NRW: Landtag würdigt die Verdienste des Steinkohlenbergbaus

Landtagspräsident Kuper verneigt sich vor dem Lebenswerk der Bergleute

mitgestaltet vom ruhrkohle-chor

Die Landtage von NRW und dem Saarland haben in einem Festakt die Leistungen des Bergbaus gewürdigt und die verbliebenen Bergleute in Bottrop, Ibbenbüren und im Saarland verabschiedet. Viele Bergleute wohnten dem Festakt im Plenarsaal bei. Der Ruhrkohle-Chor umrahmte den Festakt. Landtagspräsident Andre´ Kuper verneigte sich vor dem Lebenswerk der Bergleute und verabschiedete diese mit einem opti-mistischen Bekenntnis für die Zeit nach der letzten Schicht. Unermüdlich hätten die Bergleute ihren Beitrag zum wirtschaft-lichen Aufchwung in den Revieren sowohl nach dem Krieg als auch Jahrzehne danach geleistet. Die eruopäische Einigung ist mit der Geschichte der Montanunion eng ver-bunden. Min.-Präs. Laschet betonte in seiner Festansprache, dass es der Bergbau war, der wichtige Impulse in Sachen Montan-mitbestimmung, demokratische Willens-bildung und gerechte Bezahlung in der Arbeitswelt gesetzt hat. Er erinnerte in diesem Zusammenhang auch an die vielen harten Arbeitskämpfe an Rhein und Ruhr. IGBCE -Vorsitzender Michael Vassilliadis be-tonte, dass der gewaltige Personalabbau in den letzten Jahrzehnten auf alle Zechen so-zialverträglich nicht gelungen wäre, hätten nicht alle Akteure an einem Strang gezogen, hätte es nicht die Montanmitbestimmung n und  hätte es nicht die Losung gegeben, dass nach Abwurf einer Zeche Niemand ins Berg-freie fällt.    

MinPräs. Armin Laschet

Im Bergbau ging es nie um Religion, sondern darum, sich aufeinander verlassen zu können. Dieses soziale Erbe wird auch dann bleiben, wenn die Kohle geht.

MinPräs. Tobias Hans

Das Zusammenstehen der Bergleute wegen der Gefährlichkeit unter Tage muß auch als christliche Tradition verstanden werden. Der „aufrechte Berg-mann“ sei nie nationalistisch oder aus-grenzend gewesen. Das zeigt die gelungene Integration vieler ehem. sog. Gastarbeiter, die Barbara-Feiern, sowei die enge Beziehung zwischen Bergbau und Kirche.

IGBCE-Vors. Michael Vassiliadis

Nehmt euch die bergmännischen Tugenden zum gesellschaftlichen Vorbild für die Zukunft.

Wir haben der Steinkohle in NRW fast alles zu verdanken

Man muß schon ein Herz aus Stein haben, um bei der Aufzählung all der Ver-dienste, die der Bergbau und die Bergleute erworb-en haben, nicht davon zu Tränen gerührt zu sein. Zumal das Steigerlied auch noch in H-Moll intoniert wurde und alle zu Ehren der Bergleute aufstanden. An-schließend wurde ein Berg-mannsschnaps herum-gereicht. Ob man danach auch noch das bergm. Traditionsgericht „Grünkohl, Mettwurst und Kassler“ einnahm, wissen wir leider nicht. Trotz aller Feierlich-keit machten alle Redner mit ähnlichen Worten un-missverständlich deutlich, dass am 21. 12. 2018 tat-sächlich mit der letzten Schicht die Bergbauära endet. Ob diese Entscheid-ung weise war, wird die Zu-kunft zeigen. Wir halten sie nach wie vor für nicht ver-nünftig. Ebenso unvernünft-ig halten wir den beschloss en Ausstieg aus der Braun-kohle, da die Energiewende nicht gelingen kann. Und solange Energie aus Wind-und Sonne weder dauernd bereitgestellt noch ge-speichert werden kann (sieht man einmal von Batteriespeichern für die kurzfristige Überbrückung von Spitzenlasten ab)….. solange werden auch weiterhin Kohlekraftwerke benötigt. Die Importpreise werden u. E. daher länger-fristig nur eine Richtung nehmen: nach oben. Wir glauben daher, dass man die Bedeutung der Kohle weder früher noch heute gar nicht genug betonen kann. Denn eine zunehmen de Weltbevölkerung hat auch einen zunehmenden Energiehunger.

Quellenhinweise:

IGBCE; Landtag.NRW.de vom 12.09. 2018; Wirtschaftswoche vom 12.09. 2018; WDR 1 vom 12.09.2018;  Welt vom 11.05.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018;

Fotos: oben: Zeche: pixabay.com; Berg-mann mit Lampe: RAG; Ruhrkohle-Chor: Landtag NRW, Pressestelle, alle darunter: Landtag NRW, Pressestelle

 

RWE: warum die Rodung im Hambacher Forst notwendig ist

Kampf um die Kohle geht weiter

DIE STORY

Zwischen Jülich und dem beschaulichen Düren an der A 44 liegt der Hambacher Forst. Und dort tobt zur Zeit der Bär. Öko-Freaks, Umwelt-schützer und Klimaretter vor allem aus der linken Szene haben beschlossen, den Wald zu retten und halten diesen daher seit 2012 be-setzt. Als Unterschlupf dien-en ihnen Baumhäuser. Nun gehört das Gelände aber dem Energieversorger RWE. Und dieser will den Wald auf einer Fläche von 100 Hektar roden, um an die dort la-gernden 2,5 Mrd. Tonnen Braunkohle heranzukomm-en. Diese wird benötigt, um das Braunkohlekraftwerk Niederaußem in Bergheim weiterhin sicher mit Kohle auf kurzen Wegen versorgen zu können. Darüber hinaus ist der Wald als Ausgleichs-fläche für den Verzicht auf einen weiteren Abbau im Garzweiler Revier I von der Landesregierung NRW aus-gewiesen worden. Der Ham-bacher Forst liegt im Nord-revier des Tagebaus Garz-weiler I und grenzt an den Tagebau Inden II, wo noch bis 2030 Braunkohle ge-fördert werden soll.   Da die Umweltaktivisten und Kli-maretter davon überzeugt sind, das die Braunkohle-verfeuerung  das  Klima er-wärmt und die Umwelt schädigt, wollen sie die Ro-dung verhindern und proben seit dem 10.09.2018 den Aufstand gegen die Polizei, die den Auftrag hat, den Wald zu räumen, um die Rodung zu ermöglichen.    

Die Meinung der Kritiker

Kritiker halten RWE vor, dass man den Tagebau um den Ham- bacher Forst herumlenken kann. Außer- dem ständ- en genügend Gaskraft-werke als Ersatz für die Braun-kohle bereit. Beide Argu- mente greif en wir im Folgenden auf. 

Warum die Rodung notwendig ist

Die Rodung ist aus zeitlichen Gründen notwen-dig, da die Braun-kohebagger sich bereits 300 Meter an die Kante des Tagebaus Ham-bach herange-arbeitet haben und damit un-mittelbar vor dem Hambacher Forst stehen. Ein Still-stand würde enorme Still-standskosten nach sich ziehen. Eine Umgehung ist nach Ansicht von RWE aus technischen Gründen nicht möglich, da die hohen Böschungskanten im Seitenbereich des Tagebaus einen Richtungs-wechsel unmög-lich machen.

Meinungen

Albrecht Gerber (SPD)

Der Bergbau ist der größte Arbeitgeber in der Lausitz. Wir sprechen daher vom drohenden Verlust von Industriearbeitsplätzen und nicht vom Tretbootverleih. Ich stehe daher zum LEAG-Konzept.

Michael Kretschmer (CDU)

Die Kohle-Kommission der Bundesregierung hat nur dann einen Sinn, wenn sie sich an Fakten orientiert und ergebnisoffen bleibt.

Thomas Kutschaty (SPD)

Wir leben in einem Rechtsstaat und da gelten rechts-staatliche Spiel-regeln.RWE hat einen Rechts-anspruch auf Rodung.

Klaus Emmerich (IGBCE)

Die Aktivisten in Hambach sind nicht da, um ein politisches Zeichen zu setzen, sondern denen geht es nur um Randale und Gewalt“.
Klaus Emmerich, stellvertretender BR-Vorsitzender im Tagebau Garzweiler

Gaskraftwerke können die Grundlastkraft-werke nicht ersetzen, da sie nur den kurz-fristigen  Bedarf an Spitzenlaststrom ab-decken können. Darüber hinaus können viele  Gaskraftwerke aufgrund der garant-ierten Einspeisevergütungen für Flatter-strom (Windstrom) wirtschaftlich kaum betrieben werden. Der Preis für Strom aus Gas liegt an der EEX-Börse z.Zt. mit 6,9 Ct je kWh deutlich höher als für Braunkohle mit 3,5 Ct je kWh. Der Verbraucher zahlt neben den Stromkosten die Stromsteuer, die EEG-Umlagen, die § 19-Offshore-Um-lage und demnächst auch noch die Kosten für den Stromtrassenausbau sowie die Kosten für die Bereithaltung der Grund-lastkraftwerke, weil diese dank des EEG mittlerweile ebenso unrentabel geworden sind, trotzdem aber benötigt werden, um die Schwankungen auszugleichen und die Netzfrequenz von 50 Hz ständig aufrecht zu erhalten, da ansonsten binnen kürzest-er Frist ein Blackout drohen würde.

 
 

Und was den Protest gegen die Abholzung angeht, da sollten die Damen und Herren (Gewalt) Protestler die Kirche im Dorf lassen. Man muß sich nämlich mal die Größenverhält-nisse ansehen. Der Hambacher Forst ist 200 Hektar groß. Davon sollen 100 Hektar gerodet werden. Diesen „Baum-frevel“ darf RWE selbstverständlich nicht kostenfrei vornehmen. Vielmehr schreibt das Bundesberggesetz allen Bergbaubetrieben die Aufforstung und Renaturierung nach der Auflassung vor. RWE hat im Rheinischen Revier bisher mehr als 8000 Hektar Wald auf-geforstet. Im Umfeld des Tagebaus Hambach wurden 1.500 Hektar Wald neu aufgeforstet. Auf der Halde Sophienhöhe stehen seit 40 Jahren Tausende von neuen Bäumen, die RWE-Mitarbeiter angepflanzt haben. 429 Tierarten, die auf der sog. Roten Liste stehen, haben sich dort ange-siedelt. Und nun vergleichen Sie das einmal mit den Folgen des Windkraft-anlagen-Ausbaus: seit 2010 sind rd. 750 Hektar Wald ersatzlos abgeholzt worden. In dieser Zeit kamen rd. 250. 000 Fledermäuse und rd. 12.000 Greif-vögel zu Tode und Strom wird nur ge-legentlich produziert. Und von einem Beschäftigungsboom in der Windkraft-industrie kann schon seit Jahren nicht mehr die Rede sein. Durch den Ausbau der Windkraftanlagen ist bis heute keine einzige Tonne C02 eingespart worden, was zugebenermaßen aber unerheblich ist.  Also, liebe Aktivist-en/innen: Füße stillhalten !

 

Quellenhinweise:

Maxeiner, Dirk: wenn zwei dasselbe tun.. in: Eike.de vom 09.2018; Krüger, Michael, in: Eike.de vom 14.09.2018; Presse-mitteilung der RWE AG vom 15.09.2018; Hambacherforst.com; Hamburger Abend-blatt vom 14.09.2018; dpa vom 15.09. 2018; Manager Magazin vom 17.09.2018; Lausitzer Rundschau vom 17.09.2018; Aachener Zeitung vom 17.09.2018; Süddeutsche Zeitung vom 15.09. und 17.09.2018; Der Spiegel vom 14.09.2018; Ostsee-Zeitung vom 14.09.2018; Focus-Online vom 14.09.2018 und RK-Redaktion vom 19.09.2018

Fotos:

unten: Braunkohletagebagger, Giglio di_ mare, pixabay.com;  Bergmann: stafichu-kanatoly, pixabay.com; Trecker mit abge-holzten Bäumen: Antranias, pixabay. com