch dann stabil weiterläuft, wenn bis 2030 rd. 10,5 Mio. E-Autos auf deutschen Strassen rollen werden. Dafür bräuchte man allerdings rd. 20 % mehr Strom und rd. 300.000 neue Ladestationen.  

 

Dieser müßte darüber hinaus auch für eine Dunkelflaute von mehreren Wochen gespeichert zur Verfügung stehen, falls alle Grundlastkraftwerke und der Braun-kohletagebau im Zuge der Energiewende abgeschaltet werden sollten. Und falls auch dieses Problem gelöst werden sollte, bleibt ein noch viel größeres technisches Problem bestehen: Onshore-Windparks haben eine geringe Energie-dichte pro Flächeneinheit. Sie beträgt nur ein zehntel von der von Solaranlagen.

Nach einer Studie von Lee Miller und David Keith von der Harvard-Universität (Environmental Research Letters, 2018) ist die Energiedichte umso geringer, je größer die Windparks werden. Sie erklären das in der Studie mit dem zu-nehmenden Windschatten hinter den Windturbinen. Besonders in der Nacht würden aufgrund des Windschattens  die Oberflächentemperaturen steigen. Die Windturbinen würden die Luft vom Boden und die kältere Luft von oben vermischen und das führt zu einer Verlangsamung der Luftbewegungen. Hinzu kommt ein finanzielles Problem: pro Kilowattstunde Strom aus Windkraft muss wesentlich mehr Material und damit mehr Energie investiert werden als bei Kraftwerken, die Strom aus Kohle produzieren. Während bei einer modernen Batterie die Ener-giedichte bei 3 Mj pro kg liegt ( 8 x 10 -7  zum Quadrat GWh/kg), liegt die Ener-giedicht bei Braunkohle bei 25 Mj/kg (7 x 10- 6 zum Quadrat GWh/kg), was einem Heizwert von 2,2 kWh pro kg entspricht. Bei Steinkohle liegt die Energiedichte, je nach Steinkohleart, bei 29  bis 32,7 Mj/kg, was einem Heizwert von 7,5 bis 9 kWh/kg entspricht. Bei solchen Werten ist es dann auch schon fast egal, ob die Wärme aus dem Vulkanspeicher verlust-frei zur Dampferzeugung eingesetzt werden kann oder nicht. Wenn die geplante C02-Steuer eingeführt werden sollte und diese pro Tonne C02 mindestens 100,00 EUR kostet sollte, anstatt der bisherigen 13,00 EUR, dann könnte diese Technik an Bedeutung ge-winnen. Ob dann auch der Gesamtbedarf von rd. 500 Terrawatt an Strom im Jahr bundesweit mit diesen Speichern ge-deckt werden kann, wagen wir mal vorsichtig anzuzweifeln. Schließlich ist das Portmonnaie des bundesdeutschen Michels nicht endlos plünderbar. 

Quellenhinweise:

insm.de (Institut für eine neue soziale Marktwirt-schaft) vom 10.10.2016; Welt.de vom 10.10. 2016; Telepolis vom 10.10.2018, in: Heise.de; Scinexx.de vom 28.6.2019; Wikipedia: Erläuterungen zum Carnot-Prozess; VDI-Nachrichten vom 3.5.2018; Ingenieur.de vom 7.2.2019 und 16.3. 2019; Handelsblatt vom 1.6.2018; Energiefachma-gazin.de vom 25.6.2019; Golem.de vom 19.6.2019; Der Spiegel vom 11.02. 2019; Irrtum-Elektroauto.de vom 10.9.2018; Zeit-Online vom 02.07.2019 sowie RK-Redaktion vom 4.7.2019.

Fotos: oben: grüner Fuß-abdruck: Colin Behrens; Schwarz-Weiß-Windkraft-anlage: Colin Behrens; Vulkangestein: analogicus; Mitte: Auge: Gerd Altmann, alle: pixabay.com

Foto: fotolia-Kauf

mit Strom heizen ist wie Möbel verbrennen, die man nicht verkauf-en kann<br><br>Stefan Fassbinder

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RAG: TBW soll Erlebnisbergwerk werden

RAG, RVR und Stadt Recklinghausen unterzeichneten Vereinbarung RAG, RVR und Stadt Recklinghausen unterzeichneten Vereinbarung

Nach dem wir bereits im März 2017 von den Planungen berichteten, das Trainings-bergwerk der RAG in Recklinghausen-Hochlarmark in ein Besucherbergwerk umzuwandeln, wurde es mit der plan-mäßigen Rückführung des Deutschen Steinkohlenbergbaus immer ruhiger um diese Idee. Mit der Beendigung der Steinkohlenproduktion Ende 2018 drohte auch die endgültige Schließung dieses einmaligen Lehrbergwerkes zu ebener Erde. Nun keimt aber wieder Hoffnung auf. Stadt Recklinghausen, der Regionalver-band Ruhr (RVR) und die RAG AG haben sich darauf verständigt, das Trainings-bergwerk zu einem Erlebnisbergwerk aus-zubauen. 

Besucheranschrift

Trainingsbergwerk Recklinghausen

Wanner Str. 30

45661 Recklinghausen

Tel.:01523-4260896

Öffnungszeiten:

Mo-Fr: 10.00 h bis 17.30 h

1869

Berge               halde der Zeche Clerget der belg. Zechen-            ges. Societe Civile Belge des Char-bonnag-                es 

 

1869
1889

Über-               nahme           durch die Har-    pener Berg-      bau AG

Umbe-                                      nnung in Reck-            ling-   hausen II

1889
1938-1945

Bunk-                        er und Laza-       rett

1938-1945
1968

Gründ-                                         ung der RAG

1968
1972

Schließ-                  ung Reck-ling-hausen II

 

1972
1975

Eröff-                 nung TBW

1975
2018

Ende des Deutsch-                        en Stein-                         kohlen- berg-                                            baus

 

2018
2019

Eigen-                                              tümer-                                      wechsel RVR

Umbau                                              zum Erlebnis-                           berg-                                                   werk                                                     bis 2021

2019

Allerdings zunächst nur bis 2021. Bis dahin nutzt die RAG das Trainingsberg-werk weiter für Übungen der Grubenfeuerwehr. Das Eigentum ist an den RVR übergegangen und dieser hat das TBW dem besteh-enden Förderverein zur Pacht überlassen. Die Stadt Recklinghausen hat sich verpflichtet, bis dahin ent-stehende Defizite in  Höhe von bis zu 40.000 EUR aus-zugleichen. Nun liegt es an allen Akteuren, die neue (alte) Wirkungsstätte des Bergbaus  zu einem Be-suchermagneten zu mach-en. An mangelndem Intere-sse wird das Projekt sich-lich nicht scheitern. Zuletzt besuchten das TBW rd. 6000 Besucher im Jahr, obschon die RAG kaum Werbung für diese spann-ende Einrichtung gemacht hatte. Der 1. Vorsitzende und ehem. Bereichsleiter Produktion auf BW Lippe, Bernd-Uwe Seeger, ist da-her voll guten Mutes. Unterstützt wird er in Zu-kunft von ehem. Bergleut-en, die alle ehrenamtlich die täglichen Besucherführ-ungen vornehmen. Ob diese Konstruktion bei stei-genden Besucherzahlen beibehalten werden kann, wird sich zeigen. Möglich-erweise wird der RVR das TBW in eine GmbH umwandeln. Aber das steht noch in den Sternen.   

 

Das TBW könnte aber durchaus eine Touristen-attraktion ersten Ranges werden, zumal das TBW, in Ergänzung zum Deutschen-Bergbau-Museum in Boch-um, über 1400 m original-getreuem Streckenverlauf, drei Streben, einem Tages-schacht, diverse Berg-baumaschinen, einem Walzenschrämlader sowie über eine Hobelstrecke verfügt. Alle Maschinen und Anlagen sind voll funktionsfähig. Und selbst-verständlich verfügt das TBW auch über eine eigene Bewetterung sowie über eigene Multimedia-und Se-minarräume. Über 44 Be-rufe wurden Übrigens seit 1975 auf dem TBW aus- und fortgebildet.

Am 28.6.2019 wird in der RVR-Verbandsversamm-lung und am 8.7.2019 im Rat der Stadt Reckling-hausen die Entscheidung über die ausgehandelte Vereinbarung fallen.      

Quellenhinweise:

Pressemitteilung der Stadt Recklinghausen vom 18.5. 2017, Ministerium für Wirtschaft, Energie, Indu-strie, Mittelstand und Handwerk des Landes NRW vom 18.5.2017; Regionalverband Ruhr (RVR) Aktuell vom 5.6. 2019; Ruhr24.de vom 7.6. 2019; Stadtspiegel Lokal-kompass.de vom 31.1. 2018 und 5.6.2019; WAZ vom 5.6.2019; Die-Glocke .de vom 7.6.2019 sowie RK-Redaktion vom 11.6. 2019

Fotos: Revierkohle

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Bundesregierung: neues Klimaschutzgesetz in Planung

CO2-Emissionen sollen bis 2050 um sinken

Mit dem geplanten Klimaschutzgesetz will die Bundesregierung die Durchsetzung des Kyoto-Protokolls aus dem Pariser Klimavertrag von 2015 erreichen. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) unter der Leitung von BM Svenja Schulze (SPD) hatte bereits Anfang Febr. 2019 daher einen Entwurf vorgelegt, der am 27.5.2019 zur Ressortabstimmung eingebracht wurde. Das Gesetz sieht vor, dass die Bereiche Verkehr, Industrie, Landwirtschaft, Energie und Gebäude ein festes C02-Einsparziel vorgegeben be-kommen. Wird das Ziel verfehlt, soll durch Sofortprogramme umgesteuert werden. Bis 2050 sollen so 95 % der C02-Emissionen gegen-über dem Referenzjahr 1990 reduziert werden. Das wäre eine Verschärfung gegenüber dem Klimaschutzplan um 15 %.  

Dieses Ziel soll in Zwischenschritten erreicht werden. Ab 2021 sollen die C02-Emissionen linear bis 2030 abnehmen. Das wird u.E. kaum zu erreichen sein, wenn man den Industriestandort Deutschland sicher und zukunftsfähig machen will, denn zur Produktion von Gütern und Dienstleistungen benötigt man nach wie vor fossile Energieträger. Diese verursachen zwar C02-Emissionen, die jedoch in Deutschland mit 0,06 % kaum zur Klimaerwärmung beitragen. Im Übrig-en kann gar  nicht oft genug wiederholt werden, dass der antropogene Klima-wandel lediglich in Computersimulationen nachgewiesen wurde. Ansonsten gibt es keinen Beweis. Selbst im 5. IPCC-Sach-standsbericht findet man nichts.  

die des Gesetzes

Jedes Ministerium soll selbst Maßnahmen für einen klimafreundlicheren Verkehr, Landwirtschaft u.s.w. ergreifen. Soweit die Vorgaben nicht erreicht werden, sollen die Minsterien auch mit ihren Haushalts-mitteln aufkommen. So soll der Energie-bereich bis 2030 um 60 % C0-Emissionen einsparen, der Gebäudebereich 67 %, die Landwirtschaft 34 %, der Verkehr 42 % und die Industrie 51 %. Mit welchen Maß-nahmen diese Ziele erreicht werden sollen, entscheidet nach Auffassung des BMU jedes Ministerium für sich. Wir dürfen gespannnt sein, was dabei herauskommt.

So soll z.B. der Klimaschutz in Kommunen gefördert, (Stichwort Wohnraumdämm-ung), die C02-Grenzwerte verschärft und eine C02-Steuer eingeführt werden. Bis Ende 2019 sollen weitere Maßnahme-pakete geschnürt werden. Der energie-politische Sprecher der CDU, Joachim Pfeiffer, nannte im Tagesspiegel die Klima-schutzpolitik als „mittlweile nur noch schwer erträglich.“ Fraktionsvize Georg Nüßlein nannte das Vorgehen von Um-weltministerin Schulze ein „panikartiges Manöver.“ Der Klimaschutz wäre schon fast eine eine Art Ersatzreligion. Das sehen wir auch so. 

Dieser Sachverständigenrat (auch Klimakabinett genannt) soll sich aus sieben Personen zusammensetzen und hat die Aufgabe, die Wirksamkeit der ge-planten Klimaschutzmaßnahmen zu kontrollieren. Der Rat soll auf fünf Jahre ernannt werden. Ob dieser Rat nach dem Vorbild des britischen Committee on Cli-mate Change tatsächlich eingerichtet wird, werden die Ergebnisse der nächsten ost-deutschen Landtagswahlen zeigen.

Die zur Durchsetzung des geplanten Klimagesetzes nötigen Daten von Dritten soll das Umweltbundesamt erheben. Danach werden Geldbußen bis zu 50.000 EUR von diesem Amt verhängt, wenn die Daten nicht rechtzeitig, falsch oder unvoll-ständig vorgelegt werden. Wir sind ge-spannt, wie die Industrie auf diesen aben-teuerlichen Vorschlag reagieren wird, zu-mal China am 12.6.2019 mit einer Ver-knappung von Rohstoffen (seltene Erden) als Reaktion auf die US-Strafzölle gedroht hat.    

Quellenhinweise

N.N.: Entwurf eines Klimaschutzgesetzes; BMU (Hrsg.), Berlin Febr. 2019; FAZ vom 27.5.2019; Der Tagesspiegel vom 27.5. 2019; Zeit-Online vom 3.3.2019 und 29.5.2019; Hilse, Karsten: Nein zur ge-planten C02-Abgabe, in: Eike.de vom 27.4.2018; Klimareporter.de vom 21.2. 2019 und RK-Redaktion vom 14.06.2019

Fotos: Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel, Bundeskanzleramt; alle anderen: pixa-bay.com.   

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Grüne: Klimanotstand ausrufen

nach "Innovation City" der nächste Unsinn

Rathaus Bottrop- Foto: pixabay.com
Tetraider Bottrop- Foto: pixabay.com
nach Konstanz, Kiel, Basel, Heidelberg, Münster und Karlsruhe folgt nun Bottrop
Prosper-Haniel
Modell Schacht Franz
Voriger
Nächster

Schon bei Konstanz fragten wir uns, ob Überschwemmungen am Bodensee drohten. Das war nicht der Fall. Dann fragten wir uns, ob in Karlsruhe ein Tsunami die Stadt aufgrund des Klimawandels hinwegfegen würde. Das war auch nicht der Fall. Und in Heidelberg hatten sich die Grenzwerte oder die Temperaturen auch nicht wesentlich geändert. Und nun Bottrop. Sind ge-fährliche Methangase aus der zum 31.12.2018 geschlossenen Zeche Prosp-er-Haniel ausgeströmt und müssen daher die Notstandsgesetze angewandt werd-en ? Das ist auch nicht der Fall. Was also ist geschehen, dass die Ausrufung des Notstandes rechtfertigen würde? Ant-wort: gar nichts!  Wie wir schnell fest-stellten: es handelt sich um einen aus der Schweiz stammenden Panik-PR-Gag, der  von den Grünen und den Linken über-nommen wurde.

Im Zuge der bestehenden Klimahysterie wollen Grüne und Linke die Gunst der Stunde nutzen und forderten in einem offenen Brief Bottrops OB Bernd Tischler dazu auf, den Klimanotstand auszurufen. Die Grünen Fraktionsvorsitzende Andrea Swoboda begründete das Ansinnen mit dem Hinweis auf die Friday for Future-Bewegung und behauptete, dass Bottrop die Klimaziele im Verkehr absolut verfehlt hätte. Sie appellierte an den OB, daher ein deutliches Zeichen zum Wohle der Stadt zu setzen. Denn gemeinsam könne man für den Klimaschutz mehr erreichen.

Wir haben den Eindruck, dass die Grünen es irgendwie immer noch nicht kapieren wollen.

Das Klima kann man nicht retten und es ist auch nicht gerecht !!

Denn das Klima macht, was es will. Seit Jahrmillionen. Ohne unser zutun ! Außer-dem handelt es sich um eine statistische Vergangenheitsbetrachtung der regionalen Wetterdaten in einem Zeitraum von 30 Jahren.  Die weltweit erzeugten C02-Emi-ssionen lagen in 2018 nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) bei 33,1 Mrd. Tonnen. Bedingt durch den Zubau weiterer rd. 1000 fossiler Kraft-werke und der enormen Zunahme der Weltbevölkerung und des wirtschaftlichen Wachstums in den asiastischen Ländern werden die Emissionen in den nächsten Jahren eher steigen als sinken. Im Vergleich dazu generieren sich die C02-Emissionen, die in Deutschland 2018 erzeugt wurden, mit 866 Mio. Tonnen geradezu bescheiden. Das entspricht 1,8 % aller C02-Emissionen. Selbst wenn man alle C02-Emissionen bis 2050 um 90 % reduzieren will, hätte das auf das Klima überhaupt keinen Einfluss. Dafür einen Notstand ausrufen zu wollen, mutet schon recht bizzar an.    

Natürlich wissen Grüne und Linke, dass einen Notstand nur der Deutsche Bund-estag beschließen kann. Aber der aus dem gleichnamigen Notstandsgesetz von 1968 entnommene Begriff eignet sich in her-vorragender Weise, der Bevölkerung zu suggerieren, das wir kurz vor einer Klima-katastrophe stehen würden, wenn wir nicht sofort handeln. Das ist natürlich dummes Zeug, weil eine solche Klima-katastrophe weder droht noch durch C02-Vermeidung abgewendet werden könnte. Aber mit einer solchen symbolischen Selbstverpflichtung können die Städte kostenintensive Masterpläne aufsetzen und Auflagen erteilen. So müssen dann Firmen jährlich erklären, was sie alles für die Emissioensreduzierung getan haben. Ein Mobilitätsmanager achtet  z.B. darauf, ob die Menschen weniger Auto fahren usw.

In Anbetracht der Tatsache, dass sich die mittlere Globaltemperatur seit 1890 bis heute gerade einmal um einen Grad erhöht hat und wir vorher eine kleine Eiszeit hatten, kann man unmöglich von einer Katastrophe oder von einem Notstand sprechen. Eher von einem Verblödungs-notstand. Der Wald und die Eisbären sind Übrigens auch noch nicht ausgestorben.     

Es gibt keinen Klima-...,dafür aber einen Verblödungs-notstand

Quellenhinweise:

Brief der Bottroper Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 23.5.2019; WAZ vom 27.5.2019; Deutschlandfunk vom 17.5. 2019; taz vom 4.6.2019; Umweltbundes-amt vom 25.4.2019; Zeit-Online vom 12.5. 2019; Focus vom 27.3.2019 und RK-Redaktion vom 15.06.2019

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Extraschicht 2019: Industriekulturfest im Revier

50 Spielorte 24 Städte

Zeche Zollverein XII, Zeche Ewald , Modell Schaht 10, Zeche Prosper-Haniel; Fotos: Revierkohle

Am 29.6.2019 ist es wieder soweit. Von 18:00 h bis 2.00 h Morgens geht die 19. Extraschricht über die Bühne. 50 ehem. Industriestandorte wie Zechen, Werksge-lände, Hallen, Denkmäler, Parks und Mu-seen öffnen ihre Tore. Die Idee hinter dies-em einzigartigen Format wurde 2001 ins Leben gerufen und hat seit dem den An-spruch, unser industriekulturelles Erbe in NRW für alle sichtbar zu machen. Da, wo einst harte Maloche, Schweiß, Tränen und enorme Leistungen vollbracht wurden, gehen die Schichten weiter. Nun allerdings mit einer anderen Art von Leistung.

Die Leistungsschow wird von rd. 2000 Künstlern erbracht, die aus den Bereichen Events, klassische Musik, Theater und Co-medy kommen und die an jedem Standort eine eigene Show zelebrieren.

Das diese Art der Kombination auf viele Menschen anziehend wirkt, zeigen die steigenden Besucherzahlen. Als die Extra-schicht von Kulturschaffenden 2001 be-gann, folgten der Extraschicht rd. 30. 000 Besucher. In 2018 waren es bereits über 200.000 Menschen. In diesem Jahr haben sich sechs neue Einrichtungen hinzuge-sellt, die sich in der Nacht zu Spielstätten mit außergewöhnlichen Darbietungen kurzzeitig wandeln werden. So wandelt sich z.B. die Halde Beckstr. in Bottrop zur Landmarke für Luftakrobaten der Gruppe „SolAir“, der Tetrader wird zur Bühne. Die stillegelegte Zeche Heinrich-Robert in Hamm-Pelkum öffnet ihre Tore und stellt sich als Creativ-Revier vor. Alle Halte-punkte sind mit einem kostenfreien Bus-Shuttle verbunden, der die Besucher die ganze Nacht von Ort zu Ort fährt. Und das alles für nur 17,00 EUR. Da kann man wirklich nicht meckern.  Zu den neuen Haltepunkten gehören der ehem. RAG-Bahnhof Mooskamp in Dortmund, der Peter-Behrens-Bau in Oberhausen, das Feuerwehr-Museum in Hattingen auf der ehem. Henrichshütte; Das Funke-Druck-Zentrum in Essen, die Stadthalle in Mülheim aus dem Jahre 1926 und die Burgruine Freiheit in Wetter aus dem 13. Jahrhundert. 

ehem. RAG BuH-Bahnhof Mooskamp, Foto: Verkehrshistorische Arbeitsgemeinschaft der Dortmunder Stadtwerke e.V (VhAG DSW e.V.)

Bahnhof Mooskamp, Dortmund

Das Nahverkehrsmuseum Dortmund be-findet sich seit 2001 auf dem ehemaligen Betriebshof „Mooskamp“ der Ruhrkohle AG, Abt. Bahn- und Hafenbetriebe im Aufbau. 2007 wurde der Betriebshof in Eigenregie übernommen. Die VhAG DSW e.V. betreibt seit 2008 einen musealen Fahrbetrieb mit historischen Dortmunder Schienenfahrzeugen auf der erneut in Be-trieb genommenen, industriegeschichtlich bedeutsamen Hoesch-Werkbahntrasse zwischen Dortmund-Huckarde und Dort-mund-Ellinghausen. Durch die Einrichtung einer ständigen Ausstellung für schien-engebundenen, öffentlichen Personennah-verkehr im ehemaligen RAG-Revisions-Be-triebswerk Mooskamp der Kokerei Hansa wird über Aufarbeitung, Wartung und Ausstellung historischer Schienenfahr-zeuge deren Geschichte in der alten Lok-halle dargestellt.

Peter-Behrens-Bau der ehem. GHH, Foto: LVR

Peter-Behrens-Bau, Oberhausen

Der Peter-Behrens-Bau in Oberhausen wurde nach dem gleichnamigen Archi-tekten benannt und entstand zwischen 1920 und 1925. Der Bau diente der ein-stigen Gutehoffnungshütte als Hauptlag-erhaus für Ersatzteile, Schrauben und  Schläuche bis hin zum Büropapier. 1990 wurde das Lagerhaus aufgegeben und 1993 an den LVR übergeben. Seit 1989 steht das Gebäude unter Denkmalschutz und dient heute dem Landesverband Rheinland als zentrales Depot für über 100.000 Exponate. Ein wahres Paradies zum Stöbern.   

Feuer-"Wehrk"-Museum in Hattingen, Foto: Stadt Hattingen

Feuerwehr-Museum, Hattingen

Wer unbedingt mal „rot“ sehen möchte, sollte in den Bus-Shuttel zum Feuer.Wehrk-Museum nach Hattingen einsteigen. In einer ehem. Werkshalle der Henrichshütte aus den 40er Jahren stehen über 60 alte Feuerwehrfahrzeuge samt allen dazuge-hörenden Ausrüstungsgegenständen. Da dürfte vor allem das Herz der Kinder höher schlagen.

Machen Sie mit !

Beim 19. Industriekulturfestival des Reviers am 29.6.2019 von 18.00 h bis 2.00 h. Für nur 17,00 EUR incl. Bus-Shuttle
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Youtuber Rezo: Faktencheck

Die meisten Behauptungen sind absurd

Youtuber kennen den Influenzer (Beein-flusser) Rezo, alias Jannick Fricken-schmidt (26) aus Aachen, normalerweise nur aus personalisierten Werbeclips der Amazon-Überraschungsbox oder von In-stagram. Dort unterbreitet er im Auftrag der Firmen TubeOne Networks GmbH und Ströer Content Group diverse Angebote auf locker-flockige Art. So weit, so schlecht. Nun hat er kürzlich ein Video produziert, wo er die CDU und die SPD wegen der Klimapolitik kritisiert. Wir haben uns mit seinen Argumenten wegen der hohen Reichweite seines Videoclips auseinandergesetzt und stellen fest: die meisten Behauptungen sind absurd.

Rezo behauptet:

 

97 % aller Klima-wissenschaftler wär en sich einig, dass der Mensch der Ver-ursacher des Klima-wandels ist 

In einer Studie von John Cook et.al. von der australischen Universität of Queens-land aus dem Jahre 2018 kommt in der Tat zu dem Ergebnis, dass die meisten der befragten Wissenschaftler aus unter-schiedlichen Disziplinen der Meinung sind, dass der Mensch einen Einfluss auf das Klima hat. Das ist aber nicht neu. Zwei Drittel der Befragten konnte aber keine Angaben darüber machen, wie hoch dieser Einfluss des Menschen ist. Über die meisten Fragen in der Klimaforschung herrscht keine Einigkeit, so der Meterologe Victor Venema von der Uni Bonn. Außerdem würde ein 97 %-Konsens der  Widerspruchskultur in der Wissenschaft widersprechen. Der Klimaökonom Richard Tol vom Economic and Social Research-Institut übte methodische Kritik an der bekannten Cook-Studie: die ausge-werteten Befragungen seien sehr will-kürlich vorgenommen worden. Und Niemand hätte nachgeprüft, ob die Aus-werter vertrauenswürdig sind. Der Klimaforscher und Physiker des MIT, Dr. Richard Lindzen, geht sogar noch weiter und  behauptet, dass die CO2-Emissionen nichts mit dem Klimawandel zu tun hätten. Eine andere Forschergruppe um David Legates et al. hat die Cook-Studie unter die Lupe genommen und dabei fest-gestellt, dass der tatsächliche Konsens in den Abstracts nur bei 0,3 % liegen würde. Er kritisiert zusammen mit Jose´Duarte die statistischen Auswahlverfahren. Die beiden Experten listeten viele Studien auf, die Cook et al. ignoriert hatten, die im Widerspruch zu den Schlußfolgerungen standen. Nach dieser Kritik ergab sich, dass von den beleuchteten 11.944 Stu-dien, welche zwischen 1991 und 2012 ver-öffentlicht wurden, 7930 keine Meinung zur Frage des menschengemachten Klima-wandels hatten. 2910 Studien kamen zu dem Schluss, dass der Mensch weniger als 50 % zur Erwärmung beitragen würde und nur 64 der Studien kamen zu dem Ergebnis, dass die Menschheit die ge-samte Erwärmung verursacht.

Also von wegen: 97 % aller Klimwissen-schaftler wären sich einig.    

Rezo behauptet:

Die letzten 4 Jahre waren die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen

Seit Ende der kleinen Eiszeit leben wir sonnenzyklusbedingt in einem Wärme-optimum. Deswegen schmelzen auch Gletscher. Das die letzten vier Jahre die wärmsten seit Beginn der Wetterauf-zeichnungen von vor 140 Jahren waren, kann Niemand belegen, da die Mess-methoden damals noch sehr ungenau waren, so der Klimaexperte Michael Limburg vom Europ. Institut für Klima und Energie.  Bis heute kann man die abso-luten Temperaturwerte nicht bestimmen, sondern nur die Änderungen. Seit 2000 ist die Erwärmung nicht mehr gestiegen, trotz einer Verdreifachung der C02-Emissionen.

 

Rezo behauptet:

Die Energiewende ist wirtschaftlich machenbar

Das ist weder technologisch als auch wirtschaftlich nicht möglich. Die Kosten für die Energiewende belaufen sich seit Einführung des EEG im Jahre 2000 mittler-weile auf über 380 Mrd. EUR. Und jedes Jahr kommen rd. 20 Mrd. EUR hinzu, die der Steuerzahler über die EEG-Umlagen bezahlen muß. Eine vierköpfige Familie mit rd. 3000 kWh-Stromverbrauch pro Jahr wird bis 2025 rd. 25.000 EUR für die Ener-giewende rechnerisch zahlen. Die Strom-kosten werden durch den geplanten weit-eren Ausbau der Windkraftanlagen als auch von neuen HGÜ-Leitungen immer stärker steigen. Trotzdem wurde das Ziel, die C02-Emissionen zu reduzieren, bisher nicht erreicht. Der Anteil der weltweit er-zeugten C02-Emissionen liegt in Deutsch-land bei 2 %. Selbst wenn der C02-Ausstoß bis 2050 um 90 % reduziert werden sollte, hätte das weltweit betrachtet keinen Ein-fluss auf das Klima. Das ist auch logisch, da die C02-Emissionen nur ein Aspekt sind, die auf das Klima einen Einfluss hab-en. Größeren Einfluss haben natürliche Ereignisse wie z.B. Sonnenflecken, Mond-zyklen, kosmische Hintergrundstrahlung, Nachbarplaneten, Vulkanausbrüche und atmosphärische Gase. Das Klimage-schehen kann daher nur multikausal be-stimmt werden. Die Reduzierung auf C02 ist unzulässig. Technisch ist die Energie-wende auch in unmittelbarer Zukunft nicht möglich, da Öko-Strom volativer Strom ist, der bedarfsgerecht (d.h. gesichert) nie zur Verfügung steht. Darüber hinaus ist Strom aus regenerativen Energieträgern, mit Ausnahme von Wasserkraftwerken, nicht grundlastfähig und nicht speicherbar.    

Rezo behauptet:

1 Grad Erderwärmung ist verdammt viel und voll krass

Bullschitt! ! 1 Grad mittlere Erderwärmung merkt Niemand. Nicht mal in Nordafrika, da der Erwärmungszeitraum 140 Jahre beträgt. Es handelt sich um einen Mittelwert und ist nicht absolut zu verstehen.

Skepsis ist die Mutter aller Wissenschaften

Quellenhinweise:

Der Spiegel vom 25.5.2019; Frank, Neil L.: Was stimmt nicht mit der 97 %-Behaupt-ung aller Klimawissenschafter?, in: Eike.de vom 22.6.2017 und 26.5.2019; Meedia.de vom 26.4.2019; Gegenfrage.de vom 3.5. 2017; Der Tagesspiegel vom 25.5.2019; N.N. Klimafaktoren, Bundesanstalt für Geowissenschaften, Berlin 2000; Der Spie-gel vom 25.5.2019; Süddeutsche Zeitung vom 18.1.2018; Focus vom 30.4.2018; FAZ vom 6.2.2019 und RK-Redaktion vom 13.06.2019

Illustration oben: Revierkohle, Foto unten: pixabay.com

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CDU: Rebellion gegen den Kohleausstieg

in der Union formiert sich massive Kritik gegen den gebilligten Kohleausstieg und die beabsichtigte C02-Steuer

die Unversöhnlichen

zwischen Glaube und Vernunft

Warnung vor politisch und ideologisch motivierten Alleingängen

Eine ganze Reihe von CDU-Abgeordneten laufen derzeit Sturm gegen den geplanten Kohleausstieg bis 2038, da dieser Ausstieg in die falsche Richtung weisen würde, 40 Mrd.EUR an Steuerkosten verschlingt, Tau-senden von Menschen ihre Zukunftspersktive nimmt, der Umwelt schadet, die Versor-gungssicherheit gefährdet und zu höheren Stromkosten führt. Mrd.EUR von Steuergeldern mit der Gießkanne über die Ost-und West-deutschen Braunkohlereviere zu schütten, wird keine blühende Landschaften schaffen, so der Finanzexperte der CDU, Olav Gutting. Die geplante Einführung einer C02-Steuer würde das Autofahren und das Heizen ver-teuern. 

kritisert den Kohleausstieg: Unionspolitiker Andreas Mattfeldt, MdB, Foto: Dodenhof

Und immer wieder die gleiche Leier: C02 ist an allem schuld

Mehrere Abgeordnete des Deutschen Bundes-tages warnten vor einem Ende des Braun-kohletagebaus nebst Schließung aller Kraft-werke bis 2038, da dann auch mit massiven Produktionsverlagerungen ins Ausland zu rechnen ist. Da Deutschland an den weltweit erzeugten C02-Emissionen mit gerade einmal 1,8 % beteiligt ist ( 800 Mi0 T/Jahr, weltweit: 33,6 Mrd. T), ist ein wie auch immer defi-niertes Klimaschutzziel u.E. unerreichbar. Mal ganz davon abgesehen, dass die meisten C02-Emissionen in den Weltmeeren gebunden sind und bei steigenden Temperaturen auf ganz natürliche Art in die Atmosphäre hochsteigen. Aber man beachte die Reihenfolge: erst steigen die Temperaturen und mit einem er-heblichen Verzögerungseffekt von mehreren Hundert Jahren steigen die C02- Emissionen. Und ob das von Menschen zusätzlich erzeugte C02 einen signifikanten Einfluss auf das Klima hat und vor allem: wie hoch dieser Ein-fluss ist, ist unter Klimaexperten völlig unklar.  Handstreichartige Maßnahmen sind da völlig fehl am Platz. 

seit 50 Jahren zuverlässig im Einsatz: RWE-Braunkohlebagger
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wir kennen die Zukunft nicht

Daher müssen wir technologieoffen diskutieren, so der haushaltspolitische Sprecher der Union, Mattfeldt. Soweit Herr Matteldt die Zukunft in einhundert Jahren meint, hat er sicherlich recht. Das Wind-und Solaranlagen technisch betrachtet keinerlei Zukunftschancen haben können, hätter er und die anderen Parteienvertreter allerdings schon längst wissen müssen. Zumal völlig offen ist, woher der gesicherte Strom nach 2038 kommen und wie er gespeichert werden soll. Da sind viele Bürgermeister vor Ort schon weiter als die Damen und Herren Regierungsvertreter in Berlin. So sprachen sich z.B. im Mai 2019 270 Bürgermeister in Bernau (Brandenburg) gegen einen weiteren massiven Ausbau von Windkraftanlagen aus. Eine ensprechende Unterschriftsliste wurde der Landtagspräsidentin Britta Stark übergeben. Die Bürgermeister und Ortsvorsteher fordern darüber hinaus, keine Windkraftanlagen mehr in Wäldern zu errichten und einen Mindestabstand von 1.500 m zu Siedlungen gesetzlich zu verankern. Mit ihren Forderungen stehen die Bürgermeister nicht alleine da. Mittlerweile wehren sich über 700 Bürgerinitiativen bundesweit gegen den weiteren Ausbau von Windkraftanlagen. Zuletzt vor dem Bundeskanzleramt im Mai 2019. Das läßt hoffen.  

Quellenhinweise: Bernau-Live.de vom 16.5.2019; FAZ vom 30.5.2019; Cellesche-Zeitung vom 30.5.2019; MT-Weltnews.de vom 30.5.2019; WAZ vom 30.5.2019 und RK-Redaktion vom 16.06.2019

Illustration oben: Revierkohle, Bildelemente: pixabay.com; C02: pixa-bay.com; Braunkohlebagger: pixabay.com

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RAG: Niemand fällt ins Bergfreie ?

erstmals in der Geschichte der RAG haben 200 Bergleute die Kündigung erhalten

Kumpels protestieren

die vertrauens-volle Zusammen-arbeit gerade in schwierigen Zeiten zeichnet unser Unternehmen aus

RAG-Chef Peter Schrimpf

wo ist meine Zukunft ? Bleistiftskizze: Alfred Schmidt (+)
Zeche Prosper-Haniel, Schacht 10- Modell: Bernhard Blach, RK
Prosper-Haniel, Schacht Franz in Bottrop, Foto: pixabay.com

Die Situation

Seit Gründung der RAG im Jahre 1968 galt die von allen Akteuren getragene Devise:“ Niemand fällt ins Bergfreie.“ Damit war gemeint, dass kein Bergmann nach Schließung einer Zeche arbeitslos werden sollte. Und daran hat sich die RAG bis Ende 2018 auch gehalten. Aber im Dez. 2018 wurden aufgrund politisch-ideologi-scher Vorgaben die letzten beiden Zechen in Deutschland, Prosper-Ha-niel und Bottrop und Anthrazit-Ibb-enbüren in Ibbenbüren für immer ge-schlossen. Seit Jan. 2019 bis Juni 2019 wurden von den ehemals 141 untertägigen Streckenkilometern auf Prosper-Haniel bereits 96 Strecken-kilometer durch Dämme explosions-sicher verschlossen. 45 Strecken-kilometer samt Bandstrassen, Ma-schinen, Zügen und Elektroeinricht-ungen müssen noch ausgeräumt (ge-raubt) werden. Ende des Jahres soll-en dann die noch offenen Schächte standfest verfüllt werden. Die Beleg-schaft hat sich in dieser kurzen Zeit nach dem Ende von verbliebenen 1.300 Mitarbeitern auf 805 reduziert. Wer bisher nicht in die Anpassung gehen konnte, wechselte zu anderen Firmen. Da der Rückzug schneller vor-angeht als geplant, hat die RAG nun 200 Bergleuten gekündigt, nach dem diese alle Jobangebote abgelehnt hätten. Auch gäbe es im Konzern keine freien Jobs mehr, so RAG-Chef Peter Schrimpf. Die RAG hat seit 1997 rd. 80.000 Bergleute sozialver-träglich abgebaut. Seit Gründung der RAG wurden über 250.000 Mitarbeiter sozialverträglich abgebaut oder auf andere Zechen eingesetzt. Davon wurde die Hälfte auf neue Arbeits-plätze zu Top-Konditionen vermittelt.  IGBCE-Chef Michael Vassiliadis nannte das Verhalten der Bergleute fahrlässig. 

Kumpels wollen klagen

Dem widersprechen die Kumpels lautstark. Viele sprechen von befri-steten oder Leiharbeitsverträgen mit erheblich schlechterer Bezahlung. Des Weiteren fragen die Kumpels, warum sie gekündigt wurden, ob-schon die RAG noch für rd. 10 Jahre Leiharbeitskräfte weiter beschäftigt. Sie haben sich daher an Rechtsan-walt Daniel Kuhlmann (38) aus Datteln gewandt, der in der Ver-gangenheit schon mehrfach gegen die RAG erfolgreich geklagt hatte. So wurde z.B. der Tarifvertrag zum so-zialverträglichen Personalabbau bei der RAG durch das Bundesarbeits-gericht für nichtig erklärt, da die Ver-setzung von 1.500 Mitarbeitern in das sog. Mitarbeiter-Entwicklungs-Center (MEC) einen unzulässigen Eingriff in den Kernbereich des Arbeitsverhält-nisses darstellte. Der Kündigungs-schutz wäre durch die Hintertür aus-gehebelt worden.  Es hätte darüber hinaus zwingend eine Sozialauswahl vorgenommen werden müssen. Die Vermittlung in das MEC diente nach Ansicht des Bundesarbeitsgerichtes nur einem Ziel: nämlich die schnellst-mögliche Vermittlung in irgendeinen Job. Mit dieser Art von Hilfe war  die RAG bereits 2012 gescheitert, da nur sehr wenige Mitarbeiter über diesen Weg vermittelt werden konnten. Die meisten nicht anpassungsberechtigt-en Mitarbeiter schieden mit mittel-mäßigen Abfindungen aus dem Kon-zern aus.  Das MEC wurde damals aufgelöst. Jetzt wehren sich die Kumpels erneut.  Das letzte Wort hab-en nunmehr die Gerichte.  

trauriger Bergmann - Foto: fotolia-Kauf

Rechtsanwalt Kuhlmann erläutert die Alternativen

"Wenn RAG-Chef Schrimpf mir für jeden Bergmann zwei Jobangebote mit dem von ihm bezeichneten Top-Konditionen unterbreitet, dann wären die Probleme sofort vom Tisch"
Sadettin Kandil, Bergmann
"Ich war auf einer Jobbörse und habe zwei Absagen erhalten. Bei einem dritten Angebot hätte ich 2000 EUR weniger Gehalt im Monat bekommen"

Qullenhinweise

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WDR vom 06.06.2019; Bild vom 2.6.2019; Kumpel für Auf.de; RAG N.N.: Hand in Hand für ein starkes Bündnis, RAG-Stellungnahme, Essen 2019; WAZ vom 27.03.2015 und 31.05.2019 sowie RK-Redaktion vom 14.06.2019
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