DGB: Tag der Arbeit 2018

SOLIDARITÄT - VIELFALT - GERECHTIGTKEIT

Die Regierung muss mutiger werden

Maike Rademaker*

Seit über 20 Jahren folgen wir  dem DGB-Aufruf zum 1. Mai in Hamburg und präsentieren damit gleichzeitig auch das Revier in Hamburg. Die Städtepartner-schaft zwischen Recklinghausen und Hamburg ist zwar mittlerweile bei vielen Hamburgerinnen und Hamburgern in Vergessenheit geraten und trotzdem erinnert die halbe Seilscheibe vor dem DGB-Haus an der Besenbinderstrasse in Hamburg an die Nachkriegszeit, wo die Kumpels von der Schachtanlage König-Ludwig die frierende Bevölkerung mit Kohlen versorgte. Als Dank entwickelte sich daraus die langjährige Kulturver-anstaltung “ Kunst für Kohle“ sowie die zahlreichen Theaterstücke mit Bezug zur Arbeit, die heute unter dem Motto der Ruhrtrinnale laufen. Energiepolitisch werben wir ebenfalls schon seit über 20 Jahren für eine Abschaffung der sog. Energiewende und unterstützen den Ausbau der Fernwärme über das hoch-moderne Kraftwerk Moorburg. Und als Botschafter des Reviers werben wir natürlich aktiv für den Besuch des Welt-kulturerbes Zeche Zollverein XII in Essen und das Deutsche-Bergbau-Museum in Bochum. Mitglieder gewähren wir freien Eintritt.

 

*) DGB-Bundesvorstand    

Solidarität statt spaltung und ausgrenzung

Der diesjährige Mai-Aufruf des DGB appelliert an die Regierung, in Sachen Arbeitnehmerrechte und soziale Gerechtig-keit mutiger zu werden, um eine Spaltung und Ausgrenzung der Bevölkerung zu ver-hindern. Dazu gehört, das Instrument Niedriglöhne, Mini-und Midijobs einzu-stampfen. Überstunden und Überlastung ist zurückzufahren. Tarifflucht sollte gesetzlich sanktioniert werden. Ebenso empfindet der DGB eine Lohnlücke bei den Frauen von 21 % mehr als ungerecht. Ein gerechteres Steuersystem beinhaltet, das Reiche mehr tragen müssen als Arme. Außerdem fordert der DGB, die sach-grundlose Befristung von Arbeitsplätzen wieder abzuschaffen und mehr Geld in Bildung und in finanzierbare Wohungen zu stecken. Und natürlich darf die Forderung nach mehr Mitbestimmung in den Be-trieben nicht fehlen.    

oben: 1.Mai-Veranstaltung mit dem Bergwerksorchester Consolidation in Gelsenkirchen, Foto: WAZ

Die Redner/Rednerin

in Hamburg

Dr. Hans-Jürgen Urban
stellv. GF des IG-Metall-Vorstandes, Foto: IG Metall
Katja Karger
Vorstandsvorsitzende des DGB Hamburg, Foto: DGB

Termin: Dienstag, 01.Mai.2018 ab 11:00 h. Treffpunkt: S-Bahnhof-HH-Ohlsdorf, Kundgenbung: 12:00 h, Museum der Arbeit, Bert-Kaempfert-Platz, HH-Barmbek

Kundgebungen im Revier

Marl

Termin

Dienstag, 01.Mail2018

Treffpunkt

13.00; Wiesenstr. 73, Marl mit dem Spielmannszug Bergwerk König-Ludwig

Kundgebung

13.30 h mit dem DGB-Vors. in Marl, Rudi Westerkamp und Bürgermeister Werner Arndt

Gelsenkirchen

Termin

Dienstag, 01.Mai.2018

Treffpunkt

09.45 h, Vorplatz Musiktheater, Innenstadt

Kundgebung

11:00 h, Neumarkt Gelsenkirchen mit OB Baranowski und DGB-Vors. Mark Rosendahl

Bottrop

Termin

Dienstag, 01.Mai.2018

Treffpunkt

10.00 h, Gleiwitzer Platz, Bottrop

Kundgebung

11:00 h, Berliner Platz mit OB Tischler und IGBCE-Vors. Michael Vassiliadis

vgl.hz.a. Pressemitteilungen des DGB, Foto oben: Revierkohle

gehst du mit?

wir sind auch da !

Vattenfall: kommt preiswerte Fernwärme bald aus Moorburg ?

Vattenfall möchte das moderne Steinkohlenkraftwerk Moorburg an das Fernwärmenetz anschliessen - die Grünen sind wie immer dagegen

Hamburg – April 2018

Fernwärmeleitung- Foto: wilhei, pixqbay

 

LEISTUNGSDATEN

kw mOORBURG

Inbetriebnahme:

28.02.2015

Gesamtleistung:

1.654 Megawatt

Wirkungsgr.: 46,5 %

Kraft-Wärme-Kopplung

hochmoderne Rauchgasent-schwefelungsanlage

Stromproduktion für 1,8 Mio. Hamburger

3 Schicht-Betrieb mit 300 Mitarbeitern

 
Foto: Revierkohle

Grüne Scheuklappen müssen abgelegt werden

Der Schlamassel begann unter der Rot-Grünen Se-natsregierung in Ham-burg im Jahre 2014. Der damalige Bürgermeister Olaf Scholz hatte auf-grund eines Volksent-scheids, das gesamte Stromnetz sowie alle Kraftwerke von Vatten-fall zurückzukaufen, kurz entschlossen vor dem kompletten Rückkauf nur 25,1 % des Strom-,Gas-und Fernwärmenetzes aufgekauft. Als das Er-gebnis des Volksent-scheids, das ein Votum für den Komplettkauf be-inhaltete, auf dem Tisch lag, mußte der Teilkauf umständlich wieder rück-abgewickelt werden. Das Strom-und Gasnetz be-findet sich seitdem wied-er in städtischer Hand. Für den Rückkauf des Fernwärmenetzes, an dem Vattenfall 74,9 % hält, hatte der Konzern einen Mindestrückkaufs-preis von 950 Mio. EUR vereinbart. Der Rückkauf ist für 2019 vorgesehen.

 

 

links:

links oben: der 35 T-Kohle-Kran löscht fast täglich im Hafen Moorburg die Kohle-schiffe, um die Kohlekreis-lager zu füllen. Sie haben ein Fassungsvermögen von 160. 000 t. links unten: Ver-und Entsorgungsleitungen im Kraftwerk Moorburg. oben: Generatoren-und Dampftur-binenhalle.

Fotos: Revierkohle  

Und nun kommt das Problem: sollte der aktuell erzielbare Kaufpreis für das Fernwärmenetz niedriger sein als der vereinbarte Rückkaufspreis, darf der Hamburger Senat gem. Landeshaushaltsordnung das Fernwärmenetz nicht zurückkaufen, da die Stadt keine Minusgeschäfte machen darf. Derweil befürchten viele Hamburger und Hamburgerinnen eine Verteuerung der Fernwärmekosten, weil Vattenvall-Chef Pieter Wasmuth klargemacht hat, das er nicht unter dem vereinbarten Mindestpreis verkaufen wird. Um den Druck auf den Senat zu erhöhen, hat Vattenfall Anfang April 2018 bei der Hamburger Umweltbehörde einen Antrag auf Genehmigung zum Anschluss einer Leitung an das Fernwärmenetz gestellt. Ironie der Geschichte: deren Chef ist der Grüne Jens Kerstan, der schon in 2007 erbittert gegen den Bau des Kraftwerks in Hamburg-Moorburg gekämpft hatte und für den eine Genehmigung wohl weiterhin ein rotes Tuch ist. Es muß also alles getan werden, damit dieser Umweltsenator ausgebremst wird, da ansonsten die Hamburger die Zeche zu zahlen hätten. Am besten wäre es, wenn die Stadt ihre 25,1 % Beteiligung an Vattenvall wieder zurückverkauft. Dann wäre Vattenvall wieder allein ver-antwortlich für das Fernwärmenetz und der Ausstieg aus der Kohle wäre verhindert. Derweil versucht die Volksinitiative „Tschüss Kohle“ die Anbindung an das Fernwärmenetz zu verhindern. Ihr Argument: Kohle wäre die klimaschädlichste Art der Wärmeerzeugung und deshalb darf Moorburg nicht an das Fernwärmenetz angeschlossen werden. Das dieses Argument mit den Fakten nicht viel gemeinsam hat, wissen wir und brauchen wir an dieser Stelle auch nicht wiederholt entzaubern, aber es zeigt immerhin, das diesen Blödsinn nach wie vor viele Menschen bereit sind, zu glauben. Hier ist Aufklärungsarbeit und nochmals Aufklärungsarbeit notwendig. Gegen falsche Behauptungen kann man immer wieder nur die Wahrheit benennen. Und die Wahrheit lautet nach wie vor: C02 ist kein Klimakiller, C02 ist ein wertvolles Spurengas, welches zum überleben notwendig ist. Das von Menschen verursachte C02 verändert das Klima bisher nicht.

 

 

vgl.hz.a. Hamburger Abendblatt vom 7.4.2018; Beppler, Erhard: Die Vorstellungen der Regierungen/Parteien zur Absenkung des C02-Ausstoßes im Lichter einer technischen Analyse, in: Europ. Institut für Klima und Energie vm 22.12.2017, Focus vom 09.04.2018; Welt vom 08.04.2018; Zeit-Online vom 23.02.2018 und RK-Redaktion vom 14.04.2018

Silikose: indische Bergarbeiter leiden auch heute noch

indischer Tempel- Foto: jpeter2, pixabay.de

DIESE ARBEIT MUSS GESTOPPT WERDEN

Es ist schon mehr als 60 Jahre her, da wurde die Kohle in Deutschland noch mit dem Flottmann-Bohrhammer abgebaut, Holzstempel mit der Hand gesetzt und die abgebaute Kohle nach Metern bezahlt. Beim hereinholen der Kohle wurde auch taubes Gestein gelöst. Der auffliegende Steinstaub verursachte die Krankheit Steinstaublunge oder auch Silikose genannt. Viele Tausende Bergleute sind in der Folge frühzeitig verrentet worden oder starben einen qualvollen Erstickungstod. Gott sei Dank sind diese Zeiten dank flächendeckender Wassersuspensionslösung-en, die heutzutage in den Kohlestoss vor dem Abbau infundiert werden, vorbei, aber dennoch versinken Tausende von indischen Bergarbeitern, Frauen und Kindern heute immer noch in indischen Steinbrüchen im Staub. Jedes Jahr werden rd. 50.000 Tonnen Granit nach Deutschland importiert. Der Großteil davon wurde von Kindern in indischen Steinbrüchen bearbeitet, so Benjamin Pütter vom Kath. Hilfswerk Misereor. Die Lebenserwartung eines indischen Arbeiters, wenn er mit 16 Jahren im Steinbruch anfängt, beträgt rd. 40 Jahre. Und obschon klar ist, das Silikose einen tödlichen Verlauf annimmt und daher im deutschen Steinkohlen-bergbau schon frühzeitig als Berufskrankheit anerkannt wurde, ist die Silikose in Indien nicht als Berufskrankheit anerkannt.

indische Frau im Steinbruch von Budhpura - Foto: sonamabed, pixabay.de, Steinbruch: agentred, pixabay.de.

SIE MACHEN IHR LEBEN NICHTS ANDERES: STEINEKLOPFEN

Budhpura-Grey ist auch in Deutschland ein beliebter Naturstein

Kinderarbeit ist in Indien immer noch Alltag- Foto: billycm, pixabay.de

Budhpura ist ein Zentrum der indischen Sandsteinindustrie und liegt im nordindi-schen Bundesstaat Rajasthan. Viele Arbeiter sterben, weil sie beim Abbau Steinstaub einatmen. Durch das einatm-en der quarzhaltigen Staubpartikel bilden sich in der Lunge bindegewebige Knöt-chen, die sich entzünden, vernarben und verhärten. Der Staub der Steine ver-wandelt die Lunge auf Dauer quasi langsam selbst zum Stein. Atemlosigkeit  bis hin zum Erstickungstod ist die Folge. Aber das ficht die Minenbesitzer nicht an. Denn die Arbeiter sind billig und die Frauen und Kinder, die zum steineklopfen eingesetzt werden, sind es auch. Die Kosten für den Schiffstransport sind ebenfalls lächerlich gering. Und so ist eine hohe Marge für Minenbetreiber und Händler garantiert.

In Freiburg wurde deswegen der Verein „Xertifix“ gegründet. Dieser Verein bietet ein Gütesiegel für Steine an, die nicht von Kindern bearbeitet wurden. Das Hilfswerk Misereor möchte, das die Kinder aus den Steinbrüchen herausgeholt werden und Schulen besuchen können, damit diese eine Zukunftsperspektive erhalten. Denn die meisten Kinder müssen für die Schulden Ihrer Eltern schuften und machen ihr Leben lang nichts anderes als Steine klopfen. Wer in einem deutschen Baumarkt Granitplatten kauft, sollte daher immer fragen, woher die Steine kommen. Die meisten Händler wissen das ganz genau. Denn jeder Stein ist wie ein Fingerabdruck. Es gibt keine zwei geologisch gleichen Granitstein-brüche. Jeder Berg ist einzigartig. Ein anderes Label nennt sich „Indo-German Export Promotion Program „(IGEP) und garantiert ebenfalls fair produzierte Steine ohne Kinderarbeit. Aber was weiterhin fehlt, sind ordentliche Arbeits-verträge, damit die Arbeiter Ansprüche geltend machen können. Silikose ist zwar auch in Indien meldepflichtig, aber die Ärzte diagnostizieren häufig nur eine interstitielle Lungenerkrankung (ILD), da diese nicht meldepflichtig ist, um sich den Ärger mit der Bürokratrie, der Er-stellung von Gutachten und Aussagen vor Gericht gegen die Minenbesitzer zu ersparen. In den Jahren 2010 bis 2013 wurden rd. 150 Filteranlagen aufgebaut, um den Staub zu reduzieren, aber da andere indische Bundesstaaten diesem Beispiel nicht folgten, wurde die Filter-produktion wieder eingestellt.  Nicht ohne Grund nennt man daher Dörfer wie Budhpura daher auch Witwendörfer.

 

vgl.hz.a. Der Spiegel Nr. 1 vom 30.12.2017; S. 58; Deutschlandfunk Kultur vom 08.04.2018; N.N.: Indien: Kinder, die im Steinbruch schuften, in: katholisch-informiert.ch vom 7.6.2011;Sorge, Petra: Im Staub versunken, in: Welt-Sichten.org vom 24.01.2018 sowie RK-Redaktion vom 14.04.2018

KINDERARBEIT IN INDISCHEN STEINBRÜCHEN

Schichtwechsel: Fußballleben im Ruhrrevier

kicken im Schatten der Zechen

Sei dabei !

Tradition.

Emotion.

Vision.

Zum Ende des Stein-kohlenbergbaus zeigt die Dortmunder Son-erausstellung „Schichtwechsel“, wie eng die Liebe zwisch-en Bergbau und Fuß-ball im Revier war.

There’s no better time than the present!

Dieses Geschenk macht uns das DFM durch seine Sonderausstellung, weil diese deutlich macht, das die Pioniere des Fußballs im Revier Bergleute waren. Und ohne Unterstützung der Zechenbarone wäre die deutsche Fußballgeschichte nicht das, was sie heute ist. Die Statue“ kurze Fuffzehn“erinnert an die enge Verzahnung zwischen Bergbau und Fußball im Ruhrgebiet.

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Deutsches Fußball-Museum Dortmund, Foto: DFM/ Hannappel

MIT MALOCHER-FUSSBALL ZUR MEISTERSCHAFT

pdesign, fotolia-Kauf

Mit der Sonderaus-stellung beteiligt sich das DFM an der RAG-Stiftung, RAG AG und IG BCE-Initiative „Glückauf Zukunft!“, mit der das Revier Abschied nimmt von der Kohleförd-erung.

Rot-Weiß Essen gewinnt 1955 die deutsche Meisterschaft

mit 4:3 in der 84. Minute gegen Kaiserslautern.

Das Wunder von Bern, Foto: DFM / Angerer

In dieser Zeit wird auch der Mythos vom Malocher-Fußball im Revier geboren. Bergleute stellen in den 50er Jahren die meisten Spieler auf.

Nach der Fußball-Weltmeist-erschaft 2006 in Deutschland entschloss sich der DFB, aus den Gewinnen der Weltmeist-erschaft die Errichtung eines Museums zu finanzieren. Die Bauarbeiten begannen 2012. Das Deutsche Fußball-Mu-seum in Dortmund wurde am 23.Okt. 2015 als nationales Fußballmuseum des DFB er-öffnet.

Das DFM ist Ort lebendiger Erinnerungskultur als aber auch Erfahrungsort deutscher Fußballgeschichte. Neben den glanzvollen Ereignissen steh-en auch soziale und gesell-schaftliche Themen rund um den Fußballsport im Mittel-punkt der medialen Attrakt-ionen. Im DFM finden aber auch regelmäßig Preisver-leihungen, Pressekonferenz-en, Galas, Empfänge und Le-sungen statt.

Wenn Ende 2018 die letzten beiden Zechen schließen, wird die RAG und das Bergwerk Anthrazit Ibbenbüren ein besonderes Fußballspiel in der Kohleregion Recke austragen. Die Schalker Traditionself wird auf die Deutsche Fußball Nationalmannschaft treffen. Näheres: Gemeinde Recke

DIE REGION HAT DEM BERGBAU UND DEM FUSSBALL VIEL ZU VERDANKEN. INSBESONDERE UNTER DEM ASPEKT DER INTEGRATION

Ullrich Sierau, Oberbürgermeister von Dortmund
Sprecher der GF des DFM: Manuel Neukirchner, Foto: Revierkohle

"Sie können uns gern mit der Weisheit von Sepp Herberger in Verbindung bringen und in 90 Minuten das Museum durchstreifen. Sie können auch gern noch in die Verlängerung gehen. Wenn Sie aber all die medialen Möglichkeiten unseres Museums nutzen, werden Sie locker drei Stunden und mehr darin verweilen – und dann haben Sie noch nicht alles mitbekommen. " Hessisch-Nieders. Allgemeine vom 26.10.2015

Manuel Neukirchner

Mein Opa hat 40 Jahre auf der Zeche Nordstern in Gelsenkirchen-Horst gearbeitet und war für mich genauso ein Vorbild wie später Bernhard Dietz, der mich als erfahrenen Spieler zu Beginn meiner Karriere geformt hat

S04-Idol Olaf Thon

Wenn ich an das Kameradschaftliche und Gemeinschaftliche aus meinen Anfängen als Fußballer denke, als viele Spieler auf der Schicht Kumpels und am Wochenende in den Vereinen der Region Gegner waren, dann empfinde ich auch Stolz, das so miterlebt zu haben. Diese Zeit möchte ich für kein Geld der Welt missen.

Willi Lippens, Rekordtorschütze von Rot-Weiß-Essen

vgl. hz.a. www.schichte-ende.info/programm; Pressemitteilung des DFM vom 21.03.2018; Deutschlandfunk vom 03.04.2018; wikipedia.org; Lokalkompass Dortmund vom 26.03.2018 und RK-Redaktion vom 04.04.2018.

Why wait? Put on your running shoes and let’s rock it!

Sonderausstellung "Schichtwechsel" im DFM vom 21.03.2018 bis 23.12.2018 Königswall 21,Dortmund (direkt am Hauptbahnhof) Öffnungszeiten:
10.00 h- 18.00 h

Steinkohle: Welthandel stieg um 1,5 %

Deutsche Einfuhren rückläufig

Illustration: geralt, pixabay
Illustration: kalhh, pixabay.de

In seiner Pressemitteilung vom Jan. 2018 gab der Verein der Kohleimporteure bekannt, das der Welt-handel mit Steinkohle um 1,5 % auf 1.140 Mio T SKE gestiegen ist. Die globale Steinkohleförderung wäre sogar um 2 % auf 6,9 Mrd. T SKE gestiegen. Allein die seewärtigen Ausfuhren aus den USA sind um 30 Mio. t bzw. 60 % gestiegen. (siehe hierzu auch unser Trump-Redaktionsbeitrag) >

 

Illustration: geralt, pixabay.de

Zuwächse beim Seehandel mit Kohle gab es auch in Russland und in Südafrika um jeweils 7 %. Südafrika beliefert nun überwiegend die asiatischen Länder und nicht mehr, wie früher, Europa. War der Rückgang der Kohleproduktion in 2016 hauptsächlich durch eine Reihe von Insolvenzfällen in den USA dank der Obama-Reg-ierung und in China durch die Stilllegung unsicherer Bergwerke verursacht worden, erklärt sich der Anstieg in 2017 mit Fortsetzung in 2018 durch die wachsende Nachfrage in den asiatischen Ländern. Durch den steigenden Wohlstand erhöht sich die Nachfrage nach Koks-und Kesselkohle für die neu gebauten Kraftwerke.

Diese positive Entwicklung wird durch den Einfuhr-Rückgang in die Bundes-republik um rd. 10 % (gleich 6 Mio T SKE) getrübt. Währ end die Einfuhren von Kokskohlen um 0,6 Mio, T SKE zunahmen, ging der Einsatz von Kesselkohle für die Erzeugung von Strom um 15 % oder fast 7 Mio T SKE zurück. Die ‚Gründe sehen die Kohleimporteure hauptsächlich durch den ungebremsten Zubau von Windkraftanlagen. Aller-dings werden die Grund-lastkraftwerke wegen der schwankenden und zu-fälligen Einspeisung von Flatterstrom durch WKA weiterhin dringend be-nötigt, um die 50 hz-Fre-quenz im Netz halten zu können.

Nach wie vor basiert das Energieträgerangebot in Deutschland zu 60 % auf fossilen Energieträgern, während der höchste Verbrauch und die höchste Förderung an fossilen Energieträgern mit über 80 % in China zu verzeichnen ist.

Weltkohlenförderung und- verbrauch 2016, Quelle: Gesamtverband Steinkohle e.V., Jahresbericht 2017

USA: das Ende des Krieges gegen die Kohle

Die Folge: Jobs,Jobs, Jobs

Under construction

Man kann über die Fähigkeiten von Donald Trump als Präsident der USA ernsthaft zweifeln und ebenso auch über den Erfolg seiner bisherigen politischen Ent-scheidungen. Aber eines ist ihm gelungen: den von Barack Obama erbittert geführten Krieg gegen die Kohle erfolgreich zu beenden. Wir werfen daher einen Blick auf die amerikanische Kohleindustrie.

 

Verordnung über die Begrenzung des Kohleabbaus zurückgenommen

Verordnung über die Begrenzung des Baus von Kohlexporttermi- nals zurückge-nommen

Einfluss der Umweltschutz-behörde EPA zurückgedrängt

Tagebau-Kohleabbau, Foto: Stafichukantoly, pixabay.de

Bevor Barack Obama Präsident wurde, versprach er,  mitzuhelfen, das Klima zu retten. Mit Al Gore war er der Meinung, den Schuldigen für die drohende Klima-katastrophe benennen zu können: C02. Da dieses Spurengas u.a. auch bei der Ver-brennung fossiler Brennstoffe freigesetzt wird, richtete sich der Klimakampf fortan gegen die Kohleindustrie. Die Folge waren Grenzwertverschärfungsvorschriften, Rückbau von Kraftwerken, Stilllegung von Minen und Abertausende von arbeitslosen Bergleuten. Da die Maßnahmen nicht dazu beigetragen haben, das die C02-Emissio-nen nennenswert gesunken sind, hinter-fragte sein Nachfolger umgehend die Richtigkeit der C02-Hypothese. Anders als Herr Obama hörte Herr Trump auf die Klimawissenschaftler. Die konnten und können bisher keinen signifikanten und evidenzbasierten Zusammenhang zwisch-en antrophogen erzeugtem C02 und eine unmittelbare Auswirkung auf das Klima er-kennen, da die Ursache-Wirkungszusamm-enhänge chaotisch und komplex sind. 

US-Präsident Donald Trump, Foto: geralt, pixabay

Als erstes ließ Trump den sog. Clean-Power-Plan der Obama-Regierung über-prüfen. Die Folge war die Zurücknahme der Grenzwertverschärfungen. Dann wurde der Einfluss der allmächtigen Um-weltbehörde EPA zurückgedrängt. Als nächstes folgte eine Überprüfung der Stromeinspeisevorschriften, die es den Kohlekraftwerken immer schwerer mach-te, ihren Strom wirtschaftlich einspeisen zu können. Und dann trat die Trump-Regierung aus dem Pariser Welt-klimaabkommen aus.

Durch Interventionen von Trump konnten die insolventen US-Kohlekonzerne Peabody Energy und Arch Coal vor dem endgültigen Bankrott gerettet werden. Im juni 2017 eröffnete die Fa. Corsa Coal Comp. die erste neue Kohlemine nach 6 Jahren Stillstand und Stilllegungen. Das Department of Labor (amerik. Arbeitsamt) berichtete in 2017, das sich die Zahl der im Bergbau Beschäftigten im März um 11.000 und im Mai um weitere 7.000 erhöht hat. Seit Anfang 2017 bis heute sind in der Kohlewirtschaft und der dazu gehörenden Wertschöpfungskette rd. 50.000 neue Arbeitsplätze entstanden. Mitte 2018 soll in Kentucky mit dem Abbau einer neuen Kohlenmine begonnen werden. Im Vergleich zu 2016 sind die US-Kohleexporte nach Europa um 70 % und die Exporte nach Asien um 50 % gestiegen. Die Lagerstättenvorräte reichen in den USA noch für ca. 400 Jahre. Übrigens: auch in Deutschland reichen die Kohlenvorräte noch für rd. 400 Jahre. Ob die US-Kohlewirtschaft gegenüber dem Gas auch auf Dauer wieder wettbewerbsfähig wird, bleibt allerdings abzuwarten. Kritisch bleibt auch anzumerken, das die sog. Mountaintop-Removal-Abbaumethode nicht gerade zur Akzeptanz-förderung in der Bevölkerung beiträgt, da man aus wirtschaftlichen Gründen einfach die Bergkuppen wegsprengt, um sich den teuren Stollen-und Schachtbau zu ersparen. Das diese Methode nicht ohne Auswirkungen auf die Umwelt bleibt, ist eigentlich klar. Denn  während im deutschen Braunkohletagebau enorme Anstrengungen unternommen werden, um ehem. Bergbauflächen wieder einer Renaturierung zuzuführen und be-sonders auf den Umweltschutz geachtet wird, bleiben die gesprengten Geröllmassen in den amerikanischen Abbaugebieten mitsamt den mehr oder weniger giftigen Rück-ständen sich selbst überlassen. Diese Art von Wettbewerbsvorsprung sollte nicht akzeptabel sein.

 

vgl.hz.a.: Burnett, Sterling: Trump and the end of Obama „war on coal“, in: The Hill vom 09.03.2017; Der Spiegel vom 06.10.2017; FAZ vom 04.07.2016; heise-online vom 24.02.2017, Deutsche Wirt-schafts-Nachrichten vom 21.03.2016 und RK-Redaktion vom 03.04.2018

 

auch in Deutschland geht die Kohleforschung weiter

Geo-Engineering: ein riskantes Mannöver



Fünf vor Zwölf ?

Da die Klimaarlamisten tatsächlich glauben, dass sich das Klima durch menschenverursachte C02-Emmi ssionen immer mehr erwärmt und sie keinen Fortschritt in der Redu- zierung des von ihnen verteufelten Spurengases sehen, soll jetzt die ganz dicke Keule herausgeholt werden: die Erde soll künstlich heruntergekühlt werden. Hierzu haben sich Geo-Ingenieure einige Strategien ausgedacht, die wir Ihnen kurz vorstellen möchten.

Unter Geo-Engineering werden alle vorsätzlichen und großräumigen Eingriffe in geo-chemische und biogeochemische Kreisläufe der Erde mit Hilfe technischer Mittel bezeichnet. Als Ziel dieser Eingriffe wird in der Literatur der Stop des globalen anthropogen verursachten C02 gesehen, das als Ursache der Klimaerwärmung ange-sehen wird. Daneben verfolgt man das Ziel, die Versauerung der Meere zu reduzieren.

Um diese Ziele zu erreichen, verfolgt die tonangebende National Academy of Sciences (NAS) seit 1992 zwei Lösungsansätze. Der erste Lösungsansatz verfolgt das Ziel, die Sonneneinstrahlung auf die Erde zu beeinflussen. Hierzu will man große Mengen Aerosole ausbringen, um die Reflexion des Sonnenlichtes zu erhöhen. Der zweite Lösungsansatz verfolgt die direkte Reduzierung von C02-Konzentrationen in der Atmo-sphäre. Hier denkt man an die Filterung der Luft, an die Abscheidung von C02, Abkühlung des Planeten durch Einsprühung von Schwefeldioxid in die obere Atmosphäre oder alternativ die künstliche Erzeugung von vielen kleinen Vulkan-ausbrüchen, aber auch an Methoden wie Düngung der Meere mit Eisen oder Phosphor, um das Algenwachstum anzuregen, welches C02 aufnimmt. Beide Strategien sind riskant und es ist fraglich, ob diese zu den gewünschten Effekten führen.

Wie ein Ingenieur am Regler einer technischen Anlage wollen die Geo-Ing. nun den Naturgewalten Einhalt gebieten und aktiv in das Wettergeschehen eingreif-en, obschon der Einfluss auf die Artenviel-falt, den Menschen und die Atmosphäre völlig unerforscht ist. Schon seit 50 Jahren versuchen Menschen, das Wetter zu kontrollieren. Alle Versuche sind bisher gescheitert. In Deutschland wird lediglich geforscht, um die Risiken des Geo-Ingi-neerings abschätzen zu können.

 

Und wenn es eines Tages doch funktionieren sollte, stellt sich immer noch die Frage, ob man das Wetter tatsächlich auf Dauer konstant halten kann. Unabhängig von dieser Fragestellung halten wir den ganzen Aufwand für völlig aberwitzig und unnötig, das bis heute der wissenschaftliche Beweis fehlt, das antrophogen verursachtes C02 maßgeblich zur Erwärmung des Klimas beiträgt. Das multifaktorielle und chaotische Wettergeschehen ist zwar mit Hilfe von Computersimulationen effektvoll darstellbar, aber welche Ursache-Wirkungszusammenhänge signifikant sind, die das Klima beeinflussen, ist keineswegs eindeutig geklärt. Die C02-Hypothese jedenfalls scheidet als Erklärungsmodell aus, da die Erhöhung der C02-Konzentration in der Atmosphäre dem Klimawandel stets und ständig folgt. Und zwar mit Verzögerung. Es ist also nicht die Ursache. Das haben Eisbohrkernuntersuchungen von Ian Clarke von der Universität Ottowa und Tim Ball von der Universität Winnipeg (Kanada) gezeigt. Und solange der natürliche C02-Anteil in der Atemluft nicht 5 % übersteigt, kann dieses Spurengas auch nicht gefährlich werden. Ansonsten müßte jedes Ausatmen ein Peitschenhieb auf dem Rücken der verbrennenden Erde sein.

vgl.hz.a. Wisnewski, Gerhard: Die Klima-Religion, in: zentrum-der-gesundheit.de/ klimawandel vom 8.3.2018; N.N.: Hack the planet !, in: Laufpass Nr. 25, 2010, W. Jeschke (Hrsg.); Wikipedia; ZDF-Nachrichten vom 04.11.2017; Die Zeit vom 04.03.2010; FR vom 5.6.2015; N.N.: Riskantes Geo-Engineering, in: wissenschaft.de/erde-klima, Konradin Medien GmbH (Hrsg.) vom 22.1.2018 und RK-Redaktion vom 2.04.2018

Fotos: Geo-Engineering: T.L.Furrer, 64421610, fotolia-Kauf, Text:Geo-Ing-Design: Xtrava ganT, 27759624, fotolia-Kauf

 

Innogy: Notschlachtung

RWE und E-ON zerteilen Ökostrom-Tochter

Die Notschlachtung der RWE-Tochter innogy ist die Konsequenz einer epochalen Entwicklung. Sie begann mit dem deutschen Atom-ausstieg nach der Fukushima-Ka-tastrophe in Japan und setzt sich derzeit mit dem anvisierten Verkauf der E-ON-Kraftwerkstochter Uniper fort. Die beiden Mitbewerber im Energiemarkt wollen sich künftig keine Konkurrenz mehr machen.

Konkret bedeutet das, dass E-ON keinen Strom mehr produzieren und sich auf die Betreuung der Netzinfrastruktur sowie auf den Stromverkauf konzentrieren will. Dazu kauft E-ON  77 % der Inno-gy-Aktien von RWE und an-schließend wird das Unter-nehmen zerschlagen.  Nach An-sicht verschiedener Medien könnte das 4.700 Mitarbeitern den Job kosten. RWE hingegen will sich auf die Stromproduktion mit Hilfe konventioneller Kraft-werke als aber auch über er-neuerbare Energien, das Gas-speichergeschäft und über Be-teiligungen über Wasser halten. Man erhofft sich dadurch Einspareffekte in Höhe von 600 bis 800 Mio. EUR ab 2022. 

Bernhard Blach

Essen bleibt Sitz der Energieriesen

E-ON Chef Johannes Teyssen hat sich im Zusammenhang mit der geplanten Übernahme der RWE-Tochter innogy zum Standort Essen bekannt. Trotz der geplanten Übernahme ab 2020 und anschließender Zerschlagung wird am Brüsseler Platz in Essen der Bau des neuen Innogy-Campus weiter verfolgt. Das gab Teyssen auf der Zeche Zollverein in Essen vor rd. 300 Energieexperten bekannt. Teyssen glaubt, von Essen aus das ganz große Energierad in Zukunft mitdrehen zu dürfen. Und dieses dreht sich digital. So ist Teyssen davon überzeugt, das die Digitalisierung und die Vernetzung aller Haushalte, Unternehmen, Gemeinde und Städte ganz neue Möglichkeiten eröffnen wird, Energie effizient und um-weltfreundlich zu nutzen. Der Stromfluss wird über Smart Grids intelligent gesteuert, Messgeräte erfassen den Stromverbrauch an jedem Verbraucher und der Strom wird in Zukunft selbst produziert und eingespeist.  

RWE will sich mit dem Plan "Lift and Shift" vor dem Absturz in die Bedeutungslosigkeit retten

Rolf-Martin Schmitz - RWE-Vorstandsvorsitzender- Foto: RWE
Johannes Teyssen, E-ON-Vorstandsvorsitzener , Foto: Wiki05, wikimedia commons
Uwe Tigges, innogy-Vorstand, Foto: innogy

Der sog. Plan sieht vor, das sich RWE aufteilt in den Bereich erneuerbare Energien, Netz-betreuung und Vertrieb von Dienstleistungen. Das reicht dem Aufsichtsrat aber nicht aus, weil nicht erkennbar wäre, wo die wirklich neuen Geschäftsfelder der Zukunft liegen könnten. Und dann stellt sich für die Haushaltskämmerer von mehreren Ruhrgebiets-städten,  die an RWE mit 25 % beteiligt sind, auch noch die brisante Frage, wieviel Geld der Konzern in Zukunft erwirtschaften wird, wenn die digitalisierte Energiewirtschaft nur noch regional und dezentral aufgestellt ist und wie dann die Kosten für den Rückbau der atomaren Altlasten gewuppt werden sollen. Neben diesen börsenorientierten und fiskalischen Betrachtungen geht es aber nicht nur um Gewinne und Verluste , sondern auch um rd. 60.000 Arbeitsplätze bei RWE und rd. 70.000 Arbeitsplätze bei E-ON. Hinzu kommt die Stahlkrise. Die Schuld an dieser Entwicklung tragen gewiss nicht nur die gutbetuchten Vorstände beider DAX-Unternehmen, sondern zu einem Großteil die Politik. Die hat mit Einführung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) im Jahre 2000 den Grundstein für die heutige disaströse Sitution beider Konzerne gelegt, in dem die wirt-schaftlich gut aufgestellten und zuverlässig arbeitenden Grundlastkraftwerke zugunsten erneuerbarer Energien zurückgedrängt wurden. Seitdem muß regenerativ erzeugter Strom unabhängig von der Bedarfslage bevorrechtigt in das Stromnetz eingespeist werden. Damit brach eine Haupteinnahmequelle weg. Übrigens, warum innogy nach nur 2 Jahren seiner Existenz den Bach runter geht, ist auch klar: alle erneuerbare Energie-Anlagen von innogy haben im Jahr etwa so viel Strom produziert wie ein einziges Kernkraftwerk. Hinzu kommt der Bieterkampf von vielen Windkraftprojekten an Land und auf hoher See, die ausgeschrieben werden und wo Billiggebote für den Bau den Ausschlag geben. Inwieweit dieser Megadeal in Zukunft dazu führt, das die Strompreise erhöht werden, läßt sich im Augenblick noch nicht verbindlich sagen, unwahrscheinlich wäre das aber nicht.  

Quellenhinweise

Handelsblatt vom 11.03.2018 und 2303.2018; WAZ vom 13.03.2018; Manager-Magazin vom 13.03.2018; Tagesspiegel vom 7.12.2015 und RK-Redaktion vom 24.03.2018
großes Foto oben: Fxquadro, fotolia-Kauf

Ruhr-Museum: Sie sind so leer, die Straßen

Ruhrgebietsfotografien von Wolfgang Neukirchner, 1965

sie sind so leer, die Strassen....

Wolfgang Neukirchner

das Ruhrrevier 1965

existiert heute leider nur noch fragmentarisch. So z.B. das Haus auf der Bochumer Str. in Bochum-Wattenscheid.  Foto: RK  

Laudio vor geladenem Publikum

Der Sohn von Wolfgang Neu-kirchner, Manuel Neukirchner, sowie der Direktor des Ruhr-Museums, Prof. Theo Grütter, hielten die Lau-datio vor rd. 300 geladenen Gästen zur Eröffnung der Fotoausstellung auf Zollverein am 10.03.2018, Foto: Revierkohle

der Fotograf und sein Motiv

der photographische Autodidakt Wolfgang Neukirchner und die Melancholie

Prof. Theo Grütter

Direktor Ruhr-Musuem

Manuel Neukirchner

Direktor Deutsches Fußball-Museum

Sehnsuchtsort Hinterhof

Im Revier

Bildband

von Wolfgang Neukirchner

Diesen ungewöhnliche Bildband könnern Sie unter www.buchhandlung-walther-koenig.de zum Preis von 19,95 EUR käuflich erwerben

Wolfgang Neukirchner hat sich nicht nur einen Namen als Musikkomponist gemacht, der die Texte für Paul Kuhn, Ralf Bendix und Heino schrieb und mit seiner Gitarre vertonte, sondern auch als Fotograf und Maler, obschon er im Hauptberuf Verwaltungsrichter war. Sein Sohn Manuel Neukirchner fand zufällig im Keller seines in 2017 verstorbenen Vaters eine Schatulle mit alten Ruhrgebietsfotos aus den 60er Jahren und übergab diese als Leihgabe an das Ruhr-Museum. Museumsdirektor Prof. Grütter erkannte sofort, das es sich um eine ungewöhnliche Fotoserie handelte, da  die Fotos das Revier der 60er Jahre in ungeschönter Form, aber dennoch mit leiser Poesie versehen, zeigen. Es handelt sich um teilweise verlassene Orte zwischen Halden und Hinterhöfen, Wildwuchs entlang des Bahndammes der Köln-Mindener-Eisenbahn, Pfützen, aufgerissene Strassen, die vom 2. Weltkrieg noch übrige geblieben waren sowie vereinzelte Trümmergrundstücke vor qualmenden Schornsteinen. Hie und da flattert Bettwäsche auf der Wäschespinne. Sehnsuchtsorte eben, die das Lebensgefühl des Ruhrpotts in den 60er Jahren, kurz nach Beginn des großen Zechensterbens, wiedergeben und so eine magische Anziehungskraft entfalten. Da Ende 2018 der Deutsche Steinkohlenbergbau endgültig stillgelegt wird, kann man Wolfgang Neu-kirchners Fotografien als konstrastreiche Ergänzung zur zeitgleichen Ausstellung von Zechenfotos von Josef Stoffels, aufgenommen in den 50er Jahren, sehen. Josef Stoffels legt mit seinen Fotos das Schwergewicht auf die Kadedralen des Revier, die in den 50er Jahren noch wahre Tempel der Technik waren und die Energie für die Industrie und das Land lieferten. 

vgl.hz.a. WAZ vom 08.03.2018, RK-Redaktion vom 22.03.2018

alle Fotos: Revierkohle            

Trusted by the best

Die Fotoausstellung “ Sie sind so leer, die Strassen“ wird im Rundeindicker in der ehem. Kohlenwäsche im Ruhr-Museum auf Zollverein vom 10.03.2018 bis 01.07.2018 gezeigt.

Die Fotoausstellung „Josef Stoffels. Steinkohlenzechen aus dem Ruhrgebiet“ wird ebenfalls im Ruhr-Museum vom 22.01.2018 bis 02.09.2018 gezeigt.

Ort: Zeche Zollverein XII, Fritz-Schupp-Allee 14 ( A14) in 45309 Essen

Eintritt: 2,00 EUR (Neukirchner-Ausstellung) 7,00 EUR ( Stoffels-Ausstellung)

RAG-Montan-Immobilien will 50.000 Tonnen C02 einsparen

mit zusätzlich 3 neuen Windkraftanlagen auf der Halde Lohberg in Dinslaken

RAG MONTAN

Die RAG-Tochter mit Sitz auf dem Weltkultuerbe Zeche Zollverein XII in Essen wurde 1977 als MGG gegründet und verwaltet, saniert und vermarktet wertvolle Bergbauflächen und Immobilien. Seit Ende der 80erJahre ist das Unternehmen auch in der überregionalen Grundstücksentwicklung und Vermarktung tätig. Hierzu gehört auch der Verkauf ehem. Bergarbeitersiedlungen. Seit den 90er Jahren liegt der Schwerpunkt auf der Flächenentwicklung aufgelassener Bergbauflächen. So entwickelte die RAG Montan-Immo die ehem. Bergbaufläche Zeche Ewald in Herten, Minister Stein in Dortmund, Graf Moltke in Gladbeck, Mont Cenis in Herne u.v.a. Zechengrundstücke. Von den bergbaulichen Hinterlassenschaften blieb nach der Sanierung nur wenig übrig. Und nun engagiert sich das Unternehmen auch noch im Bereich erneuerbare Energien.

Eine Milchmädchenrechnung

Und da das Unternehmen offensichtlich ahnt, das das WKA-Projekt möglicher-weise ein Flop werden könnte, hat sich die RAG-Tochter mit der montanWIND GmbH und der Windpark Hünxe GmbH zusammengetan, um das Projekt finan-ziell zu stämmen. Auch wenn die Sub-ventionen der öffentlichen Hand reich-lich sprudeln, so sind die goldenen  Zeiten des Kohlemachens nicht nur unter Tage, sondern auch über Tage längst vorbei. Das Risiko ist nämlich nicht unerheblich.

Wie die RAG-Tochter rechnet

Mit insgesamt 10 WK-Anlagen setzt die RAG Montan-Immobilien GmbH deutliche Zeiten auf dem Weg zur C02-Neutralität (O-Ton!). Auf der Halde Lohberg in Dinslaken werden in diesem Jahr 3 neue WK-Anlagen der 3 Megawatt-Klasse und bis zu 200 Metern Höhe errichtet. Am Fuße der Halde sollen durch die Windpark Hünxer Heide GmbH weitere 4 Anlagen errichtet werden. Hier ist auch die Gelsenwasser AG und die Thyssen Vermögensverwaltung GmbH mit im Boot.

Ab Spätsommer 2018 will man 8500 Drei-Personen-Haushalte mit Flatterstrom ver-sorgen. Gleichzeitig will man durch den Zubau rd. 50.000 Tonnen C02 pro Jahr einsparen. Und vor lauter Begeisterung für dieses planungsichere Geschäft will die RAG-Tochter im März 2018 im saar-ländischen Lebach zwei weitere WK-An-lagen und in Merchweiler eine WK-Anlage der Fa. Nordex mit 200 Metern Höhe in Betrieb nehmen. Die Nordex-Anlagen werd-en dann 15.798 Megawattstunden Strom pro Jahr für rd. 4.500 Haushalte liefern.

Wir haben diese Milchemädchenrechnung hinterfragt und den Energieexperten Michael Limburg vom europäischen Institut für Klima und Energie um eine Stellung-nahme gebeten.

 

der Förderturm der ehem. Schachtanlage Lohberg 1/2 in Dinslaken: Foto:

Förderturm der ehem. Zeche Lohberg 1/2 in Dinslaken. Foto: Philipp Stempel

Mit den WK-Anlagen kann niemand etwa anfangen, so Limburg, wenn der erzeugte Windstrom, der flatterhaft ist, nicht durch Pufferkraftwerke ausgeregelt wird, da es -abgesehen von Pumpspeicher-Kraftwerk-en- keine Speicher gibt. WK-Anlagen sind nicht in der Lage, den benötigten Strom phasensynchron einzuspeisen. Das heißt, das sie nicht in der Lage sind, in derselben Millisekunde Strom zu erzeugen, wie er in der Menge benötigt wird. Die 4 WK-Anlagen liefern über das Jahr verteilt rd. 17,8 GWh Strom. Das hört sich viel an. Ist es aber nicht, da der Nutzungsgrad heuti-ger WK-Anlagen bei gerade einmal 17 % liegt. 8.500 Haushalte verbrauchen aber 4000 x 8500 = 34.000.000 kWh oder 34 GWh. Das heißt, das diese Anlagen rein rechnerisch nur 54 % des Bedarfs abdecken. Da das sog. Kreativ-Quartier-Lohberg deutschlandweit das größte C02-„neutrale“ Gebiet werden soll, bleibt also noch viel zu tun. Ob dieses Ziel jemals erreicht wird, dürfte aber eher unwahrscheinlich sein.

Dipl.-Ing. Michael Limburg, Foto: Revierkohle
vgl.h..a. Werkszeitschrift-Steinkohle, 3/2018, S.24, Stellungnahme von Dipl.-Ing. Michael Limburg vom 17.03.2018; Rheinische Post vom 11.01.2017; Stadt-Panorama vom 22.4.2016 und RK-Redaktion vom 19.03.2018
Fotos: oben: WKA-auf Halde: Peter Janetschke; RAG-Immobilien-Sitz Essen: Revierkohle, darunter: Lohberg-Rest: Philipp Stempel, Dipl.-Ing. Limburg: Revierkohle