NRW: Landtag würdigt die Verdienste des Steinkohlenbergbaus

Landtagspräsident Kuper verneigt sich vor dem Lebenswerk der Bergleute

mitgestaltet vom ruhrkohle-chor

Die Landtage von NRW und dem Saarland haben in einem Festakt die Leistungen des Bergbaus gewürdigt und die verbliebenen Bergleute in Bottrop, Ibbenbüren und im Saarland verabschiedet. Viele Bergleute wohnten dem Festakt im Plenarsaal bei. Der Ruhrkohle-Chor umrahmte den Festakt. Landtagspräsident Andre´ Kuper verneigte sich vor dem Lebenswerk der Bergleute und verabschiedete diese mit einem opti-mistischen Bekenntnis für die Zeit nach der letzten Schicht. Unermüdlich hätten die Bergleute ihren Beitrag zum wirtschaft-lichen Aufchwung in den Revieren sowohl nach dem Krieg als auch Jahrzehne danach geleistet. Die eruopäische Einigung ist mit der Geschichte der Montanunion eng ver-bunden. Min.-Präs. Laschet betonte in seiner Festansprache, dass es der Bergbau war, der wichtige Impulse in Sachen Montan-mitbestimmung, demokratische Willens-bildung und gerechte Bezahlung in der Arbeitswelt gesetzt hat. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die vielen harten Arbeitskämpfe an Rhein und Ruhr. IGBCE -Vorsitzender Michael Vassilliadis be-tonte, dass der gewaltige Personalabbau in den letzten Jahrzehnten auf alle Zechen so-zialverträglich nicht gelungen wäre, hätten nicht alle Akteure an einem Strang gezogen, hätte es nicht die Montanmitbestimmung n und  hätte es nicht die Losung gegeben, dass nach Abwurf einer Zeche Niemand ins Berg-freie fällt.    

MinPräs. Armin Laschet

Im Bergbau ging es nie um Religion, sondern darum, sich aufeinander verlassen zu können. Dieses soziale Erbe wird auch dann bleiben, wenn die Kohle geht.

MinPräs. Tobias Hans

Das Zusammenstehen der Bergleute wegen der Gefährlichkeit unter Tage muß auch als christliche Tradition verstanden werden. Der „aufrechte Berg-mann“ sei nie nationalistisch oder aus-grenzend gewesen. Das zeigt die gelungene Integration vieler ehem. sog. Gastarbeiter, die Barbara-Feiern, sowei die enge Beziehung zwischen Bergbau und Kirche.

IGBCE-Vors. Michael Vassiliadis

Nehmt euch die bergmännischen Tugenden zum gesellschaftlichen Vorbild für die Zukunft.

Wir haben der Steinkohle in NRW fast alles zu verdanken

Man muß schon ein Herz aus Stein haben, um bei der Aufzählung all der Ver-dienste, die der Bergbau und die Bergleute erworb-en haben, nicht davon zu Tränen gerührt zu sein. Zumal das Steigerlied auch noch in H-Moll intoniert wurde und alle zu Ehren der Bergleute aufstanden. An-schließend wurde ein Berg-mannsschnaps herum-gereicht. Ob man danach auch noch das bergm. Traditionsgericht „Grünkohl, Mettwurst und Kassler“ einnahm, wissen wir leider nicht. Trotz aller Feierlich-keit machten alle Redner mit ähnlichen Worten un-missverständlich deutlich, dass am 21. 12. 2018 tat-sächlich mit der letzten Schicht die Bergbauära endet. Ob diese Entscheid-ung weise war, wird die Zu-kunft zeigen. Wir halten sie nach wie vor für nicht ver-nünftig. Ebenso unvernünft-ig halten wir den beschloss en Ausstieg aus der Braun-kohle, da die Energiewende nicht gelingen kann. Und solange Energie aus Wind-und Sonne weder dauernd bereitgestellt noch ge-speichert werden kann (sieht man einmal von Batteriespeichern für die kurzfristige Überbrückung von Spitzenlasten ab)….. solange werden auch weiterhin Kohlekraftwerke benötigt. Die Importpreise werden u. E. daher länger-fristig nur eine Richtung nehmen: nach oben. Wir glauben daher, dass man die Bedeutung der Kohle weder früher noch heute gar nicht genug betonen kann. Denn eine zunehmen de Weltbevölkerung hat auch einen zunehmenden Energiehunger.

Quellenhinweise:

IGBCE; Landtag.NRW.de vom 12.09. 2018; Wirtschaftswoche vom 12.09. 2018; WDR 1 vom 12.09.2018;  Welt vom 11.05.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018;

Fotos: oben: Zeche: pixabay.com; Berg-mann mit Lampe: RAG; Ruhrkohle-Chor: Landtag NRW, Pressestelle, alle darunter: Landtag NRW, Pressestelle

 

RWE: warum die Rodung im Hambacher Forst notwendig ist

Kampf um die Kohle geht weiter

DIE STORY

Zwischen Jülich und dem beschaulichen Düren an der A 44 liegt der Hambacher Forst. Und dort tobt zur Zeit der Bär. Öko-Freaks, Umwelt-schützer und Klimaretter vor allem aus der linken Szene haben beschlossen, den Wald zu retten und halten diesen daher seit 2012 be-setzt. Als Unterschlupf dien-en ihnen Baumhäuser. Nun gehört das Gelände aber dem Energieversorger RWE. Und dieser will den Wald auf einer Fläche von 100 Hektar roden, um an die dort la-gernden 2,5 Mrd. Tonnen Braunkohle heranzukomm-en. Diese wird benötigt, um das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Bergheim weiterhin sicher mit Kohle auf kurzen Wegen versorgen zu können. Darüber hinaus ist der Wald als Ausgleichs-fläche für den Verzicht auf einen weiteren Abbau im Garzweiler Revier I von der Landesregierung NRW aus-gewiesen worden. Der Ham-bacher Forst liegt im Nord-revier des Tagebaus Garz-weiler I und grenzt an den Tagebau Inden II, wo noch bis 2030 Braunkohle ge-fördert werden soll.   Da die Umweltaktivisten und Kli-maretter davon überzeugt sind, das die Braunkohle-verfeuerung  das  Klima er-wärmt und die Umwelt schädigt, wollen sie die Ro-dung verhindern und proben seit dem 10.09.2018 den Aufstand gegen die Polizei, die den Auftrag hat, den Wald zu räumen, um die Rodung zu ermöglichen.    

Die Meinung der Kritiker

Kritiker halten RWE vor, dass man den Tagebau um den Ham- bacher Forst herumlenken kann. Außer- dem ständ- en genügend Gaskraft-werke als Ersatz für die Braun-kohle bereit. Beide Argu- mente greif en wir im Folgenden auf. 

Warum die Rodung notwendig ist

Die Rodung ist aus zeitlichen Gründen notwen-dig, da die Braun-kohebagger sich bereits 300 Meter an die Kante des Tagebaus Ham-bach herange-arbeitet haben und damit un-mittelbar vor dem Hambacher Forst stehen. Ein Still-stand würde enorme Still-standskosten nach sich ziehen. Eine Umgehung ist nach Ansicht von RWE aus technischen Gründen nicht möglich, da die hohen Böschungskanten im Seitenbereich des Tagebaus einen Richtungs-wechsel unmög-lich machen.

Meinungen

Albrecht Gerber (SPD)

Der Bergbau ist der größte Arbeitgeber in der Lausitz. Wir sprechen daher vom drohenden Verlust von Industriearbeitsplätzen und nicht vom Tretbootverleih. Ich stehe daher zum LEAG-Konzept.

Michael Kretschmer (CDU)

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung hat nur dann einen Sinn, wenn sie sich an Fakten orientiert und ergebnisoffen bleibt.

Thomas Kutschaty (SPD)

Wir leben in einem Rechtsstaat und da gelten rechts-staatliche Spiel-regeln.RWE hat einen Rechts-anspruch auf Rodung.

Klaus Emmerich (IGBCE)

Die Aktivisten in Hambach sind nicht da, um ein politisches Zeichen zu setzen, sondern denen geht es nur um Randale und Gewalt“.
Klaus Emmerich, stellvertretender BR-Vorsitzender im Tagebau Garzweiler

Gaskraftwerke können die Grundlastkraft-werke nicht ersetzen, da sie nur den kurz-fristigen  Bedarf an Spitzenlaststrom ab-decken können. Darüber hinaus können viele  Gaskraftwerke aufgrund der garant-ierten Einspeisevergütungen für Flatter-strom (Windstrom) wirtschaftlich kaum betrieben werden. Der Preis für Strom aus Gas liegt an der EEX-Börse z.Zt. mit 6,9 Ct je kWh deutlich höher als für Braunkohle mit 3,5 Ct je kWh. Der Verbraucher zahlt neben den Stromkosten die Stromsteuer, die EEG-Umlagen, die § 19-Offshore-Um-lage und demnächst auch noch die Kosten für den Stromtrassenausbau sowie die Kosten für die Bereithaltung der Grund-lastkraftwerke, weil diese dank des EEG mittlerweile ebenso unrentabel geworden sind, trotzdem aber benötigt werden, um die Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz von 50 Hz ständig aufrecht zu erhalten, da ansonsten binnen kürzest-er Frist ein Blackout drohen würde.

 
 

Und was den Protest gegen die Abholzung angeht, da sollten die Damen und Herren (Gewalt) Protestler die Kirche im Dorf lassen. Man muß sich nämlich mal die Größenverhält-nisse ansehen. Der Hambacher Forst ist 200 Hektar groß. Davon sollen 100 Hektar gerodet werden. Diesen „Baum-frevel“ darf RWE selbstverständlich nicht kostenfrei vornehmen. Vielmehr schreibt das Bundesberggesetz allen Bergbaubetrieben die Aufforstung und Renaturierung nach der Auflassung vor. RWE hat im Rheinischen Revier bisher mehr als 8000 Hektar Wald auf-geforstet. Im Umfeld des Tagebaus Hambach wurden 1.500 Hektar Wald neu aufgeforstet. Auf der Halde Sophienhöhe stehen seit 40 Jahren Tausende von neuen Bäumen, die RWE-Mitarbeiter angepflanzt haben. 429 Tierarten, die auf der sog. Roten Liste stehen, haben sich dort ange-siedelt. Und nun vergleichen Sie das einmal mit den Folgen des Windkraft-anlagen-Ausbaus: seit 2010 sind rd. 750 Hektar Wald ersatzlos abgeholzt worden. In dieser Zeit kamen rd. 250. 000 Fledermäuse und rd. 12.000 Greif-vögel zu Tode und Strom wird nur ge-legentlich produziert. Und von einem Beschäftigungsboom in der Windkraft-industrie kann schon seit Jahren nicht mehr die Rede sein. Durch den Ausbau der Windkraftanlagen ist bis heute keine einzige Tonne C02 eingespart worden, was zugebenermaßen aber unerheblich ist.  Also, liebe Aktivist-en/innen: Füße stillhalten !

 

Quellenhinweise:

Maxeiner, Dirk: wenn zwei dasselbe tun.. in: Eike.de vom 09.2018; Krüger, Michael, in: Eike.de vom 14.09.2018; Presse-mitteilung der RWE AG vom 15.09.2018; Hambacherforst.com; Hamburger Abend-blatt vom 14.09.2018; dpa vom 15.09. 2018; Manager Magazin vom 17.09.2018; Lausitzer Rundschau vom 17.09.2018; Aachener Zeitung vom 17.09.2018; Süddeutsche Zeitung vom 15.09. und 17.09.2018; Der Spiegel vom 14.09.2018; Ostsee-Zeitung vom 14.09.2018; Focus-Online vom 14.09.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018

Fotos:

unten: Braunkohletagebagger, Giglio di_ mare, pixabay.com;  Bergmann: stafichu-kanatoly, pixabay.com; Trecker mit abge-holzten Bäumen: Antranias, pixabay. com

Museum DKM: Die schwarze Seite

LEBEN UND ARBEITEN DER BERGLEUTE

Werk- ausstellung 04.5.2018- 16.9.2018

In der Ausstellung „Die schwarze Seite“ im Museum DKM in Duisburg haben sich Künstler ver-sammelt, die sich auf unt-erschiedliche Weise mit dem Bergbau und dem Ruhrrevier auseinanderge-setzt haben. Das Ergebnis der Werkauswahl kann sich sehen lassen.

So wird zum einen die identitätsstiftende Wirkung der Arbeit unter Tage herausgestellt und zum anderen wird die Wirkung der Bergleute und die bergmännische Tradition samt bergm. Architektur auf das städtische Umfeld beleuchtet. Hier spielen die Wohn-und Lebensum-stände in den Revierstädt-en, die Religion, die unt-erschiedlichen Sprachen und das Leben in der Zech-ensiedlung eine bedeut-ende Rolle. Die Künstler Götz Diergarten, Sven Drühl, Bogomir Ecker, Bar-bara Köhler, Richard Long u.a. widmen sich diesen Arbeits-und Lebensaspekt-en in sehr facettenreicher Weise und stellen die Wechselbeziehungen zwi-schen  Bergleuten und ihrem Umfeld dar .Auf die Besucher warten Fotograf-ien, Skulpturen und Installa-tionen.

Museum DKM

Güntherstr. 13-15 - 47051 Duisburg

Uniper: neues Gaskraftwerk auf der Halde Scholven geplant

KOHLEKRAFTWERK BLEIBT ABER BESTEHEN

Bergehalde Oberscholven in Gelsenkirchen-Buer

Selbst eingefleischte Bueraner Heimatfreunde kennen die Bergehalde Scholven der ehemaligen Zechen Scholv-en, Bergmannsglück und Emscher-Lippe mit dem gleichnamigen Uniper-Stein-kohlekraftwerk in Gelsenkirchen-Buer kaum. Das liegt daran, dass die Halde und das Kraftwerk immer noch mit einem Ries-enzaun umschlossen ist, um den uner-laubten Zutritt zu verwehren. Zum einen dient diese Sicherheitsmaßnahme dem Kraftwerksbetreiber und zum anderen der Firma Gelsenwasser. Diese unterhält in der Bergehalde eine Trinkwasserbehälteran-lage mit 36.000 Kubikmeter Wasser-volumen.  Das Wasser kommt aus dem Wasserwerk Haltern. Die 201 Meter hohe Halde wird von der RAG Montan Immo-bilien GmbH, einer 100 % Tochter der RAG, unterhalten. Die Aufschüttung erfolgte von 1966 bis 1987. Mittlerweile wurden auf der Bergehalde rd. 212.000 Bäume und  Sträucher angepflanzt. Dreimal im Jahr zur Sommerzeit öffnen sich die Werkstore für die Bevölkerung, die dann auf die Halde strömen kann, um den traumhaften Blick über Gelsenkirchen-Buer zu genießen. Die Wasserbevorratungsanlage erfreut sich ebenfalls immmer eines großen Interesses. Auf dem Gipfel der Halde befindet sich ein Gipfelkreuz, eine alte Seilscheibe der Zeche Scholven und ein Mobilfunkmast.    

Das Steinkohle-Kraftwerk Scholven wurde 1968 erbaut und hat eine Leistung von 70 MW. Pro Tag werden rd. 20.000 Tonnen Kohle verfeuert. Sie werden in über 300 Eisenbahnwaggons angeliefert. Bis Ende 2018 kommt die Kohle auch noch vom Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop. Ab 2019 kommt die Kohle ausschließlich aus Südafrika und Südamerika. Neben Strom wird im Kraftwerk Scholven auch Wärme für rd. 16.000 Haushalte in der näheren Umgebung erzeugt.

Gaskraftwerk Irsching bei München, Foto: Peter Maszien, fotolia-Kauf

Nunmehr will Uniper auf dem ehem. Zechengelände zusätzlich ein neues Gaskraftwerk für die Abdeckung von Spitzenlastzeiten errichten. Obschon das alte Krafftwerk Scholven nur noch eine kurze Zeit am Netz bleiben wird, soll es zunächst nicht ersetzt werden, da die Planungen für das neue Gaskraftwerk noch lange nicht abgeschlossen sind. So muß zunächst ein Genehmigungsantrag bei der Bezirksregierung in Münster eingereicht werden und das bestehende Erdgasfernleitungsnetz der Fa. Open Grid Europe (OGE) an den Kraftwerksstandort Scholven angeschlossen werden.

Das Kraftwerk Scholven versorgt gemeinsam mit seinen Nebenbetrieben in Gladbeck-Zweckel, Marl, Recklinghausen und Westerholt die Region zuverlässig mit Strom, Fernwärme und Prozessdampf. Die drei Blöcke B, C und FWK erzeugen insgesamt 762 MW (netto) Strom, die Blöcke D, E und F wurden am Jahresende 2014 stillgelegt.

Zusätzlich werden bis zu 250 MW als Dampf für die Industrie und Fernwärme für über 100.000 Wohnungen in der Region erzeugt. Für die Industrie im nördlichen Ruhrgebiet ist das Kraftwerk Scholven ein zuverlässiger Partner bei der Versorgung mit Prozessdampf, Strom und Druckluft. Damit trägt es gemeinsam mit seinen Kunden erheblich zum wirtschaftlichen Erfolg der Region bei.

Quellenhinweise:

Uniper SE; WAZ vom 28.10.2012 und 09.08.2018 sowie RK-Redaktion vom 08.09.2018

Feldhauser Str. - 45894 Gelsenkirchen-Buer-Scholven

Wetter: Hitze ist der natürliche Feind der Windenergie

während der Hitzeperiode sicherten Kohlekraftwerke die Stromversorgung

COMING SOON

Während der diesjährig-en Hochsommerzeit und einer dreimonatigen Tro-ckenperiode überschlug-en sich die Medien wieder mal in Sachen Angstmacherei vor der Klimakatastrophe. Die Hitzeperiode in diesem Sommer gab Anlaß, die bestehenden Spekulatio-nen zu erneuern und mit zahlreichen Bildberichten zu untermauern. Auf allen Kanälen  wurde wieder mal die Klima-katastrophe und die dringend notwendige Energiewende beschwor-en. Dabei sollten wir froh sein, dass diese bisher nicht gelungen ist und u.E. auch weiterhin nicht gelingen wird. Denn die sommerliche Hitzeperio-de mit ihren lauen Lüft-chen war der natürliche Feind aller Windkraftan-lagen. Die Folge: sie standen wieder mal still. In die Bresche sprangen wie immer unsere Kohle-kraftwerke.

Der Grund für die heißen Sommertage bildeten die niedrigen Luftdruckunter-schiede in Europa. Wolken konnten sich daher kaum bilden und so knallte die Sonne auf den Boden und erwärmte diesen stark auf. Der Wirkungsgrad der  Solarenergie sank von 44 GW installierter Leistung auf 29 GW, die Windenergie fiel dagegen im Juni und Juli komplett aus. Zuverlässig arbeiteten dagegen alle Kraft-werke. Zusätzlich mußte für die Nacht-stunden Strom aus Tschechien und Polen importiert werden, um den Bedarf rund um die Uhr zu decken. Gerade stabile Hoch-druckwetterlagen erzeugen sowohl im Winter als auch im Sommer eine Lage, in denen eine gesicherte Stromversorgung ohne Kohlekraftwerke nicht aufrechter-halten werden kann. Warum die von der Bundesregierung eingesetzte Kohle-kommission trotzdem nach Wegen für eine Abschaffung der Kohle sucht, bleibt schleierhaft. 

Wir können immer wieder nur redlich betonen, dass die öffentliche Diskussion um den Klimawandel, der angeblich von Menschen gemacht ist durch die Erzeug-ung von C02, schlicht und ergreifend dummes Zeug ist. Der Klimawandel findet zu allen Zeiten statt und wird maßgeblich von den Aktivitäten der Sonne bestimmt. Das hat schon 1990 der dänische Astro-physiker Lassen und sein Kollege Friis-Christensen herausgefunden. Sie konnten eine 95 % tige Übereinstimmung der Erder-wärmung durch die Sonne in Abhängigkeit von der Periodizität der Sonnenflecken-maxima-und minima seit 1860 nachweis-en. Zwar kann nicht bestritten werden, dass der Mensch durch die Erzeugung von C02 einen Einfluss mit ausübt, der ist aber so gering, dass er vernachlässigbbar ist. 0,04 % Kohlenstoffdioxid stehen rd. 13.000 Mrd. Tonnen Wasserdampf gegenüber. Die Atmosphäre besteht im Wesentlichen aus 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff, 0,93 % Argon und ganzen 0,04 % aus Kohlen-stoffdioxid (Co2). Wir sollten daher die Kirche mal im Dorf lassen. Die Klima-diskussion ist unseriös, weil sie sich nicht mit den physikalisch-technischen Fakten beschäftigen möchte. Das C02-Medien-spektakel dient hauptsächlich den Politi-kern aller Couleur, um sich als Gut-menschen und Klimaretter zu profilieren. Und natürlich dient das Spektakel auch den  Nutznießern, weil sie sich dank der  hohen Dauersubventionen durch den Staat den harten Marktbedingungen entziehen können. Wissenschaftliche Erkenntnisse können da naturgemäß nur stören.

Sonnenflecken-maxima-und minima beeinflussen massgeblich das Klima

Bundeswirtschaftsminister Peter Alt-maier (CDU) jubelte im Juli darüber, dass der Anteil der regenerativen Energieträger inzwischen auf 35 % gestiegen  sei. Beste Voraussetzungen also für einen Ausstieg aus der Kohle-verstromung ? Die Daten für diesen Sommer und auch für den Rest  des Jahres zeigen eine andere Wahrheit. Es kommt nämlich nicht auf die in-stallierte Leistung an, wie Herr Alt-maier sie erwähnt, sondern auf die tatsächlich erbrachte Leistung. Und da sieht es sehr mau aus. Zur Freude der Kraftwerksbetreiber. Diese konnten die Liefermenge um 10 % im Vergleich zum Vorjahr steigern. Lediglich im stürmischen Monat Januar 2018 konnten die Windkraftanlagen ge-nügend Strom produzieren, der auch nachgefragt wurde. Das ist den Be-treibern aber wurscht, da diese die Ein-speiseeisevergütungen auch dann er-halten, wenn der Öko-Strom  gar nicht nachgefragt wird. Der Stromnetzbe-treiberverband  Entso-E  hat der Kohle-kommission derweil eine Rechnung vorgelegt, aus der hervorgeht , dass sich die Bürger und Bürgerinnen sowie die Wirtschaft in den nächsten 20 Jahren auf einige Dutzend Strom-ausfälle im Jahr einstellen müssen, wenn der Anteil des sog. Zappel-stroms (Windstrom)  weiter  zunehm-en sollte. Unser Reden seit über 20 Jahren Jahren. Schleswig-Holstein nimmt die Berechnungen als einziges Bundesland ernst. Alle Tankstsellen sollen mit Notstromaggregaten aus-gestattet werden, um sich auf die drohenden Stromausfälle vorzubereit-en. Das Kieler Innenministerium hat dafür 1 Mio. Euro für das kommende Jahr in den Haushaltsplanentwurf  ein-gestellt. 

Quellenhinweise:

Pressemitteilung Bundesverband Braun-kohle 6/2018 vom 14.8.2018; FAZ vom 29.08.2018; Hamburger Abendblatt vom 05.09.2018 und 7.9.2018; Deutscher Arbeitgeberverband vom 20.08.2018; FAZ vom 23.07.2018;  Deutsche Wirtschafts-nachrichten vom 28.07.2018 und RK-Redaktion vom 08.09.2018

Fotos: pixabay.com

Prosper-Haniel: Die Zeit drängt

PUMPSPEICHER-KRAFTWERK UNTER TAGE BALD NICHT MEHR MÖGLICH

Ende 2018 ist Schluß

Das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop soll zum Pumpspeicher-Kraftwerk unter Tage umgebaut werden

Sagen Sie uns Ihre Meinung, was Sie von dem Projekt halten.

Prof.Dr. Andre´Niemann, Uni Duisburg-Essen:

Die Zeit drängt, da am 21.12.2018 die letzte Kohle auf Prosper-Haniel gefördert wird und dann droht die Schachtver-füllung

Ein Unterflur-Pump-speicherkraftwerk auf Prosper-Haniel könnte den Spitzenlaststrom für Bottrop liefern

Der Schacht Franz an der Fernewaldstr. in Bottrop wird seit einigen Jahren von Wissenschaft-lern der Universität Duisburg-Essen untersucht, um herauszu-finden, ob dieser sich für den Einbau eines sog. Unterflur-Pump-speicher-Kraftwerkes unter Tage eignet. Es handelt sich um ein Projekt, welches es in Deutsch-land bisher noch nicht gibt. Die Forscher sind mittlerweilen zu der Erkenntnis gekommen, dass man den Schacht dafür nutzen kann.  

In drei Jahren ist alles zurückgebaut

Was ist eigentlich ein Pump-speicherkraftwerk unter Tage? Wir hatten diese Frage bereits in unserem Jahrbuch 2017 beant-wortet. Für diejenigen Leser/ innen, die nicht Mitglied unseres Verbandes  sind, erläutern wir das Prinzip daher nochmals in aller Kürze: aus einer Fallhöhe von 600 Metern ergießt sich Wasser von der Bergehalde Prosper über Rohre in den 1.200 Meter tiefen Schacht. Aufgefangen wird das Wasser unter Tage in riesigen Auffangbecken. Pumpen, die im Schacht hängen, pumpen das Wasser Nachts wieder in die Höhe, weil der Strom dann günsti-ger ist. Das Bergwerk bietet in Bezug auf die Fallhöhe ideale Bedingungen.

Niederflur-Pumpspeicherkraftwerk Prosper-Haniel, Illustration: thingamajiggs, fotolia-Kauf

Gerade in Zeiten starker Energieschwankungen dank des Öko-Zappelstroms kann ein Pumpspeicherkraftwerk blitzschnell solche Schwankungen kurzfristig ausgleichen. 80.000 Haus-halte könnten in Bottrop für vier Stunden anständig mit Strom versorgt werden. Und einige Wartungsmannschaften des Bergwerks könnten auch noch ihre Jobs behalten. Aber wie immer fehlt es bisher am Geld. Die Rede ist von rd. 250 bis 300 Mio. EUR. Das ist aber in Bezug auf die jährlich gezahlten Subventionen für Öko-Strom in Höhe von rd. 24 Mrd. EUR eigentlich nicht zu hoch. Wenn man den Ausbau der Windkraftanlagen zurückfahren würde, wäre genügend Geld vorhanden, dass die Bundesregierung bereitstellen könnte. Und es würde sich ausnahmsweise einmal um die Erzeugung eines regenerativen Energieträgers handeln, der auch tatsächlich zuverlässig und ohne  Schwankungen Strom produzieren würde. Einen kleinen, aber nicht unbedeutenden Nebeneffekt hätte der Bau eines Pumpspeicherkraftwerks in einem Berg-werk auch noch: der Zugang zu den unverritzten Kohle-lagerstätten wäre immer noch möglich. Prof. Dr. Andre´ Niemann  kündigte an, die verbleibende Zeit nutzen zu wollen, um intensiv mit der RAG, der Landesregierung und weiteren Akteuren zu verhandeln. Es wäre jammerschade, wenn diese einmalige Chance ungenutzt bleiben würde.      

Quellenhinweise:

Niemann, Andre`: Pumpspeicher- eine bekannte Technologie in neuen Um-gebungen, Vortrag 2014, Universität-Duisburg-Essen; WAZ vom 16.8.2018, Bergbau-Information vom 20.08.2018 sowie RK-Redaktion vom 09.09.2018

Klima: EU will C02 nunmehr um 45 % bis 2030 absenken

Deutsche Wirtschaft kritisiert den Vorstoß

Hoffnungsloses Unterfangen

Der Hauptgeschäftsführer der Deut-schen Industrie, Holger Lösch, sieht den neuerlichen Vorstoß der EU kri-tisch. Diese will den CO2-Ausstoß an-statt wie vereinbart um 40 % nun-mehr um 45 % bis 2030 absenken. Das dieses Unterfangen hoffnungs-los zum scheitern verurteilt ist an-gesichts des Zubaus von rd. 2000 neuen Kohlekraftwerken in China und Indien in nächster Zeit (siehe unseren Newsletter vom Juli d.J.) und der Tatsache, dass die von Menschen verursachten CO2-Emissionen einen verschwindend geringen Einfluss auf die Erderwärmung  hat, kann man gar nicht oft genug betonen.  Die ehr-geizigen Ziele der EU werden weder siginifikant die C02-Emissionen redu-zieren noch den Klimawandel ver-hindern. Dafür steigen aber die Stromkosten immer weiter und ge-fährden auf diese Weise die Wett-bewerbsfähigkeit der deutschen Mitt-elstandswirtschaft. Leider hält sich die Mär vor den Folgen einer Klima-erwärmung um mehr als 1,5 Grad hartnäckig, da dann angeblich ein Kipppunkt erreicht  werden würde, ab dem eine Klimaveränderung nicht mehr beherrschbar ist. Prof. Dr. Sinn entlarvt diesen modernen Aber-glauben.

Energiewende mit der Kettensäge

Fakten

Treibhausgase wie das C02, Methan (CH4) und Lachgas (N2O) sind Spuren-gase, die die Eigen-schaft besitzen, von der Erdober-fläche emittierte Wärmestrahlung zu absorbieren und damit die Atmo-sphäre zu erwärm-en. Sie sind daher die Voraussetzung für jedes Leben auf der Erde, da es ansonsten perma-nent -18 Grad kalt wäre. Ohne C02 gebe es keine Pflanzen und ohne Pflanzen keinen Sauerstoff. Die Erhöhung der C02-Konzentrationen in der Atmosphäre in den letzten 20 Jahren haben bisher nicht zu einer Erhöhung der mittleren Global-temperatur ge-führt. 93,72 % der C02-Emissionen sind natürlichen Ursprungs. 

Umwelt

Anstatt die Umwelt zu schützen, wird diese durch den Ausbau von Windkraftanlagen massiv zerstört. In deutschen Natur-schutzgebieten findet seit Jahren ein wahres Ketten-sägenmassaker statt, um für Wind-räder eine Schneise in die Wälder zu schlagen. Zusätzlich muß jede Menge Beton verbaut werden. Wer aus rein wirtschaftlichen Gründen ganze Naturräume mit Industriebauten zubetoniert und den Blick verstellt, der muß natürlich einen höheren Zweck bemühen. Die Schlachtrufe „rettet den Wald“, „rettet das Fischsterben und  die Bären“, „Atomkraft, nein Danke!.“ sind Vergangenheit und taugen heute für eine Massenmobilisierung nichts mehr. Aber der neue Schlachtruf „rettet das Klima“ eignet sich bestens, um sich vor unan-genehmen Nach-fragen zu schützen. Für die Klimarettung geben die meisten in der Tat ihre letzten Kröten her, die übrigens auch mal auf der grünen Rett-ungsliste standen. Wir dagegen sagen: das Klima kann man nicht retten, die Umwelt dagegen schon. Fangen sie einfach bei sich an und benutzen sie seltener ihr Auto, fliegen sie weniger und verbrauchen sie weniger Plastikmüll und schon würden sie ihre Umwelt weniger belasten. Und wenn sie dann noch anstatt 3 Kinder nur noch ein Kind in die Welt setzen, dann wären sie fast schon ein Umweltretter/eine Umweltretterin.

Die EU

 Die europäische Union gilt als der Treiber des Pariser Klimaschutzab-kommens von 2015. In diesem haben sich die EU-Mitgliedsländer verpflichtet, ihren C02-Ausstoß bis 2030 um 40 % abzusenken, um die globale Erder-wärmung bei höchstens 2 Grad+ zu stoppen. Offen-sichtlich geht es den Damen und Herren aber nicht schnell genug. Daher kam jetzt die Forderung nach einer Absenkung auf 45 %. Die Bund-esregierung  will den C02-Ausstoß sogar bis 2020 um 40 % ab-senken. Berechnungsgrundlage bildet das Jahr 1990. Die Grünen fordern sogar, das der Klima-schutz im Grund-gesetz verankert werden müßte.  Die Sache hat allerdings einen Haken: Niemand weiß, ob und wann das Klima kippen könnte und Niemand hat einen Lösungsvor-schlag parat, wie man die Erderwärmung auf 2 Grad + stabil halten kann. Wir glauben nicht, dass man durch den Ausstieg aus den fossilen Energie-trägern die Erder-wärmung absenken oder verhindern kann. Der beste Beweis, warum der von Menschen verursachte C02-Ausstoß so gut wie keinen Einfluss auf das Klima hat, ist die Tatsache, das die mittlere Globaltemp-eratur in den letzten 20 Jahren nicht ge-stiegen ist, obschon sich der C02-Ausstoß mehr als verdreifacht hat.

our expertise

Was ist das klima ?

Das Klima ist der statistische Durch-schnitt aller mete-orologisch regel-mäßig wiederkehr-ender Zustände und Vorgänge der At-mosphäre an ein-em Ort und um-fasst lange Zeit-räume von in der Regel mindestens 30 Jahren. Damit beschreibt es die Gesamtheit aller an einem Ort möglich-en Wetterzustände, einschließlich ihrer typischen Aufein-anderfolge sowie ihrer tages- und jahreszeitlichen Schwankungen. Mit anderen Worten: es handelt sich um eine statistische Vergangenheits-betrachtung. Und daraus folgt, dass man die Vergangen-heit nicht retten kann.

Folgen

Würde man die Ab-senkung des C02-Aus-stosses wie geplant vor-antreiben, hätte dies massive Auswirkungen auf die Wirtschaft, auf die Beschäftigten und die gesamte Bevölker-ung. Die Strompreise müßten erheblich er-höht werden, weil die Subventionen steigen würden. Hinzu kommen die Kosten für weitere Hochspannungsleit-ungen, die den Wind-strom in den Süden transportieren sollen. Die Versorgungssicher-heit wäre durch die Zu-nahme des Zappel-stroms gefährdet und Tausende von Mitarbeit-ern in den Braunkohle-revieren und in den Kraftwerken würden ihre Arbeitsplätze verlieren. Die Wettbewerbsfähig-keit wäre gefährdet, da andere Staaten sich nicht an das Pariser Klimaschutzabkommen halten müssen. Und das alles nur, um die C02-Emissionen in Deutsch-land gerade einmal um 0,01 % abzusenken. Welch ein Wahnsinn.

Quellenhinweise:

Hamburger Abendblatt vom 22.08.2018 und 23.08.2018; Limburg, Michael: Klimahysterie- was ist dran?, Jena 2009, S. 40, Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, Revierkohle (Hrsg.), Hamburg 2017, S. 44 f;  Wendt, Alexander: Der Grüne Blackout – warum die Energiewende nicht funktionieren kann, München 2014, S. 66 ff sowie RK-Redaktion vom 10.09.2018  

Stromnetze: Ausbau wird zur Chefsache

Ist die Stunde der Wahrheit gekommen ?

Altmaier will Stromnetz schneller ausbauen

Bundeswirtschaftsminister Peter Alt-maier (CDU) will die Bürger und Bürgerinnen bei den EEG-Umlagen noch stärker zur Kasse bitten, in dem er einen beschleunigten Netzausbau plant. Er behauptet, dass die Stunde der Wahrheit gekommen wäre und das man nicht mehr viel Zeit hätte. Da fragt man sich doch sogleich: welche Wahrheit ist gemeint? Das die Energiewende gegen die Wand fahren könnte, was wir seit 20 Jahren behaupten, oder das die Erderwärm-ung auf einen angeblichen Kipp-punkt zusteuert, ab dem es dann nicht mehr möglich ist, die Erd-erwärmung auf 1,5 bis 2 Grad + zu be-grenzen oder meint er gar, die Be-völkerung würde langsam aufwach-en und erkennen, das seit 2000 über 200 Mrd. EUR an Steuergeldern in den Sand gesetzt wurden für eine kleine Adelskaste von Windkraftbe-treibern und ihren Helfeshelfern ?  Wir wissen es nicht.  

Was wir aber wissen, ist, das der Bundesminister eine Netzreise durch Deutschland plant, um jede einzelne Stromleitung persönlich zu besichtigen. Wir können nur hoffen, dass ihm dabei auch die Kosten in Höhe von rd. 3 Mrd. EUR (oberirdisch) bzw. 27 Mrd. EUR (unterirdisch) für die rd. 1800 km lange Nord-Süd-Leitungstrasse erläutert werd-en.  Wenn alle Stromnetze aus-und um-gebaut werden sollten, wie es die Bundesregierung plant, dann wären das rd. 7.700 Trassenkilometer. Die Kosten würden dann nach Angabe des DENA-Chefs Stephan Kohler auf rd. 50 Mrd. EUR bei unterirdischer Verlegung bis 2030 steigen. Nach Angaben der Bundes-netzagentur waren bis Ende 2017 jedoch gerade erst einmal 850 neue Trassen-kilometer für die sog. Hochspannungs-gleichstromleitungen verbaut worden.       Ein sog. Netzausbaubeschleunigungsge-setz soll nach einem „Netzgipfel“ im Herbst nun dafür sorgen, dass die Rechte der Beschwerdeführer sowie der Kommunen eingeschränkt werden, damit der Windkraftstrom schneller in den Süden gelangt und die Redispatchkosten in Höhe von rd. 1,4 Mrd. EUR wegen dro-hender Netzüberlastungen abgesenkt werden können.  

Wozu teure Nord-Süd-Trassen ?

Angeblich deshalb, um die große Menge von Windstrom von der Nordsee nach Bayern transportieren zu können, da Ende 2022 das letzte Kern-kraftwerk in Bayern vom Netz geht und weil man bis 2050  80 % der Stromerzeugung aus regenerativen Energieträgern gewinnen will, um die  Klima-erwärmung auf 2 Grad plus gem. dem Pariser Klimaab-kommen  zu begrenzen. Blöd-erweise findet die aber gar nicht statt und wenn doch, dann kann der Mensch daran kaum etwas ändern, da die Erwärmung überwiegend den Sonnenfleckenmini-und maxi-ma zu verdanken ist. Das wußte man schon 1860 (!) Aber das wäre zu kompliziert. Also schiebt man den schwar-zen Peter dem Kohlenstoff-dioxid in die Schuhe.  Und na-türlich sind die C02-Emissio-nen ebenfalls überwiegend natürlichen Ursprungs und daher kann der Mensch auch diese  kaum beeinflussen, wie uns dies Energieexperten immer wieder bestätigt hab-en. Um die Subventionen und das schöne Bild von der  Welt-rettung dennoch mit viel me-dialem Aufwand  dem unbe-darften Bürger verkaufen zu können, bedient man sich seit 2000 des Bildes  vom men-schengemachten C02-Aus-stoss, welches das Klima dra-stisch verschlechtern wird, wenn wir nicht umgehend die Notbremse ziehen würden. Daher müßte man bis 2050 zu 80 %  auf die Energieerzeu-gung durch fossile Energie-träger verzichten.  Und die Be-völkerung glaubt in ihrer Mehrheit diesen Stuß dank der medialen Dauerbombar-dierung.

Dummerweise haben die verantwortlichen Politiker dabei völlig vergessen, dass man bei soviel Weltrettungsbe-dürfnis und vorgetragener Klimahysterie die physikalisch-technischen Bedingungen nicht einfach außer acht lass-en kann. Um die Netzstabilität Tag und Nacht zu ge-währleisten, bedarf es einer Netzfrequenzspannung von 50 Hertz. Um diese sicherzustellen, muss der Strom zu 45 % aus Grundlastkraftwerken kommen, da nur diese den Spannungsabfall durch Flatterstrom auffangen könn-en. Sie sind sozusagen die Taktggeber, die auf unter-schiedliche  Strombedarfe reagieren. Im Falle des Aus-falls von Windstroms mangels Wind oder wegen Ausfalls von Photovoltaik-Anlagen wegen Dunkelheit sichern diese die Netzstabilität und sorgen für Versorgungssicherheit rund um die Uhr. Eine 80 %tige Sicherstellung der Ver-sorgungssicherheit über Öko-Strom ab 2050 ist daher schlicht illusorisch. Wenn in Bayern die wegfallenden Kernkraftwerke durch Kohle-und Gaskraftwerke ersetzt werden würden, benötigte man keine neue Nord-Süd-Stromtrasse und damit würde man z.T. verhindern, das die Strompreise weiter steigen. Das sie es dennoch tun werden, liegt an den zugesagten Subventionen für Windkraft-und Photovoltaikanlagen, die bei einem weit-eren Ausbau systemgemäß trotzdem weiter steigen werden. Sinnvoll wäre daher eine sofortige Abschaffung des EEG. Von Energieeinsparung durch die geplante Nord-Süd-Stromtrasse kann auch deshalb keine Rede sein, da bei einer solchen langen Leitung mit einem Verlust von 10 % zu rechnen ist. 

Die Energiesicherheit ist gefährdet, Foto: bluedesign, fotolia-Kauf
Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier, Foto: Bundesregierung/Kugler

Quellenhinweise:

Hamburger Abendblatt vom 15.08.2018, 23.08.2018 und 05.09.2018; Der Tages-spiegel vom 12.12.2012; Die Welt vom 14.8.2018; FAZ vom 07.05.2017; Wendt, Alexander: Der Grüne Blackout – warum die Energiewende nicht funktionieren kann, 2. Auflg.,München 2014, S. 73 ff; Keil, Günter: Die Energiewende ist schon gescheitert, 1. Auflg, Europäisches Institut für Klima und Energie, Jena 2012, S. 69 ff sowie RK-Redaktion vom 17.09.2018  

 

Josef Albers Museum: Fördertürme

Bernd & Hilla Becher

Die Ästhetik von Förder- türmen

40 Jahre lang hat das Künstlerehepaar Bernd und Hilla Becher gerade-zu leidenschaftlich Gaso-meter, Wassertürme, Fördertürme, Kohlebunk-er, Fabrikhallen, Hochöfen und Fachwerkhäuser fotografisch dokument-iert. Davon zeugen zahl-reiche Bildbände und die aktuelle Ausstellung in Bottrop. Die S-W-Fotos verstärken dabei die ganz eingewillige und erhabene Ästhetik dieser Industrie-bauten. Heute wirken diese Zeugnisse der Industriegeschichte fast wie Landschaftsskulp-turen, weil deren Nutzung für die jüngere Generation nicht mehr sofort er-kennbar ist. Hilla und Bernd Becher hatten es seinerzeit aber verstand-en, diese Bauten foto-grafisch in ein milchig-graues Licht zu stellen, so dass von ihnen eine ge-wisse Faszination aus-ging. Sie waren als Zweckbauten dem Unt-ergang geweiht. Dem Künstlerehepaar ist es zu verdanken, dass wir unsere wunderschönen Fördertürme nicht mehr als reine und nüchterne Zweckbauten ansehen. Und sie haben für die Nachwelt den Untergang einer ganzen Industrie festgehalten. So weiß man wenigstens, woher man kommt und das die Zukunft ohne Vergangen-heit nicht denkbar ist.

Die Kathedralen des Reviers

1950 förderten rd. 500.000 Bergleute auf ca. 154 Schachtanlagen 100 Mio T Kohle. In 1956 stieg die Fördermenge auf 125 Mio.T SKE und die Beschäftigtenzahl stieg auf 600.000 Mitarbeiter. Anfang der 60 er Jahre begann aufgrund von preiswerteren Öleinfuhren das große Zechensterben und mit dem Sterben verschwanden auch die vielen Fördertürme nach und nach, die das Ruhrrevier prägten. Kaum Jemand dachte damals an den Denkmalschutz. Allein 1963 wurden 33 Pütts stillgelegt und sogleich abgerissen. 1968 wurde die Ruhrkohle AG gegründet, in der alle ehemals selbständigen Zechengesellschaften zusammengeschlossen wurden. Die Zechenschließungen setzten sich bis heute fort und enden mit der Schließung der letzten verbliebenen Zechen, Anthrazit in Ibbenbühren und Prosper-Haniel in Bottrop am 31.12.2018. Wir  haben für Sie einige Fördertürme fotografiert, die nicht dem Abrissbagger zum Opfer fielen und heute noch zu besichtigen sind. 

Fotogallerie: Revierkohle, Foto oben: Zwielicht, pixabay.com

Josef Albers Muesum, Quadrat Bottrop

Das Farben-Museum in Bottrop ist dem Künstler und Bau-hausmeister sowie stellv. Direktor des Bauhauses, Josef Albers, gewidmet, der 1976 starb. Seine Sehnsucht nach Farben war grenzenlos. Be-rühmt wurde er mit der Serie „Homage to the Square.“ Die Ausstellung „Kunst und Kohle. Bernd und Hilla Becher“ ist im Josef Albers-Museum noch bis zum 23.Sept. 2018 zu bewund-ern.

Josef-Albers Museum, Quadrat Bottrop, Foto: Stadt Bottrop

Josef Albers-Museum Quadrat Bottrop

Im Stadgarten 20

46236 Bottrop

Öffnungszeiten:

Di bis Sa: 11.00 bis 17.00 h

So von 10.00 h bis 17.00 h

Mit Hilla Bechers Tod im Oktober 2015 ist eine Ära zu Ende gegangen. Und der Schirmer/Mosel Verlag verab-schiedete sich von seinem langjährigen Autoren-Team Bernd und Hilla Becher mit einer letzten großen Ver-neigung: In zwei Interviews geben die Künstler Einblick in ihr einzigartiges Schaffen, erzählen von Entbehrungen und Erfolgen, von Aufnahme-Techniken, ihrem Leben als Kunstschaffende und Kunst-ausbilder an der Düsseldorfer Akademie. Dem Medienwiss-enschaftler und Schriftsteller Ulf Erdmann Ziegler gab das Paar 2002 sein erstes länger-es Interview überhaupt, ver-öffentlicht in Art in America. Ziegler destilliert die Beweg-gründe, die die Bechers zu ihren formal strengen, enzy-klopädischen Bildserien von Hochöfen, Wassertürmen, Fachwerkhäusern etc. veran-lasst haben, und lässt die Autoren hinter den Bildern lebendig werden. Der Journalist und Autor Dominik Wichmann und sein Kollege Tobias Haberl trafen Hilla Becher 2008, ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes, und fragten sie nach den Möglich-keiten und Chancen, ihre Kunst nach fünf Dekaden gemeinsamen Wirkens unter veränderten Bedingungen weiterzuführen. Ergänzt wird der Band durch dokumen-tarische Photographien von Matthias Koch, der das Paar auf einigen seiner Expedition-en begleitet hat.

Hilla Becher, die Frau, die Kühltürme in Kunst ver-wandelte und damit der Industriekultur ihre Würde gab

Quellenhinweise:

Ruhrkunstmuseum.com; Welt vom 14.10.2015; Ruhr-Guide.de; Fotoluchs vom 23.09.2014 und RK-Redakti-on vom 5.08.2018

Thyssen-Krupp: droht Zerschlagung nach Streit ?

Lehner und Hiesinger haben hingeschmissen

Was ist los ?

Aufgrund eines erbitterten Machtkampfes zwischen dem Thyssen-Krupp-Vorstand und den Anteilseignern wie Cevian-Gründer Förberg und dem US-Hedgefond Elliott über den zukünftigen Kurs des Konzerns hat der Vorstandsvorsitzende Heinrich Hiesinger sowie der Aufsichtsratsvorsitzende Ulrich Lehner Anfang Juli das Handtuch geschmissen. Der Konzern steht nun vor einer Zerreisprobe.

Video abspielen

Über die Hintergründe

Der Konzern

Die Thyssen-Krupp AG ist ein deutscher diversifizierter Industrie-konzern mit dem Schwerpunkt der Stahlverarbeitung in Duisburg. Der Hauptsitz ist (noch) in Essen. Der Konzern entstand 1999 aus der Fusion der Friedrich Krupp AG – Hoesch-Krupp mit der Thyssen AG. Hauptanteilseigner ist die Krupp-Stiftung, ebenfalls mit Sitz in Essen. Die Stiftung hält 21 % der Anteile. Das Erbe und den letzten Willen des Unternehmensgründers, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach, ver-waltet Frau Prof. Dr. Dr. Ursula Gather, Rektorin der Uni Dortmund. Der Konzern beschäftigt weltweit rd. 150.000 Mitarbeiter und kam im Juli 2018 auf einen Börsenwert von 17,3 Mrd. US-Dollar. Der Umsatz liegt bei rd. 43 Mrd. EUR.

Nachgestaltung: Revierkohle
Headquater Thyssen-Krupp in Essen, Foto: orensteiner, pixabay.com

Die Schuldfrage

Hiesinger und Lehner hatten dem Konzern durch die Fusion mit dem indischen Stahlkonkurrenten Tata einen gewaltigen Deal aufgebürdet, der zu erheblichen Mehrbelast-ungen führte. Die Abspaltung der Stahlsparte wurde durch Lehner gegen Widerstände durchgesetzt. Mit der Fusion erklärte sich die Stiftung aber  einvestanden. Auch die Arbeitnehmervertreter waren dafür. Dann machte der schwedi-sche Anteilseigner Cevian Druck, dem die Umbaubemühungen des Konzerns nicht weit genug gingen. Um die hohen Kosten zu reduzieren, plädierte Cevian-Gründer Förberg für eine Zerschlagung des Konzerns. Konkret forderte er den Verkauf der lukrativen Aufzugssparte. Hiesinger und Lehner lehnten das ab, weil dies einem Ausverkauf  des Kon-zerns gleichgekommen wäre. Auß-erdem wäre die Zerschlagung nicht im Sinne des Stifters, Alfried Krupp von Bohlen und Halbach als auch nicht im Sinne der Konzeernlegende Berthold Beitz gewesen. Sie sprangen daher von der Lok. Hiesinger und Lehner erklärten nach ihrem Rücktritt, dass sie auch den Rückhalt der Krupp-Stifung vermisst hätten. Die IG-Metall will nunmehr im Interesse der Mi-tarbeiter mithelfen, dass der Kon-zern erhalten bleibt. Ärgerlich findet es IG-Metall-Gewerkschafter  Grolms, das die Krupp-Stiftungs-chefin Gather kurz vor dem Rücktritt von Vorstandschef Lehner schon mal beim Aufzugskonkurrenten Kone vorgesprochen hat. Das löste unter den Beschäftigten große Un-ruhe aus. Auch die Bundesregier-ung macht sich mittlerweile große Sorgen um den Bestand des Tradi-tionsunternehmens. Das Bundes-wirtschaftsministerium warnte vor einer Zerschlagung.

 

Hat die Stiftung versagt ?

In einem Brief der Mitarbeiter an die Stiftungschefin Gather schrieben diese, das sie traurig seien, dass sie einen aufrechten, gerechten und hochangesehenen Firmenchef ver-loren haben und sie seien ent-täuscht, weil die Stiftung ihren Kern-auftrag, das Erbe von Alfried Krupp zu bewahren, nicht erfüllt habe. Sie, Gather, habe in beispielloser Igno-ranz dem Treiben feindlicher Invest-oren zugeschaut und sich nicht ein einziges Mal öffentlich zu Heinrich Hiesinger und seiner Unternehm-enspolitik bekannt. Nach dem sich die IG-Metall, der OB von Duisburg, Arbeitsminister Hubertus Heil, Wirt-schaftsminister Peter Altmaier und der Gesamtbetriebsrat von Thyssen-Krupp gegen eine Zerschlagung aus-gesprochen hatten, reagierte nun endlich auch die Krupp-Stiftung auf die Vorwürfe. Ursula Gather als Stiftungsvorsitzende ruderte zurück und erklärte am 27.7.2018, dass es eine Zerschlagung mit ihr nicht geb-en werde. Die Sicherung der Arbeits-plätze und die Erhaltung der sozialen Marktwirtschaft hätten (wieder?) Vorrang. Da die Stiftung mit 21 % den größten Anteil an dem Konzern hält, kann sie die Strategie vorgeben. Wie lange sie sich gegen die beiden Hedgefonds Cevian und Elliot mit dieser vernünftigen Kurskorrektur wird behaupten können, bleibt ab-zuwarten. Die Situation bleibt für Thyssen-Krupp angespannt. Der neue Interimsvorstand, Gudio Kerkhoff, will jedenfalls mithelfen, dass eine Zerschlagung verhindert wird.

 

Foto: wibke, pixabay.com

Thyssen-Krupp

ein grosser Mischkonzern mit drei wichtigen Standbeinen

Stahl

Foto: zephylwer,pixabay.com

Fahrstühle

Foto: wolfgang 1663, pixabay.com

Werkstoffe

Autos, Maschinen, Chemie u.v.a. Foto: moerschi,pixabay.com

Quellenhinweise:

vgl.hz. a. Handelsblatt vom 12.07.2018, 18.07.2018, 27.7.2018 und 28.07.2018; Hamburger Abendblatt vom 16.7.2018 und 18.7.2018; Stern vom 17.07.2018; WAZ vom 17.7.2018 Wikipedia.de; Pressemitteilung der Krupp-Stiftung vom 13.7.2018 sowie RK-Redaktion vom 06.08.2018

 

Facebook
Google+
Twitter
LinkedIn

DBM: Momentaufnahmen für die Ewigkeit

Fotografien von Michael Bader

BERGWERK

15.6.2018 bis 31.8.2018

Zum Ende des Deutschen Stein-kohlenberbaus werden in verschiedenen Museen Foto-Ausstellungen gezeigt, die sich mit den zumeist historischen Hintergründen des Bergbaus beschäftigen. Mit der Sonderausstellung "Blickpunkt Bergwerk" des Fotografen Michael Bader werden nunmehr auch Fotos aus den noch aktiven Bergwerken vorgestellt.

Fotos: Förderturm oben: 13smok, pixabay.com, Bergmann mit Lampe: RAG

Design: Revierkohle

Das Deutsche Bergbau-Museum in Bochum ist eines von acht Forsch-ungsmuseen der Leibnitz-Gemeinschaft. Erforscht, bewahrt und vermittelt wird die Geschichte der Gewinnung, Ver-arbeitung und Nutzung von Rohstoffen. Geforscht wird über die Bergbauge-schichte, der Materialkunde und der Archäometallurgie. Damit das Erbe des Bergbaus auch nach dem Auslauf Ende 2018 würdig für die Zukunft bewahrt werden kann, wird das Museum für rd. 5 Mio. EUR saniert.

Förderturm über dem DBM in Bochum, Foto: Revierkohle

Die Arbeiten von Bader beauftragte die RAG-Stiftung im Rahmen des um-fangreichen Abschiedsprojekts "Glück-auf Zukunft." Welche Zukunft genau die Stiftung im Auge hat, ist allerdings nicht ganz klar. Die Fotos von Bader ent-standen 2016 und 2017 auf den Schacht-anlagen Auguste Victoria in Marl, auf dem ehem. Bergwerk Pluto in Herne und auf den noch aktiven Bergwerken Prosper-Haniel in Bottrop und Anthrazit Ibbenbüren in Ibbenbüren. Intensive Momentaufnahmen wurden mit Einzel-portraits und persönlichen Biografien miteinander verknüpft, so das die Fotos schon heute einen Hauch von Ewigkeit verströmen.

Facebook
Google+
Twitter
LinkedIn