Unesco: Steigerlied bald Weltkulturerbe ?

die Bergbau-Hymne soll immaterielles Weltkulturerbe werden

Lied der Bergleute

in NRW, im Erzgebirge und im Saarland in aller Munde

Aus politischen Gründen wurde der Deutsche Steinkohlenbergbau Ende 2018 zwar zu Grabe getragen, aber das Steigerlied und die  Bergbautradition lebt weiter. Nun soll das Lied der Bergleute zum immateriellen Weltkulturerbe durch die UNESCO erklärt werden. Eine entsprechende Bewerbung hat der Ruhrkohle-Chor der RAG bei der Deutschen Unesco-Kommission in Bonn eingereicht. Falls die UNESCO zustimmen sollte, wird das Steigerlied im Frühjahr 2021 ebenfalls auf der Liste stehen. Die Aufmerksamkeit sollte dazu genutzt werden, die Lebendigkeit der Bergbaukultur zu er-halten.

Der Ruhrkohle-Chor bemüht sich seit Jahren, nicht nur das berg-männische, sondern auch moderneres Liedgut kreativ weiter zu entwickeln. Der Erfolg gibt dem Chor recht. Wenn der Ruhrkohle-Chor auftritt, dann ist der Konzertsaal in der Regel bis auf den letzten Platz besetzt. Überhaupt wird das Steigerlied in den ehe-maligen Revieren von NRW, Saarland, Aachen und dem Erzge-birge zu den Barbarafeiern regelmäßig gesungen. Auch beim Fuß-ball-Knappenverein Schalke 04 wird in der Arena auf Schalke das Steigerlied bei jedem Spiel mit Inbrunst von allen Fans mitge-sungen. Das gehört zur Tradition des Vereins einfach dazu. Auf der Zeche Zollverein XII in Essen ertönt das Steigerlied ebenfalls auf dem jährlich Ende September stattfindenden großen Zechen-fest. Und ebenso beim Fußballverein Rot-Weiss-Essen. 

Auch zur letzten Förderschicht Ende 2018 auf dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop erklang das Steigerlied. ( siehe Video-clip)

Layout: Michel Olyff, CCO, wikimedia commons

Ursprünglich entstand das Steigerlied 1531 in Zwickau. Dort war es im  Liederbuch „Bergreihen 1 “ aufgeführt. Erstmalig vor großem Publikum wurde es im Rahmen einer kurfürstlichen Festveranstaltung beim sächsischen Kurfürsten Johann Georg II 1678  in Schneeberg intoniert. Unser Mit-glied, der Bund Deutscher Bergmanns- Hütten- und Knappenvereine veranstaltet dort heute noch die Schneeberger Knappen-tage.

Thema des Steigerliedes ist die Hoffnung der Bergleute, nach der harten und gefahr-geneigten Arbeit unter Tage heil wieder an das Tageslicht hinauffahren zu dürfen. Andere Quellen sprechen davon, dass mit dem Refrain die Hoffnung verbunden ist, dass sich der Berg auftun möge, um an die flözführenden Kohleschichten heranzu-kommen. Das   Markscheidewesen kannte man damals noch nicht. 

der Ruhrchole-Chor in Aktion - Screenshot:Youtube

Die Hymne der Bergleute ist darüber hinaus fester Bestandteil von Bergparaden im Harz, im Ruhrgebiet und im Saarland. Sehr beliebt ist das Steigerlied auch bei den Studentinnen und Studenten der Bergbau-Fachhochschule Georg Agricola in Bochum und der Bergbauuniversität in Clausthal-Zellerfeld. Dort wird es beim sog. Mitternachtsschrei gesungen.

Und wenn Sie das Steigerlied ebenfalls berührt haben sollte, dann singen Sie doch einfach mit. Am besten im Chor. Das schafft Frohsinn und Gemeinschaft ! Der Ruhrkohle-Chor sucht Übrigens ständig neue Sänger. Das musikalische Repertoire ist sehr vielseitig und beschränkt sich nicht nur auf das bergmännische Liedgut. Auch geistliche Chormusik, Melodien aus Opern und Operetten sowie Musicals und Popsongs gehören ebenfalls zum Repertoire. Geprobt wird alle 14 Tage in Herten.  Vorstandsmitglied Andreas Artmann freut sich über jeden Interessenten.

singen macht Freude - Foto: Jens P. Raak, pixabay.com, Veränderung: Revierkohle

Foto oben: Willi Heidelbach, pixabay; Layout Veränderung: Revierkohle

Diesen Beitrag teilen