Stahlbranche vor dem Aus ?

jeder zweite Stahlkocher bangt um seinen Arbeitsplatz

Der Präsident des Weltstahlverbandes, Wolfgang Eder, warnt vor den Folgen der EU-Klimaschutzvereinbarungen in Paris, da die Verschärfung des C02-Zertifikate-handels  einen massiven Arbeitsplatzabbau nach sich ziehen würde.

Breitband-Stahlwalzstrasse Foto: fotolia
                                                                                                                                                Breitband-Walzstahlstrasse

Nach Zahlen befragt, antwortete Eder, das er langfristig mit einem über 50 %- tigem Arbeitsplatzabbau durch die beabsichtigten Klimaschutzpläne rechnet. In der europäischen Stahlindustrie arbeiten zur Zeit noch rd. 360.000 und in Deutschland noch rd. 87.000 Menschen. Davon im strukturgebeutelten NRW 47.600. Ein solcher Rückgang hätte auch erheblich negative Folgen für die Beschäftigten in der Automobil-und Maschinenbaubranche.

Der Emissionshandel mit sog. C02-Verschmutzungszertifikaten ist das zentrale Steuerelement der EU-Klimapolitik. Umweltschützer glauben gerne, das sich durch die Verteuerung der gehandelten Co2-Zertifikate die Erderwärmung begrenzen lässt. Aber das ist, worauf wir immer wieder hinweisen, ein Trugschluss. Neben den künstlich verursachten Problemen (weil der Mensch das Klima nicht retten kann !) gibt es für die Stahlbranche aber auch ganz reale Wettbewerbsprobleme. So brechen auf breiter Front die Gewinne durch die zunehmenden Stahlimporte aus China ein. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat daher erst vorige Woche bei ihrem China-Besuch deutlich gemacht, das sie den Wettbewerb als unfair einstuft. Das ist dem Stahlpräsidenten und Voestalpine-Vorstandschef Wolfgang Eder aber nicht genug. Er fordert ein Anti-Dumping-Zollgesetz. Und weil er nicht an schnelle politische Entscheidungen glaubt, trägt er sich mit dem Gedanken, die Hochöfen in Österreich entweder zu erneuern oder in anderen Regionen der Welt neu aufzubauen. Auch der Vorstandsvorsitzende des niedersächsischen Stahlkonzerns Salz-gitter, Heinz-Jörg Fuhrmann, macht sich um den Stahlstandort Deutschland ernsthaft Sorgen. Wenn der EU-Kommissionsvorschlag  zur Begrenzung des C02-Zertifikatehandels  umgesetzt wird, wäre das eine „ganz krasse Existenzbedrohung“, so Fuhrmann. Die Mehrbelastungen von rd. 100 Mio. EUR pro  Jahr könnte die Salzgitter AG nicht stemmen. Der indische Branchenriese Tata Steel sieht die Entwicklung ähnlich kritisch. Deutschlands größter Stahlkocher, Thyssen-Krupp, hält sich derzeit mit öffentlicher Kritik noch zurück. Zwar wird das Produkt Stahl und damit auch die Kokskohle weltweit weiterhin in grossen Mengen benötigt, aber die Produktion ist nicht auf Europa angewiesen.

Über den Umweg der C02-Zertifikate-Regelung kann die von den Grünen ausgedachte Idee einer grossen gesellschaftlichen Transformation hin zu einer neuen Agrarökologie auf der Basis von Wind-und Solarenergie möglicherweise doch noch gelingen. Dann wäre die Deindustriealisierung vollzogen, Kraftwerke unnötig und der Sozialstaat am Ende, weil dann kein Geld mehr da wäre, um die Millionen von Arbeitslosen zu versorgen. Der kluge Mann und die kluge Frau sollten sich daher bei Zeiten mit den Methoden moderner Ackerbau-und Viehzucht vertraut machen.

vgl. hz. a. Die Welt vom 29.07.2015, WAZ vom 03.11.2015; Eike.de vom 1.8.2015 und Revierkohle-Redaktion vom 6.12.2015 (Foto: Industrieblick, fotolia)

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40.000 Grössenwahnsinnige

Staats-und Regierungschefs aus 140 Ländern trafen sich zur 21. UN-Klimakonferenz

Staats-und Regierungschefs aus 195 Ländern trafen sich zur 21. UN-Klimakonferenz unter der Leitung des franz. Präsidenten Francois Hollande

wollen das Klima retten

In Paris hatten sich auf dem Messegelände le Bourget vom 30.11.2015 bis 11.12.2015 rd. 40.000 Grössenwahnsinnige aus Politik, Umweltverbänden und Medien eingefunden, um die Welt zu retten. Und das gelingt nach Ansicht der Protagonisten nur noch dann, wenn wir es schaffen, den Anstieg der globalen Durchschnitts-temperatur gegenüber der vorindustriellen Zeit auf 1,5 bis 2 Grad zu begrenzen. Daher muss der C02-Ausstoß weltweit um 40 % bis 2030 gegenüber dem will-kürlich festgelegten Jahr 1990 abgesenkt werden. Ansonsten droht die Klimakatastrophe mit unabsehbaren Folgen. Dieses Mantra wurde auch in Paris gebets-mühlenartig wiederholt, so dass es auch der letzte Depp kapieren sollte. Die Umweltverbände, allen voran Greenpace, BUND, Nabu und WWF forderten gar einen Weltklimavertrag, in dem u.a. für Deutschland der Ausstieg aus der Kohle bis 2040 verbindlich festgeschrieben werden soll. Und da rd. 100 Demonstranten in Paris ihre Forderungen auch gleich durch den Einsatz von Reizgas untermauern wollten, wurden sie am Rande der Konferenz festgenommen.

Die Delegierten aus 195 Ländern verhandelten in Paris auch über die Finanzierung eines sog. grünen Klimafonds, der mit 9,3 Mrd. EUR aus europäischen Finanz-töpfen gespeist werden soll. Darüber hinaus sollen jedes Jahr 100 Mrd. EUR zusätzlich mobilisiert werden, um z.B. den afrikanischen Ländern zu helfen. Selbst der Direktor des internationalen Gewerkschaftsverbandes IndustriAll, Brian Kohler, glaubt an die Heilsversprechen der UN-Klimakonferenz. Er ist der Ansicht, das der Klimawandel unsere Zivilisation gefährdet und das daher Handlungsbedarf besteht. Die IGBCE hat dieser These im großen und ganzen ebenfalls zugestimmt und fordert lediglich einen gerechten Übergang für die Bergleute durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen.

Demgegenüber möchten wir auf die nüchterne Faktenlage aufmerksam machen. Und die lautet:

Der Energiebedarf ist nicht durch Öko-Strom abdeckbar und das Klima kann nicht durch eine Absenkung der C02-Emissionen gerettet werden.

Auch sind nicht die Kraftwerke oder die Bergleute an der beschworenen Klimakatastrophe schuld, weil es sie schlicht und ergreifend gar nicht gibt. Die globale Durchschnittstemperatur hat sich seit 1997 Jahren nicht verändert. Der von Menschen verursachte Klimawandel durch C02-Emissionen ist aufgrund der Daten von 1097 weltweit installierten Messgeräten nicht erkennbar. Auch kann es eine geforderte Klimagerechtigkeit nicht geben, da sich der Neigungswinkel und die Nei-gungsintensität der Sonnenstrahlung permanent verändert. Hinzu kommen die Sonnenfleckenaktivitäten, die ebenfalls einen Einfluss auf die Temperaturen auf der Erde haben. Und was den Anteil der erneuerbaren Energien aus Wind-,Solar-,Biogas-,Wasser und Geothermie  am Primärenergieverbrauch in Deutschland anbe-langt, sieht die Sache noch bescheidener aus. Ihr Anteil lag in 2014 gerade einmal bei 11,1 %.  Die insgesamt in Deutschland installierten rd. 30.000 Windkraftan-lagen haben dabei gerade einmal einen Anteil von 1,5 % und Photovoltaik von rd. 1 %. Der Anteil des Solarstroms am Primärenergieverbrauch liegt damit nach 15 Jahren Energiewende gleich hoch wie der Beitrag von Abfällen aus Deponiegasen. Und für diesen lächerlich geringen Anteil wurden die Bürger aufgrund einer zwanzigjährigen garantierten staatlichen Beihilfe auf der Grundlage des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG 2000) mit bislang rd. 260 Mrd. EUR zur Kasse gebeten. Selbst wenn alle Haushalte in Deutschland Strom aus erneuerbaren Energien beziehen würden, so der Physiker Dirk Dubbers von der Universität Heidel-berg, würde das erst 3,6 % des Primärenergieverbrauchs abdecken. Würde man dagegen 8 % weniger Kraftstoff für Autos verbrauchen, so würde das mehr Energie einsparen, als alle Windkraftanlagen insgesamt produzieren.

Und im Hinblick auf die steigende Weltbevölkerung ist es nicht verwunderlich, das auch der Energiebedarf steigen wird. Und ebenso wenig verwunderlich ist, das daher der Kohleanteil am Gesamtenergiemix weltweit bei 41,1 % liegt. Aber das kann den Franzosen ja egal sein, da deren Stromstecker an einem der 58 Atom-Kraftwerke hängt. Wenn die EU-Klimakonferenz-Zeichensetzer die Menschen zu einem unbequemen und deindustriealisierten Lebensstil bekehren wollen, so haben sie dabei vor allem eins im Sinn: auf jemand anderes Arsch durchs Feuer reiten zu wollen. Derweil bauen die Asiaten 500 neue Kohlekraftwerke und Indien erlebt derzeit mit über 45 % am Gesamtenergiebedarf das größte Wachstum in der Kohlenutzung. Auch in Südasien und in Japan wird der Kohleanteil um 30 % bis 2030 steigen.

Grosse Sorgen brauchen wir uns also wegen den Pariser Beschlüssen nicht zu machen, da die Pariser-Klimakonferenz genau so scheitern wird wie die 20 Kon-ferenzen vorher. Die beschlossene Abkehr von fossilen Energieträgern ab 2020 wird solange ein Traum bleiben, wie Speicherkapazitäten für Öko-Strom zu be-zahlbaren Preisen fehlen. Statt auf die Sprücheklopfer aus der Politik zu lauschen, hätten die Medienvertreter zur Abwechslung doch mal den tatsächlichen Fach-leuten zuhören sollen. Die trafen sich nämlich am 11.und 12.12.2015 im weniger vornehmen Essen zur 9. Klima-und Energiekonferenz des europäischen Instituts für Klima und Energie im Haus der Technik. Was diese Fachleute in 16 Fachbeiträgen zu sagen hatten, hätte die Klima-Alarmisten so gar nicht erfreut. So erläuterte  z.B. der Meteorologe Klaus Puls in einem Beitrag, warum kein Trend zu Extremwettern zu beobachten sei, den man belegen könnte. Prof. Dr. Karl Ewert berichtete über aufgedeckte Manipulationen des US-Klimainstitutes GISS und man war sich einig, das der von Menschen verursachte C02-Ausstoß nicht zur Klimaerwärm-ung beiträgt.

vgl. hz.a. Haferberg, Manfred: Klimagipfel: heiteres Zeichensetzen in Paris; in: Eike.de vom 02.12.2015; Die Welt vom 06.12.2015; IGBCE-Interview mit Brian Kohler, Startseite vom 25.11.2015, Tan, Florence, Gloystei, Henning: Vergessen Sie Paris: Die Asiaten bauen 500 neue Kohlekraftwerke, in: Eike.de vom 08.11.2015; WDR vom 05.12.2015, Süddeutsche Zeitung vom 29.11.2015, Eike.de vom 12.12.2015, ARD und ZDF vom 13.12.2015  und Revierkohle-Redaktion vom 15.12.2015

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RWE-Umbau

Dank des EEG muss die Kohlesparte ausgelagert werden

Nach dem E-ON bereits Anfang des Jahres vorgeprescht war und den Kraftwerkspark in eine eigene Tochterfirma mit dem Namen Unipar AG zum 1.1.2016 auslagern wird, folgt nun der zweite große Stromversorger RWE, der ebenfalls das Gas-und Kohlegeschäft in eine eigene Gesellschaft ausgliedern will. Beide Unter-nehmen stecken dank des Erneuerbaren Energien Gesetzes (EEG) in der schwersten Unternehmenskrise seit Gründung der Firmen. RWE brechen wegen der fall-enden Börsenstrompreise und wegen der bevorrechtigten Einspeisung von regenerativen Energieträgern in das Netz die Gewinne weg.

RWE-Zentrale in Essen

RWE-Zentrale in Essen

Im laufenden Jahr rechnet der Versorger mit einem Rückgang des operativen Ergebnisses vor Steuern auf 6,1 Mrd. EUR. In 2009 waren es noch 9,1 Mrd. EUR. In 2013 hatte RWE wegen der hohen Abschreibungen auf die ständig stillstehenden oder zu wartenden Kohlekraftwerke einen Nettoverlust von sage und schreibe 2,8 Mrd. EUR hinnehmen müssen. Der Aktienkurs dümpelt bei 11 EUR. In 2007 waren es noch rd. 100 EUR. Die Schuldenlast beläuft sich mittlerweile auf 25,5 Mrd. EUR. Zwar konnte durch den Verkauf der Tochterfirma DEA 5 Mrd. EUR an Einnahmen generiert werden. Diese Einnahmen können aber nicht auf die hohe Kante gelegt werden, sondern dienen zur Kostenabdeckung für die Entsorgung der Atomkraftwerke und die Beseitigung von Umweltschäden im Braunkohletagebau. Für die Kraftwerkssparte befürchtet RWE daher einen weiteren Personalabbau von rd. 1000 Mitarbeitern. Auch betriebsbedingte Kündigungen will RWE nicht aus-schließen.

Die neue Geschäftseinheit wird mit 40.000 Mitarbeitern doppelt so groß sein wie der künftige vom Staat subventionierte Windkraft-und Solaranlagenbereich. Soweit das Stromgeschäft mit den konventionellen Kraftwerk weiterhin rote Zahlen schreibt, wird RWE wohl nicht um eine vollständige Abspaltung herumkomm-en. Dann wäre die Bundesnetzagentur am Drücker. Diese müsste entscheiden, welche Kraftwerke für die Aufrechterhaltung der Versorgungssicherheit notwendig sind und welche nicht. Die Kosten  würden dann auf dem Wege einer zusätzlichen EEG-Umlage auf den Verbraucher umgelegt werden.

vgl.hz.a. Handelsblatt vom 02.12.2015; WAZ vom 02.12.2015 und Revierkohle-Redaktion vom 05.12.2015

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Neue Achterbahn-Zeche eröffnet

Pures Vergnügen war die Seilfahrt auf einer Zeche Ende des 18.Jahrhundert ganz bestimmt nicht. Zumal zu dieser Zeit viele Bergleute aufgrund von Schlagwetterexplosionen und Steinschlag ihr Leben lassen mußten. Darüber hinaus war die Arbeit aufgrund fehlender Technik körperlich sehr hart. Aber die neue Zeche Baron 1898 im holländischen Freizeitpark Efteling soll auch kein Museum sein, sondern ist eine abgewandelte Achterbahn mit montankulturellem Hintergrund, die den Spaß in den Vordergrund stellt. Und den hat man als Besucher auf jeden Fall. Von weitem sieht die Achterbahn tatsächlich wie eine Zeche aus. Und natürlich rauscht man auch den Schacht aus 37,5 Meter Höhe hinab. Ein echter Nervenkitzel ist das. Die Loren rasen mit 90 km/h über die Grubenschienen. 130 Sekunden später nach einem Looping, einer Schraube und einer Überdrehung mit Sekunden andauernder Schwerelosigkeit können die Besucher wieder den Sicherheitsbügel lösen. Die Achterbahn-Zeche wurde erst am 1.7.2015 eröffnet und lehnt sich baulich ein wenig an das Weltkulturerbe Zeche Zollverein an. Das Erlebnis auf Zollverein garantiert zwar keinen Nerbenkitzel, weil die Einfahrt auf die 900-Meter-Sohle der noch aktiven Grubenwasserhaltung verboten ist, dafür ist aber alles echt.

Der Bau der Achterbahn-Zeche hat auch eine richtige Kaue, einen Schornstein, Förderturm und 18 Loren. Die Bauarbeiten haben 14 Monate gedauert und verschlangen rd. 18 Mio. EUR. Gewiss kein Kleingeld. Offensichtlich sind sich die Investoren aber darüber im Klaren , dass die Montankultur auch in Zukunft noch eine Bedeutung haben wird. Das glauben wir übrigens auch.

Die Zeche Baron 1898 erreichen Sie mit dem Auto über die A40/E 34 Richtung Venlo, Ausfahrt Knooppunt De Baass in Richtung A65. Dann einfädeln in Richtung Tilburg-Noord.

Adresse:
De Efteling B.V.
Europalaan 1
5170 AA Kaatsheuvel

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