Aus für 1000 KW Pumpe

Grube Camphausen: neue Hängepumpe

Tauchmotorkreiselpumpe wurde ausgewechselt

Aus für 1000 KW Pumpe
Grube Camphausen Rohre stecken
Milimeterarbeit- Einbau einer Ersatzhängepumpe - Foto: RAG

saarländisches Revier

in Fischbach-Camphausen

Grubenwasserzeche Camphausen läuft weiter

Das Grubenwasserkonzept der RAG sieht für das ehem. saarländische Revier vor, das von fünf noch besteh-enden  Grubenwasserhaltungs-zechen nur eine übrig bleiben soll. Ab 2035 soll die Grubenwasseran-nahme aus den bisher noch aktiven Grubenwasserzechen in Reden, Ensdorf, Camphausen, Luisenthal und Warndt über untertägige Ver-bindungsrohre zentral am Standort Duhamel in Ensdorf drucklos gehob-en und von dort aus in die Saar ein-geleitet werden. Da das Gruben-wasserkonzept aber mit Risiken verbunden ist, wird einstweilen noch weiter gepumpt.

Grubenwasserpumpen
Grubenwasservorfluteranlage - Symbolfoto: Feraugusto-Design, pixabay.com
Grube Camphausen 2
unter Denkmalschutz stehende Zeche Reden-Camphausen mit Hammerkopfturm über Schacht IV aus dem Jahre 1911 und Stahlstrebengerüst über Schacht II aus dem Jahre 1962. Foto: RAG
Grubenwasserhebung Saarland 2
geplante Anhebung der saarl. Grubenwässer in 2 Phasen bis 2035, Skizze: RAG
Grubenwasserprobenehmung im Saarland,Foto-RAG
Probeentnahme zur Wasserqualitätskontrolle, Foto: RAG
Schacht Duhamel, Ensdorf
Schacht Duhamel des 2012 geschlossenen Bergwerks Saar. Heute befindet sich dort die saarl. RAG-Repräsentanz und die Dauerausstellung"Bergbau. Unser Erbe." Foto: RAG

Quellenhinweise:

Konzept zur langfristigen Optimierung der Grubenwasserhaltung der RAG AG für das Saarland, RAG (Hrsg.) Herne 2014 ff; Berg-bau- unser Erbe.de; Brandt, N.: Begutacht-ung und sicherheitstechnische Begleitung des Grubenwasseranstiegs in der Wasser-provinz Reden und Duhamel (….), DMT GmbH (Hrsg.), Essen 2016 

Daher mußte die Tauchmotorkreiselpumpe am Schachtstandort Camphausen des 1990 geschlossenen Bergwerks Reden-Camp-hausen nach 40.000 Betriebsstunden re-pariert werden. Ein Lager-und Gehäuse-schaden der 1000-Kilowatt starken Hänge-pumpe machte den Ausbau mit Hilfe eines gewaltigen Mobil-Kranwagens notwendig. Die Mannschaft der Abteilung Technik und Logistikdienste der RAG sowie von Saar Montan und steag Energies  baute gleich-zeitig eine Ersatzpumpe in den mit Hüll-rohren versehenen Schacht II ein. Der Ein-bau der 10 Meter langen Rohre bis auf eine Teufe von 740 Metern forderte die Mann-schaft körperlich hart. 10 Arbeitstage be-nötigte die  Montage insgesamt.    

Auf den Grubenwasserzechen Reden, Luis-enthal, Ensdorf und Warndt wird weiterhin Grubenwasser gehoben. Regelmäßig werd-en von den Mitarbeitern des Servicebe-reichs Technik und Logistikdienste Gruben-wasserproben genommen, um eine Ge-wässerverunreinigung durch Grubenwass-erbelastungen  zu verhindern. Jedes Jahr werden im saarl. Revier rd. 17 Mio. Kubik-meter Grubenwässer gehoben. Die Grub-enwässer werden laufend im RAG-Labor auf Belastungen wie PCB-Schwebstoffe, Nitrit, Nitrat, Salze, Eisen u.a. mineralische Stoffe, die durch das versickern des Wassers im Berg mitgerissen werden und somit in die Sumpfstrecke gelangen, untersucht. Hierbei dürfen Grenzwerte, die die Bergbehörde vorgibt, nicht überschritten werden.   

 

Das Grubenwasserkonzept der RAG für die saarl. Wasserprovinzen sieht in Phase 2 vor, dass das Grubenwasser auf der Zeche Reden um 300 Meter und auf der Zeche Ensdorf um 800 Meter steigen soll. Durch die Umstellung von untertägigem Kreisel-auf übertägigen Hängepumpenbetrieb könn en die Grubenwasserhebungskosten erheb-lich reduziert werden. Durch Steig-und Quer-rohre kann das Grubenwasser ab einer Höhe von 320 Metern gleichmäßig und drucklos der zukünftigen zentralen Gruben-wasserzeche Duhamel zugeführt werden. Gleichzeitig werden dadurch die ehem. Grubenbaue und gasführenden Gebirgs-schichten überstaut. Derzeit befindet sich die Wasserhaltung auf Duhamel auf der 14. Sohle in 608 Metern Teufe. Die Sumpf-strecke befindet sich auf 868 Metern Teufe. Das Grubenwasser auf der Schachtanlage Camphaus II wird in einer Teufe von -475 NN angenommen. Für den Notfall kann das Grubenwasser später auch noch auf der Zeche Luisenthal gehoben werden. Die restlichen Zechen werden zu Reserve-Sicherungsstandorten umgebaut. So der Plan. Inwieweit dieses Konzept bis 2035 umsetzbar ist, hängt u.a. davon ab, wie die Fließgeschwindigkeiten sich verändern und ob es Methanaustritte gibt oder gar Berg-senkungsschäden infolge des Wasser-drucks entstehen. Die RAG wird das Konzept dann entsprechend anpassen.

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Kruppe Edge in tiefer sorge

Thyssen-Krupp: Sorge um Beschäftigte

mehr als 6000 Jobs in Gefahr
Kruppe Edge in tiefer sorge
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Hohe verluste

Es wird nun jeder Stein zweimal umgedreht

Angesichts der bereits seit 2016 bestehenden schwierigen wirtschaftlichen Situation und einem Verlust von 304 Mio. EUR will der Stahlkonzern ThyssenKrupp möglicherweise mehr als 6000 Arbeitsplätze abbauen . Wir werden nun je-den Stein zweimal umdrehen, so die neue Vorstandsvor-sitzende Martina Merz. Als Begründung für diese drasti-schen Maßnahmen  werden zu geringe Auslastungen der Bandstrassen, Überkapazitäten, hohe Rohstoffpreise  und eine maue Konjunkturlage genannt. Großaufträge würden fehlen und der Anlagenbau würde Verluste schreiben. Das Aufzugsgeschäft würde ebenfalls zur Disposition stehen. Hinzu kommen hohe Restrukturierungskosten sowie Rück-stellungen für ein Kartellverfahren. Wie üblich sollen diese z.T. hausgemachten Probleme wieder einmal die Be-schäftigten ausbaden. Als erste Betroffenengruppe hat sich der Vorstand die Verwaltungsmitarbeiter in der Essener Zentrale vorgenommen. Diese sollen von 800 auf 430 in den kommenden 12 Monaten abgebaut werden. Im Anlagenbau sollen 640 Stellen gestrichen werden. Mit einer Groß-demonstration protestierten die Mitarbeiter aller Konzern-bereiche am 6.12.2019 gegen die Kahlschlagpolitik des Vor-standes.     

ThyssenKrupp Streik
  • 304 Mio. EUR Verlust
  • 500 Mio. EUR jährliche Pensionsverpflichtungen
  • 8,5 Mrd. EUR ungedeckte Pensionslasten
  • 5 Mrd. EUR Schulden
  • 350 Mio. EUR Kartellstrafe

auf der hohen Kante :

  • 6 Mrd. EUR

IG Metall

Es ist 5 vor 12

die Stahlwerker blicken einer ungewissen Zukunft entgegen

Bereits in 2016 beteiligten sich rd. 7000 Beschäftigte im Rahmen eines Aktionstages in Duisburg für die Er-haltung des Stahlstandortes und gegen eine Fusion zwischen ThyssenKrupp Steel und dem weltgrößten indischen Stahlkonzern Tata Steel. TK Steel wollte durch die Fusion rd. 200 Mio. EUR pro Jahr an Per-sonalkosten einsparen.

Nach dem der alte TK-Vorstand Guido Kerkhoff bereits im August 2019 angekündigt hatte, das Grob-blechwerk im Duisburger Süden auf den Prüfstand stellen zu wollen, sind die Betriebsräte und die Beleg-schaften erneut in heller Aufregung. Gewerkschafts-sekretär Dieter Lieske ist über diese Ankündigung empört, da die IG Metall jahrelang vergeblich Investi-tionen in neue Techniken angemahnt hatte. Der Vor-stand hätte alle Mahnungen in den Wind geschlagen, so Lieske. Wenn es hart auf hart kommen sollte, wären im Grobblech-Walzwerk 1.200 Mitarbeiter be-troffen. Im Stahlwerk Duisburg-Bruckhausen be-schäftigt ThyssenKrupp weitere rd. 14.000 Mitarbeit-er. Rechnet man die zahlreichen Partner und Fremd-firmen hinzu, beschäftigt die Stahlsparte noch rd. 28.000 Mitarbeiter. Weltweit beschäftigt Thyssen Krupp 160.000 Mitarbeiter.

Sollte nach dem politisch gewollten Kohleausstieg nun auch die Stahlbranche der Klimawahnpolitik ge-opfert werden, dann wäre das Ruhrgebiet industrie-politisch am Ende. Schon der Verlust der Arbeits-plätze im Steinkohlenbergbau von rd. 600.000 Stell-en  seit 1960 konnte weder annähernd noch adäquat ersetzt werden. Ebenfalls nicht der Wegfall von rd. 12.000 Arbeitsplätzen im ehem. Krupp-Stahlwerk in  Duisburg-Meiderich 1993 , 20.000 Arbeitsplätzen bei Opel 2014 in Bochum-Laer und 4.500 in 2008 bei Nocia in Bochum. Das Ruhrrevier strukturwandelt sich seit mehr als 60 Jahren zu Tode.

Die Menschen brauchen nicht immer mehr Rad-und Wanderwege, sondern neue Arbeitsplätze. Und da diese auf Dauer unter Berücksichtigung des digitalen Wandels in der Arbeitswelt im Revier kaum entstehen dürften, ist es notwendig, um den Erhalt jedes einzel-nen Arbeitsplatzes  verbissen zu kämpfen. Die Politik muß sich diesem Problem stellen, wenn sie verhind-ern will, das eine ganze Region untergeht. Mit der Energiewendepolitik dürfte dies jedoch kaum ge-lingen. Einen zweiten Landschaftpark mit dem still-gelegten ehem. TK-Hüttenwerk in Duisburg-Meiderich braucht Niemand.           

5 vor 12
Abstich
Abstich - ThyssenKrupp-Steel, Duisburg, Foto: pixabay.com, Veränderung: Revierkohle

Ruhrbischof Dr. Overbeck verwies nach der Bilanzvorlage im Dez. auf Alfred Krupp, der bereits 1873 gesagt habe, das der Zweck der Arbeit das Gemeinwohl sein soll. In Zeiten des Umbruchs erweise sich nun-mehr, wie ernst es dem Unternehmen mit seinen Prinzipien ist. Konkret forderte er eine sozialverträgliche Lösung für die Be-schäftigten und eine Reinvestition bei Ver-kauf von Konzernteilen, um das Unter-nehmen zu konsolidieren und wieder zu einem starken Arbeitgeber in der Region zu machen. 

Die finnische Aufzugsfirma Kone hat zwischenzeitlich ihr Interesse an einer Übernahme der lukrativen Aufzugssparte bekundet. Diese beschäftigt derzeit noch rd. 50.000 Mitarbeiter. Darüber soll im nächsten Jahr entschieden werden. Das Verkaufsvolumen wird auf 15 Mrd. EUR ge-schätzt.  Ebenso darüber, ob das Warm-breitbandwerk in Bochum erhalten werden kann. Das will die IG Metall jedoch nicht hinnehmen. Sie fordert eine Erhaltung des Standortes, da sich dort auch die Elektro-band-Fertigung befinden würde. Der Vor-stand soll endlich die angekündigten In-vestitionen für den Bochumer Standort freigeben, so Eva Kerkemeier von der IG Metall.  Der Vorstand zeigte sich jedoch unbeeindruckt und will das Elektrostahl-werk an der Castroper Str. in Bochum 2025 komplett stillegen. 550 Mitarbeiter werden dann ihren Job verlieren. 

stillgelegtes ThyssenKrupp-Stahlwerk in Duisburg-Meiderich- Foto: pixabay.com

Der Bochumer Oberbürgermeister Thomas Eiskirch macht für die derzeit schwierige Situation von ThyssenKrupp die ehem. Vor-standsmitglieder Cromme und Schulz per-sönlich verantwortlich. Sie hätten es 10 Jahre lang trotz zahlreicher  Mahnungen ver säumt, in den Bochumer Standort ausreich-end zu investieren. Stattdessen haben die Herren 8 Mrd. EUR in Brasilien und Amerika versenkt. Daher dürfe die Krise nunmehr nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden, so der Vorwurf des OB.    

Villa Hügel
wo alles begann: Villa Hügel von Krupp in Essen - Foto: Dieter G., picxabay.com; stilistische Veränderung: RK

Quellenhinweise:

Börsen-Zeitung vom 07.12.2019; IG Metall-Meo.de/aktuell vom 31.08. 2016; WAZ vom 21.11.2019; 25. 11. 2019 und 07.12.2019; Welt am Sonntag vom 08.12.2019; RP-On-line.de vom 03.12.2019; IG Metall-Duisburg.de vom 28.11.2019; Rund-schau-Online.de vom 21.11.2019; Goslarsche-Zeitung vom 21.11. 2019; Pipeline.de vom 21.11.2019; Finanztreff.de vom 21.11.2019; Bi-stum Essen, Pressemitteilung vom 22.11.2019; Manager-Magazin vom 21.11.2019; RP-Online.de vom 13.08.2019 und RK-Redaktion vom 12.12.2019.
 
Headerfotos oben:
Thyssen-Krupp-Zentrale in Essen: Hans-Peter Schröer, pixabay.com. Künstl. Veränderung: Revierkohle. TK-Firmenlogo-Entwurf: Revier-kohle
 
Darunter: Stahlwerk Duisburg: Andreas Poznanski, pixabay.com. Besorgter Stahlarbeiter: fotolia-Kauf 
 

Um den Bochumer Stand-ort der ThyssenKrupp Steel Europe technologisch wie-der flott zu machen, wer-den rd. 1,5 Mrd. EUR be-nötigt, um am Markt mit-halten zu können. Zu allem Übel kommt noch hinzu, das der Tarifvertrag „Zu-kunft Stahl“, der eine be-triebsbedinge Kündigung  ausschließen sollte, zum Ende des Jahres ausläuft.  Und dann sind da ja auch noch die Chinesen, die billigen Stahl auf den Markt drücken. Das vom Vorstand vorgelegte Strategiepapier sieht Investitionen von jähr-lich rd. 570 Mio. EUR vor. Damit will man auch gegen über den Mitbewerbern Ar-celorMittal und Salzgitter Parolie bieten. Die Stahl-produktion in Duisburg soll auf 11,5 Mio. T hochgefahr en werden. An anderen Standorten wird es dafür aber erhebliche Einschnitte geben.  

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