Regierung: neues Klimapaket verabschiedet

höhere Heiz-und Benzinkosten- Fliegen wird ebenfalls teurer

Klimakabinett hat beschlossen

was droht den Bürgern fiskalisch ?

bENZIN teuer

Benzi, Diesel und Kfz-Steuer

strom teurer

EEG-Umlagen

fliegen teurer

Luftverkehrsabgabe

co2 teurer

Zertifikatspreise

Um die bisher verfehlten Pa-riser-Klimaschutzziele bis 20 30 doch noch zu erreichen, hat die Bundesregierung am 20.Sept.2019 ein Eckpunkte papier vorgelegt, welches die Bundesbürger voraus-sichtlich 54 Mrd. EUR kosten wird. Durch ein Bündel von Maßnahmen sollen die C02-Emissionen bis 2020 um 40 % und bis 2030 um 55 % und bis 2050 um 70 % abgesenkt werden.  Der Öko-Stroman-teil soll auf 65 % des Pri-märenergieanteils bis 2030 steigen. Damit das gelingt, steigen die Benzin-, Diesel-und Kfz-Steuern. Benzin und Diesel ab 2021 um 3 Ct und bis 2026 um 10-bis 15 Ct. je Ltr. Die Kfz-Steuern steigen abhängig vom Spritver-brauch.

Damit Haushalte und Unter-nehmen nicht überfordert werden, so die BR, soll die Pendlerpauschale für 5 Jahre von 0,30 Ct/km auf 35 Ct./km steigen. Das gilt all-erdings nur für Pendler aus dem ländlichen Raum. Fern-er sollen die Bürger bei der EEG-Umlage ab 2021 um 0,25 Ct/je kWh und ab 2023 um 0,62 Ct/kWh entlastet werden. Die Kilowattstunde Strom kostet derzeit rd. 30 Ct/kWh. Das ist also nur ein Tropfen auf dem heißen Stein. Zumal die Bundesre-gierung an der unsinnigen Energiewende weiterhin fest-hält und daher gedenkt, den Artenschutz aufzuweichen (siehe ), um Platz zu machen für noch mehr Windkraftan-lagen. Des weiteren werden die Stromnetze ebenfalls ausgebaut, was in Summe zu einer erheblichen Strom-kostenerhöhung führen wird. 

Einen Teil des Klimapakets wollen wir der Fairness halb-er positiv herausheben: den Billigfliegern soll es an den Kragen gehen. Der Preis ein-es Tickets soll ab 2020 min-destens so hoch sein, wie die Summe aus Steuern, Zu-schlägen, Entgelten und Ge-bühren. Aus den zusätzlich-en Einnahmen soll die ge-plante Absenkung der MwSt für Bahnfahrten von 19 auf 7 % finanziert werden. Die Ke-rosiensteuer wurde leider nicht erhöht. Der Preis pro Tonne C02 soll ab 2021 um 10 EUR pro Tonne auf 35 EUR/T im Jahre 2025 steig-en. Ab 2026 sollen  ge-handelte C02-Zertfikate stuf-enweise abgesenkt werden. Das bedeutet im Klartext, dass die preiwerten und ver-lässlichen fossilen Energie-träger Kohle, Gas und Öl  immer teurer werden.    

Um der Wirtschaft dadurch nicht endgültig den Hahn ab-zudrehen, soll der Höchst-preis bei 60 EUR/T C02 ein-gefroren werden. Gemessen an den Forderungen der FFF-Klimakinder, den C02-Preis auf 180 EUR/T heraufzu-setzen u. den C02-Ausstoß bis 2025 auf 0 herunterzu-fahren, kommt die  Preiser-höhung recht moderat daher, wenn nicht das ganze Ziel der Energiewende  so un-sinnig wie unerreichbar wäre.  Last but not least ist denn für das Handwerk noch ein besonders großes Kuch-enstück in das Klimapaket hineingelegt worden. Neue Ölheizungen sollen ab 2026 verboten werden. Wer seine alte Öl-oder Gasheizung aus-wechselt, soll mit bis zu 40 % der Kosten gefördert werd en. Verständlich, das da der Bundesverband der Energie-und Wasserwirtschaft bei rd. 7 Mio. Öl-und Gasheizungen, die es in der BRD noch gibt, ins schwärmen gerät. Ferner soll die Gebäudesanierung mit bis zu 10.000 EUR sub-ventioniert werden. Bis 2030 will Finanzminister Scholz einige Hundert Mio. EUR für eine Mio. Ladesäulen locker-machen, damit der Kauf von E-Autos attraktiver wird. Jed-er Käufer soll bis zu 4000 EUR (Hybrid 3000 E) als Zuschuss erhalten, wenn das E-Auto nicht mehr als 30.000 EUR kostet. 40 Mrd. EUR sollen die Kohleregion-en für den Ausstieg aus der Braunkohle bis 2038 erhalt-en. Und der Wohngeldzu-schuss wird um 10 % erhöht.

es ist nicht so, dass wir hier irgendetwas ideologisches machen

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel

Propagandistisch begleitet wurde das Klimapaket u.a. mit o.g. Stilblüte. Finanzminister Scholz sekundierte dabei (wieder einmal), das er durch die FFF-Klimakinder-Demo jetzt richtig wach geworden wäre. Trotz des verbalen Gekrieche etlicher  Politiker und Meinungsmacher vor der revolutionären Klimakinder-Avantgarde ist diese wie auch die Grünen , WWF, BUND, Deutsche Umwelthilfe, Greenpace u.a. Klimaalarmisten genau so unzufrieden mit dem Paket wie Vertreter der Deutschen Wirtschaft. Für erstere ist alles nur eine Farce und für letztere geht alles viel zu weit. Naturschutzringchef Kai Niebert jammerte, das man sich mit diesem mutlosen Paket schnurstracks auf den Pfad einer Klimaerwärmung um 3,5 Grad begeben würde, weil die Maßnahmen nicht reichen würden. Staatssekretär Jochen Flasbarth vom Bundesumweltministerium  hält das Gesamtpaket für gelungen und glaubt, das die gesteckten Klimaziele bis 2030 erreicht werden können. Der frühere Bundesumweltminister Klaus Töpfer (CD) glaubt das hingegen nicht. Für die Chefs  des Deutschen Mieterbundes und des Spitzenverbandes der Deutschen  Wohnungswirtschaft reicht die Kohle nicht. Sie sehen heute schon ein Finanzierungsloch von 14 Mrd. EUR. Der Windkraftlobby ist der geplante  Ausbau von Offshoreanlagen um 5 Gigawatt zu wenig. Außerdem stört sie die Abstandsregel von 1000 Meter. Die Bauern maulen wegen der geplanten Absenkung  der Stickstoffüberschüsse um 3,5 Mio. T bis 2030 usw.usw. Wir meinen dagegen:

weitere Quellenhinweise:

Der Tagesspiegel vom 20.09.2019; Augsburger Allgemeine vom 20.09.2019; Phoenix-Sendung „unter den Linden“ vom 23.09.2019 (FDP-Chef-Lindner und die Linke-Vorsitzende Wagenknecht sehen das Klimapaket der Bundesregierung zum scheitern verurteilt, Anm.d.Red.); WAZ vom 20.09.2019; Online.de vom 20.09.2019; Zeit-Online vom 23.09.2019; Eike.de vom 23.09.2019; Focus-Online vom 19.09.2019; Eckpunktepapier für das Klimaschutzprogramm 2030, Bundes-regierung (Hrsg.), Berlin vom 20.09.2019;  ARD vom 25.09.2019; Merkur vom 03.10.2019 und RK-Redaktion vom 07.10.2019

Fotos: ganz oben: pixabay, Layout-Veränderung: Revierkohle; Adler: pixabay.com; kleine Bilder darunter: v.l.n.r.: Bundeskanzlerin Angela Merkel, Bundesregierung; Tankwagen u. Windrad im Wind: pixabay.com; E-Auto: Nerthuz, fotolia-kauf; darunter: Großbild mit Sektgläsern: Michael Fuchs, animierte Gläser: Ri Butov, pixabay.com, Klimapaket: pixabay.com. Layout-Gestaltung und Veränderung: Revierkohle; unten links: Revierkohle

Denn die geplante Verausgabung von 54 Mrd. EUR und die bisher schon aus dem Fenster geworfenen 200 Mrd. EUR seit Einführung des EEG wird nach unserer Überzeugung nicht dazu führen, dass sich die Temperaturerhöhung auf 1,5 bis 2 Grad begrenzen läßt, da es sich um einen natürlichen Prozess handelt.

Die Ausgaben stehen auch in keinem angemessenen Verhältnis zur geplanten C02-Absenkung, da der in Deutschland verursachte C02-Ausstoß im Verhältnis zum Weltmaßstab bei gerade einmal 2 % liegt.

Selbst wenn wir die C02-Emissionen auf Null absenken könnten, würde sich das in der Atmo-sphäre überhaupt nicht bemerkbar machen. Dafür wird die Energiewende aber jede Menge Arbeitsplätze in der Automobil-, Chemie-,Stahl und Braunkohleindustrie hinwegfegen. Und das alles nur aus reiner Hysterie, denn es existiert weder ein Klimanotstand noch müssen wir mit einer bedrohlichen Zunahme der Temperaturen bis 2030 rechnen.

Der Klimahistoriker Prof. Dr. Christian Pfister bezeichnet die letzten 100 Jahre als „klimatisches Gunstjahrhundert“

Dank der zunehmenden C02-Emissionen wäre die Erde grüner geworden und die Ernten reicher ( siehe auch unser Sahara-Bericht von Sept. 2019). Der Meteorologe Klaus-Eckart Puls widerspricht der oft vorgetragenen These von der Zunahme von Extremwettererereignissen. Die Gletscherforscher Prof.Dr. Schlüchter (Uni Bern), Prof.Dr. Patzelt und Prof.Dr. Nicolussi (Uni Innsbruck) bezeichnen den Alpengletscherrückzug als ein natürliches Phänomen, welches in den letzten 10.000 Jahren regelmäßig stattgefunden hat. Die Physiker Prof. Dr. Lüdecke und Prof. Dr. Weiss gehen sogar davon aus, dass wir wieder vor einer beginnenden Kälteperiode stehen würden.

Und das die von Menschen zusätzlich verursachten C02-Emissionen maßgeblich zu einem Temperaturanstieg beitragen würden, konnte bisher durch keine Studie eindeutig belegt werden.

Auch der neueste IPCC-Sachstandsbericht behauptet dies -im Gegensatz zu 2010- nicht mehr. Wie in den Wissenschaften üblich, wird nur von Annahmen ausgegangen und Wetterdaten werden moduliert. Das die Medien daraus Tatsachen machen, kann man den redlich arbeitenden Forschern nicht in die Schuhe schieben, soweit diese sich nicht von der Politik subventionieren lassen wie z.B. das Potsdamer Institut für Klimafolgenforschung u.a. Einrichtungen.

Der ganze Hype um das Klima ist im Übrigen nicht neu. Schon 1981 wurde der Untergang des deutschen Waldes vorausorakelt

1984 sekundierte  die Bundesregierung den aufkommenden Grünen mit dem ersten Wald-schadensbericht. Anhand 13.000 nadelnder und lichter Bäume sollte bewiesen werden, dass dies auf den sauren Regen und einem vermehrten Schwefeldioxidausstoß zurückzuführen ist. Gewährsmann für diese These war der Bodenkundler Dr. Bernhard Ulrich. Die Medien freuten sich über diese Hiobsbotschaft. Allen voran der Spiegel, der ein gigantisches Öko-Baumsterben heraufziehen sah.

Doch oh Wunder: das Waldsterben blieb aus

1995 nahm Dr. Ulrich seine These vom Waldsterben still und leise wieder zurück. Dennoch erwies sich der ständige Öko-Alarm bis heute als politisches Erfolgsrezept. So gesehen verfängt der heutige Klima-Alarm politisch-strategisch zwar immer noch, weil Angst das Gehirn ver-nebelt, im Hinblick auf die selbst gesetzten Ziele muß die Politik aufgrund der dargelegten Gründe jedoch zu 100 % scheitern.

Und sollten in absehbarer Zeit Großspeicher auf den Markt kommen, die in der Lage sind, Ökostrom auch über Monate hinweg speichern zu können, so bleibt Fakt, das Wind oft nicht ausreichend zur Verfügung steht, die Sonne nachts nicht scheint, der Flächenfraß für neue Windkraftanlagen gigantisch wäre und die Kosten dem Bürger kaum noch zu vermitteln wären.

Wenn dann noch der gesamte Verkehr auf E-Mobilität umgestellt werden sollte, ginge das ohne neue Kohlekraftwerke auch nicht. Da die Betreiber schon heute über eine mangelnde Ren-tabilität ihrer Kraftwerke aufgrund der bevorzugten Einspeisung von Öko-Strom klagen, werden sie diese unter den derzeitigen und unter den zukünftig erschwerten Bedingungen dank der  beschlossenen C02-Zertifikate-Preiserhöhungen wohl kaum bauen. Ergo wird dann wahr-scheinlich der deutsche Michel nochmals zur Kasse gebeten werden.

Es besteht daher kein Grund zum feiern.

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E-Scooter: umweltfreundlich hoch Drei ?

live better -be better -on two wheels ?

Besser Leben-Besser Sein auf 2 Rädern

Elektroroller das umstrittene neue Verkehrsmittel

Nachhaltig geht anders.

Die Städte sollen von Autos befreit werden und für die sog. letzte Meile soll man auch nicht mehr seine Füße wundscheuern. Die E-Scooter sind seit Juni 2019 der neueste Bequemlichkeitsschrei. Sie sind seit nach Meinung der Anbieter leise, umwelt-freundlich und schnell. Und selbstverständlich bemüht man sich, nur Öko-Strom für die Aufladung der Akkus zu verwenden. Wir haben uns mit der Herstellung der schönen neuen E-Scooter-Welt beschäftigt und kommen zu dem Ergebnis: E-Scooter sind keineswegs umweltfreundlich. Stattdessen verdrängen sie eher Fahrräder und schaffen neue prekäre Beschäftigungsverhältnisse  als Einsammler. Die Juicer, Hunters,Chargers oder gerne auch mal Ranger genannt, brausen nachts mit ihren Diesel-Transportern durch die Strassen und sammeln die achtlos am Straßenrand liegen-gelassenen E-Scooters ein, um sie dann für wenig Geld wieder aufzuladen. 

Illustration: Revierkohle, Rollerfahrer: Peggy u. Marco Lachmann-Anke, pixabay.com
E-Scooter -Lenkrad- Foto: Kristof Topolewski, pixabay.com

Und mit 100 % Öko-Strom fährt kein einziger Roller, da der Windstromanteil im Primärenergiemix bei gerade einmal 13 % liegt. Strom kommt darüber hinaus immer vom nächstgelegenen Kraft-werk und nicht direkt von der Windkraftanlage. Ansonsten könnten die Dinger nur stündchenweise verliehen werden. Dabei sind die Verleiher mit dem kühnen Ziel angetreten, die Städte leiser, sau-berer und umweltfreundlicher zu machen. Aber wie vieles in diesen klimahysterischen Zeiten verbirgt sich hinter der C02-freien Werb-ung eine fette Ökolüge. Neben der Tatsache, dass die E-Scooter nicht mit Ökostrom aufgeladen werden können, müssen diese auch noch im ganzen Stadtgebiet wieder eingesammelt werden, um dann von den Juicers, Hunters und Rangers für wenige Cent pro Roller wieder aufgeladen zu werden. Um möglichst viele E-Scooter einzusammeln, benutzen die Einsammler daher Sprinters, die in der Regel mit Benzin oder Diesel fahren.  

Ähnlich wie bei E-Autos werden auch bei der Produktion der E-Scooter-Batterie viele Ress-ourcen eingesetzt, die C02 ver-brauchen. Das Umweltbundes-amt geht von 22 bis 30 Kg C02 pro Rollerbatterie aus. In einer kürzlich vorgelegten Studie von Wissenschaftlern der North Carolina State University, die Anfang August im Fachjournal „Environment Research Letter“ veröffentlicht wurde, verwiesen die Forscher auf die sehr kurze Lebenszeit von 2 Jahren auf-grund schlechter Verarbeitung, Vandalismus und kurzen Inno-vationszyklen.  50 % der Emi-ssionen entfallen durch den Verbrauch von  Roh-, Hilfs-und Betriebsstoffen, die meistens in China produziert werden. Dort ist die Fa. Ninebot Limited der Hauptproduzent von E-Scootern. Die Fa. verwendet wie alle Batt-eriehersteller Lithium, Kobalt oder Nickel, deren Gewinnung i.d.R. eine starke Umweltbe-lastung mit sich bringt. Die Men-schen im Kongo können ein leid-volles Lied davon singen. In der Gesamtschau würde ein E-Scoo-ter mehr C02 pro Meile erzeug-en, als ein gut besetzter Diesel-bus.  

die Ausnahme: ordentlich aufgestellte E-Scooter in der Stadt -Foto: Thomas Wolter, pixabay.com, Retusche: RK

Interessant an dieser Studie ist auch, dass zwei Drittel der Be-fragten im Normfall den Bus, das Fahrrad oder das Zufuß-gehen gewählt hätten, wenn sie keine e-Scooter-Nutzungs-möglichkeit gehabt hätten. Das HH-Beratungsunternehmen Ci-vivity hat die Nutzungsdaten der Verleiher Lime, Tier und VOI aus-gewertet und kommt zu dem Ergebnis, dass die meisten Rollerfahrer die E-Scooter im Schnitt nur 2 km bewegen und das hauptsächlich auch noch im Innenstadtbereich von Ham-burg, wo das öffentl. Nahver-kehrsnetz ohnehin sehr dicht getaktet ist. E-Scooter sind also  etwas für Lauffaule und ver-drängen eher das Fahrrad als das Auto. Obschon verboten, sind sie auch mittlerweile für viele Fußgänger ein Ärgernis, da sie auf den selbigen Wegen kurven und dann achtlos liegen-gelassen werden, wenn der Akku leer ist.  Auch aufgrund des fehlenden Stauraums sind sie keine Auto-oder Fahrrad-alternative. Und im Verhältnis zum letzteren auch keine ge-sündere. Und noch ein letztes Wort zu den Einsammlern: diese sind i.d.R. Studenten und geben sich mit 4,00 EUR pro aufge-ladenem E-Scooter zufrieden. Sprit und Strom müssen sie selbst bezahlen. Und wer die E-Scooter nicht vollgeladen am frühen Morgen bis zu einer be-stimmten Zeit aufgestellt hat,  muß mit Abzügen rechnen. Die Vergütung sei aber marktüblich, so Josefine Gräbe, Sprecherin des E-Scooter-Verleihers Lime. Die Gewerkschaften hören das bestimmt gerne. 

Quellenhinweise:

WDR vom 15.07.2019 und 05.08.2019 (Quarks-Send-ung); Der Standard vom 03.08.2019; Die Welt vom 15.05.2019, CareElite.de vom 23.08.2019: Code-check.de vom 09.07.2019; t3n.de vom 10.08.2019; Zeit-Online.de vom 30.07. 2019; Stern vom 29.08. 2019 und RK-Redaktion vom 08.10.2019 

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Flucht aus der Sahelzone

2,4 Millionen Menschen auf der Flucht

militärische Auseinandersetzungen zwischen Mauretanien und dem Sudan nehmen wegen der Verödung von Ackerland zu - Foto: Jaroslav Smahel, pixabay.com

Klimaveränderungen gefährden den sozialen Frieden in der afri-kanischen Sahelzone rund um den Tschadsee. 2,4 Mio. Menschen aus Südafrika, Angola, Sudan, Simbabwe und Mosambik sind auf der Flucht, da sie aufgrund anhaltender Dürre ihr Auskommen nicht mehr in der Landwirtschaft sichern können, sagte jüngst im Deut-schlandradio der Politologe und Klimaaktivist von der Berliner Denkfabrik adelphi research gGmbH, Dennis Tänzler. Auch Anrain-erstaaten wie Mauritanien, Mali, Niger und Burkina Faso seien von der Klimakatastrophe betroffen. Die Austrocknung des Tschadsees ist real und auf die Klimaerwärmung durch den Menschen zurück-zuführen. Es sei daher gut, dass Deutschland die Braunkohlekraft-werke abschalten will, weil Deutschland auch im Tschad beo-bachtet wird und daher international eine Vorbbildfunktion ein-nehmen würde. Wir wollen nicht bestreiten, dass klimatische Ver-änderungen zu Dürren und unfruchtbarem Ackerland führen und damit auch zu verstärkten Auseinandersetzungen unter den An-wohnern bis hin zum Krieg, wie die militärischen Auseinandersetz-ungen zwischen der Armee des Sudans und der Rebellenorgani-sation Boko Haram zeigen. 15.000 US-Soldaten und rd. 900 Bund-eswehrsoldaten haben sich seit 2013 im Militärbündnis MINUSMA zusammengeschlossen und versuchen, in der Sahelzone, in der ins-gesamt rd. 60 Mio. Menschen leben,  zusammen mit den örtlichen Militärs wieder geordnete Verhältnisse wiederherzustellen. Bisher allerdings mit mäßigem Erfolg.  Die nicht nur von dem Nichtfach-mann Tänzler aufgestellte These, das die Fluchtgründe haupt-sächlich im Zusammenhang mit der angeblich vom Menschen ver-ursachten Klimaerwärmung durch C02-Emissionen verstehbar werden, halten wir für nicht belegt und im Hinblick auf die Vorbild-funktion, die Deutschland durch die geplante Abschaltung aller Braunkohlekraftwerke international haben würde, für ziemlich ab-surd, denn der C02-Anteil, den Deutschland im Verhältnis zu den weltweit erzeugten C02-Emissionen beiträgt, beträgt ganze 2 %.    

Aus unserer Sicht gibt es eine ganze Reihe anderer Gründe, warum so viele Menschen in der Sahelzone auf der Flucht sind, das Klima gehört ganz sicher nicht dazu. Denn Überweidung, Monokulturen, Rodungen und Denaturierung der Ackerflächen sind nicht auf klima-tische Veränderungen zurückzuführen, sondern werden durch das enorme Bevölkerungswachstum forciert. In Mali, Niger und Burkina Faso hat sich die Bevölkerung von 10 Mio. Menschen in 1950 auf über 60 Mio. Menschen in 2019 erhöht. Das ist auch das Haupt-kampfgebiet der Rebellen. Bis 2050 soll die Bevölkerung auf 130 Mio. Einwohner ansteigen. Nimmt man den Tschad und Kamerun als ebenfalls terrorgefährdete Nachbarländer dazu, ist dort die Be-völkerung von 18 Mio. im Jahre 1950 auf 105 Mio. Menschen in 2019 angestiegen. All diese Menschen benötigen Energie, Wasser und Nahrungsmittel. Ständige Dürren haben in der Vergangenheit große Hungersnöte ausgelöst und treiben die Menschen daher in die Flucht, um anderswo überleben zu können. Das hat sich in den letzten Jahren aber etwas geändert. Ausgerechnet das von Klima-aktivisten verteufelte C02 hat dazu geführt, dass die Sahelzone z.T. wieder grün wird.   

sudanesische Flagge- Foto: David Peterson, pixabay., Modifikation: Revierkohle

Wo vorher Wüste war, breitet sich seit 1982 in Nordamerika wieder die Pflanzenwelt dank der Zunahme von C02-Emissionen aus. Das ergab eine Studie von Zaichun Zhu et.al., die bereits 2016 im Nature-Climate-Change-Magazin veröffentlicht wurde. Die größten Ergrün-ungsgebiete hätte man in Zentralafrika und Südostasien mit Hilfe von Satelliten über die  Reflektionen von Infrarotlicht über Blattflächen und Dichte der Vegetation ausmachen können. 70 % dieser Ergrünung wäre auf den Düngeeffekt des C02 zurückzuführen, so die Forscher.

Ausgerechnet die Sahelzone, ein bisheriges Musterbeispiel für zunehmende Trockenheit, profitiert nicht nur von der Zunahme der Kohlenstoffdioxid-Emissionen in der Luft, sondern auch von der Zunahme der Niederschlagsmengen, denn die natürlich steigenden Treib-hausgase erhöhen das Temperaturgefälle über Nordafrika und fördern Luftströmungen, die den westafrikanischen Monsunregen in die Sahelzone bringen. Buwen Dong und Rowan Sutton von der University of Reading (England) haben festgestellt, dass der Sommer-niederschlag in der Sahelzone seit Anfang 1980 zugenommen hat, während er zwischen 1950 und 1980 um 40 % sank. Durch jahrzehntelange Übernutzung der ausgelaugten Böden kam es darüber hinaus zu starken Erosionen. Zu einem ähnlichen Ergebnis kommen auch die Forscher vom Max-Planck-Institut für Meteorologie in Hamburg. Sie erklären die höheren Niederschlagsmengen über der Sahara mit einem höheren Sonnenstand während der Sommermonate, was zu Folge hat, dass es im Sommer wärmer wird. Der Ozean nimmt die größere Wärmemenge auf, dann steigt Luft in den Himmel und als Folge strömt feuchte Luft vom atlantischen Ozean nach. Nach einer Prognose von Dong und Sutton von der University of Reading wird sich die Sahelszone sehr wahrscheinlich auch in Zukunft durch weitere Niederschläge erholen. Andere Prognosen gehen davon aus, das die Sahelzone aufgrund des Klimawandels in Zukunft eher noch trockener wird. James Hurell vom staatlichen Zentrum für Atmosphärenforschung der USA hat 5 verschiedene Klimamodelle ausgewertet und kommt ebenfalls zu dem Eregbnis, dass sich die Dürren im Süden Afrikas weiter ausbreiten werden. Die Sahelzone im Norden gehöre aber nicht dazu.  Sie wird wesentlich grüner und durch den Monsun auch wesentlich feuchter.        

Fazit:

Ein evidenzbasierter signifikanter Zusammenhang zwischen der von Menschen verur-sachten zusätzlichen C02-Emissionen in der Atmosphäre und einer Temperaturerhöhung konnte bisher nicht nachgewiesen werden. In kaum einer anderen Region der Erde schwankt das Klima aufgrund feuchter atlantischer Luftströme so stark wie in der Sahel-zone. Das hat in den letzten Jahrzehnten einerseits zu Dürre und Hungerskatastrophen ge-führt und andererseits seit den 80er Jahren zu mehr Niederschlägen und zu einer Er-grünung auf natürliche Weise in dem mehrere Hundert Kilometer großen Gebiet südlich der Sahara, welches sich von der Antlantikküste des Senegals bis nach Eritrea am Roten Meer erstreckt, beigetragen. Das ist zumindestens für die Menschen in der Sahelzone eine gute Nachricht.

Quellen Hinweise

Spektrum.de vom 24.05.2005; Süddeutsche Zeitung vom 07.07.2017; Krüger, Michael: die Erde wird grüner und fruchtbarer mit mehr C02 und infolge des Klimawandels., in: Eike.de vom 05.07.2019; Welt.de vom 22.08.2019; N.N.: Warmes Mittelmeer lässt Sahel ergrünen, Max-Planck-Institut, Hamburg, vom 30.06. 2016; Wissenschaftsmagazin Scinexx.de vom 03.09.2019; Nature Climate Change vom 2.6.2015; Deutschlandfunk vom 04.09.2018 und RK-Redaktion vom 04.09.2019

 

Fotonachweise: oben: Vorderbild: Combo-nianos brasil, Montage: Revierkohle; Hint-ergrundbild Kamele: H.Bieser; Sudanflagge mit Fingerzeig: David Peterson, Montage: Revierkohle: C02-Baum: Ricochet64, foto-lia-Kauf; (alle weiteren: pixabay.com)

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Watt meinze ? – Sprache im Bergbau

heiterer Sprachquiz auf Zollern II/IV in Dortmund

Bergleute machten früher die Kohle mit Schläegel & Eisen los. Beazhlt wurde im Akkord. (Gedinge) 1 Lachter entsprach 1,82m (eine Armlänge), Foto: fotolia-Kauf

Sa.,14.Sept.2019

Zeche Zollern, Schacht IV in Dortmund-Bövinghausen- Foto: KarinKarin, pixabay.com. Panoramafoto: Ehrenhof mit Verwaltungsgebäude, Zollern II/IV, LWL

Der Sprachsound im Ruhrrevier – man hat ihn zweifelsohne eher laut als leise im Ohr. Wo einst Industrielärm die Kulisse bildete, fand Gedämpftes nur schwer Gehör. Der Ton im Revier ist rauh, aber herzlich. Die Sprache und Denke des Reviers brachte 1961 der Schauspieler Adolf Tegtmeier mit seiner Kultserie „Mensch bleib-en!“ auch all denen nahe, die mit dem Revier nicht so viel „am Kopp“ hatten. Sprüche wie “ die Roswitha geht inne Schule und die Elvira geht mit ein Gastarbeiter!“ oder “ die Untat tut mir sehr, wie gesagt, näh und das ich versuchen werde durch ein schönes Leben, durch meine Hände Arbeit die menschliche Gesellschaft wieder einzu-dringen, dat dat wieder alles am Klappen kommt“ sind fester Be-standteil des Ruhrpott-Slangs. Herbert Knebel bildet heute den würdigen Nachfolger von Adolf Tegtmeier und kultiviert den ruhr-gebietstypischen Mutterwitz und den schrägen Sprachstil weiter. Mundart und Sprachgefühl haben im Ruhrrevier ihren Ursprung im Bergbau. Bedingt durch den vielen Lärm, den die Kohlen-und Stahl-betriebe täglich erzeugten und durch die vielen Einwanderer unter-schiedlicher Nationen entwickelte sich im Laufe der Jahre ein spe-zieller Verständigungsstil, der aus Prinzip offenbar Genetiv und Dativ nicht auseinanderhalten kann und oft im Halbsatz stecken bleibt. Trotzdem wissen alle, was gemeint ist. Zumindestens im Ruhrpott. Die Bergmannsprache hat aber darüber hinaus noch ganz eigene Fachbegriffe, die z.T. ebenfalls in den Sprachschatz des Ruhrreviers eingeflossen sind.       

Glückauf !

So war dat !

hier wird das Liegende in der Strecke begradigt. Alles klar ?

der ehem. Bergmechaniker auf Zollern I/III, Harald Verhoolen, Foto: LWL; darunter: Blick in die Maschinenhalle auf Zollern II/IV, Foto: olafpictures, pixabay.com

Die heutige Museumszeche des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen lädt zur Pflege der Bergmannssprache am Samstag, den 14.09.2019 um 15.00 h zu einem heiteren Quiz mit Harald Verhoolen rund um die Sprache im Bergbau ein. Moderator Verhoolen ist ehem. Bergmechaniker und war auf Zollern I/III angelegt gewesen und wird knifflige Fragen zur Alltags-und Bergmannssprache stellen. Dabei wird schnell klar-werden, dass der Bergbau in der Umgangssprache auch heute noch viele Spuren hinterlassen hat. Die ersten Glossare der Bergmanns-sprache lassen sich übrigens bis zum Jahre 1518 zurückdatieren. Ein gewisser Ulrich Rülein von Calw brachte das erste Berg-büchlein unter das Volk. Besondere Bedeutung kommt bis heute den Schriften Georgius Agricolas zu, dessen Abhandlung „Gespräch vom Bergwesen“ von 1528 unter anderem eine Liste von 76 bergm. Fachtermini enthält. Noch ein Wort zum Ort des Geschehens:

Die Zeche Zollern gilt als eine der schönsten Zechen, die jemals gebaut wurden. Die wunderschöne Anlage wird daher auch nicht ohne Stolz „Schloss der Arbeit“ genannt. Die Hauptattraktion bildet die ehem. Maschinenhalle mit dem eindrucksvollen Jugendstil-portal. Zollern II/IV förderte von 1903 bis 1955 Kohle. Die Neben-anlage Zollern I/III war von 1873 bis 1971 in Betrieb. Die Schächte wurden 1968 verfüllt. Aufgrund von Bürgerprotesten wurde der geplante Abriss der Anlagen unterlassen. Bis 1980 döste Zollern II/IV in einer Art Dornröschenschlaf dahin. Erst 1981 wurde die Anlage vom LWL übernommen und saniert. Da die Originalförd-ergerüste nach der Verfüllung der Schächte abgerissen wurden, errichtete man die Fördergerüste der stillgelegten Zechen Friedrich der Große aus Bochum und Wilhelmine Victoria aus Gelsenkirchen über den alten Schächten wieder neu auf.

Adresse:

LWL-Industriemuseum, Zeche Zollern I/IV, Grubenweg 5, 44388 Dortmund

Termin: Samstag, 14.09.2019, 15.00 h  

Wer sich mit dem Ruhrrevier, seiner Kultur und seiner Sprache näher beschäftigen möchte, dem empfehlen wir das „Kultbuch Ruhrgebiet“ von Patrick Bierther, Komet-Verlag, Köln, ISBN: 978-3-89836-900-8 und das Buch „Schauplatz Revier – Blick ins pralle Leben“ von Holger Jenrich (Hrsg.), Klartext-Verlag, ISBN: 3-88474-170-5. 

Fotos: Bergleute oben: v.l.n.r.: fotolia-Kauf, Revierkohle; RAG  

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