Solarworld ist pleite

und die Bürgerinnen und Bürger zahlen wieder einmal die Zeche für eine höchst umstrittene Technologie


sOLARWORLD ag; FOTO TAG24


Das war´s dann endlich: nach Solon, Q-Cells, Cong-ergy, SolarCity, Sovello, Suntech, Solar AG Gehr-lich, Solar-Millenium u.a.  verschwindet nunmehr ein weiterer „Globalplayer“ auf dem Solarmarkt. Die Firma Solarworld ist pleite. Und mit ihr ist auch der „Sonnenkönig“ Frank Asbeck als GF ge-fallen. Trotz EEG-Subventionen in Milliardenhöhe folgte seit 2010 bis heute Pleite auf Pleite. Das Pikante im Fall Solarworld: GF Asbeck hat einen Börsenwert von 5 Mrd. EUR verspielt.

Frank_Asbeck_2013sw2

oben: der bisherige GF der Fa. Solarworld: Dipl.-Ing. Frank Asbeck

Jürgen Fälchle, fotolia 2

als der Rubel noch kräftig rollte, da freute sich jeder Solarpanelbauer und Häuslebesitzer über die uner-wartete staatliche Unterstützung.

Damit wir aber nicht missverstanden werden, sei be-tont, das die Entlassung von Mitarbeitern immer eine belastende Situation darstellt. Den Verlust von Arbeits plätzen hinzunehmen, ist daher  selbstverständlich eine traurige Angelegenheit und wird hoffentlich durch eine bessere Zukunft ausgeglichen. Fakt bleibt aber, dass die Firma Solarworld Mißmanagement betrieben hat, die Bundesregierung den Import von Billigsolarzellen aus China durch Subventionen der Technologie direkt vor Ort subventioniert hat und damit das Sterben der deutschen Solarbranche mit zu verantworten hat. Im Ergebnis ist aus Sicht der Firma als auch aus Sicht der Bundesregierung sowie aller „Klimaretter“ die Pleite zwar bedauerlich, aber aus Sicht einer vernünftigen Energiepolitik mehr als richtig Und daher gibt es auch Keinen Grund zur Traurigkeit. Denn Solarstrom in einem sonnenarmen Land wie Deutschland flächendeckend anzubieten, ist kein Wohlfahrtsgewinn, sondern eher eine Geisterfahrt mit gewollten „Ausfallerschreckungsmomenten.“

Es gruselt uns, wenn wir uns die Zahlen des Bundes-ministeriums für Wirtschaft vom 28.7.2016 anschau-en. Da flossen an die ehrenwerten PV-Gesellschaften von 2000 bis 2012 sage und schreibe 31 Mrd. EUR an Subventionen. Und in 2014 waren es immer noch 10,5 Mrd. EUR, bei einem Umsatz an der EEX-Börse von 1 Mrd. EUR. Obschon die Solarbranche am Primärener-gieverbrauch lt. Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in 2016 gerade einmal mit nur 1,0 % beteiligt war. Die Branche hatte von 2011 bis 2014 einen Umsatzein-bruch von 74,2 % hinzunehmen. Und das Dolle:

Der PV-Strom für Privathaushalte liegt mit 60 Ct pro kWh am höchsten von allen regenerativen Energie-trägern. Am preiswertesten ist und bleibt die Kohle mit rd. 3,6 Ct kWh bei Braun-und 6,2 Ct. bei Steinkohle pro kWh. Hinzu kommen die EEG-Umlagen, die den Strompreis unnötig verteuern. Der Energieexperte Helmut Kuntz hat einmal ausgerechnet, was die von der Fa. innogy angebotene Basis-PV-Station mit einer Mercedes-Speicherbatterie bezogen auf einen 4-Per-sonenhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kostet. Hier sein Rechenbeispiel: (ohne Gewähr)

PV-Kalkulation innogy 2

Sein Fazit: die Anlage hat sich nach rd. 20 Jahren Laufzeit gerade einmal zu 50 % amortisiert.

Und noch ein Klopfer: die innogy-PV-Anlage leistet nach eigenen Angaben zwischen 1.664 und 2.048 kWh p.A.  Das liegt zwar deutlich über der Leistung der meisten PV-Hausanlagen, die zwischen 800 und 1000 kWh-Leistung an Strom pro Jahr erzeugen können, aber zwischen dem angenommenen Durchschnittsbedarf von 3.500 kWh/p.A. liegt eine Deckungslücke von 1452 kWh/Jahr. (3.500 – 2.048 kWh) . Diese wird über die fossilen Grundlastkraftwerke zugeschaltet. Selbstverständlich auch an allen Tagen, wo nicht genügend Wind und Strom zur Verfügung steht. Und das ist meistens ganzjährig der Fall, wie wir an anderer Stelle schon mehrmals belegt haben. Wir möchten an dieser Stelle auch ausdrücklich auf die Lastgang-Statistiken von Prof. Dr. Ing. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen verweisen, um die Glaubwürdigkeit unserer Argumentation zu unterstreichen.

Wer sich seine PV-Anlage in den letzten Jahren aufs Dach gesetzt hat, der profitierte jedoch zumindestens bei den Anschaffungskosten dank EEG-Förderung. Die Sonnenfinsternis auf dem PV-Markt konnte das jedoch nicht aufhalten. So sank die Zahl der Beschäftigten von 2012 bis 2014 von 100.300 auf ganze 38.300 Mitarbeiter. Von Jobwunder kann also keine Rede sein. Den asiatischen Billigheimern alles in die Schuhe schieben zu wollen, ist allerdings auch nicht ganz fair. Sonnenkönig Frank Asbeck trifft eine gehörige Mitschuld. Daher ermittelt nach Eröffnung der Insolvenz auch die BaFin, denn das Unternehmen hatte immerhin einen Börsenwert von rd. 5 Mrd. EUR.  Die unterhaltsamen Schoweinlagen des bisherigen Geschäftsführers, Grünen-Mitbegründers, Maseratifahrer, Schlossbesitzer und Multimillionär werden die Damen und Herren auf der bereits im Mai stattgefundenen Welt-Solarmesse „Intersolar Europe 2017“ in München sicherlich vermisst haben.  Wir jedenfalls werden weder Herrn Asbeck noch die Solarwirtschaft vermissen, wenn sie sich denn alsbald vollends von der deutschen Bühne verabschieden wird.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Kuntz, Helmut: Rechnerisch lohnt sich die solare Energieversorgung nicht (…), in: Europäisches Institut für Klima und Energie, eike.de vom 18.05.2017; elektroniknet.de vom 28.7.2016, in: eike.de vom 4.8.2016;  (Zahlen des BM der Wirtschaft) ; Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.05.2017 und 12.5.2017; Tag24.de vom 11.05.2017; Handelsblatt vom 11.05.2017 sowie RK-Redaktion vom 01.06.2017

Fotos: oben: Solarworld Standort Freiberg, Tag24.de; darunter: GF Frank Asbeck: Rudolf Simon, wikimedia commons; Statistik: Helmut Kuntz, ebda. eike.de; Solarplatten mit Frau und Helm: Jürgen Fälchle, fotolia-Kauf

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Ruhrfestspiele: Abschlusskonzert Wanda

Wiener Jungs gastieren im Rahmen eines Open-Air-Konzerts im Stadtgarten Recklinghausen


wanda 3


Zum Abschluss der diesjährigen Ruhrfestpiele gastiert die Wiener Pop-Band Wanda im Stadtpark der Ruhr-festpiele Recklinghausen. Wanda wurde 2012 ge-gründet und bezeichnet sich selbst als Musikband, die sich dem Rock-n Roll und dem Indie-Rock verpflichtet fühlt. Die musikalischen Ohrwürmer orientieren sich inhaltlich an Wein, Weib und Gesang, aber auch an Geschichten von der Strasse. Die charismatischen Pop-Jünger aus Österreich vebreiten dabei ein be-sonderes Fluidum und einen besonderen Charme. Passend zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

800px-Ruhrfestspielhaus_Recklinghausen foto- daniel ullrich, threedots

oben: das im Bauhaustil 1998 umgestaltete Ruhrfest-spielhaus an der Dorstener Str. in Recklinghausen

Seilscheibe_vor_dem_Gewerkschaftshaus_Hamburg foto wolf1949

oben: eine Hälfte der Förderseilscheibe der 1965 still-gelegten Schachtanlage König-Ludwig 4/5 in Reck-linghausen erinnert vor dem DGB-Haus in Hamburg heute noch an die Ruhrfestspiele

1746_RE-Schwibbogen_Einwe foto - marl aktuell & Sonntagsblatt

RAG-Vorstand Bernd Tönjes (v.r.n.l.) enthüllte im April 2017 im Beisein von Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (links), dem stell. RAG-Vorstand Peter Schrimpf (daneben) und dem Vorsitzenden des Geschichtskreises Zeche König Ludwig, Dieter Pröve, einen Schwibbbogen im Stadtgarten Recklinghausen, um die enge Verbundenheit zwischen Steinkohlen-bergbau und den Ruhrfestspielen vor dem endgültig-en Auslauf noch einmal zu betonen.  Zahlreiche Knappen waren im Bergkittel zur Enthüllung des Wahrzeichens erschienen.

Auch die Ruhfestspiele verströmen seit Ihrer Gründ-ung im Jahre 1959 einen besonderen Charme und eine ganz spezielle Melange aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies kommt sowohl archi-tektonisch, politisch und künstlerisch in der wechsel-vollen Geschichte des Hauses und den verschiedenen Spielstätten zum Ausdruck. Wir würden die Ruhrfest-spiele nicht erwähnen, wenn da nicht der Bergbau-bezug wäre. Und der kam so zustande:

In den letzten Kriegsjahren 1945 und auch danach schlotterten den Hamburgern die Knie vor Kälte. Der erste Bürgermeister von Hamburg nach dem Krieg, Herbert Weichmann (+1983), wandte sich in großer Sorge daher an die Bergleute der Schachtanlage König Ludwig 4/5 in Recklinghausen und bat für die frier-ende Bevölkerung um Kohlenlieferungen, damit diese wenigstens für einige Stunden in den Hamburger Theatern nicht frieren mußten. Gesagt getan. Nach dem Motto“ Kunst für Kohle“ bedankten sich Hamburger Schauspieler mit kostenfreien Dar-bietungen bei den Kumpels in Recklinghausen. Die Ruhrfestspiele waren gegründet. Noch heute zeugt von dieser leider nicht mehr bestehenden Städte-partnerschaft eine halbe Seilscheibe von der am 7.1.1965 stillgelegten Schachtanlage König Ludwig von dieser Dankbarkeit vor dem DGB-Haus am Besen-binderhof in Hamburg.

Das umfangreiche Spielprogramm nimmt auch heute noch immer wieder Bezug zur Industriegeschichte des Bergbaus und zur Geschichte des Reviers. Daher werden einige Stücke z.B. auf der ehem. Schachtan-lage Auguste-Victoria 1/2 in Marl, oder auf der ehem. Schachtanlage König-Ludwig in Recklinghausen oder auf der ehem. Schachtanlage Zweckel in Gladbeck auf-geführt. Jährlich werden die Kulturveranstaltungen von mehr als 40.000 Besuchern angenommen. Tendenz steigend. Aus diesem Grunde wurde das Ruhrfestspielhaus 1998 für rd. 20 Mio. EUR zu einer Kongress-und Tagungsstätte umgebaut, damit es noch mehr Menschen zur Verfügung stehen kann.

Wer mehr über die Geschichte der Ruhrfestspiele wissen möchten, dem empfehlen wir das lesenswerte Büchlein von Rudolf Hille und Christoph Thüer (Hsg.) mit dem Titel: Die Zeche König Ludwig und der Be-ginn der Ruhrfestspiele , Regio-Verlag, Werne 2005.

Ruhrfestspielprogramm

Quellenhinweise: RAG-Werkszeitschrift Steinkohle 5(2017, S. 4; Marl Aktuell vom 23.5.2017; Ruhrfestspiele.de; Wanda, Wikipedia

Fotos: oben: Manfred Werner, Collage: Revierkohle; links darunter: Daniel Ullrich, wikimedia commons; links darunter: Seilscheibe, Revierkohle, darunter: RAG

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Die Hl. Claudia des DIW wähnt sich im Glaubenskrieg

Die Spitzenforscherin auf wissenschaftlichen Abwegen wird von den Medien hofiert und ist oft doch nur Ideologien


Hl. Claudia 3


Rechtzeitig zum Evang. Kirchentag Berlin-Wittenberg hat die Reformatorin und Klimakämpferin Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirt-schaftsforschung in Berlin (DIW) neue alarmierende Thesen an die imaginäre Kirchentür geschlagen und mit einem neuen Buch untermauert. Der Titel “ Das fossile Imperium schlägt zurück“ deutet schon an, das es hier um nicht mehr und nicht weniger als um die Rettung des Abendlandes, des Klimas und letztendlich der ganzen Welt geht. Darum, so das Credo der Heiligen Claudia im Ökonomengewand: lasst Euch be-kehren, liebe Klimaskeptiker, denn der Untergang steht bevor. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse be-legen das.  Unsere frohe Botschaft wird aber vom fossilen Imperium massiv bekämpft. Als Kohle-vertreter fühlen wir uns natürlich angesprochen und haben uns das Werk einmal näher angesehen.

das imperium schlägt zurück -buchrücken

Frau Kemfert versteht es in ihrem neuen Machwerk meisterhaft, Fakten und  Meinungen munter durch-einanderzumischen und gleichzeitig gegenüber dem Nicht-Fachmann/ der Nicht-Fachfrau den Eindruck zu vermitteln, sie arbeite ausschließlich auf der Grund-lage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das ist zum Teil richtig, zum Großteil aber schlicht falsch. Wir wollen Frau Kemfert daher beispielhaft auf die Schliche kommen.

Die Falschaussagen beginnen schon beim Titel. Da ist vom fossilen Imperium die Rede, das zurückschlägt. Wir können der Verschwörungstheortikerin als Ver-treter des Imperiums darauf nur antworten: schön wäre es ja, aber leider sind wir, die RAG als Stein-kohlenproduzent, der Gesamtverband Steinkohle e.V., die fossilen Kraftwerksbetreiber, die Kohlenimpor-teure sowie die Vertreter der Braunkohlenindustrie personell betrachtet nur noch ein kleines Häufchen Aufrechter, die unbelehrbar an die fossilen Energie-träger glauben, weil nur sie bis auf weiteres Garant für eine sichere Strom-und Wärmeerzeugung sind. Ohne fossile Energieträger gibt es keine sichere Grundlast und erst recht keine Energiewende, da Windkraft-und Photovoltaikanlagen weder Strom im Großspeicher-format speichern noch bedarfsweise Strom zur Ver-fügung stellen können. An diesen Fakten kann auch die Hl. Claudia nicht vorbei kommen. Und Strom ist auch nicht gleich Strom. Und bei der Energie kommt es auch auf die Energiedichte an, auf die notwendige 50 Hertz-Spannung und nicht zuletzt kommt man auch nicht um die Beachtung  physikalischer Gesetz-mäßigkeiten herum. Von den enormen Kosten, dem riesigen Flächenverbrauch, der Verspargelung der Landschaft einschlßl. von Naturschutzgebieten, den Gesundheitsgefahren durch Infraschall und dem tausendfachen jährlichen Vogeltod einmal  ganz zu schweigen. Wir erinnern hier nur an das V3-Gesetz für Strömungsmaschinen, das den eklatanten Unter-schied zwischen installierter (Nenn) Leistung und tatsächlich erbrachter Energie erklärt. Es kommt also auf die richtigen Windverhältnisse an. Sind diese im Norden schwach, sind sie es auch im Westen, Osten  und Süden. Ergo: es herrscht dann überall Flaute. Und das gilt bei den rd. 32.000 derzeit installierten Windkraftanlagen fast acht Monate im Jahr. Den Ausgleich zwischen fehlendem Angebot und dringender Nachfrage besorgen nach wie vor unsere fossilen Grundlastkraftwerke. Mittlerweile hat selbst die Berliner CDU jüngst Zweifel geäußert, ob die beabsichtigte Steuerung von Co2-Äquivalenz Ober-grenzen als universale Steuerungsmethode geeignet ist, dem Klimawandel zu begegnen, denn die erwartet-en dramatischen Folgen des Klimawandels basieren ausschließlich auf Modellen und Simulationen des IPCC, deren Richtigkeit und Belastbarkeit keineswegs so eindeutig ist, wie oft postuliert wird.

An diesem Fakt kommt auch die Hl. Claudia nicht vorbei und erwähnt diese daher erst gar nicht. Stattdessen wartet sie mit Behauptungen auf, die wir und die mit uns kooperierenden Partner schon mehrmals wiederlegt haben. So behauptet sie z.B., das die von einer ganzen Reihe von Klimawissenschaftlern, Physikern und Meteorologen aufgestellten Thesen nicht stimmen würden. Dem widersprechen wir ganz energisch. So hat z.B. Prof. Dr. Horst Lüdecke, der Klimawissenschaftler Dipl.-Ing. Michael Limburg, der Meteorologe Klaus Puls vom Europäischen Institut für Klima und Energie, Prof. Dr. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen, der Physiker Prof. Dr. Jan Erik Solheim von der Universität Oslo sowie die Nobelpreisträger für Physik, Prof. Dr. Robert Laughin und Prof. Dr. Ivaer Gleavner (USA) , um nur einige wenige zu nennen, den Nachweis erbracht, das die Kosten bei ungebremstem Ausbau der regenerativen Energieträger aus dem Ruder laufen würden, das ein Blackout droht, wenn nicht rechtzeitig dagegen gesteuert wird, die von der Bundesregierung als Zielmarke vorgegebene Ausbaustufe auf 80 % der regenerativen Energieträger am Energiemix bis 2050 nicht zu halten ist und das es keinen signifikanten und gutachterlich bestätigten Zusammenhang zwischen antrophogen verur-sachtem Co2-Ausstoß und als Folge eine Klimaerwärmung eintreten würde. Im Gegenteil: der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre wird von den Fachleuten mit derzeit rd. 400 ppm sogar als zu gering bezeichnet. Vor rd. 5000 Jahren betrug der Anteil bezogen auf 10.000 Luftmoleküle rd. 1000 ppm. Das beflügelte das Pflanzenwachtsum und ermöglichte dem Homo Sapiens das Überleben.  Ferner behauptet Frau Kemfert, die ihr Buch als Weckruf verstanden wissen will, das die erneuerbaren Energien immer billiger werden würden und mittlerweile mit rd. 400.000 Beschäftigten in Deutschland und weltweit mit 24,4 Mio. Beschäftigen den Jobmotor schlichthin bilden würden. Die Fakten sehen allerdings etwas nüchterner aus. Laut Ministerium für „Klimaschutz“, Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes NRW lag der Anteil der Beschäftigten in der Windkraftindustrie in 2016 gerade einmal bei 14.600 Mitarbeitern. Bundesweit sind es gerade rd.154.000 Mitarbeiter. Und weltweit arbeiten im Bereich regenerativer Energieträger auch nicht 24,4 Mio Menschen, sondern laut Statista.de nur rd. 1,081 Mio. Menschen. Die meisten davon in den USA und in China. Schaut man sich die Zahlen für Amerika an, so stellte sich die Beschäftigtensituation lt. New Jork-Times in 2017 wie folgt dar.

100.000 Mitarbeiter in der Windkraftbranche erzeugten 5, 6 % des benötigten Stroms.                                 374.000 Mitarbeiter in der Solarwirtschaft erzeugten 0,9 % des benötigten Stroms                                          398.000 Mitarbeiter in der Erdgasbranche erzeugten 33,8 % des erzeugten Stroms und                                160.000 Mitarbeiter in den Kohleminen erzeugten 30,4 % des erzeugten US-Stroms

Der Anteil aller fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch in Deuschland betrug laut Arbeitsgemein-schaft Energiebilanzen in 2016  80, 3 %, während der Anteil aller regenerativen Energieträger bei gerade einmal  12,6 % lag. Der Anteil des erzeugten Stroms aus Windkraftanlagen betrug dagegen nur 2,1 %. Das bestätigt die Wirksamkeit des erwähnten V3-Strömungsgesetzes.  Frau Kemfert spricht daher lieber von der installierten Leistung. Und die ist bei Windkraftanlagen so hoch, das man mit diesem so erzeugten Strom  den Bedarf der ganzen Bundesrepublik decken könnte. Wenn da nicht die Gesetze der Physik wären . Z.B. der Kirchhoff´sche Knotensatz. Der besagt, das der Strom millisekundengenau im Augenblick des Verbrauchs erzeugt werden muß. Den sekundengenauen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage können bisher nur Grundlast-kraftwerke herstellen. Dann gilt es, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der Additionsregel für elektrische Ströme  zu beachten, die Wirtschaflichkeit und die Umweltverträglichkeit zu berücksichtigen  u.v.a. Einflussfaktoren.  Und wenn da nicht der unberechenbare Wind wäre und wenn man die so erzeugte Energie großflächig speichern könnte…..ja, ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.  Und Frau Kemfert glaubt auch,  im Hinblick auf den Anstieg des Meeresspiegels, der Zunahme von Stürmen und von Überschwemmungen einschließlich des Abschmelzens der Polkappen, es besser zu wissen. Aber die Faktenlage sieht völlig entspannt aus. Der Meeresspiegel liegt im Mittelwert aller sog. NOAA-Pegelstationen mit +1,17 mm /pa im Normbereich und steigt nicht in unnatürlicher Weise. Weltweit ist auch noch keine Insel aufgrund des stets und ständig behaupteten Klimawandels untergegangen und die Eisbären sterben auch nicht aus.  Zu Zeiten des Holozän vor rd. 5000 Jahren lag der Meerespiegel um mindestens 2 mm /pa höher als heute. Und auch die Korallenriffe sterben ebenfalls nicht verstärkt aufgrund ansteigender Temperaturen bzw. aufgrund von Co-2-Emissionen. Und die Erhöhung der globalen Mittelwerttemperaturen in den letzten 150 Jahren mit 0,8 Grad Erhöhung ist nach Ansicht von Klimawissenschaftlern als normal zu betrachten. Eine signifikante Zunahme ist nicht zu beobachten. Seit rd. 18 Jahren stagnieren die Temperaturen, obschon sich der Co-2 Ausstoß in dieser Zeit mehr als verdreifacht hat. Das widerlegt eindeutig die These, das eine  Zunahme von menschengemachtem Co2 zu einer Klimaerwärmung führt. Und auch bei den Kostenangaben legt Frau Kemfert falsche Zahlen vor. Behauptete sie noch in 2012, das keine Strompreisexplosion zu erwarten sei und ein Aufschlag von nur moderaten 0,2 bis 0,6 Cent je kWh bis 2020 zu erwarten sei, so zeigen die aktuellen Zahlen, das sie völlig daneben lag. Dank der EEG-Umlagen liegt der Strompreis in 2017 bei mittlerweile 6,88 Cent je kWh. Tendenz steigend. Und das übrigens nicht wegen den im Weg stehenden Kohlekraftwerken, sondern aufgrund des subventionierten weiteren Ausbaus von Windkraftanlagen am Bedarf vorbei. Die Gesamtkosten werden von Experen daher bis 2025 auf 520 Mrd. EUR (einschließlich neuer Gleichstromleitungsmasten) geschätzt. Und Frau Kemfert glaubt auch, das die Bundesnetzagentur die beantragte Stilllegung einiger Kohlekraftwerke nicht aus Systemerhaltungsgründen  abgelehnt hat,  sondern weil die agressive Kohlenlobby das verhindert hat. Wir können Ihnen, liebe Frau Kemfert, versichern, das wir bisher nicht einmal mit den zuständigen Mitarbeitern der Behörde gesprochen geschweige denn Einfluss genommen haben.  Und ob Herr Donald Trump unsere Thesen übernommen hat, wissen wir nicht. Denn auch mit ihm haben wir nicht getwittert.

Warum die Energiewende nicht gelingen kann, haben wir in unserem aktuellen Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur (Ausgabe 2017) noch ausführlicher dargelegt. Wenn Sie sich vergleichsweise weitergehend infor-mieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Erwerb über unseren Shop oder als multimediale e-paper-Ausgabe über Ebozon.de.

Quellenhinweise:

Kemfert, Claudia: Das fossile Imperium schlägt zurück, Murmann-Verlag, Hamburg 2017; Kuntz, Helmut: das fossile Imperium schlägt zurück oder: wie eine Wissenschaflerin ihre Reputation vernichtet, in: Europ. Institut für Klima und Energie (Eike.de) vom 20.5.2017; Ahlborn, Detlef: Energiewende gescheitert, in: vernunftkraft.de, März 2017; Manager-Magazin vom 28.5.2017 mit einem Lobgesang auf Frau Kemfert; Kemfert, Claudia: es ist ein Krieg gegen die Energiewende, in: Wissen & Umwelt o.J., Deutsche-Welle-Interview; Zeit-Online vom 20.4.2017; Limburg, Michael, Mueller, Fred F.: Strom ist nicht gleich Strom, zu den Kosten vgl. S. 139 ff, 1. Auflg., Jena 2015,  Westfälischer Anzeiger vom 8.4.2016, hier: Leserbrief von Herrn Dr. rer.nat. Siegfried Dittrich aus Hamm sowie sein Positionspapier Nr. 4, uns zugegangen per e-Mail von Herrn Dr. Dietmar Ufer vom 15.5.2017 ; Puls, Klaus-Eckhart: Klima-Kälte-Trend in der Antarktis, in: Eike.de vom 24.01.2012; Maxeiner, Dirk: Hurra, wir denken selbst: Klima-Forderungen des Berliner Kreises der CDU, in: achgut.com vom 03.06.2017 sowie RK-Rdaktion vom 4.06.2017

Bildmontagen: Claudia Kempfert, Revierkohle, Originalfoto: Bernd Wüstneck, dpa/picture-alliance

 

 

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Grubenwasser: Ministerium ordnet 3 PCB-Testanlagen an

Haus Aden 2, foto- Marko Kruse farbig

Zuständig für die Umsetzung ist die Abt. 6 Bergbau und Energie in NRW bei der Bezirksregierung Arns-berg (das frühere Oberbergamt in Dortmund). Für die Überwachung der Wasserqualität ist sowohl die RAG als auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Ver-braucherschutz NRW ( LANUV) zuständig. Der Streit zwischen Verdünnung und vollständiger Entfernung von PCB-Partikeln im Grubenwasser geht damit in eine neue Runde. Das Ministerium will nun absolute Klarheit und hat die Bezirksregierung angewiesen, die RAG zum Bau von drei Pilotanlagen zu verpflichten.

In unserem letzten Jahrbuch (Ausgabe 2017) berichteten wir ausführlich über das neue Gruben-wasseroptimierungskonzept der RAG. Das Ziel der Optimierung ist eine Entlastung von Flüssen und Bachläufen durch das Grubenwasser als auch eine Kostenreduzierung der Grubenwasserhaltung durch Anhebung der Grubenwässer mit Konzentration auf 6 Standorte. Die bisherigen 16 Grubenwasserzechen werden entweder abgeworfen oder als Sicherungs-standorte – wie z.B. Fürst Leopold in Dorsten – konserviert. Diese können bei Überforderung der neuen zentralen Wasserhaltungen zusätzlich zuge-schaltet werden. Zur Zeit sind erst zwei Tauchmotor-kreiselpumpen im Schacht Wilhelm 2 auf Walsum  eingehängt worden. Das Grubenwasser wird aus rd. 750 Meter Teufe mit 80 bar und 80 Kuikmeter pro Minute ans Tageslicht befördert. Über Steigrohre  werden jährlich gut 20 Mio. Kubikmeter Gruben-wasser  in den Rhein verklappt. Das erspart die Auf-rechterhaltung der untertägigen Infrastruktur ein-schließlich Schachthauer und Fördermaschinisten. Wir hatten auch darauf hingewiesen, das im Gruben-wasser PCB-Bestandteile gefunden wurden. Mittler-weile liegt ein Umweltgutachten der Fa. Spiekermann Consult Engineers GmbH vor, welches im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) 2016 feststellte, das durch die beabsichtigte Anhebung der Grubenwässer die PCB- Konzentration durch Einbau von Filteranlagen zu 90 % reduziert werden kann. Das Ministerium hat daher jetzt den Bau von drei Testanlagen angeordnet, die die PCB-Partikel mit Hilfe von Enteisungsfiltern und Aktivkohle auch die in der Wasserphase gelösten PCB-Partikel entfernen soll.

Grubenwasserhaltung BW Reden Saarland- foto rag farbig

Die Bezirksregierung hatte aus diesem Grund die RAG-Verantwortlichen zu einem Gespräch am 9.5. 2017 eingeladen und über die Weisung des Minister-iums zur weiteren Reduzierung von PCB-Partikeln in Grubenwässern informiert. Die Behörde  prüft noch. Die 3 Testanlagen kosten rd. 550.000 EUR und sollen die PCB-Partikel zu 90 % eliminieren. Sollte der Ver-such erfolgreich verlaufen, müßten alle Grubenwass-erzechen mit großtechnischen Reinigungsanlagen ver-sehen werden. Damit würden die Kosten für die Ewig-keitsaufgabe um 13,5 Mio. EUR pro Jahr steigen. Diese Kosten müßten von der RAG-Stiftung getragen werd-en. Positiver Nebeneffekt: einige zusätzliche Mitarbeit-er hätten dann einen Dauerarbeitsplatz.

Die nicht brennbare Flüssigkeit PCB gilt als krebser-regend und wurde in früheren Jahren unter Tage so-wohl als Brandschutzmittel als auch in Hydraulikölen bei Fördermaschinen und Bandanlagen verwandt. Rund 15.000 T dieser Chemiekalie sollen sich noch unter Tage befinden.

Brunnenwasserhaltung foto rag farbig

oben: Prinzip der neuen Brunnenwasserhaltung. Die zentralen Brunnenwasserhaltungen werden bzw. sind auf den Schachtanlagen Walsum, Friedlicher Nachbar und demnächst auf Lohberg eingebaut. Von den der-zeit noch rd. 16 Grubenwasserzechen werden nach der Umstellung noch 6 Standorte übrig bleiben.

unten: die bisherigen untertägigen Grubenwasser-haltungen werden entweder bis 2030 abgeworfen oder als Sicherungsstandorte konserviert.

BezReg Arnsberg farbig

Das Ministerium verweist auf eine EU-Richtlinie, wo-nach Deutschland zur Vermeidung von PCB-Freisetz-ungen verpflichet ist. Die RAG stuft die Gefahren als  niedrig ein.  Sie verweist auf ein weiteres Gutachten, das die Landesregierung NRW in Auftrag gegeben hat und das belegt, das ein Anstieg der Grubenwässer und der darin enthaltenen geringen PCB-Partikel keine Gefahren durch die Einleitung in natürliche Ge-wässer heraufbeschwören würden. Durch den ge-planten Anstieg der Grubenwässer bleiben nach An-sicht der Gutachter mehr Schwebstoffe unter Tage und der Eintrag würde noch einmal deutlich reduziert. Auch der IG BCE-Vorsitzende Miachael Vassiliadis be-zeichnete die Ergebnisse des neuen Gutachtens als eindeutig. Mit anderen Worten: es gehe keine Ge-fahre für Mensch, Umwelt und Trinkwasser von den anzuhebenden Grubenwässern aus. Dennoch bleibt das Ministerium bei seiner Vorsichtshaltung und will auf Nummer sicher gehen.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Pressemitteilung der Bezirskregierung Arnsberg vom 9.5.2017; Pressesmitteilung der RAG vom 7.3.2017; WAZ vom 15.6.2016; RP-Online vom 28.7.2016 und 5.5.2017; Der Spiegel vom 21.8.2015; WDR vom 5.5.2017; ZDF, Frontal 21 vom 5.7.2016; N.N: Gutachterliche Untersuchung- Recherche zu den technischen Möglichkeiten einer PCB-Elimination von Grubenwässern; Spiekermann Consulting Engineers im Auftrag des MKULNV vom 21.4.2016 sowie RK-Redaktion vom 14.06.2017

Fotos: Haus Aden, oben links: Mark Kruse, rechts darunter und Zeichnung: RAG, Grubenwasserzechen Saarland (Grube Reden, Grube Camphausen, Victoria 2 und Grube Duhamel: RAG);  Grubenwasserzechen NRW:  Revierkohle

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