DBM-Bochum: 2 neue Rundgänge eröffnet

vom Karbonwald bis zur Grubenwasser- pumpe – von der Steinzeit bis zur Neuzeit 

 

 

Mit der Sanierung des Deutschen Bergbau-Museums in Bochum wurden auch die Dauerausstellungen neu konzi- piert und attraktiv hergerichet. Nach dem Ende des Deutschen Steinkohlenberg- baus Ende 2018 will das DBM diese wichtige Industrieepoche zukunftsfähig machen, damit auch künftige Gene- rationen nachvollziehen können, woher sie kommen, worauf unser Wohlstand basiert und wie die Kohle Mensch und Kultur geprägt hat. Berteits am 28.11.2018 wurden daher zwei von vier neue Ausstellungsrundgänge durch Museumsleiter Prof. Dr. Stefan Brügger- hoff offiziell eröffnet.

Rundgang 1 und 2 ist seit 1. Febr. 2019 eröffnet

2019

600 Objekte erzählen von der technischen, sozialen und wirtschaftlichen Erfolgsgeschichte des Bergbaus, Foto: DBM

Umbau kostet rd. 50 Mio. EUR

Das hört sich auf den ersten Blick viel an. Wenn man aber bedenkt, dass sowohl das denkmalgeschützte Gebäude als auch die Dauerausstellungen im DBM in „die Jahre gekommen sind“ und für das Geld das Gebäude saniert, ein neues Forsch-ungszentrum, ein neuer Lesesaal und ein neues Depot sowie vier attraktive neue und zukunftsfähige Dauerausstellungen implementiert werden, dann kommt das dem Land und der Stadt Bochum zugute. Nicht zu vergessen auch den rd. 40.000 Besuchern pro Jahr. Die RAG-Stiftung unterstützte den seit 2016 laufenden Umbauprozess mit 15 Mio.EUR.   

Participant Ratings

Location
4.5/5
Speakers
4/5
Catering
3.5/5
Teil der neuen Dauerausstellung im DBM, Foto: DBM

Gallery

 

 

Nach zweijähriger Bauzeit wurde zum 01.02.2019 die erste Etappe durch Eröffnung der ersten zwei von vier neuen Dauerausstellungen im Nordflügel des altehrwürdigen Museums erreicht. Die erste Ausstell- ung befasst sich mit dem Thema „Steinkohle- Motor der Industrieali- sierung“ und die zweite Daueraus-stellung steht unt- er dem Motto „Bergbau- Stein- zeit mit Zukunft.“ Rund 1.750 Ob- ekte zeigen auf vielfältige Weise die Geschichte des Bergbaus und seines technisch- en, wirtschaftlich- en, sozialen und kulturellen Ein- flusses auf die Re- viere.

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum, Foto: Revierkohle
Glückauf miteinander ! Foto: RAG

Im Südflügel wird noch bis Sommer 2019 an der Realisierung von zwei weiteren Dauer-ausstellungen gewerkelt. Dann werden die Themenwelten „Bodenschätze“ sowie „Kunst und Kultur“ eröffnet. Wissenschaftler/innen des Leibnitz-Forschungsmuseums aus den Dis- ziplinen Archöometallurgie, Bergbaugeschichte, Materialkunde und Montanarchäologie sowie ein mehrköpfiges Kuratorenteam des DBM haben sich viel Mühe gemacht, um die Aus- stellungen gestalterisch anspruchsvoll in Szene zu setzen. Die Besucher und Besucherinnen werden es hoffentlich zu schätzen wissen. Und selbstverständlich hat auch die Digitalisierung im DBM Einzug gehalten. Die Vermitt- lungsangebote werden auch als interaktive Spiele, multimediale Stationen sowie anhand von Hands-on-Exponaten offeriert.

Social

Review

Bernd Tönjes
Bernd Tönjes
Vorstand RAG-Stiftung
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Seit Anfang 2019 gibt es den aktiven Steinkohlenbergbau nur noch in Geschichtsbüchern und im Museum. Deshalb ist es besonders wichtig, das Wissen zu bewahren und didaktisch neu aufzubereiten. Foto: RAG-Stiftung
Bärbel Bergerhoff-Wodopia
Bärbel Bergerhoff-Wodopia
Vorstandsmitglied RAG-Stiftung
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Wir stellen uns mit den neuen Dauerausstellungen der Verantwortung, als DBM die Geschichte des Bergbaus historisch umfassend zu vermitteln. Das soll den Blick nach vorn ermöglichen. Foto: RAG-Stiftung
Prof.Dr. Stefan Brüggerhoff
Prof.Dr. Stefan BrüggerhoffDirektor des DBM
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Die Modernisierung des DBM ist eine Chance, das Forschungsmuseum neu zu positionieren. Foto: DBM

REVIERKOHLE unterstützt das DBM. RK-Mitglieder erhalten einmal jährlich einen kostenfreien Eintritt. 

Anschrift:

Am Bergbaumuseum 28

44791 Bochum

Öffnungszeiten: Mo: zu; Di-Fr. 08.30 h bis 17.00h . Sa-So,Feiertage von 10.00 h bis 17.00 h .

Ticketpreise

Erwachsene

5,00 EUR

Familienkarte

11,50 EUR

Jahreskarte

12,50 EUR

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Quellenhinweise:

DBM-Pressemitteilung v. 17.01.2019; WAZ vom 28.11. 2018; RAG-Stiftung-Presse-mitteilung vom 17.1. 2019 und RK-Redakt- ion vom 20.02.2019

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BBK: Sicherheitsrisiko Stromausfall

Bundesamt für Bevölkerungsschutz-und Katastrophenhilfe (BBK) warnt

Alles bekannt

Kenner der Materie dürfte die Warnung des BKK nicht überrascht haben. Schließlich warnen viele Fachleute seit Einführung des EEG vor den Folgen eines weiteren Ausbaus von regenerativen Ener gieträgern wie Wind und Sonne für das Stromnetz. Allein in 2018 hat es über 7.000 sog. händische Notbewirtschaft ungs- maßen in den Kraftwerkszentralen bedurft, um einen drohenden Stromausfall, verursacht durch zuviel Grünstrom in den Leitung- en, zu verhindern. Diese sog. Redispatchmaßnahmen haben sich seit 2000 mehr als verzehnfacht. Bei weiterem Ausbau der rege- nerativen Energieträger und gleichzeitigem Rückbau von Grund-lastkraftwerken, die für die Aufrechterhaltung der 50 Hertz -Wechselspannung sorgen, ist der flächendeckende Blackout eigentlich nur noch eine Frage der Zeit. Hochgeschreckt wurde das BBK aber nicht durch die Warnungen der Fachleute, sondern durch ganz normale technische Defekte. In Lübeck waren  190. 000 Menschen in 2018 vom Stromausfall über mehrere Stunden betroffen. Ursache bildete ein Defekt in einem Umspannwerk. In Berlin standen in 2018 ebenfalls Hunderttausende von Menschen fast einen ganzen Tag im dunklen. Ursache bildete eine fehlende Isolierung an einem schlichten Kupferkabel. In Münster kola- bierte in 2005 das Stromnetz, da 82 Strommasten aufgrund des Wintereinbruchs umknickten. Dieses Schicksal wird die geplanten hohen HGÜ-Masten, die vom Norden in den Süden verlegt werden sollen, bei entsprechenden Witterungsverhältnissen noch öfters treffen. Weitere Stromausfälle in 2018 gab es in Minden, in Ham- burg und in Bayreuth sowie in kleinen Ortschaften. Alles eigentlich bekannt.

Die gute alte Zeit ?

Rein statistisch betrachtet muß jeder Bundesbürger im Durch- schnitt 12,8 Min. im Jahr ohne Strom auskommen. Die meisten bekommen davon kaum etwas mit. Nicht umsonst rühmt sich Deutschland einer äußerst sicheren Stromversorgung. Das das so ist, verdankt die Republik den hervorragenden Kraftwerksmann- schaften und den Grundlastkraftwerken. Hinzu kommen die Mittel-und Spitzenlastkraftwerke. Sie alle ermöglichen es, das bisher die Versorgungssicherheit Tag und Nacht zuverlässsig gewährleistet werden konnte. Durch den weiteren Ausbau rege- nerativer Energieträger könnte diese Sicherheit in wenigen Jahr- en regelmäßig aufgrund des Zappelstroms gefährdet werden. Für diesen gar nicht oder viel zu viel angebotenen Grünstrom ist uns- er Stromnetz bei Überschreitung eines 40 %-Anteils nicht ausge- legt. Schon heute muß daher der nicht bedarfsgerecht erzeugte Grünstrom für teures Geld ins Ausland entsorgt werden. Auch das ist allen Fachleuten bekannt. Leider hört die Politik auf sie aufgrund der ideologisierten Energiedebatte kaum noch.

Stromausfälle als Lehrstück der Zukunft

Christoph Unger, Präsident

Bundesamt für Bevölkerungsschutz u. Katastrophenhilfe

Anstatt die Bundesregierung auf die Gefahren einer verfehlten Energiepolitik aufmerksam zu machen, fügt sich BBK-Chef Unger der offiziellen Linie. Er betrachtet die Stromausfälle zwar auch als warnende Lehrstücke über die Verwundbarkeit unserer Netze, zieht daraus aber die falschen Schlüsse. Er empfiehlt Vorsorge. Als Nothilfe schlägt er die Anschaffung von Taschenlampen und Kurbelradios vor, dazu Vorräte an Lebensmitteln, Wasser und Hygieneartikeln. Mit Campingkocher und warmer Kleidung könnte man auch eine zeitlang die Heizung ersetzen. Wer noch einen richtigen Kamin besitzt, sollte sich einen Vorrat an Kohle und Briketts anlegen. Dumm  nur, dass Herr Unger offensichtlich gar nicht mitbekommen hat, das wir seit dem 21.12.20128 die Steinkohleförderung in Deutschland eingestellt haben. Und ob uns die Polen und Tschechen im Notfall mal eben ganz fix einige  Tausende Tonnen von Kohle für die bei den meisten nicht mehr vorhandenen Kohleöfen rüberberschieben werden, bleibt abzuwarten.

Quellenhinweise: BBK-Pressemitteilung vom 17.02.2019; Hamburger Abendblatt vom 27.11.2018; WDR vom 26.06.2018; RBB vom 20.02.2019 sowie RK-Redaktion vom 20.02.2019

Fotos: Unger, BBK,  Mitte und oben: pixabay.com 

Sie können sich über regelmäßige Stromausfälle informieren. Wir empfehlen Ihnen den Besuch der Internetseite 

                                 ww w.stromausfall.de

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Industrie: Ende der Kohleverstromung wird rd. 100 Mrd. EUR kosten

Die von der Bundes-regierung in 2018 eingesetzte Kommission für Wachstum, Struktur wandel und Beschäfti- gung ( genannt „Kohle-kommission) hat An- fang Febr. 2019 der BR empfohlen, aus der fossilen Energieer-zeugung bis 2038 komplett auszusteigen.

 

 

 

 

 

 

Ihre Meinung interessiert uns

Halten Sie einen Komplettausstieg aus der fossilen Energie-versorgung bis 2038 für möglich? Glauben Sie, das regenerative Energieträger Tag und Nacht Strom sicher zur Verfügung stellen werden ?

Ein Kohleausstieg ist energiepolitisches Harakiri. Wir brauchen daher einen Mix aus erneuerbaren Energien und Braunkohle

Kohle-Kommissionsvors. Matthias Platzeck (SPD) in der MOZ vom 21.03. 2012

Kohle-Kommissionsmitglieder, Foto: BMWI

Der Klimaschutzplan der Bundesregierung ist eine katastrophale Fehlentscheidung. Wenn die Braunkohle zerstört wird, ist die Enegiewende am Ende

2 Kohle-Kommissionsvors. Stanislaw Tillich (CDU u. ehem. MinPräs. von Sachsen in der Leipziger Volkszeitung vom 05.11.2016

Der Klimawandel ist der Grund, warum wir in der Kommission zusammentreffen

3 Kohlekommissionsvors. Prof.Dr. Barbara Praetorius im Handelsblatt vom 23.10.2018

Viele Nicht-Fachleute entscheiden über die Versorgungssicherheit der Nation

31 Mitglieder, darunter 7 Fachleute, haben Anfang Febr. 2019 der Bundesregierung em- pfohlen, aus der fossilen Energie- versorgung bis 2038 komplett aus zusteigen. Bis 2030 soll der C02-Ausstoss um 60 % reduziert werden.  Als Ausgleichsmaß- nahme für die wegbrechenden rd. 20.000 Arbeitsplätze in den ost- und westdeutschen Revieren sollen Soforthilfen von 1,5 Mrd. EUR bereitgestellt werden. Insgesamt bezifferte die Kommission die Kosten eines Ausstiegs auf rd. 40 Mrd. EUR. Hinzu kommen die Ausbaukosten für eine neue Netzinfrastruktur in Höhe von rd. 70 Mrd. EUR. Die Kraftwerke sollen sukzessive stillgelegt werden. Als Aus- gleichsmaßnahme ist vorgeseh- en, Betrieben und Privatpersonen ab 2023 einen Zuschuss auf das Netzentgelt zu gewähren,   damit die Strompreiserhöhungen nicht allzu drastisch ausfallen. Be- stehende Behörden sollen in die dann strukturschwachen Reviere verlegt werden. Das Lausitzer Revier soll zu einem 5-G- Mobil-funkstandort ausgebaut werden. Das autonome Fahren, was eigentlich kein Mensch braucht, soll ebenfalls in der Lausitz stärker erprobt werden. Alles Maßnahmen, die sicherlich sehr viele neue Ersatzarbeitsplätze schaffen und die Nachfrage ordentlich beleben wird, so einige Öko-Freaks aus der Kohle-kommission. Wir und die Taus- enden von Betroffenen glauben das allerdings nicht. Und auch energiepolitisch betrachtet sehen wir das baldige Ende einer fossil- en Energieversorgung noch lange nicht am Horizont heraufschimm ern, da bis heute kein Großspeich- er zur Verfügung steht, der Wind-und Sonnenstrom für mehrere Dunkelflautenwochen speichern könnte.

Wirtschaft fordert Revisionsklausel

Sowohl der DIHK-Präsident Eric Schweitzer als auch der BDI- Präsi dent Dieter Kempf forderten nach Vorlage des 330 Seiten starken Abschlussberichts der Kohle-kommission von der Bundesre- gierung eine verbindliche Revi- sionsklausel, also den Ausstieg aus dem Ausstieg, wie er bereits in 2008 im Steinkohlefinanzier-ungsgesetz vorgesehen war und 2012 dann gekippt wurde. Nie- mand wisse, so Kempf, was nach dem Atomausstieg 2022 passier- en wird. Wir brauchen auch bei der Kohle eine ernst gemeinte Folgenabschätzung. Es geht da- rum, so DIHK-Präsident Schweitz- er, dass die Versorgungssicher- heit, die Wettbewerbsfähigkeit und die Preisstabilität garantiert werd- en muß, bevor man alle Kraft- werke abschaltet.

∨∨Die Sorge der Deutschen Wirtschaft kommt nicht von ungefähr. Aufgrund des weiteren Ausbaus von Windkraft- und Solarstrom- anlagen kam es in 2018 zu über 7000 Notbewirtschaft unsmaßnahmen. Das heißt, es wurde zuviel Öko-Strom produziert, der nicht nach- gefragt wurde. Um einen Netzzusammenbruch weg- en Überlastung zu ver- meiden, mußten die Kraft-werksmannschaften die Öko-Stromeinspeisung her- unterfahren und den über- schüssigen Strom ins Aus- land gegen Entgelt ver- schenken. Diese Proble- matik wird sich bei einem weiteren Ausbau der rege- nerativen Energieträger in Zukunft dramatisch ver- stärken. Die Versorgungs- sicherheit sehen die Indu- striebosse daher zu Recht als gefährdet an. ∨

Gesundes Misstrauen hin- sichtlich der Kompetenz der Kohle-Kommissions- mitglieder und Ihren Em- pfehlungen ist darüber hinaus ebenfalls   be- rechtigt. Schauen wir uns die Profis  mal aus der Nähe an. Da saßen bisher so fachfreie Experten wie z.B. ein Kai Niebert, Präsident des Dachver-bandes Deutscher Natur-schutzring, Martin Kaiser, Geschäftsführer von Green pace, Hubert Weiger, Vors. Bund für Umwelt-und Natur schutz, der „ideologiefreie“ Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber vom Pots- damer Institut für Klima-folgenabschätzung, Rainer Priggen, Vors. Landesver- band Erneuerbare Energien NRW, Barbara Praetorius, stellv. Dir. des Thinktanks Agora Energiewende, Ger- da Hasselfeldt, Präsidentin des Deutschen Roten Kreuzes, Claudia Nemat, Vorstandsmitglied der Deutschen Telekom AG. Sie alle sind fest davon überzeugt, dass die antro-phogen erzeugten C02-Emi ssionen ursächlich für die Klimaerwärmung sind, ob- schon die weltweit er- zeugten fossilen C02- Emi- ssionen gerade einmal bei 2,2 % liegen und der Anteil aus Kohle bei unter 1 %.*) > 

Quellenhinweise:

*) vgl.hz. IEA: C02 emi- ssions by fuel combust- ion, Paris 2017, in: Ener- giewirtschaftliche Tages- fragen, 68 Jg., Hft. 10, 2018, S. 10 f ; Handelsblatt vom 4.01. 2019; DEBRIV-Pressemitteilungen vom 10.01. 2019 und 26.01. 2019; FAZ vom 24.10.2018; Wochenkurier vom 04.12. 2018; LVZ.de vom 06.12. 2018; epochtimes.de vom 06.02. 2019; DEBRIV-Pressemitteilungen vom 10.01.2019 und 26.01. 2019; Hamburger Abend- blatt vom 26.10. 2018; 23.01.2019; 25.01. 2019 und 30.01.2019, Revier- kohle: (Hrsg.) Jahrbuch für Energiepolitik und Montan-kultur 2019, Rückblick 2018 sowie RK-Redaktion vom 21.02.2019.

Fotos: Mitte: IGBCE, unten links: pixabay.com

Wir könnten die Liste der hervorragenden „Experten“, die sich überwiegend aus Nicht-Fachleuten zusammensetzte noch lange fortsetzen. Es sollte aber klar werden, dass die 7 tatsächlichen Fachleute in der Kohle-Kommission einen äußerst schwierigen Stand hatten, um ihre Bedenken zu Gehör zu bringen. Aber das war von Anfang an auch so ge- plant.  Denn schließlich ging und geht es der BR nicht um eine physikalisch-technische Faktendarlegung, sondern um eine Bestätigung ihrer schon längst verfehlten Energie-politik. Kein Wunder also, dass die Bundesumweltministerien Svenja Schulze (SPD), die Arbeit der Kommission besonders lobte. 

Kritiker werfen der Bundes-regierung vor, dass bisherige energiepolitische Zieldreieck „Versorgungssicherheit, Nach- haltigkeit und Wirtschaftlichkeit“ völlig aus den Augen verloren zu haben. Stattdessen wird der Focus einseitig auf die (uner- hebliche) CO2-Emissionsredu- zierung gerichtet. Fachleute haben ausgerechnet, dass der Rückgang der CO2-Emissionen  nach Abschaltung aller Kraft- werke gerade einmal bei 0,000013 % liegen würde. Also so gut wie nichts. Markus Söder (CSU) hob daher hervor, dass bei der Energiepolitik auf die Ver- hältnismäßigkeit geschaut werd- en müßte, wenn man schon nicht wisse, wie die Versorgungs sicherheit künftig gewährleistet werden solle. In die gleiche Kerbe haute der Präsident der Metallarbeitgeber, Rainer Dulger, in dem er vor der Presse er- klärte, das Wirtschaftsminister Altmeier kein Konzept für die Energiewende habe. Niemand wisse, wo die Energiewende herkommt und wo sie hingeht. Es herrscht energiepolitisches Chaos. Da die Braunkohle in Deutschland nur zu 0,5 % der weltweit erzeugten CO2-Emissio en verantwortlich ist, ist es unverantwortlich, ganze Indu- striezweige für die Energie- wende opfern zu wollen, so der Hauptgeschäftsführer des Bund- esverbandes Braunkohle (DEB- RIV), Thorsten Diercks. Dies unterstrichen auch rd. 20.000 Kumpels aus den Braunkohle-revieren an einem Aktionstag in 2018.

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Nachbergbau: Auswirkungen für das Ruhrgebiet

gut bezahlte Arbeit - gute Knapp- schaftsrente... Ade

Das Ende aller Grubenfahrten wurde am 21.12.2018 auf der letzten Zeche im Revier, Prosper-Haniel in Bottrop, besiegelt.  Wohl wissend, das da- durch gut bezahlte Arbeitsplätze mitsamt der Wertschöpfungskette zu Grabe getragen wurden. Das Ende der Steinkohleförderung in Deutsch- land wurde damit begründet, dass es ein notwendiger Beitrag für die Klima-rettung sei und das es darüber hin- aus besser sei, in Bildung zu in- vestieren als den Steinkohlenberg- bau noch länger zu subventionieren,

so der NRW                      Min.Präs. Armin  Laschet im Deutschlandfunk. Aber stimmt das wirklich ?

Wir denken nicht, denn die Sub- ventionen für den Windkraftausbau (rd. 22 Mrd. pro Jahr !),die Kosten für die Arbeitslosigkeit (rd. 55 Mrd. EUR in 2016) , die Steuerausfälle und den Rückgang der Nachfrage liegen  um ein vielfaches höher als die 1.053,6 Mrd. EUR/Jahr an Subventionen für den Bergbau, die in 2017 gezahlt wurden.                                                                                  

Unsere Kurzanalyse

Folgen für den Arbeitsmarkt

Das Ruhrgebiet strukturwandelt sich seit dem Niedergang der ersten Zechen Anfang der 60er Jahre zu Tode. Waren in den 50er Jahren auf den rd. 140 Zechen im Revier noch fast 500.000 Menschen beschäftigt, so waren es Ende 2018 auf zwei verbliebenen Zechen nur noch rd. 2000 Menschen. Allein im Zeitraum von 1998 bis 2018 sind 12 Zechen mit über 12.000 Beschäftigt- en stillgelegt worden. Demgegenüber stehen rd. 3000 neue Arbeits- plätze auf 12 ehem. Bergwerksflächen. Mit einem niedrigeren Gehalt, versteht sich. Und das hat Folgen für das Revier. Die Arbeits-losenquote im Revier stieg im Durschnitt von 2018 auf 2019 zwar nur um 0,2 % von 6,5 % auf 6,7 %. Dafür verweilte die Hartz IV-Qoute (SGB II) aber auf hohem Niveau. Gelsenkirchen, die ehem. Stadt der 1000 Feuer mit 14 Zechen und über 50. 000 Bergleuten, in der dieselbigen  mittlerweil- en fast alle erloschen sind, hat eine Hartz-IV-Qoute von 24,9 % und bildet damit das Schluss- licht im Revier, gefolgt von Essen mit 20,3 %, die Stahlhochburg Duisburg mit 19,6 %, Herne mit 19,4 % und Mönchen-gladbach mit 18, 7 %. Insgesamt bezogen in 2018  5,95 Mio. Menschen Leistungen nach dem SGB II.

Folgen für die Wirtschaft

In den letzten 60 Jahren förderten die Zechen im Revier über 10 Mrd. Tonnen Kohle und vergaben ungezählte Mio. DM bzw. EUR an Aufträgen an die Zuliefererindustrie, zahlten gute Löhne und Steuern und trugen somit zu einem stetigen Wohlstand in der Bundesrepublik bei. Es hieß  nach dem 2. Weltkrieg gegenüber den Bergleuten daher nicht zu Unrecht:“ Dein Grubengold hat uns wieder hochgeholt.“ Das ehemalige industrielle Herz Deutschlands ist heute nach Ansicht des Instituts der Deutschen Wirt- schaft eine Region mit unterdurch-schnittlichen Indsutrieanteilen. Die strukturelle Arbeitslosigkeit im Revier sei die größte Heraus-forderung, so die Agentur für Arbeit in Dortmund. Und wie es weiter- gehen wird ohne Kohle, weiß Niemand so recht. Denn was fehlt, sind expansive Aktivitäten von hochproduktiven Unternehmen mit Beschäftigungs-potential.   280.000 Studenten, etwas Tourismus und zahlreiche Logistikunter-nehmen werden für rd. 5 Mio. Mensch- en , die im Revier leben, auf Dauer wohl kaum eine echte Perspektive entwickeln können.

Folgen für die Versorungs-sicherheit

 Nachdem das Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop die letzten 1,8 Mio. Tonnen Kohle bereits im Aug. 2018 verkauft hat, ist Deutschland bei der Steinkohle nunmehr zu 100 % abhängig vom Ausland. Die meisten Kohlen, rund 20 Mio. von rd. 55 Mio. T, kommen aus Russland. Aus den USA kommen 9 Mio. T und aus Kolumbien kommen 6,5 Mio. T. Demnächst sollen Kohlen auch aus Polen und Tschechien  verstärkt geliefert werden.  Die Folgen für die Versorgungs-sicherheit sind im Himblick auf die breite Risiko-streuung nach Ansicht der deutschen Kohle-importeure zwar relativ gering. Allerdings würde sich das im Falle großer Hitze schnell ändern können. Denn wenn die Flüsse in Kraftwerksnähe zu wenig Wasser führen würden und die Kohlenschiffe daher nur halb beladen anlanden könnten, dann müßten die Kraftwerke herunt- er gefahren  werden, denn die Siloreserven reichen i.d.R. nur für ein paar Tage. Und sollte ein Hochsommer mit Windstille einher -gehen (was die Regel ist), dann würde auch regenerative Energie nicht zur Verfügung stehen. 

Hohe Abhängigkeit von Russland

Die Deutschen Kraftwerke beziehen zu 49 % ihre Kohlen aus Russland. In 2018 exportierte Russland 19,7 Mio. T Kohle nach Deutschland und 100 Mio. T nach Europa. Zwar reichen die Kohlenvorkommen in Russland mit rd. 157 Mrd. T SKE zwar noch über viele Jahrzehnte, doch ist keineswegs sicher, ob diese den über 4000 km langen Weg aus dem Kuzbass-Gebiet, nicht weit von der Grenze nach Kasachstan und zur Mongolei stets und ständig zuverlässig finden werden. Denn erstens ist die Region keineswegs politisch sicher und die Arbeits-bedingungen und die Bezahlung ist miserabel. Im Durchschnitt verdient ein Bergarbeiter 900 EUR im Monat. Die Ab- bautechnik ist veraltet. Aufgrund der strengen Winter hakt es immer wieder in der Logistik- kette.

Das Problem der Blut- kohle

In den nächsten Jahren wird auch der Kohle-Import aus Kolumbien und Bolivien weiter zunehmen. Die ist zwar billig, es sollte aber nicht vergessen werden, dass rd. 55.000 Menschen aufgrund Vertreibung durch paramilitärische Einheiten und 3.100 Menschen mit ihrem Leben dafür bezahlten. Eine Wiedergutmachung ist bis heute nicht erfolgt, kritisiert der Kohle-experte Sebastian Rötter vom Verein Urgewald. Daher hat die Kath. Hilfsorganisation Misereor und andere NGO´s bereits in 2017 den Deutschen Energie-versorger EnBW aufge-fordert, die Geschäftsbe- ziehungen mit den Kohle lieferanten Drummond (USA) und Prodeco/ Glencore (Schweiz) so- fort abzubrechen. Geschehen ist bisher nichts. Im größten kolumbianischen Tage- bau Guajiva sterben jedes Jahr Hunderte von Kindern an Atemwegs-erkrankungen.Nutznießer dieser besonders bru- talen Ausbeutung von Mensch und Natur sind ebenso die Energiever- sorger RWE, Steag und Vattenfall. Sie alle hüllen sich in Schweigen. Wir denken, dass das nicht der Preis der Wettbe- werbsfähigkeit und der Energiewende sein sollte.

Quellennachweise:

Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Eckwerte der Grundsicherung SGB II, Nürnberg Dez. 2018; WAZ vom 21.12.2018; Deutschlandfunk vom 15.10.2018; Stern vom 18.12.2018; Stadtzeitung Gelsenkirchen 4/2018; Gesamtverband Steinkohle e.V., Jahres-bericht 2018, Essen 2018; Energie- wirtschaftliche Tagesfragen, 68. Jg., 2018, Heft 10, S. 10 f; *)Steinkohle-subventionen in 2017, Wissenschaftl. Dienst des Deutschen Bundestages,  Berlin 2017, S. 7; Deutsche Welle vom 29.07.2004; Moskauer Deutsche Zeitung vom 21.01.2019 (dort: Russland fördert 420 Mio. T SKE/Jahr in 85 Zechen und 121 Tagebaue mit rd. 90.000 Bergleuten) ; Videoclip: Kolko e.V., kolko.net von Okt. 2016; Saarbrücker Zeitung vom 19.4.2018; energiezukunft.de vom 09.05.2017 und RK-Redaktion vom 22.02.2019;

Foto und Modellentwurf: B. Blach, RK

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BEV-Energie ist pleite

wegen fragwürdigem Geschäftsmodell

Bayerische Energieversorgungs-gesellschaft stellte am 29.1.2019 einen Insolvenzantrag

Mit der BEV ist wieder ein Billigstrom-aanbieter in die Pleite gerutscht. Rund 250.000 Kunden warten auf fast 80 Mio. EUR an Rückerstattungen, die sie wahrscheinlich nie mehr erhalten werden, so der Insolvenz-verwalter, RA Axel Bierbach. Zu den Gläubigern gehören auch die Netzbetreiber Amprion, Tennet, TransnetBWund 50 Hertz. Kunden sollten noch kurz vor der Pleite einen monatlichen Abschlag von 65 EUR bezahlen, weil angeblich aktualisierte Messwerte vorgelegen hätten. Das erwies sich jedoch als unwahre Behauptung, da gar keine Messungen vorgenommen wurden. Zum Verhängnis wurde dem Billigstrom-anbieter die gestiegenen Energie-Be- schaffungskosten. Die Kunden werden nun vom kommunalen Grundversorger mit Strom beliefert. BEV wurde erst 2013 gegründet und gewann seine Kunden vor allem über Vergleichsportale im Internet.

Vattenfall hilft

Für die Kunden ist die unter-brechungsfreie Stromversorgung weiterhin ge- währleistet. Vattenfall hat den Kunden einen Grundversorungs- sowie ein Alternativtarif angeboten. Gaskunden der BEV werden nunmehr von E-ON Energie versorgt. 

drohen weitere Pleiten ?

Damit ist zu rechnen im stark umkämpften Energiemarkt. Vor zwei Jahren schon mußte der Hamburger Anbieter Care Energy die Segel streichen. Ebenfalls in die Knie gingen die Billiganbieter Teldafax und Flexstrom, die aufgrund ihrer Tarif-politik die eigenen Kosten nicht mehr deck- en konnten. Bei Teldafax schauten rd. 750.000 Kunden in die Röhre. Sie erhielten die gezahlten Kautionen nicht mehr zurück.   

Vorsicht vor Tiefstpreisen

Wenn ein hoher Wechselbonus gezahlt wird und der monatliche Abschlag um 14 % niedriger liegt als bei der Konkurrenz und der Arbeitspreis ebenfalls billiger ist, dann sollten Sie misstrauisch werden. Denn hier liegt vermutlich ein Angebot vor, welches wahr- scheinlich unter den tatsächlichen Kosten liegt. Allein für die abzu- führenden Steuern, Netzentgelte und Energiebeschaffungs-kosten könnte ein solcher Anbieter leicht ins Minus rutschen, so das U.-Beratungsunternhmen A.T. Kearney aus Düsseldorf. Auf Vorkasse sollten Sie sich daher grund-sätzlich nicht ein- lassen. Solidere Angebote offerieren dagegen oft die Stadtwerke, da sie ihren Strom meistens mehrere Jahre im Voraus einkaufen und daher von aktuellen EEX-Börsenpreiserhöh- ungen nicht sofort betroffen sind. . 2018 ist der Strompreis nach einer langen Tiefpreisstrecke wieder um 9,3 % zum Vorjahr gestiegen.  Auch ein Grund, warum Billigstromanbieter in die Pleite rutschen.   

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Quellenhinweise:

pressreader vom 2.2.2019; Der Tages-spiegel vom 2.2.2019; Hamburger Abend- blatt vom 01.02.2019 ; Focus-Online vom 07.10.2011; verifox vom 17.02.2019; n-tv.de vom 30.01.2019; Verbraucher-zentrale Niedersachsen vom 06.11.2017; Handelsblatt vom 17.02.2019;  FAZ vom 13.12.2018; ZDF vom 30.10.2018 sowie RK- Rdaktion vom 22.02.2019

Fotos: pixabay.com

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