RAG: Haus Aden und Grimberg 2 werden verfüllt

Haus Aden bleibt Grubenwasserzeche

Obschon seit der Fördereinstellung im Jahre 2000 keine Kohle mehr auf Haus Aden in Bergkamen gefördert wird, war der Schacht bisher befahrbar. Rund 60 Berg-leute waren auf Haus Aden 2 weiterhin im Einsatz vor Ort, um die in Betrieb befind-lichen Pumpen und Leitungen sowie die Wetter-und Maschinentechnik in rd. 1000 Meter Teufe zu warten und zu reparieren. Alles lief bisher wie in einem kleinen Berg-werk, nur ohne Kohlenförderung.  

Doch damit ist nun Schluß. Im Rahmen des neuen Grubenwasserkonzeptes der RAG wird die Grubenwasserhaltung von unter-tägigem Kreiselpumpenbetrieb über Steig-rohre auf oberirdischen Hängepumpenbe-trieb umgestellt. Dazu wird das Gruben-gebäude verschlossen und die Förderung ausgebaut. Anschließend wird der Schacht bis auf 730 Meter Teufe verfüllt. Auf dieser Teufe wird sodann eine Schalungsbühne eingebaut. Auf dieser Bühne werden dann Hüllrohre aus korrosionsbeständigem Stahl installiert, die zu einem späteren Zeitpunkt die rd. 20 Meter hohen und mehrere Tonnen wiegenden  Tauchmotorkreiselpumpen auf-nehmen, die dann die rd. 13 Mio. Kubikmet-er Grubenwasser pro Jahr zu Tage pumpen und in die Lippe ableiten werden.   

Haus Aden 2

Seilfahrten sind Geschichte

Nachdem die Abt. 6 Bergbau u. Energie in NRW (das ehem. Oberbergamt) der Bezirksregierung Arnsberg den Abschlußbetriebsplan für Haus Aden 2 genehmigt hat, steht nun die Verfüllung des Schachtes an. Rückzugstechnisch wurden alle Ein-bauten vorher geraubt. In der Nacht zum 26.09. 2019 fuhr dann ein letztes Mal die Mannschaft der Grubenwehr zu Kontrollzwecken noch einmal auf Haus Aden ein. Anschließend wurde der Haupt-lüfter abgestellt und das Grubengebäude explo-sionssicher verschlossen. Für den Einbau der Hüll-rohre und der Tauchmotorkreiselpumpen wird ein halbes Jahr Arbeitszeit veranschlagt. Doch bevor die Pumpen erstmalig laufen, werden noch vier Jahre ins Land gehen. So lange braucht das Grub-enwasser, bis es eine Höhe von 730 Meter erreicht hat. In der Endstufe wird der Standort Haus Aden 2 einer von sechs Grubenwasserzechen sein, die zu-sammen über 100 Mio Kubikmeter Grubenwasser pro Jahr über die neuen Hängepumpen zu Tage fördern werden.  

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Haus Aden 2

Bergkamen

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BW Ost, Schacht Grimberg 2

Bergkamen

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altes RAG-Schild

in Bergkamen

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trauernder Bergmann

Im Gedenken an die 522 Todesopfer aufgrund von Schlagwetterexplosionen.
Grubenwasserzeche Haus Aden 2, Bergkamen des ehem. BW Ost (Heinrich-Robert), Foto: RAG, Montage: RK
Grimberg 2 mit Grubenlüfter der ehem. Zeche Monopol, Bergkamen, Foto: Revierkohle

Quellenhinweise:

Hermann, Getrude und Wilhelm: Die alten Zechen an der Ruhr, 6. Auflg., Königstein i.Taunus 2008, S. 138; Blach, Bernhard: Grimberg 1/2, Montankultur-Rückblick 2008, Revierkohle (Hrsg.) Hamburg 2009, S. 72 ff; Westfälische Allgemeine vom 30.01.2018, 04.02.2018 und 15.10.2019; Lokalkompass vom 30.03. 2019; Bild-Zeitung vom 28.03.2019 sowie RK-Redaktion vom 30.10. 2019

Fotos ganz oben: RAG; Montage: Revierkohle

Zur Geschichte und zur Zukunft von Haus Aden

Über 100 Jahre prägte der Bergbau die Stadt Bergkamen in NRW. 1874 wurde der erste Schacht der Zeche Monopol niedergebracht. Die Geschichte der Zeche Monopol ist eine lange Folge von Gründungen, Zusammenschlüssen und Umbenennungen.

1993 entstand durch den Verbund der Zechen Monopol und Haus Aden die Zeche Haus Aden/Monopol. 1994 wurde Monopol stillgelegt. Die Kohle wurde auf Haus Aden 1/2 gefördert. 1998 entstand durch den Verbund mit der Zeche Haus Aden/Monopol und Heinrich-Robert in Hamm-Pelkum die Zeche Bergwerk Ost.

Die Förderanlage Haus Aden 1/2 wurde im Jahre 2000 stillgelegt. Die Schächte wurden bis auf Haus Aden 2, Grimberg 2 und Grillo 1 verfüllt. Die Kohle wurde seither auf Heinrich-Robert (BW Ost) zu Tage gefördert. Das Grubenfeld umfasste 285 Quadratkilometer. Noch 2006 förderten 2.836 Bergleute zum Wohle des Landes 1,3 Mio. T Kohle. 2010 wurde auch das Bergwerk Ost aus politischen Gründen stillgelegt.   

Zeitgleich mit der Umstellung der Grubenwasserhaltung auf Haus Aden 2 entsteht auf dem 55 Hektar großen ehem. Betriebsgelände der Zeche die sog. Wasserstadt Bergkamen. Es handelt sich dabei um einen Mix aus 300 neuen Familienhäusern mit eigenem Boots-steg und schleusenfreiem Zugang zum parallel des Zechengeländ-es fließenden Datteln-Hamm-Kanals. Logisch, das die zukünftigen Skipper gut betucht sein sollten. Für Touristen wird ein Wellness-hotel gebaut. Daneben entstehen neue Bürohäuser, Gastronomie-betriebe u.die übliche Gewerbeansiedlung. (siehe Videoclip links)

Die Wasserstadt soll Hauptstandort der internationalen Garten-ausstellung IGA 2027 werden. Danach wird Bergkamen wie fast alle anderen ehem. Schachtstandorte wahrscheinlich wieder in die Be-deutungslosigkeit wie vor der Bergbauära zurückfallen. Erfreuen wird das dann vor allem die auf dem noch künstlich auf Höhe des Datteln-Hamm-Kanals anzulegenden See´s die Enten und Möwen sowie die auf der neuen Seepromenade dahinschlendernden Familien und Rentner. Arbeitssuchende junge Leute werden bis dahin schon längst die Koffer gepackt haben. Die anderen können dann ohne Ende spazieren gehen oder lesen.

Zum Beispiel das Buch von Norbert Meier “ Die Zechen Monopol und Haus Aden – der Steinkohlenbergbau in Kamen und Bergkamen“, dass der ehem. Bergmann im Okt. 2019 auf den Markt brachte. Das Buch kann in jeder Buchhandlung in Bergkamen sowie über unser Mitglied, dem „Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier„, Arbeitskreis Dortmund, erworben werden.

Zur Geschichte von Grimberg 2

Das Bergwerk Grimberg in Bergkamen nahm 1936 die Förderung auf. 1946 kamen aufgrund einer Schlagwetterexplosion 405 Berg-leute ums Leben. 1949 begann der Wiederaufbau. Die höchste Förderung verzeichnete Grimberg im Jahre 1973 mit 1,44 Mio. T Kohle. 1974 wurde Grimberg von Haus Aden übernommen. Fortan wurde die Kohle auf Haus Aden zu Tage gefördert. 1975 begann man mit den Arbeiten für die Errichtung des Bergwerks Neu-Mono-pol. Zu diesem Bergwerk gehörten die Schächte Grillo 1/4, Grimberg 1/2 sowie Schacht Werne 3.

Alle Anlagen förderten zu dieser Zeit rd. 9.000 T Kohle mit 3.900 Bergleuten täglich. Für die ländliche Kleinstadt Kamen mit ihren rd. 48.000 Einwohnern war das eine arbeits-und wirtschaftspolitisch betrachtet bedeutsame Zeit. 1985 wurde die Anlage wieder in „Bergwerk Monopol“ umbenannt. Die Schächte Grimberg 1 bis 4 wechselten zur Schachtanlage Heinrich-Robert in Hamm. Danach wurde die Zeche Monopol stillgelegt.

Der Standort Grimberg 1/2 blieb für die Zeche Heinrich-Robert (BW Ost) als Material-und Wetterschacht bis 2010 in Betrieb. Der 73 m hohe Förderturm über Schacht 2 wurde 1975 errichtet und gilt als eines der markantesten Stahlstrebengerüste im Ruhrrevier. Neben dem Fördergerüst ist noch ein Werkstattgebäude, die ehem. Verwaltung, ein Bahngleis und zwei Grubenlüfter erhalten geblieb-en. Zeitgleich mit Haus Aden 2 beginnen in Kürze auch auf Grimberg 2 die Verfüllungsarbeiten des Schachtes. Damit ist auch die von der Stadt Bergkamen ursprünglich angedachte Idee eines Besucherbergwerks mit Grubenfahrt ausgeträumt. Wie es dort heute aussieht, entnehmen Sie links dem Videoclip.       

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Bergwerk Westerholt: Abriss von 7 Gebäuden

Zielperspektive: Neue Zeche Westerholt mit Teilerhaltung und Neuansiedlungen

Nachdem bereits im Juli 2018 die Demontage der alten Kohleband brücke der Zeche Westerholt, die zur gegenüberliegenden ehem. Kokerei GE-Buer-Hassel führte, erfolgte, wurde Mitte Okt. 2019 da-mit begonnen, auf der 39 Hektar großen Betriebsfläche der am 19.12. 2008 stillgelegten Zeche Westerholt 1/2/3 in Gelsenkirchen-Hassel /Grenze Herten die altehrwürdigen Aufbereitungsanlagen an der Egonstr. abzureißen, um Platz für die Ansiedlung neuer Familienhäuser sowie für Dienstleistungs-und Gewerbebetriebe zu schaffen. Die aus dem Jahre 1956 stammende Aufbereitung diente der Trennung von Bergematerial und Kohle. In der Aufbereitung durchlief das geförderte Material Wasch-und Separationsprozesse, um die Kohle von taubem Gestein zu befreien. Anschließend wurde die Kohle in unterschiedlichen Qualitäten klassiert, um diese für den Absatzmarkt vorzubereiten.

Der oben sichtbare Komplex setzte sich aus verschiedenen Band-anlagen, Ecktürmen, Bahnverladungsanlage und einer Anlage zur Schlammbehandlung zusammen. Der Wagenumlauf am Schacht 3 aus dem Jahre 1959 wird ebenso abgerissen wie der Bergebunker und die Sieberei. Insgesamt werden 7 Gebäude niedergelegt. Ferner wird das gesamte Gelände dekontaminiert und von Altlasten be-freit. Die Rückbauarbeiten werden voraussichtlich in einem Zeit-raum von 21 Monaten durchgeführt. Die Torhäuser wurden bereits im Mai 2019 denkmalgerecht saniert. Elf weitere Gebäude stehen bereits unter Denkmalschutz.  

 

Seilfahrt-Siedlung-Schwielenhand

Erinnern gehört zum Abschied

oben: die Gleise der ehem. Zechenbahn RAG Bahn-u. Hafen (BuH) wurden entfernt. Sie führten zum Kraftwerk GE-Buer-Scholven.  Foto: Revierkohle
 
unten: der Abriss der Aufbereitungsanlagen von BW Lippe begann Ende Okt. 2019.     Beispielfoto: Gerhard Gellinger, pixabay.com

Zur Geschichte des Bergwerks Westerholt

1882 erfolgte die Teilung der Berechtsame Bergmannsglück in Bergmannsglück-Ost und West. Aus Bergmannsglück-Ost entstand  1911 die Zeche Westerholt. Die Förderaufnahme erfolgte 1910. 1912 begann man mit dem Bau einer eigenen Kokerei. Das Berg-werk hatte 8 Schächte. Hierzu zählten die Schächte  1/2/3, Fürst Leopold 1/2 in Dorsten, Polsum 1 und 2 sowie Schacht Altendorf. Die höchste Förderung wurde 1990 mit 2,47 Mio. T SKE erbracht. 1998 wurde die Zeche mit dem Bergwerk Fürst Leopold/Wulfen in Dorsten zusammengelegt. Schacht Wulfen wurde abgeworfen und verfüllt. Sie bildeten das Bergwerk Lippe, welches die Förderung Ende 2008 einstellte.

Aus den Anfangsjahren stammen zahlreiche repräsentative Back-steinbauten. So u.a. der Ehrenhof und das wunderschöne Kauen-gebäude mit geschweiften Giebeln, Erkern und abgesetztem Ge-simse. Der preußische Staat errichtete von 1902 bis 1922 4000 Wohnungen im Stile einer  vorbildlichen Gartenstadtsiedlung für die Beschäftigten gegenüber der Zeche, die heute noch exstistiert.  

Quellenhinweise:

  • zu den Arbeitslosenquoten: Statista, Arbeitslosenquote NRW von Okt. 2019; HartzIV.org.de, Berliner Zeitung vom 29.10.2019; Kreisverwaltung Recklinghausen vom Juni 2018; Arbeitsamt Gelsenkirchen, Okt. 2019; Zeit-Oneline vom 30.10.2019
  • Neue Zeche Westerholt.de:  Rückbau Kohlebandbrücke vom 31.07. 2018;  WAZ vom 15.09.2016 und 23.10.2019; Blach, Bernhard: Schicht am Schacht, Revierkohle-Montankultur-Rückblick 2008, S. 44 ff, Revierkohle (Hrsg.) Hamburg 2009; Neue Zeche Westerholt, de: Masterplan „Zielperspektive für die Entwicklung der neuen Zeche Westerholt“;  Projektbüro Bergbaustandorte Stadt Gelsenkirchen, Stadt Herten und RAG Montan Immobilien GmbH Essen (Hrsg.), Gelsenkirchen 2018; Die Zeche Westerholt, Pressemitteilung der Stadt Gelsenkirchen vom 11.07. 2019; Route-Industriekultur.ruhr.de; Hermann, Gertrude und Wilhelm: Die alten Zechen an der Ruhr, 6. Auflage, Königstein/Taunus 2008, S. 237 f sowie RK-Redaktion vom 31.10.2019   

Die neue Zeche Westerholt

Bereits in 2006 wurde die TU München von der Stadt Herten und der RAG Montan-Immobilien GmbH damit beauftragt, eine Mach-barkeitsstudie für die Nachnutzung des Zechengeländes zu er-arbeiten. Unter dem Projektnamen „Charette“ wurde ein Zwischen-nutzungskonzept entwickelt. Dies sah vor, dass die Schächte 1 und 3 zu einem Museum umgebaut werden sollten. In der Rasenhänge-bank am Schacht 3 sollte ein Konferenzhotel entstehen und die ehem. Kranwerkstatt sollte zu einer Sporthalle umgebaut werden. Die FH Gelsenkirchen sondierte ebenfalls das Gelände und unter-breitete Vorschläge. Aufgrund der Finanzmarktkrise Anfang Nov. 2008 zogen sich die Akteure und Banken aus dem Vorhaben wieder zurück. Die Anlage verfiel in eine Art Dornröschenschlaf. Dann er-folgte im Jahre 2014/15 eine neue Machbarkeitsstudie. Finanziert wurde diese aus Mitteln der europäischen Union (EFRE-Programm), der Städte Herten u. Gelsenkirchen sowie dem Land NRW.     

Der neue Masterplan sieht nun die Ansiedlung von Kunst-, Kreativ-und Handwerksbetrieben sowie die Schaffung von noch mehr Einzelhandelsgeschäften vor. Ebenso sollen Wohnangebote für Jung und Alt entlang einiger zu erhaltender Zechengebäude ent-stehen. Mittendrin soll eine „Allee des Wandels“ führen. Das Plan-ungsbüro faselt gar in Superlativen von „Labor des Wandels„, „Hybridquartier mit identitätsstiftender Kulisse“. Die Städte Gelsenkirchen und Herten wollen da nicht nachstehen und schwadronieren ebenfalls in Superlativen wie “ Quartiersmittel-punkt mit hoher Aufenthaltsqualität“, „enorme Chancen für neue Arbeitsplätze“, „optimaler Standort für Gewerbecluster“ und ähnliche PR-Geistesblitze, die bei jedem Masterplan, der bisher im Rahmen der Nachfolgenutzung ehemaliger Zechen vorgelegt wurde, abgesondert werden.     

Kritische Reflektion

Wir sehen die Entwicklung allerdings etwas nüchterner. Seit Beginn des Zechensterbens Anfang der 60er Jahre sind in Herten und Gelsenkirchen 17 Zechen geschlossen worden. 60.000 Arbeits-plätze sind seither weggefallen, ohne das diese durch Nachfolge-nutzungen auch nur annähernd wieder ersetzt werden konnten.

Die Zeche Westerholt war der wichtigste und größte Arbeitgeber in Herten. 1925 waren 4.165 Bergleute auf Westerholt angelegt ge-wesen. Noch 2003 arbeiteten 3.150 Mitarbeiter auf der Zeche. Diese entfalteten eine Kaufkraft von 45 Mio. EUR. 200 Lehrlinge bildete das Bergwerk jedes Jahr aus. Das Auftragsvolumen an die heimische Wirtschaft belief sich auf 100 Mio. EUR. Das waren schon echte Hausnummern !

Seit der Stilllegung im Jahre 2008 wurde dagegen nicht ein einziger neuer Arbeitsplatz (bis auf den wachhabenden Pförtner) geschaff-en. Die Arbeitslosenquote (ALG 1 !) in Gelsenkirchen liegt bei      strammen 12,1 %. Die Hartz-IV-Quote bei sagenhaften 24,9 %. Zum Vergleich: in Herten liegt die Arbeitslosenquote bei 10,4 %, in NRW bei 6,4 % und im Bundesdurchschnitt bei 4,8 % (ohne Hartz IV!) Und bei der neuen Allee des Wandels handelt es sich um einen neuen, mittlerweile aber in unendlicher Zahl vorhandenen, schlichten Wander-und Radweg.

Die neuen Betriebe werden ihre Mitarbeiter wahrscheinlich vom alten Standort gleich mitbringen. Vielleicht entstehen ein paar neue Büro-sowie Hotel-und Gaststättenjobs. Die Nachfrage wird das unseres Erachtens aber kaum beleben. Und so werden die Städte Gelsenkirchen und Herten auch weiterhin komatös am Tropf des Landeskrankenhauses NRW, Abteilung Finanzspritzen und Haushaltskontrolle, hängen bleiben.  

Lust auf eine Zechenführung ?

Dann melden Sie sich jetzt ganz schnell an. Am 04.12.2019 wird Sie Matthias Leh vom Stadtteilbüro Hassel-Westerholt von 14.00 h bis 16.00 h über das Zechengelände West-erholt führen und Ihnen die schöne neue Welt erläutern. Selbstvständlich dürfen Sie auch kritische Fragen stellen oder weitere Anregungen geben.

Treffpunkt: Bergwerk Lippe, Egonstr. 10, 45896 Gelsenkirchen  

ich will dabei sein

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EEG: warum der Strom schon wieder teurer wird

60 EUR mehr für eine Familie mit zwei Kindern

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FERTIG ------ alle 3 Fotos: Michael Jarmoluk, pixabay.com

2020 erhöht sich die EEG-Um-lage um weitere 5,5 % auf 6, 756 Cent pro Kilowattstunde Strom. Laut Bundesnetzagentur lag der durchschnittliche Strompreis im April 2019 bei 30,85 Cent pro Kilowattstunde. (siehe unten-stehende Kurve) Die vier deut-schen Übertragungsnetzbetreib er 50 Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW nannten als Grund für die steigende Umlage die Erhöhung der Kosten für regenerative Energien. Die EEG-Umlage für regenerative Ener-gieträger macht ein Viertel des Strompreises aus. Womit wir beim Hauptproblem wären.

Foto: Nerthuz, fotolia-Kauf
EEG-Preisentwicklung 2005 bis 2019, Quelle: Verifox, Grafik: Gerd Altmann, pixabay.com

Elektromobilität

Kostet Arbeitsplätze und wird die Strompreise nochmals dramatisch ansteigen lassen

5,5 % Steigerung in 2020

Der von der Bundesregierung geplante Ausbau der Elektromobilität und die Abschaffung aller Verbrenn-ungsmotoren bis 2030 wird die Stromkosten eben-falls weiter steigen lassen. Und es wird nach Ansicht des Frauenhofer-Instituts zum Verlust von rd. 111. 000 Arbeitsplätzen in der Automobil-und Zuliefererin-dustrie führen. Die IG Metall rechnet dagegen mit einer langsameren Verbreitung von E-Autos. Sie geht aber auch von Arbeitsplatzverlusten in Höhe von rd. 78.000 Jobs aus. Und das ist durchaus nachvollzieh-bar. Denn für einen herkömmlichen Antriebsstrang benötigt man rd. 1.200 Teile. Für ein E-Mobil dagegen nur 200 Teile. Und die Arbeitszeit für die Herstellung eines E-Autos reduziert sich ebenfalls um ein Drittel.  

Die Umstellung auf E-Autos soll ja angeblich eben-falls dem Klimaschutz dienen. Aber ist das wirklich so? Wir denken nicht ! Nehmen wir mal an, das bis 2025 1 Mio. E-Autos auf unseren Strassen rollen werden und jede Tankstelle über eine 350 KW-Schnellladestation verfügt (Kosten: rd. 1 Mio. EUR). Und nun wollen nur 10 % der Halter Abends noch mal schnell die Batterie aufladen. Dann würde umgehend 35.000 Megawatt an Strom benötigt werden. Das entspreche der Leistung von rd. 23 mittelgroßen Kohlekraftwerken oder rd. 35.000 Windkraftanlagen. Derzeit sind rd. 29.000 WK-Anlagen installiert. Würd-en nun alle rd. 60 Mio. Verbrennungsmotoren, die es in der Bundesrepublik gibt, auf Batteriebetrieb umge-stellt werden, dann bräuchten wir nach Berechnungen des Physikers Vince Ebert knapp 140 neue Kraft-werke oder 220.000 neue Windkraftanlagen. Noch einen markanten Vergleich: um 30 Kg Benzin zu ersetzen, braucht man derzeit eine Lithium-ionenbatterie, die ganze 900 Kg wiegt. Und das Zeugs wird nicht gerade nachhaltig und umwelt-freundlich abgebaut. Hierüber berichteten wir bereits ausführlich. Prof. Dr. Ing. Hans-Günter Appel vom Stromverbraucherschutz-Portal NAEB rechnet daher damit, dass die Stromkosten in Deutschland im Jahre 2030 über 50 Cent je kWh liegen werden.       

Umwelt-Grafik: VRD, fotolia-Kauf

Wie schon gesagt: mit Umweltschutz und Klimarettung hat das Ganze kaum etwas zu tun. Auch wenn ständig von Klimaschutz die Rede ist. Vielmehr geht es um die sog. Transformation der Gesellschaft. Hierzu ge-hört u.a. aus rein ideologischen Gründen die völlige Dekarbonisierung des Industrie-standortes Deutschlands, die Umstellung des Strom-und Wärmemarktes auf Öko-strom sowie die Umstellung des gesamten Kraftverkehrs auf Batteriebetrieb. Profiteure dieser verfehlten Energiewendepolitik sind NG0´s, Windkraftanlagenhersteller-, Planer und Betreiber und natürlich auch Politiker, die sich als Klimaretter darstellen können. Verlierer sind die Verbraucher, die die Zeche bezahlen müssen. Zunächst nur die Mehr-kosten für die Erhöhung der EEG-Umlage um 60 EUR im Jahr für einen 4-Personen-haushalt und rd. 4000 Kilowattstunden-Stromverbrauch. Und wie aufgezeigt: das ist nicht das Ende der Fahnenstange!    

Quellenhinweise:

NAEB Stromverbraucherschutz e.V., News-letter vom 22.10.2019; ARD-Tagesschau vom 22.09.2019; Focus-Online vom 15.10. 2019; n-tv.de vom 19.10.2019; Computer-bild.de vom 17.10.2019; Spiegel.de vom 15.10.2019, Berliner Morgenpost vom 22. 10.2019; Südkurier vom 15.10.2019; Welt.de vom 05.06.2018; Spektrum der Wissen-schaft vom 19.03.2017 sowie RK-Redaktion vom 01.11.2019. 

Foto ganz oben: deweh,fotolia-Kauf; Textge-staltung: Revierkohle 

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Arcelor-Mittal: Kokerei Bottrop bleibt

4,3 Mio. Tonnen Kokskohle werden pro Jahr verarbeitet

Arcelor Mittal

VOSSLOH DE 18 bringt den Koks

gutes Signal für Bottrop

4 neue Lokomotiven getauft

Bürgermeister Klaus Strehl taufte Anfang Okt. 2019  4 neue Lokomotiven auf den Gleiskörpern der Kokerei Prosper  in Bottrop  auf den Namen altehrwürdiger Zechen. In einer kleinen Feierstunde erhielten die Loks die Namen „Prosper-Haniel, Zollverein, Nordstern und Unser Fritz.“ Die Namen der Zechen wurden gut sichtbar an den Seiten der Loks auf-geklebt. So verbinden sich Tradition und Moderne. Die Loks sorgen dafür, dass in den 146 Koksöfen immer genügend Kokskohle vorhanden ist. Rund 200 Waggons werden täg-lich auf dem 30 km langen werkseigenem Streckennetz ein-gesetzt, um die Ver-und Entsorgung der Kokerei sicherzu-stellen.      

mit Vossloh DE 18 Smart-Hybrid-Loks in die Zukunft

Kokerei Bottrop bleibt

Trotz der in den Medien tobenden Klimahysterie und Panikmache vor einem angeblich bevorstehenden Klimakollaps setzt ArcelorMittal weiter auf die Produktion von Koks, um hochwertigen Stahl herstellen zu können. Außerdem soll die Kokerei ein eigenes Kokerei-GuD-Gaskraftwerk erhalten. Jedes Jahr werden auf der Kokerei Bottrop rd. 4,3 Mio. Tonnen Koks gedrückt und mittels Bahn oder per Schiff ab Hafen Bottrop zum Stahlwerk Bremen und weiter verbracht.    

Kokslöschturm

Kokerei Prosper

Lok Vossloh

DE 18

ohne Koks

kein Stahl

Die Logistik hat ArcelorMittal in die Hände des Logistikdienstleisters RheinCargo Gm-bH gelegt. Dieser übernimmt zusammen mit der Wanne-Herner Eisenbahn u. Hafen GmbH den kompletten Rangierdienst auf dem Kokereigelände sowie den Gleisver-kehr. 19 neue RheinCargo-Mitarbeiter wurd en auf den neuen Loks ausgebildet. Trotz des Großauftrags schwächelt die Fa. Voss loh AG. Sie wurde daher im Aug. 2019 an die Fa. China Railway Rolling Stock Corp. verkauft (CRRC). Bei der Fa. CRRC handelt es sich um den weltweit größten Schien-enfahrzeughersteller. Der Bund hat wegen der damit einhergehenden hohen Ab-hängigkeit (von Ersatzteilen, Computer-programmen etc.) Bedenken geäußert und will den Verkauf nach dem Außenwirt-schaftsgesetz stoppen. Bis zur endgültig-en Entscheidung tritt der unterzeichnete Vertrag nicht in Kraft.   

Für Bahnfreunde

Die Loks wurden von der Fa. Vossloh Lo-comotives AG in Kiel hergestellt. Sie besitz en einen V12 Dieselmotor mit einer Leist-ung von 1.800 KW. Dieser ist mit einer 150 kWh-Lithium-Ionen-Batterie gekoppelt. Im Hallenbetrieb ist es somit künftig möglich, über eine Stunde emissionsfrei die Loks über Batterie laufen zu lassen. Diese kann rd. 6000 mal neu geladen werden.

Die neuen Loks sind nicht nur emissions-ärmer, sondern auch deutlich leiser und verfügen über eine Stop-Start-Automatic. Das werden die Anwohner hoffentlich zu schätzen wissen. Für ArcelorMittal-Mana-ger Dennis Riller ist der Kauf auch ein Sig-nal an die Mitarbeiter und an die Stadt: macht Euch keine Sorgen. Der Industrie-standort Bottrop bleibt.

auf der Kokerei Prosper in Bottrop entsteht ein neues Kokerei-Gaskraftwerk> siehe  

Quellennachweise:

Lok-Report vom 21.02.2018; Mining-Report vom 14.08.2019; WAZ vom 09.10.2019; Neue-Ruhr-Zeitung vom 09.10.2019; RheinCargo-Information vom 04.01.2019; Kieler-Nachrichten vom 28.08.2019; FAZ vom 04.11.2019; Bahn-Manager vom 18.04.2019  und RK-Redaktion vom 07.11.2019

Fotos: oben: Panorama Kokerei Prosper, Bottrop: Dietmar Rabich, wikimedia commons, „Bottrop, Kokerei Prosper- 2016 – 1378″/ CCBY-SA 4.0; darunter: Lok: RheinCargo, links darunter: Löschturm: pixabay; daneben: RheinCargo, rechts daneben: ohne Koks kein Stahl, pixabay. com

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