Solarworld ist pleite

und die Bürgerinnen und Bürger zahlen wieder einmal die Zeche für eine höchst umstrittene Technologie


sOLARWORLD ag; FOTO TAG24


Das war´s dann endlich: nach Solon, Q-Cells, Cong-ergy, SolarCity, Sovello, Suntech, Solar AG Gehr-lich, Solar-Millenium u.a.  verschwindet nunmehr ein weiterer „Globalplayer“ auf dem Solarmarkt. Die Firma Solarworld ist pleite. Und mit ihr ist auch der „Sonnenkönig“ Frank Asbeck als GF ge-fallen. Trotz EEG-Subventionen in Milliardenhöhe folgte seit 2010 bis heute Pleite auf Pleite. Das Pikante im Fall Solarworld: GF Asbeck hat einen Börsenwert von 5 Mrd. EUR verspielt.

Frank_Asbeck_2013sw2

oben: der bisherige GF der Fa. Solarworld: Dipl.-Ing. Frank Asbeck

Jürgen Fälchle, fotolia 2

als der Rubel noch kräftig rollte, da freute sich jeder Solarpanelbauer und Häuslebesitzer über die uner-wartete staatliche Unterstützung.

Damit wir aber nicht missverstanden werden, sei be-tont, das die Entlassung von Mitarbeitern immer eine belastende Situation darstellt. Den Verlust von Arbeits plätzen hinzunehmen, ist daher  selbstverständlich eine traurige Angelegenheit und wird hoffentlich durch eine bessere Zukunft ausgeglichen. Fakt bleibt aber, dass die Firma Solarworld Mißmanagement betrieben hat, die Bundesregierung den Import von Billigsolarzellen aus China durch Subventionen der Technologie direkt vor Ort subventioniert hat und damit das Sterben der deutschen Solarbranche mit zu verantworten hat. Im Ergebnis ist aus Sicht der Firma als auch aus Sicht der Bundesregierung sowie aller „Klimaretter“ die Pleite zwar bedauerlich, aber aus Sicht einer vernünftigen Energiepolitik mehr als richtig Und daher gibt es auch Keinen Grund zur Traurigkeit. Denn Solarstrom in einem sonnenarmen Land wie Deutschland flächendeckend anzubieten, ist kein Wohlfahrtsgewinn, sondern eher eine Geisterfahrt mit gewollten „Ausfallerschreckungsmomenten.“

Es gruselt uns, wenn wir uns die Zahlen des Bundes-ministeriums für Wirtschaft vom 28.7.2016 anschau-en. Da flossen an die ehrenwerten PV-Gesellschaften von 2000 bis 2012 sage und schreibe 31 Mrd. EUR an Subventionen. Und in 2014 waren es immer noch 10,5 Mrd. EUR, bei einem Umsatz an der EEX-Börse von 1 Mrd. EUR. Obschon die Solarbranche am Primärener-gieverbrauch lt. Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen in 2016 gerade einmal mit nur 1,0 % beteiligt war. Die Branche hatte von 2011 bis 2014 einen Umsatzein-bruch von 74,2 % hinzunehmen. Und das Dolle:

Der PV-Strom für Privathaushalte liegt mit 60 Ct pro kWh am höchsten von allen regenerativen Energie-trägern. Am preiswertesten ist und bleibt die Kohle mit rd. 3,6 Ct kWh bei Braun-und 6,2 Ct. bei Steinkohle pro kWh. Hinzu kommen die EEG-Umlagen, die den Strompreis unnötig verteuern. Der Energieexperte Helmut Kuntz hat einmal ausgerechnet, was die von der Fa. innogy angebotene Basis-PV-Station mit einer Mercedes-Speicherbatterie bezogen auf einen 4-Per-sonenhaushalt mit 3.500 kWh Jahresverbrauch kostet. Hier sein Rechenbeispiel: (ohne Gewähr)

PV-Kalkulation innogy 2

Sein Fazit: die Anlage hat sich nach rd. 20 Jahren Laufzeit gerade einmal zu 50 % amortisiert.

Und noch ein Klopfer: die innogy-PV-Anlage leistet nach eigenen Angaben zwischen 1.664 und 2.048 kWh p.A.  Das liegt zwar deutlich über der Leistung der meisten PV-Hausanlagen, die zwischen 800 und 1000 kWh-Leistung an Strom pro Jahr erzeugen können, aber zwischen dem angenommenen Durchschnittsbedarf von 3.500 kWh/p.A. liegt eine Deckungslücke von 1452 kWh/Jahr. (3.500 – 2.048 kWh) . Diese wird über die fossilen Grundlastkraftwerke zugeschaltet. Selbstverständlich auch an allen Tagen, wo nicht genügend Wind und Strom zur Verfügung steht. Und das ist meistens ganzjährig der Fall, wie wir an anderer Stelle schon mehrmals belegt haben. Wir möchten an dieser Stelle auch ausdrücklich auf die Lastgang-Statistiken von Prof. Dr. Ing. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen verweisen, um die Glaubwürdigkeit unserer Argumentation zu unterstreichen.

Wer sich seine PV-Anlage in den letzten Jahren aufs Dach gesetzt hat, der profitierte jedoch zumindestens bei den Anschaffungskosten dank EEG-Förderung. Die Sonnenfinsternis auf dem PV-Markt konnte das jedoch nicht aufhalten. So sank die Zahl der Beschäftigten von 2012 bis 2014 von 100.300 auf ganze 38.300 Mitarbeiter. Von Jobwunder kann also keine Rede sein. Den asiatischen Billigheimern alles in die Schuhe schieben zu wollen, ist allerdings auch nicht ganz fair. Sonnenkönig Frank Asbeck trifft eine gehörige Mitschuld. Daher ermittelt nach Eröffnung der Insolvenz auch die BaFin, denn das Unternehmen hatte immerhin einen Börsenwert von rd. 5 Mrd. EUR.  Die unterhaltsamen Schoweinlagen des bisherigen Geschäftsführers, Grünen-Mitbegründers, Maseratifahrer, Schlossbesitzer und Multimillionär werden die Damen und Herren auf der bereits im Mai stattgefundenen Welt-Solarmesse „Intersolar Europe 2017“ in München sicherlich vermisst haben.  Wir jedenfalls werden weder Herrn Asbeck noch die Solarwirtschaft vermissen, wenn sie sich denn alsbald vollends von der deutschen Bühne verabschieden wird.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Kuntz, Helmut: Rechnerisch lohnt sich die solare Energieversorgung nicht (…), in: Europäisches Institut für Klima und Energie, eike.de vom 18.05.2017; elektroniknet.de vom 28.7.2016, in: eike.de vom 4.8.2016;  (Zahlen des BM der Wirtschaft) ; Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 11.05.2017 und 12.5.2017; Tag24.de vom 11.05.2017; Handelsblatt vom 11.05.2017 sowie RK-Redaktion vom 01.06.2017

Fotos: oben: Solarworld Standort Freiberg, Tag24.de; darunter: GF Frank Asbeck: Rudolf Simon, wikimedia commons; Statistik: Helmut Kuntz, ebda. eike.de; Solarplatten mit Frau und Helm: Jürgen Fälchle, fotolia-Kauf

Ruhrfestspiele: Abschlusskonzert Wanda

Wiener Jungs gastieren im Rahmen eines Open-Air-Konzerts im Stadtgarten Recklinghausen


wanda 3


Zum Abschluss der diesjährigen Ruhrfestpiele gastiert die Wiener Pop-Band Wanda im Stadtpark der Ruhr-festpiele Recklinghausen. Wanda wurde 2012 ge-gründet und bezeichnet sich selbst als Musikband, die sich dem Rock-n Roll und dem Indie-Rock verpflichtet fühlt. Die musikalischen Ohrwürmer orientieren sich inhaltlich an Wein, Weib und Gesang, aber auch an Geschichten von der Strasse. Die charismatischen Pop-Jünger aus Österreich vebreiten dabei ein be-sonderes Fluidum und einen besonderen Charme. Passend zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen.

800px-Ruhrfestspielhaus_Recklinghausen foto- daniel ullrich, threedots

oben: das im Bauhaustil 1998 umgestaltete Ruhrfest-spielhaus an der Dorstener Str. in Recklinghausen

Seilscheibe_vor_dem_Gewerkschaftshaus_Hamburg foto wolf1949

oben: eine Hälfte der Förderseilscheibe der 1965 still-gelegten Schachtanlage König-Ludwig 4/5 in Reck-linghausen erinnert vor dem DGB-Haus in Hamburg heute noch an die Ruhrfestspiele

1746_RE-Schwibbogen_Einwe foto - marl aktuell & Sonntagsblatt

RAG-Vorstand Bernd Tönjes (v.r.n.l.) enthüllte im April 2017 im Beisein von Recklinghausens Bürgermeister Christoph Tesche (links), dem stell. RAG-Vorstand Peter Schrimpf (daneben) und dem Vorsitzenden des Geschichtskreises Zeche König Ludwig, Dieter Pröve, einen Schwibbbogen im Stadtgarten Recklinghausen, um die enge Verbundenheit zwischen Steinkohlen-bergbau und den Ruhrfestspielen vor dem endgültig-en Auslauf noch einmal zu betonen.  Zahlreiche Knappen waren im Bergkittel zur Enthüllung des Wahrzeichens erschienen.

Auch die Ruhfestspiele verströmen seit Ihrer Gründ-ung im Jahre 1959 einen besonderen Charme und eine ganz spezielle Melange aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Dies kommt sowohl archi-tektonisch, politisch und künstlerisch in der wechsel-vollen Geschichte des Hauses und den verschiedenen Spielstätten zum Ausdruck. Wir würden die Ruhrfest-spiele nicht erwähnen, wenn da nicht der Bergbau-bezug wäre. Und der kam so zustande:

In den letzten Kriegsjahren 1945 und auch danach schlotterten den Hamburgern die Knie vor Kälte. Der erste Bürgermeister von Hamburg nach dem Krieg, Herbert Weichmann (+1983), wandte sich in großer Sorge daher an die Bergleute der Schachtanlage König Ludwig 4/5 in Recklinghausen und bat für die frier-ende Bevölkerung um Kohlenlieferungen, damit diese wenigstens für einige Stunden in den Hamburger Theatern nicht frieren mußten. Gesagt getan. Nach dem Motto“ Kunst für Kohle“ bedankten sich Hamburger Schauspieler mit kostenfreien Dar-bietungen bei den Kumpels in Recklinghausen. Die Ruhrfestspiele waren gegründet. Noch heute zeugt von dieser leider nicht mehr bestehenden Städte-partnerschaft eine halbe Seilscheibe von der am 7.1.1965 stillgelegten Schachtanlage König Ludwig von dieser Dankbarkeit vor dem DGB-Haus am Besen-binderhof in Hamburg.

Das umfangreiche Spielprogramm nimmt auch heute noch immer wieder Bezug zur Industriegeschichte des Bergbaus und zur Geschichte des Reviers. Daher werden einige Stücke z.B. auf der ehem. Schachtan-lage Auguste-Victoria 1/2 in Marl, oder auf der ehem. Schachtanlage König-Ludwig in Recklinghausen oder auf der ehem. Schachtanlage Zweckel in Gladbeck auf-geführt. Jährlich werden die Kulturveranstaltungen von mehr als 40.000 Besuchern angenommen. Tendenz steigend. Aus diesem Grunde wurde das Ruhrfestspielhaus 1998 für rd. 20 Mio. EUR zu einer Kongress-und Tagungsstätte umgebaut, damit es noch mehr Menschen zur Verfügung stehen kann.

Wer mehr über die Geschichte der Ruhrfestspiele wissen möchten, dem empfehlen wir das lesenswerte Büchlein von Rudolf Hille und Christoph Thüer (Hsg.) mit dem Titel: Die Zeche König Ludwig und der Be-ginn der Ruhrfestspiele , Regio-Verlag, Werne 2005.

Ruhrfestspielprogramm

Quellenhinweise: RAG-Werkszeitschrift Steinkohle 5(2017, S. 4; Marl Aktuell vom 23.5.2017; Ruhrfestspiele.de; Wanda, Wikipedia

Fotos: oben: Manfred Werner, Collage: Revierkohle; links darunter: Daniel Ullrich, wikimedia commons; links darunter: Seilscheibe, Revierkohle, darunter: RAG

Die Hl. Claudia des DIW wähnt sich im Glaubenskrieg

Die Spitzenforscherin auf wissenschaftlichen Abwegen wird von den Medien hofiert und ist oft doch nur Ideologien


Hl. Claudia 3


Rechtzeitig zum Evang. Kirchentag Berlin-Wittenberg hat die Reformatorin und Klimakämpferin Prof. Dr. Claudia Kemfert vom Deutschen Institut für Wirt-schaftsforschung in Berlin (DIW) neue alarmierende Thesen an die imaginäre Kirchentür geschlagen und mit einem neuen Buch untermauert. Der Titel “ Das fossile Imperium schlägt zurück“ deutet schon an, das es hier um nicht mehr und nicht weniger als um die Rettung des Abendlandes, des Klimas und letztendlich der ganzen Welt geht. Darum, so das Credo der Heiligen Claudia im Ökonomengewand: lasst Euch be-kehren, liebe Klimaskeptiker, denn der Untergang steht bevor. Alle wissenschaftlichen Erkenntnisse be-legen das.  Unsere frohe Botschaft wird aber vom fossilen Imperium massiv bekämpft. Als Kohle-vertreter fühlen wir uns natürlich angesprochen und haben uns das Werk einmal näher angesehen.

das imperium schlägt zurück -buchrücken

Frau Kemfert versteht es in ihrem neuen Machwerk meisterhaft, Fakten und  Meinungen munter durch-einanderzumischen und gleichzeitig gegenüber dem Nicht-Fachmann/ der Nicht-Fachfrau den Eindruck zu vermitteln, sie arbeite ausschließlich auf der Grund-lage wissenschaftlicher Erkenntnisse. Das ist zum Teil richtig, zum Großteil aber schlicht falsch. Wir wollen Frau Kemfert daher beispielhaft auf die Schliche kommen.

Die Falschaussagen beginnen schon beim Titel. Da ist vom fossilen Imperium die Rede, das zurückschlägt. Wir können der Verschwörungstheortikerin als Ver-treter des Imperiums darauf nur antworten: schön wäre es ja, aber leider sind wir, die RAG als Stein-kohlenproduzent, der Gesamtverband Steinkohle e.V., die fossilen Kraftwerksbetreiber, die Kohlenimpor-teure sowie die Vertreter der Braunkohlenindustrie personell betrachtet nur noch ein kleines Häufchen Aufrechter, die unbelehrbar an die fossilen Energie-träger glauben, weil nur sie bis auf weiteres Garant für eine sichere Strom-und Wärmeerzeugung sind. Ohne fossile Energieträger gibt es keine sichere Grundlast und erst recht keine Energiewende, da Windkraft-und Photovoltaikanlagen weder Strom im Großspeicher-format speichern noch bedarfsweise Strom zur Ver-fügung stellen können. An diesen Fakten kann auch die Hl. Claudia nicht vorbei kommen. Und Strom ist auch nicht gleich Strom. Und bei der Energie kommt es auch auf die Energiedichte an, auf die notwendige 50 Hertz-Spannung und nicht zuletzt kommt man auch nicht um die Beachtung  physikalischer Gesetz-mäßigkeiten herum. Von den enormen Kosten, dem riesigen Flächenverbrauch, der Verspargelung der Landschaft einschlßl. von Naturschutzgebieten, den Gesundheitsgefahren durch Infraschall und dem tausendfachen jährlichen Vogeltod einmal  ganz zu schweigen. Wir erinnern hier nur an das V3-Gesetz für Strömungsmaschinen, das den eklatanten Unter-schied zwischen installierter (Nenn) Leistung und tatsächlich erbrachter Energie erklärt. Es kommt also auf die richtigen Windverhältnisse an. Sind diese im Norden schwach, sind sie es auch im Westen, Osten  und Süden. Ergo: es herrscht dann überall Flaute. Und das gilt bei den rd. 32.000 derzeit installierten Windkraftanlagen fast acht Monate im Jahr. Den Ausgleich zwischen fehlendem Angebot und dringender Nachfrage besorgen nach wie vor unsere fossilen Grundlastkraftwerke. Mittlerweile hat selbst die Berliner CDU jüngst Zweifel geäußert, ob die beabsichtigte Steuerung von Co2-Äquivalenz Ober-grenzen als universale Steuerungsmethode geeignet ist, dem Klimawandel zu begegnen, denn die erwartet-en dramatischen Folgen des Klimawandels basieren ausschließlich auf Modellen und Simulationen des IPCC, deren Richtigkeit und Belastbarkeit keineswegs so eindeutig ist, wie oft postuliert wird.

An diesem Fakt kommt auch die Hl. Claudia nicht vorbei und erwähnt diese daher erst gar nicht. Stattdessen wartet sie mit Behauptungen auf, die wir und die mit uns kooperierenden Partner schon mehrmals wiederlegt haben. So behauptet sie z.B., das die von einer ganzen Reihe von Klimawissenschaftlern, Physikern und Meteorologen aufgestellten Thesen nicht stimmen würden. Dem widersprechen wir ganz energisch. So hat z.B. Prof. Dr. Horst Lüdecke, der Klimawissenschaftler Dipl.-Ing. Michael Limburg, der Meteorologe Klaus Puls vom Europäischen Institut für Klima und Energie, Prof. Dr. Helmut Alt von der Fachhochschule Aachen, der Physiker Prof. Dr. Jan Erik Solheim von der Universität Oslo sowie die Nobelpreisträger für Physik, Prof. Dr. Robert Laughin und Prof. Dr. Ivaer Gleavner (USA) , um nur einige wenige zu nennen, den Nachweis erbracht, das die Kosten bei ungebremstem Ausbau der regenerativen Energieträger aus dem Ruder laufen würden, das ein Blackout droht, wenn nicht rechtzeitig dagegen gesteuert wird, die von der Bundesregierung als Zielmarke vorgegebene Ausbaustufe auf 80 % der regenerativen Energieträger am Energiemix bis 2050 nicht zu halten ist und das es keinen signifikanten und gutachterlich bestätigten Zusammenhang zwischen antrophogen verur-sachtem Co2-Ausstoß und als Folge eine Klimaerwärmung eintreten würde. Im Gegenteil: der Anteil an Kohlenstoffdioxid in der Atmosphäre wird von den Fachleuten mit derzeit rd. 400 ppm sogar als zu gering bezeichnet. Vor rd. 5000 Jahren betrug der Anteil bezogen auf 10.000 Luftmoleküle rd. 1000 ppm. Das beflügelte das Pflanzenwachtsum und ermöglichte dem Homo Sapiens das Überleben.  Ferner behauptet Frau Kemfert, die ihr Buch als Weckruf verstanden wissen will, das die erneuerbaren Energien immer billiger werden würden und mittlerweile mit rd. 400.000 Beschäftigten in Deutschland und weltweit mit 24,4 Mio. Beschäftigen den Jobmotor schlichthin bilden würden. Die Fakten sehen allerdings etwas nüchterner aus. Laut Ministerium für „Klimaschutz“, Umwelt, Landwirtschaft, Natur-und Verbraucherschutz des Landes NRW lag der Anteil der Beschäftigten in der Windkraftindustrie in 2016 gerade einmal bei 14.600 Mitarbeitern. Bundesweit sind es gerade rd.154.000 Mitarbeiter. Und weltweit arbeiten im Bereich regenerativer Energieträger auch nicht 24,4 Mio Menschen, sondern laut Statista.de nur rd. 1,081 Mio. Menschen. Die meisten davon in den USA und in China. Schaut man sich die Zahlen für Amerika an, so stellte sich die Beschäftigtensituation lt. New Jork-Times in 2017 wie folgt dar.

100.000 Mitarbeiter in der Windkraftbranche erzeugten 5, 6 % des benötigten Stroms.                                 374.000 Mitarbeiter in der Solarwirtschaft erzeugten 0,9 % des benötigten Stroms                                          398.000 Mitarbeiter in der Erdgasbranche erzeugten 33,8 % des erzeugten Stroms und                                160.000 Mitarbeiter in den Kohleminen erzeugten 30,4 % des erzeugten US-Stroms

Der Anteil aller fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch in Deuschland betrug laut Arbeitsgemein-schaft Energiebilanzen in 2016  80, 3 %, während der Anteil aller regenerativen Energieträger bei gerade einmal  12,6 % lag. Der Anteil des erzeugten Stroms aus Windkraftanlagen betrug dagegen nur 2,1 %. Das bestätigt die Wirksamkeit des erwähnten V3-Strömungsgesetzes.  Frau Kemfert spricht daher lieber von der installierten Leistung. Und die ist bei Windkraftanlagen so hoch, das man mit diesem so erzeugten Strom  den Bedarf der ganzen Bundesrepublik decken könnte. Wenn da nicht die Gesetze der Physik wären . Z.B. der Kirchhoff´sche Knotensatz. Der besagt, das der Strom millisekundengenau im Augenblick des Verbrauchs erzeugt werden muß. Den sekundengenauen Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage können bisher nur Grundlast-kraftwerke herstellen. Dann gilt es, den zweiten Hauptsatz der Thermodynamik, der Additionsregel für elektrische Ströme  zu beachten, die Wirtschaflichkeit und die Umweltverträglichkeit zu berücksichtigen  u.v.a. Einflussfaktoren.  Und wenn da nicht der unberechenbare Wind wäre und wenn man die so erzeugte Energie großflächig speichern könnte…..ja, ja, wenn das Wörtchen „wenn“ nicht wäre.  Und Frau Kemfert glaubt auch,  im Hinblick auf den Anstieg des Meeresspiegels, der Zunahme von Stürmen und von Überschwemmungen einschließlich des Abschmelzens der Polkappen, es besser zu wissen. Aber die Faktenlage sieht völlig entspannt aus. Der Meeresspiegel liegt im Mittelwert aller sog. NOAA-Pegelstationen mit +1,17 mm /pa im Normbereich und steigt nicht in unnatürlicher Weise. Weltweit ist auch noch keine Insel aufgrund des stets und ständig behaupteten Klimawandels untergegangen und die Eisbären sterben auch nicht aus.  Zu Zeiten des Holozän vor rd. 5000 Jahren lag der Meerespiegel um mindestens 2 mm /pa höher als heute. Und auch die Korallenriffe sterben ebenfalls nicht verstärkt aufgrund ansteigender Temperaturen bzw. aufgrund von Co-2-Emissionen. Und die Erhöhung der globalen Mittelwerttemperaturen in den letzten 150 Jahren mit 0,8 Grad Erhöhung ist nach Ansicht von Klimawissenschaftlern als normal zu betrachten. Eine signifikante Zunahme ist nicht zu beobachten. Seit rd. 18 Jahren stagnieren die Temperaturen, obschon sich der Co-2 Ausstoß in dieser Zeit mehr als verdreifacht hat. Das widerlegt eindeutig die These, das eine  Zunahme von menschengemachtem Co2 zu einer Klimaerwärmung führt. Und auch bei den Kostenangaben legt Frau Kemfert falsche Zahlen vor. Behauptete sie noch in 2012, das keine Strompreisexplosion zu erwarten sei und ein Aufschlag von nur moderaten 0,2 bis 0,6 Cent je kWh bis 2020 zu erwarten sei, so zeigen die aktuellen Zahlen, das sie völlig daneben lag. Dank der EEG-Umlagen liegt der Strompreis in 2017 bei mittlerweile 6,88 Cent je kWh. Tendenz steigend. Und das übrigens nicht wegen den im Weg stehenden Kohlekraftwerken, sondern aufgrund des subventionierten weiteren Ausbaus von Windkraftanlagen am Bedarf vorbei. Die Gesamtkosten werden von Experen daher bis 2025 auf 520 Mrd. EUR (einschließlich neuer Gleichstromleitungsmasten) geschätzt. Und Frau Kemfert glaubt auch, das die Bundesnetzagentur die beantragte Stilllegung einiger Kohlekraftwerke nicht aus Systemerhaltungsgründen  abgelehnt hat,  sondern weil die agressive Kohlenlobby das verhindert hat. Wir können Ihnen, liebe Frau Kemfert, versichern, das wir bisher nicht einmal mit den zuständigen Mitarbeitern der Behörde gesprochen geschweige denn Einfluss genommen haben.  Und ob Herr Donald Trump unsere Thesen übernommen hat, wissen wir nicht. Denn auch mit ihm haben wir nicht getwittert.

Warum die Energiewende nicht gelingen kann, haben wir in unserem aktuellen Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur (Ausgabe 2017) noch ausführlicher dargelegt. Wenn Sie sich vergleichsweise weitergehend infor-mieren möchten, empfehlen wir Ihnen den Erwerb über unseren Shop oder als multimediale e-paper-Ausgabe über Ebozon.de.

Quellenhinweise:

Kemfert, Claudia: Das fossile Imperium schlägt zurück, Murmann-Verlag, Hamburg 2017; Kuntz, Helmut: das fossile Imperium schlägt zurück oder: wie eine Wissenschaflerin ihre Reputation vernichtet, in: Europ. Institut für Klima und Energie (Eike.de) vom 20.5.2017; Ahlborn, Detlef: Energiewende gescheitert, in: vernunftkraft.de, März 2017; Manager-Magazin vom 28.5.2017 mit einem Lobgesang auf Frau Kemfert; Kemfert, Claudia: es ist ein Krieg gegen die Energiewende, in: Wissen & Umwelt o.J., Deutsche-Welle-Interview; Zeit-Online vom 20.4.2017; Limburg, Michael, Mueller, Fred F.: Strom ist nicht gleich Strom, zu den Kosten vgl. S. 139 ff, 1. Auflg., Jena 2015,  Westfälischer Anzeiger vom 8.4.2016, hier: Leserbrief von Herrn Dr. rer.nat. Siegfried Dittrich aus Hamm sowie sein Positionspapier Nr. 4, uns zugegangen per e-Mail von Herrn Dr. Dietmar Ufer vom 15.5.2017 ; Puls, Klaus-Eckhart: Klima-Kälte-Trend in der Antarktis, in: Eike.de vom 24.01.2012; Maxeiner, Dirk: Hurra, wir denken selbst: Klima-Forderungen des Berliner Kreises der CDU, in: achgut.com vom 03.06.2017 sowie RK-Rdaktion vom 4.06.2017

Bildmontagen: Claudia Kempfert, Revierkohle, Originalfoto: Bernd Wüstneck, dpa/picture-alliance

 

 

Grubenwasser: Ministerium ordnet 3 PCB-Testanlagen an

Haus Aden 2, foto- Marko Kruse farbig

Zuständig für die Umsetzung ist die Abt. 6 Bergbau und Energie in NRW bei der Bezirksregierung Arns-berg (das frühere Oberbergamt in Dortmund). Für die Überwachung der Wasserqualität ist sowohl die RAG als auch das Landesamt für Natur, Umwelt und Ver-braucherschutz NRW ( LANUV) zuständig. Der Streit zwischen Verdünnung und vollständiger Entfernung von PCB-Partikeln im Grubenwasser geht damit in eine neue Runde. Das Ministerium will nun absolute Klarheit und hat die Bezirksregierung angewiesen, die RAG zum Bau von drei Pilotanlagen zu verpflichten.

In unserem letzten Jahrbuch (Ausgabe 2017) berichteten wir ausführlich über das neue Gruben-wasseroptimierungskonzept der RAG. Das Ziel der Optimierung ist eine Entlastung von Flüssen und Bachläufen durch das Grubenwasser als auch eine Kostenreduzierung der Grubenwasserhaltung durch Anhebung der Grubenwässer mit Konzentration auf 6 Standorte. Die bisherigen 16 Grubenwasserzechen werden entweder abgeworfen oder als Sicherungs-standorte – wie z.B. Fürst Leopold in Dorsten – konserviert. Diese können bei Überforderung der neuen zentralen Wasserhaltungen zusätzlich zuge-schaltet werden. Zur Zeit sind erst zwei Tauchmotor-kreiselpumpen im Schacht Wilhelm 2 auf Walsum  eingehängt worden. Das Grubenwasser wird aus rd. 750 Meter Teufe mit 80 bar und 80 Kuikmeter pro Minute ans Tageslicht befördert. Über Steigrohre  werden jährlich gut 20 Mio. Kubikmeter Gruben-wasser  in den Rhein verklappt. Das erspart die Auf-rechterhaltung der untertägigen Infrastruktur ein-schließlich Schachthauer und Fördermaschinisten. Wir hatten auch darauf hingewiesen, das im Gruben-wasser PCB-Bestandteile gefunden wurden. Mittler-weile liegt ein Umweltgutachten der Fa. Spiekermann Consult Engineers GmbH vor, welches im Auftrag des Ministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes NRW (MKULNV) 2016 feststellte, das durch die beabsichtigte Anhebung der Grubenwässer die PCB- Konzentration durch Einbau von Filteranlagen zu 90 % reduziert werden kann. Das Ministerium hat daher jetzt den Bau von drei Testanlagen angeordnet, die die PCB-Partikel mit Hilfe von Enteisungsfiltern und Aktivkohle auch die in der Wasserphase gelösten PCB-Partikel entfernen soll.

Grubenwasserhaltung BW Reden Saarland- foto rag farbig

Die Bezirksregierung hatte aus diesem Grund die RAG-Verantwortlichen zu einem Gespräch am 9.5. 2017 eingeladen und über die Weisung des Minister-iums zur weiteren Reduzierung von PCB-Partikeln in Grubenwässern informiert. Die Behörde  prüft noch. Die 3 Testanlagen kosten rd. 550.000 EUR und sollen die PCB-Partikel zu 90 % eliminieren. Sollte der Ver-such erfolgreich verlaufen, müßten alle Grubenwass-erzechen mit großtechnischen Reinigungsanlagen ver-sehen werden. Damit würden die Kosten für die Ewig-keitsaufgabe um 13,5 Mio. EUR pro Jahr steigen. Diese Kosten müßten von der RAG-Stiftung getragen werd-en. Positiver Nebeneffekt: einige zusätzliche Mitarbeit-er hätten dann einen Dauerarbeitsplatz.

Die nicht brennbare Flüssigkeit PCB gilt als krebser-regend und wurde in früheren Jahren unter Tage so-wohl als Brandschutzmittel als auch in Hydraulikölen bei Fördermaschinen und Bandanlagen verwandt. Rund 15.000 T dieser Chemiekalie sollen sich noch unter Tage befinden.

Brunnenwasserhaltung foto rag farbig

oben: Prinzip der neuen Brunnenwasserhaltung. Die zentralen Brunnenwasserhaltungen werden bzw. sind auf den Schachtanlagen Walsum, Friedlicher Nachbar und demnächst auf Lohberg eingebaut. Von den der-zeit noch rd. 16 Grubenwasserzechen werden nach der Umstellung noch 6 Standorte übrig bleiben.

unten: die bisherigen untertägigen Grubenwasser-haltungen werden entweder bis 2030 abgeworfen oder als Sicherungsstandorte konserviert.

BezReg Arnsberg farbig

Das Ministerium verweist auf eine EU-Richtlinie, wo-nach Deutschland zur Vermeidung von PCB-Freisetz-ungen verpflichet ist. Die RAG stuft die Gefahren als  niedrig ein.  Sie verweist auf ein weiteres Gutachten, das die Landesregierung NRW in Auftrag gegeben hat und das belegt, das ein Anstieg der Grubenwässer und der darin enthaltenen geringen PCB-Partikel keine Gefahren durch die Einleitung in natürliche Ge-wässer heraufbeschwören würden. Durch den ge-planten Anstieg der Grubenwässer bleiben nach An-sicht der Gutachter mehr Schwebstoffe unter Tage und der Eintrag würde noch einmal deutlich reduziert. Auch der IG BCE-Vorsitzende Miachael Vassiliadis be-zeichnete die Ergebnisse des neuen Gutachtens als eindeutig. Mit anderen Worten: es gehe keine Ge-fahre für Mensch, Umwelt und Trinkwasser von den anzuhebenden Grubenwässern aus. Dennoch bleibt das Ministerium bei seiner Vorsichtshaltung und will auf Nummer sicher gehen.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Pressemitteilung der Bezirskregierung Arnsberg vom 9.5.2017; Pressesmitteilung der RAG vom 7.3.2017; WAZ vom 15.6.2016; RP-Online vom 28.7.2016 und 5.5.2017; Der Spiegel vom 21.8.2015; WDR vom 5.5.2017; ZDF, Frontal 21 vom 5.7.2016; N.N: Gutachterliche Untersuchung- Recherche zu den technischen Möglichkeiten einer PCB-Elimination von Grubenwässern; Spiekermann Consulting Engineers im Auftrag des MKULNV vom 21.4.2016 sowie RK-Redaktion vom 14.06.2017

Fotos: Haus Aden, oben links: Mark Kruse, rechts darunter und Zeichnung: RAG, Grubenwasserzechen Saarland (Grube Reden, Grube Camphausen, Victoria 2 und Grube Duhamel: RAG);  Grubenwasserzechen NRW:  Revierkohle

Letzter Durchschlag auf BW Ibbenbüren vor dem Auslauf

Ibbenbühren -letzer Durchschlag- foto.RAG- BW Ibbenbüren

Am 15.12.2016 berichteten wir über den letzten Durch schlag auf Prosper-Haniel im Baufeld Haniel. Drei Monate später erfolgte der letzte Durchschlag auf Ibbenbüren am 30.03.2017 im südöstlichen Mittelfeld in der Strecke 7a Osten, Flöz 78. Der Musikverein „Glückauf Anthrazit Ibbenbüren“ untermalte dieses historische Ereignis in 1560 Meter Teufe.  Denn mit dem letzten Durchschlag zweier Grubenbauverbind-ungen endet das Kapitel Vorleistung auch auf dem Bergwerk Ibbenbüren. Und damit wurde gleichzeitig auch der Auslauf eingeleitet. Die letzte Kohle wird auf Ibbenbüren gem. politischer Vorgabe am 31.12.2018 gefördert. Dann ist nicht nur auf Ibbenbüren und auf Prosper-Haniel  „Schicht am Schacht“, sondern der ge-samte deutsche Steinkohlenbergbau wird dann Ge-schichte sein.

In Anwesenheit von Bürgermeister Dr. Schrameyer, Werksleiter Dr. Heinz-Werner Voß, BR-Vorsitzenden Uwe Wobben, Jürgen Kunz als Leiter der Produktion, weiteren RAG-Führungskräften sowie Vertretern von Thyssen-Schachtbau beging die Mannschaft diesen denkwürdigen Tag mit Stolz, Trauer und Wehmut zu-gleich. Die offizielle RAG-Hymne lautet zwar auch im Auslauf stets und ständig, das die Mannschaft „hoch-motiviert“ die letzten Aufgaben bewältigt, aber wenn man die Kumpels nach der Schicht persönlich fragt, wie es ihnen geht, dann sieht das Stimmungsbild schon gleich viel nüchterner aus. Da ist von Depress-ion die Rede, weil einige gar nicht aufhören möchten und sich noch viel zu jung für den Vorruhestand fühl-en. Dann gibt es Kumpels, die schon heute die zu-künftig fehlende Kameradschaft vermissen und daher keineswegs „hochmotiviert“ ihre letzten Schichten ver-fahren.  Dann gibt es etliche Bergleute, die in Anbe-tracht der politisch verordneten Zwangsschließung wegen angeblich zu hoher Kosten und wegen des angeblichen Klimawandels, der durch die Verbrenn-ung fossiler Energieträger, namentlich die Kohle, an-geblich immer dramatischere Züge annimmt, eine Mischung aus Wut und Resignation in sich tragen. Und dann gibt es da noch die Bergleute, die sich die Frage stellen, was von dem, was sie über Jahrzehnte ge-letstet haben, übrig bleiben wird.

800px-Zeche_Ibbenbueren_11 foto J.-H. Janßen, wikimedia commons

Dr. Wener.Voß 3

Das alles steht eigentlich im krassen Gegensatz zu den Aussagen der Führungsmannschaft und den offiziell-en Sonntagsreden und beschreibt die „innere Realität der Kumpels“ als ehrlichere Aussagen.  Und so war 
dieser letzte Durchschlag auf Ibbenbüren in 1540 Meter Teufe ein ergreifender und geschichtshistorisch betrachtet bedeutender Augenblick. Die Bürgermeist-erin der Gemeinde Mettingen, Christina Rählmann, war gerührt und traurig zugleich, „weil man ein solch-es Ereignis in einigen Jahren nur noch auf Bildern zeig-en könne.“ Auch Bürgermeister Dr. Schrameyer von der Stadt Ibbenbüren war von der Anfahrt und dem Durchschlag beeindruckt.
 
 

oben: Werksleiter Dr. Heinz-Werner Voß

rechts: die letzte Grubenanschlußbahn des Berg-werks Anthrazit Ibbenbüren. Hier mit Fahrtrichtung zum unmittelbar neben der Schachtanlage liegenden Steinkohlekraftwerk Ibbenbüren.

unten: RWE-Steinkohlenkraftwerk Ibbenbüren.  Es wurde ab Juli 1981 errichtet und hatte ursprünglich eine Leistung von 808 Megawatt, seit der Revision 2009 von 848 Megawatt. Das Kraftwerk mit seinem 275 Meter hohen Kamin ging am 19. Juni 1985 in Betrieb und ist ein Grund- und Mittellastkraftwerk.

Versorgt wird das Kraftwerk hauptsächlich mit Anthrazitkohle aus der benachbarten Zeche Ibben-büren im Tecklenburger Land. Diese Kohle ist sehr hart und macht eine Schmelzkammerfeuerung not-wendig. Der Kessel des Kraftwerks in Ibbenbüren ist der größte Schmelzkammerkessel der Welt (Stand 2005). Jährlich werden circa 1,4 Mio. Tonnen Anthra-zitkohle im Kraftwerk verstromt.

Ende der 1980er Jahre wurde das Kraftwerk mit der zu diesem Zeitpunkt modernsten Filtertechnik und An-lagen zur Rauchgasentschwefelung ausgerüstet. Das Kraftwerk beschäftigt derzeit 140 Menschen. Der Be-treiber des Kraftwerks ist die RWE Generation SE. Die Kohle kommt nach Schließung des Bergwerks Ibben-büren komplett aus dem Ausland.

Quellenhinweise:

vgl.hz. Welt24.de vom 30.12.2007; Osnabrücker Zeitung vom 18.12.2015, Steinkohle-Werkszeitschrift vom Mai 2017, S. 7 und 32, Westfälische Nachrichten vom 24.05.2017, Wir in Detten GmbH, Wochenzeitung in Steinfurt vom 15.02.2017 , Wikimedia, sowie RK-Redaktion vom 15.06.2017

Fotos: oben links: RAG-BW Ibbenbüren; Mitte, Gleisanlage und RWE-Kraftwerk Ibbenbüren: H.-J. Janßen, wikimedia-commons;

unten: RWE-Steinkohlenkrtaftwerk Ibbenbüren

800px-Zechenbahn_Ibbenbueren_2 - foto- J.-H. Janßen

Ironie der Geschichte: ein Jahr vor der endgültigen Stilllegung des Bergwerks zeigen sich die Absatz-zahlen von der schönsten Seite. Bereits im ersten Quartal 2017 lag die verwertbare Förderung über Plan. Die Kohlequalität verspricht nach Ansicht von Werksleiter Dr. Voß einen sicheren Jahresabsatz. Bis Ende 2018 stehen noch rd. eine Million Tonnen bester Anthrazitkohle in zwei Abbaubetrieben zur Herein-holung an. In 2016 waren es noch rd. 3,8 Mio. T SKE. Das Grubengebäude wurde auf 58 Streckenkilometer verkleinert. Das Bergwerk beschäftigt derzeit noch 1.250 Mitarbeiter. In 2007 waren es noch rd. 2.500 Mitarbeiter. Nicht erst seit Bekanntgabe der Beendi-gung des Deutschen Steinkohlenbergbaus ohne Not im Jahre 1997 durch das Steinkohlenfinanzierungs-gesetz, sondern mindestens seit rd. 40 Jahren ist bei jeder Zechenschließung immer wieder von „Sruktur-wandel“, von „Glückauf-Zukunft, „neuen Chancen“ „Förderturm der Ideen „etc. die Rede. Die Politik lobt die Bergleute seitdem immer wieder in den höchsten Tönen und erklärt, das Niemand ins „Bergfreie“ fallen würde. Letzteres wurde von der Politik tatsächlich mit Druck der IGBCE auch eingehalten. Aber von einem echten Strukurwandel hin zu Tausenden von neuen adäquaten und genau so gut bezahlten Arbeitsplätz-en, die auf die Schließungen hätten folgen sollen, ist weit und breit auf den ehem. Schachtanlagen nichts zu sehen. Und die Firmen, die sich neu angesiedelt haben, bestanden schon vor der Schließung der Zeche und ergatterten auf diese Weise einen kostengünstig-en neuen Standort, beschäftigen in der Regel nicht mehr als 100 Mitarbeiter wo einst i.d.R. mehr als 3000 Kumpels pro Standort beschäftigt waren. Und die Be-zahlung ist ebenfalls deutlich niedriger als der Tarif der Bergleute es war. Außerdem sind auch nicht üb-erall neue Vollzeitarbeitsplätze, sondern viele Leih-und Teizeitarbeitsplätze entstanden. Und auf einigen aufgelassenen Bergbaustandorten sind seit der Schließung überhaupt keine neuen Arbeitsplätze entstanden. ( Hugo 2/5/8; Hugo Ost; Zeche Wester-holt, Haus Aden, Schlegel & Eisen, Robert Müser etc.) Dementsprechend fehlt überall das Steueraufkomm-en für die Sanierung und die Modernisierung der In-frastruktur. Es mangelt nicht nur an monitärer Nach-frage, an Bildungsinvestitionen  und an Kitaplätzen, nein, es fehlt praktisch an allem im Revier. Die maro-den Schulen und Strassen sprechen davon ein beredt-es Zeugnis. Die Arbeitslosigkeit in Duisburg liegt z.B. bei satten 14 %, dicht gefolgt von Gelsenkirchen mit 12,9 % und Bottrop mit 10,3 %. Sogenannte  Leucht-turmprojeke oder das neue RAG-Förderprogramm „Glückauf Aufbruch 2018“ gaukeln eine Zukunft vor, die verschleiert, das der Strukturbruch schon längst eingetreten ist und auch in den nächsten Jahrzehnten nicht rückgängig gemacht werden kann. Da sollten sich die Verantwortlichen nichts vormachen. Die Folg-en sind klar: Wohnungsleerstand, hohe Arbeitslosig-keit, viele Ausländer und Migranten ohne Perspekti-ve, Überalterung und Grüngürtel, wohin das Auge blickt. Aber nicht der Bergbau hinterlässt „verbrannte Erde“, sondern die Schuld trägt ausschließlich die Politik. Und die Verantwortlichen können sich auch nicht herausreden, denn wir hatten Sie bereits schon vor Jahrzehnten immer wieder auf den drohenden Strukturbruch hingewiesen. Ohne Erfolg. Jetzt ist er da.

Das Revier wird zum Museum mit reichlich Straß-enbegleitgrün und viel Musik. 

Ein Trost bleibt: die Bergleute bringen Ihr Werk mit Anstand zu Ende und die Stadt Ibbenbüren sucht etliche Fachkräfte. Und die Grubenwasserhaltung mit den Abteilungungen  Bergsenkungsschäden und Pold-erbau sowie die bergmännischen  Knappenvereine bleiben ebenfalls erhalten. Und es bleibt uns hoffent-lich der von-Oeynhausen-Schacht sowie der Nord-schacht als Denkmal erhalten. Das ist besser als nichts.  Zukunft buchstabiert man aber anders.

800px-Ibbenbueren_Power_Plant_11 foto- J.-H. Janßen

e-on: grösster Verlust in der Firmengeschichte 2016

16 Mrd. EUR Verlust. Eintausend Arbeitsplätze sollen gestrichen werden


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Dank dem EEG und der Energiewende hat der Ener-giekonzern seit der Aufspaltung im Jahre 2015 den größten Verlust in der Firmengeschichte 2016 einge-fahren. Das Minus betrug 16 Mrd. EUR. Hauptschuld-ner ist ausnahmsweise einmal nicht Missmana-gement und Börsenzockerei, sondern der schlichte Umstand, das die regenerativen Energieträger durch die gesetzlich geregelte bevorrechtigte Einspeisung in das Stromnetz sowie die tierisch hohen Subventionen nicht nur e-on „die Butter vom Brot nehmen“, son-dern allen großen Energieversorgern wie RWE, Vatten-fall, steag, EN-BW u.a.  Ein Umstand, den die Bundes-regierung sofort beenden könnte, wenn sie wollte. Stattdessen wird weiter der Ausbau regenerativer Energieträger und damit die Dauersubventionierung voranggetrieben. Allerdings hat die CDU schon an-gekündigt, das mit der Subventionierung nach dem  Gießkannenprinzip  2020 Schluß sein soll. Das EEG soll abgeschafft werden. Schön wäre es ja, schließlich fordern wir die Abschaffung schon seit der Einführung des Gesetzes im Jahre 2000.  Auch WKA-Betreiber müssen sich dann dem Markt stellen. Und da dürfte es dann viele Pleiten geben. Schließlich ist der Preis für Braun-und Steinkohle mit 3,2 bzw. 6,3 Ct je kWh unschlagbar günstig, während derzeit der Preis für eine Kilowattstunde Strom aus Windkraftanlagen Offshore bei rd. 19 Ct und Onshore bei 14,2 Ct. kWh liegt. Bisher wurde diese enorme Differenz durch Subventionen und damit auf Kosten des Steuerzahl-ers wegen der angeblichen Klimaerhöhung durch Co2-Emissionen bezahlt. Damit soll 2020 Schluß sein. Wir lassen uns überraschen.

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Quellenhinweise:

Die Zeit vom 9.3.2016; Der Spiegel vom 5.3.2015; Berliner Morgenpost vom 15.3.2017; Hamburger Abendblatt vom 15.03.2017; Frankfurter Allgemeine Zeitung vom 15.03.2017, wikipedia sowie RK-Redaktion vom 5.5.2017

Fotos: oben: wiki05, wikimedia commons, links darunter: Sebastian Schlüter, wikimedia commons

Soviel Zeit will e-on rund 1000 Beschäftigten allerdings nicht mehr einräumen. Sie sollen wegen der Verluste das Feld räumen, da e-on schon seit 2014 Verluste schreibt. Laut Handelsblatt waren es in 2014 3 Mrd. EUR, in 2015  7 Mrd. EUR und in 2016 nun ein Spitzen-verlust von 16 Mrd. EUR. Das es so nicht bis 2020 weitergehen kann, ist vor allem den Aktionären klar. Die Dummen dabei sind wie immer die  rd. 4.700 Mit-arbeiter von e-on. Und das ist keineswegs o.k.

Der Verdienst vor Steuern (Ebita genannt), lag in 2016 bei 3,1 Mrd. EUR und das bereinigte Ebita bei 2,8 Mrd. EUR ( nach Abschreibungen). Die Abschreibungen auf Anlagen und Wertberichtigungen nach Abspaltung der Kraftwerkssparte (heute Uniper Kraftwerke GmbH) beliefen sich in 2016 auf 10 Mrd. EUR. Mitte 2017 muß e-on darüber hinaus noch10 Mrd. EUR an den staat-lichen Atomfond zahlen, über den der Rückbau von Atomkraftwerken sowie die Endlagerung von abge- brannten Brennelementen durch alle Energiekon-zerne finanziert werden soll.

Und das ist nicht die einzige Baustelle, an der e-on zur Zeit arbeitet. Nicht nur, das es durch die regenerativ-en Energieträger derzeit ein Überangebot an Strom gibt (obschon dieses Überangebot nicht der Bedarfs-lage entspricht) und damit der Strompreis künstlich gedrückt wird, stellt ein massives Problem für alle Energiekonzerne dar, sondern e-on hat auch einen Verlust für seine russische Tochter aufgrund der der-zeitigen Rubelschwäche in Mrd.-Höhe hinzunehmen. Ferner stellte sich das e-on-Engagement in Spanien ebenfalls als Fehlinvestition heraus und mußte aus wirtschaftlichen Gründen bereits Ende 2014 abge-stoßen werden. Und e-on´s Ölsparte leidet ebenfalls unter dem massiven Preisverfall auf dem OPEC-Markt. Aufgrund der Energiewende befindet sich die Branche in einem grundlegenden strukturellen Umbruch. Das Heil suchen die Konzerne seit 2016 daher nun in staatlich garantierten Subventionen. Und deshalb ist auch e-on auf den Grünstromzug aufgestiegen. Aber gerade deswegen wird sich die Mitarbeiterzahl nicht halten lassen, weil die Öko-Branche nur wenige Mit-arbeiter benötigt.

E-ON Geschäftsbericht 2016

Energieverbrauch legte 2016 etwas zu

dehweh, fotolia 2

Fakten sind etwas herrliches. Sie schaffen Wissen. So z.B. darüber, das der Anteil aller regenerativen Ener-gieträger am Primärenergieverbrauch der Bundes-republik in 2016 gerade einmal bei 12,6 % lag und damit im Verhältnis zu 2015 sich nur geringfügig um 0,2 % erhöht hat, während der überwiegende Anteil an der Strom-und Wärmeerzeugung aus fossilen Energieträgern stammt. Das zeigen die unten aufge-führten Statistiken der Arbeitsgemeinschaft Energie-bilanzen, die durch das Bundesministerium für Wirt-schaft und Energie Anfang Febr. 2017 veröffentlicht wurden. Darin ist auch deutlich ablesbar, das der An-teil von Windstrom an der Primärenergieerzeugung in 2016 gerade einmal bei schlappen 2,1 % lag. Mal abgesehen von den enormen Subventionen von 22, 8 Mrd. EUR in 2016 für erneuerbare Energien ist das ist erbärmlich wenig. Daher sprechen die Befürworter lieber auch von der sog. installierten Leistung, also der Leistung, die eine Windkraftanlage theoretisch erzeug en kann. Praktisch ist das in den meisten Monaten des Jahres aber ohne Relevanz, da entweder zu viel, zu wenig Wind oder gar kein Strom erzeugt wird. Und dann kommen da noch die physikalischen Gesetz-mäßigkeiten wie z.B. das V3-Gesetz für Strömungs-maschinen hinzu. Dieses Gesetz besagt, das die Wind-kraftanlagen bei einer Windgeschwindigkeit unter 50 % der Nennleistung nur ein achtel Ihrer Leistung er-bringen können, während bei einer Windgeschwindig-keit, die 100 % der Nennleistung entspricht, die Leist-ung um das achtfache der Nennleistung steigt. Da WKA nicht grundlastfähig sind und aus den dar-gelegten Gründen daher nur 16 % Ihrer Nennleistung in das Stromnetz im Jahresdurchschnitt einspeisen können, werden diese Anlagen auch in Zukunft nicht die Versorgungssicherheit Tag und Nacht garantieren können. Vor allem auch desalb nicht, weil es an der notwendigen Speichertechnologie fehlt. Batteriespei-cher, wie sie flächendeckend geplant sind, können nur für ganz kurze Zeit die Spitzenlast abdecken. Mehr nicht.

Primärenergieverbrauch 2016 differenziert B

oben: Primärenergiegesamtverbrauch in der Bundesrepublik Deutschland 2016 – Quelle: AG Energiebilanzen

Nettoimportabhängigkeit 2015 B

oben: Nettoimportabhängigkeit in 2015- Quelle: AG Energiebilanzen vom 20.12.2016

Etwas trauriger ist die Tatsache, das mittlerweile 88 % des Primärenergieverbrauchs an Steinkohle mittler-weile aus dem Ausland kommt. Ab 2019 wird der Anteil auf 100 % steigen. Das entspricht einer Kohlen-importmenge von rd. 58 Mio. T SKE. Beim heimischen Energieträger Braunkohle sieht die Lage aufgrund der grossen Lagerreichweite noch etwas entspannter aus. Hier wurden in 2016 nur 69,5 % an Braunkohle im-portiert. Insgesamt wurden in 2016 458,2 Mio. T Steinkohleeinheiten verbraucht. Das entspricht 13.427 Petajoule (Pj). Wie man der nebenstehenden Statistik entnehmen kann, ist der Verbrauch von 1995 bis 2016 nur unwesentlich zurückgegangen, trotz massiver Subventionen in die regenerativen Energieträger und diverser  erlassener Gesetze zur Einsparung von En-ergie. Die energiebedingten Co2-Emissionen stiegen nach Schätzungen der AG Energiebilanzen um 0,9 %. Die Minderungen bei der Kohle wurden durch den höheren Erdgas-und Mineralölverbrauch kompensiert

Noch ein Wort zur Quelle: das Deutsche Institut der Wirtschaft in Berlin erstellt zusammen mit der EEFA GmbH jedes Jahr für die Bundesregierung die Ener-giebilanzen. Diese werden von der Arbeitsgemein-schaft Energiebilanzen e.V. veröffentlicht. Die Energie-bilanzen sind ein zentrales Element der Energie-statistik. Sie werden nicht nur von der Bundesregier-ung herangezogen, sondern auch von Unternehmen und Verbänden der Energiewirtschaft und als wesent-liche statistische Datenbasis für Analysen, Prognosen und wirtschafliche Entscheidungen im Bereich der Energiewirtschaft verwendet.

Primärenergieverbrauch 1995-2016 B

Insgesamt basiert der Energieverbrauch in Deutsch-land nach wie vor auf einem ausgewogenen Energie-mix. Und solange der Anteil regenerativer Energie-träger nicht auf über 40 % steigt, wie sich die Bundes-regierung das wünscht, bleibt u.E. auch die Netz-stabilität erhalten. Das ist aber kein Grund, sich be-ruhigt zurückzulehnen, da unsere Gegner weiterhin darauf dringen, die Energiwende voranzubringen, ob-schon  gerade sie die Netzstabilität wegen der hohen Schwankungen schon heute immer wieder mal ge-fährdet. Da wir keine amerikanischen oder englischen Verhältnisse haben wollen, bleibt uns nichts anderes übrig, als immer wieder auf die tatsächlichen Fakten einzugehen und auf die Unnötigkeit einer politisch gewollten Energiewende hinzuweisen.

Quellenhinweise:

N.N.: Energiedaten: Gesamtausgabe, Stand Febr. 2017, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Berlin 2017; Presseinformationen der AG Energie-bilanzen Nr. 5 vom 20.12.2016 sowie RK-Redaktion vom 5.5.2017;

Foto: oben: dehweh, fotolia-Kauf

March for Science: die Gedanken sind frei – auch für Klimaalarmisten

Zu Fakten gibt es keine Alternative, aber einhundert Meinungen, die mit denselbigen gerne schon einmal verwechselt werden. Der Berliner Marsch für die Wissenschaft war zwar grundsätzlich richtig, verzettelte sich aber im Protest mit vielen anderen Weltübeln.  


Berlin Brandenburger Tor


So auch z.B. die Berichterstattung des Hamburger Abendblattes vom 24.4.2017,  welche den Klimaarlam- isten aller Couleur eine saubere Wissenschaftshaltung attestierte, während die richtigen Klimawissenschaft-ler und ihre Ergebnisse als Klimaleugner und Klima-skeptiker bezeichnet wurden. Verkehrte Welt. >>>

foto Matthias Ahlke, Westf. Nachrichten

Der Protest war so bunt wie die rd. 10.000 Teilnehm-er, die am Marsch für die Wissenschaft in Berlin teil-nahmen. Die Mottos lauteten “ Im OP ist kein Platz für alternative Fakten“ und “ Man braucht im Leben nichts zu fürchten, man muß nur alles verstehen.“  (geklaut von Marie Curie) . Und in Hamburg, wo sich rd. 2000 Teilnehmer vor dem Rathaus versammelten, hielt man Plakate wie “ Wer nichts weiß, muß alles glauben“ oder „Wissen schafft Fakten“ in den blauen Himmel. Es ging gegen die Fakenverdreher und Verschwör-ungstheoretiker und für den Erhalt der Wissenschafts-freiheit. Wer inhaltlich den Aufruf der Organisatoren nicht vollständig gelesen hatte, bekam nach kurzer Zeit allerdings Orientierungsprobleme. Plakate gegen die Freiheitsbeschränker Trump und Orban waren noch verstehbar, aber das auch Klimaarlamisten reich lich vertreten waren und gegen die angeblichen Klima-leugner protestierten, konnte man nicht mehr so recht nachvollziehen. Diese Spezis wollten den Wiss-enschaftsprotest offensichtlich dafür nutzen, um auf den nächsten Klimagipfel hinzuweisen. Flugs berichtete das Hamburger Abendblatt von diesen Faktenverdrehern und behauptete, selbstverständlich ohne Quellenangabe, das 97 % aller Klimaexperten sich darin einig wären, das die globale Erderwärmung menschengemacht sei. Die Wahrheit ist das nicht. Das zeigt eine Protestliste von rd. 30.000 amerikanischen Wissenschaftlern, die sich seit einigen Jahren in einer Petition gegenüber dem ehem. Präsidenten Obama kontinierlich dagegen verwahrt haben, zu behaupten, das es sich bei der von Menschen gemachten Erder-wärmung ( die übrigens nicht stattfindet !) um eine ge-sicherte wissenschafltiche Faktenlage handelt. Dem wäre ganz und gar nicht so. Das zeigen die Mess-daten, die im „Gerichtsverfahren der Falszifikation“ aufgrund von Satellitenmessungen (und nicht nur aufgrund von konstruierten Messdaten, die durch den Weltklimarat IPCC „hochextrapoliert“ wurden) befund-sicher vorliegen. Danach gilt als wissenschaftlich ge-sicherte Erkenntnis, da sich das Klima seit rd. 4,6 Mrd. Jahren ständig geändert hat. Während im sog. Phan-erozoikum der Co2-Gehalt in der Atmosphäre  bei rd. 1200 ppm lag und daher ein üppiges Pflanzenwachs- tum bescherte, liegt der heutige Co2-Anteil in der Atmosphäre bei niedrigen 0,04 %. Das entspricht einem Anteil von 400 ppm, bezogen auf 10.000 Luft-moleküle.  Wie hoch davon der von Menschen ge-machte Einfluss genau ist, hat man bisher nicht ein-deutig wissenschaftlich nachweisen können. Er ist aber, gemessen an dem für das Pflanzenwachstum notwendigen Anteil, viel zu niedrig. Auch die These, das der antrophogen erzeugte Co2 -Ausstoß einen signifikanten Einfluss auf die Erderwärmung hat, kann nicht als gesicherte wissenschaftliche Erkenntnis gelt-en. Das sagen z.B. renommierte Klimaexperten wie der Dipl.-Met. Klaus Puls, ehem.Leiter des Essener Wetteramtes, der Dipl.-Ing. Michael Limburg vom Europäischen Institut für Klima und Energie, Prof. Dr. Horst Lüdecke (Eike), Prof. em. Jan Erik Solheim von der Universität Oslo, Prof.Dr. Nicola Scafetta von der Universität de Napoli Frederica II sowie die Nobel-preisträger für Physik, Robert Laughin und Ivaer Gleavner, um nur ein paar zu nennen, die keineswegs nur eine Außenseitermeinung vertreten.   Die Klima- experten bezeichnen sich auch nicht als Skeptiker, weil man die Tatsache, das sich das Klima seit Mrd. von Jahren auch ohne Zutun des Menschen perma-nent verändert, schlicht nicht leugnen kann. Wiss-enschaft muß aber ständig die Entwicklung im Auge behalten und hinterfragen. Das ist ihre Aufgabe, um Erkenntnisse zu gewinnen. Und so wurden auch die Studienergebnisse des nicht-wissenschaftlichen Welt- klimarates unter die Lupe genommen und zahlreiche Fragwürdigkeiten hinsichtlich des Datenmaterials , der statistischen Methodik und der politischen Einfluss-nahme auf die Ergebnisse aufgedeckt. Davon wied-erum wollten die sog. Imfpgegner, Klimaapo-kalyptiker, die ständig „unsere Kinder“ auf den Lippen hatten und die Kommunisten, die mit ihrem riesigen Hammer und Sichel-Emblem aus längst verblichenen Zeiten vor der Profitwirtschaft warnten, nichts hören.

Dabei war der Grund für den Protest, der von der Humboldt-Universität Berlin organisiert wurde, ein durchaus ernst zu nehmender Protest gegen das Vor-dringen von sog. alternativen Fakten im Internet, in der Politik, in den neuen rechtskonservativen popu-listischen Kreisen (AfD, Besorgte Bürger, Pegida,)   und teilweise auch in den etablierten Medien. Lügen und Falschinformationen als alternative Fakten zu bezeich- nen ist schon ein starkes Stück. Angefangen hatte da-mit die Pressesprecherin des neuen US-Präsidenten Donald Trump vor 2 Monaten. Daher gingen viele Wissenschaftler auf die Strasse, um für die Freiheit in der Wissenschaft, für Demokratie und für eine evi-denzbasierte und durchdachte wissenschaftliche Argumentation zu werben. Da die Universitäten bei Otto Normalverbraucher aber oft als abgehoben und weit entfernt von ihrem Alltag stehend erlebt werden, wird man diesen in dieser „postfaktischen“ Zeit wahr-scheinlich nur schwer überzeugen können. Da haben es die Populisten und Verschwörungstheoretiker mit ihren Falschinformationen sowie Ängste und Vorur-teile schüren sicherlich viel leichter.

Front_Humboldt_Universität foto Ischias88, wikimedia commons

Von all dem Durch-und Nebeneinander von Fakten-leugnern und Verdrehern , „besorgten“ Bürgern,  Gen-technik-und Impfgegnern, Studenten, Kommunisten und richtigen Wissenschaftlern ließ sich der Vizepräsi-dent der Berliner Humboldt-Universität nicht irritier-en. Er erinnerte an die universalen Leitideen der Brü-der Humboldt und machte deutlich, das es zu Fakten keine Alternative geben kann. Alle Wissenschaftler seien aufgerufen, den freien Diskurs, der Widerspruch zulässt und nicht von der Politik für fragwürdige Re-formen vereinnahmt werden dürfe, unbedingt zu ver-teidigen. Er wandte sich mit diesem Hinweis an die Politik, die derzeit dabei wäre, zahlreichen Fächern an den Universitäten aus fiskalischen Gründen die Geld-mittel zu streichen. Dies gelte auch für die stiefmütt-erlich behandelte und dennoch notwendige Grund-lagenforschung. In Hamburg freute sich Uni-Präsident Dieter Lenzen über die grosse Teilnehmerzahl. Sie zeige, so Lenzen, das sich viele Menschen für die Wissenschaft engagieren und sich Sorgen machen, da sie die Wissenschaftsfreiheit durch die jüngsten Ent-wicklungen in Polen, in den USA und in der Türkei als bedroht ansehen würden.

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In Deutschland gingen beim Marsch für die Wiss-enschaftlichkeit und gegen Realitätsverdrehung rd. 37.000 Menschen in 22 Städten auf die Strasse. Weltweit gingen an über 600 Orten Menschen auf die Strasse, um deutlich zu machen, das es nicht egal ist, ob jemand gesichertes und wissenschaftlich be-gründetes Wissen vorträgt oder nur seine persönliche Meinung.

Quellenhinweise:

FAZ vom 03.05.2017; Cicero vom 01.05.2017; West-fälische Nachrichten vom 19.04.2017; Die Zeit vom 20.03.2017; 10. Klima-und Energiekonferenz Berlin 2017, in: Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, Revierkohle (Jrsg.), Hamburg 2017; Hamburger Abendblatt vom 24.04.2017 und RK-Redaktion vom 05.05.2017

Fotos: oben: christophkadur, fotolia-Kauf; unten rechts: Humboldt Universität Berlin, Ischias88, wiki-media commons; unten links: protestierende Studenten peshkova, fotolia-Kauf mit Eigenänderung

Attractive young team on concrete background with drawn light bulbs. Creative idea concept

Löst der Schnellspaltreaktor alle Energieprobleme der Zukunft ?

Schnellspaltreaktormodell

Diesen Eindruck könnte man gewinnen, wenn man sich mit der Technik der sog. vierten Generation von Brutreaktoren beschäftigt. Im Gegensatz zu den bis-herigen und bis 2021 auslaufenden Leichtwasser-reaktoren, deren Hauptprobleme die Entsorgung von abgebrannten Brennelementen,  der unglaublich lange Zerfallsprozess von Plutonium, Uran und Thorium und seiner hohen Strahlenexposition sowie die Gefahr der Kernschmelze im Reaktor sind, handelt es sich bei dem Kernreaktor-Konzept des Dual-Fluid-Reaktors, auch Schnellspaltreaktor, Laufwellenreaktor oder auch etwas umständlicher „Müll vernichtender Salzschmelzreaktor“ genannt, um einen relativ sich-eren Reaktortyp, der in der Lage sein soll, den ge-samten global vorhandenen Atommüll zu verbrennen und damit die Welt 70 Jahre lang mit Strom zu ver-sorgen.

der Videofilm erläutert das Funktionsprinzip eines Schnellspaltreaktors. Leider nur auf Englisch.

Mehr noch: der Dual Fluid-Reaktor hat auch keine festen Brennelemente, die nach wenigen Jahren aus-getauscht werden müssen. Daher bewirbt der deutsche Konzeptentwickler, das Institut für Fest-körper-Kernphysik (IFK) in Berlin den Schnellspalt-raktor auch wegen seiner herausragenden Sicher-heitseigenschaft, den geringen Betriebskosten sowie seiner unterhalb von Natururan liegenden Zerfallszeit der übrig bleibenden Spaltprodukte bei der Produkt- ion. Da die Radiotoxität der erzeugten Abfälle im Geg-ensatz zu den herkömmlichen AKW- Plutonium-Ab-fällen nicht einige Tausend Jahre, sondern nur 300 Jahre beträgt , ist auch ein geologisches Endlager nicht erforderlich. Selbst wenn der Strom für den Schnell- spaltreaktor einmal ausfallen sollte , passiert nichts. Denn der Reaktor steht weder unter Druck, noch be-darf er einer aktiven Kühlung durch Wasser. Er kann nicht in die Luft fliegen und es kann nicht zur Kern-schmelze kommen, da es keinen festen Kern gibt. Der Brennstoff zirkuliert vielmehr in einer flüssigen Salz-lösung. Bei Stromausfall erlischt die Kernreaktion so-fort und das Salz kühl allmählich ab. Das im japani-schen  Fukushima aufgetretene Problem der Rest-zerfallswärme bei der eingetretenen Kernschmelze gibt es beim Dual Fluid-Reaktor nicht, da der neue Reaktortyp einen flüssigen Kern hat, der aus Kern-brennstoff und sog. Brutstoff-Chlorsalzen oder flüssi-gem Aktinoidenmetall sowie über eine Bleikühlung verfügt. Die flüssigen Metalle sind hochwärmeleitend, so das die Nachzerfallswärme vollständig passiv ab-geführt werden kann. Die hohe Arbeitstemperatur von über 900 Grad sind darüber hinaus optimal ge-eignet, neben Strom auch Wasserstoff herstellen zu können, Auf Öl wäre man dann ebenfalls nicht mehr angewiesen, so Jiang Mianheng, der ehem. Vizepräsi-dent der chinesischen Akademie der Wissenschaften.  Die Raffinerien würden düsteren Zeiten entgegenseh-en. Aber noch ist es nicht soweit, denn eines der Hauptprobleme stellen die Kosten dar. Daher findet Prof. Dr. Konrad Czerski sowie der Kernphysiker und Geschäftsführer des Berliner IFK, Dr. Armin Huke. zur Zeit keinen Investor, der bereit wäre, für einen Proto-typ rd. 10 Mrd. EUR auf den Tisch zu legen. Selbst eine erste Simulationsstudie würde mit rd. 20 Mio. EUR zu Buche schlagen. Das gleiche Problem haben auch die amerikanischen Forscher, die sich ebenfalls mit den Möglichkeiten von Schnellspaltreaktoren beschäftigen

Auf mittlere Sicht gesehen wären die Vorteile aber so bestechend, das man auf sie wahrscheinlich nicht ver-zichten wird, ist Dr.  Huke überzeugt. Hierzu zählt auch die Fähigkeit dieses Reaktortyps, das er in der Lage ist, den Rohstoff Co2 in Energie umzuwandeln. Der Dual Fluid Reaktor wurde daher bereits 2012 zum Patent angemeldet. In den USA, Kanada sowie vom Europäischen Patentamt wurde das Patent erteilt. In Deutschland steht die Patenterteilung seit 2015 noch aus.

DFR-Kraftwerk

oben: Prinzip eines Schnellspaltreaktors, Foto: IFK

Sind mit dem Flüssigsalz- bzw. mit dem blei-oder  natriumgekühlten Reaktortyp der sog. vierten Gene-ration damit wirklich alle Energieprobleme der Zu- kunft gelöst und gibt es keine Sicherheitsbedenken?

Diesen Fragen werden wir in unserem nächsten Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, welches Anfang 2018 erscheinen wird, ausführlich nachgehen.

Nur soviel schon mal vorab: man kann durch die Aufbereitungstechnik des Dual-Fluid-Reaktors leichter und schneller auch Atombomben herstellen. Eine Technikfolgenabschätzung wegen der hohen Temp- eraturen wurde bisher nicht vorgenommen und Salz und Flusssäure ist in der Lage, Metalle anzugreifen und damit bestehen hohe Verschleißkosten. 

DFR-Kern

Dr. Armin Huke, Kernphysiker, GF IFK Berlin

Quelle: IFK Berlin

Quellenhinweise: 
 
N.N.: Ist der DFR die Lösung unserer Energieprobleme ?, in: industr.com vom 01.10.2013; N.N.: Dual Fluid Reaktor, Institut für Festkörper-Kernphysik, Berlin o.J., in: dual-fluid-reaktor.de; Lüdecke, Horst-Joachim, Lim-burg, Michael: Fukushima-Jubiläum: die Welt zieht mit Kernenergie am „Vorreiter“ Deutschland vorbei, in: eike-klima-energie.eu vom 9.3.2013; Wikipedia.org; Spahl, Thilo: Die Neuerfindung der Kernenergie, in: Novo-Argumente vom 08.11.2013; Heller, Peter: der Dual Fluid Reaktor – ein neues Konzept für einen Kern-raktor, in: sciene-skeptical.de , o.J.; N.N.: Dual-Fluid-Reaktor – der Lügenreaktor, in: newstopaktuell.word-press.com vom 10.02.2013 sowie RK-Redaktion vom 3.05.2017 

Foto oben: IFK, bearbeitet von RK, Atom-Logo:  Caro-lanne Wright, fotolia-Kauf

oben: Dr. Armin Huke, Kernphysiker und Geschäftsführer                                                                                                 des Instituts für Festkörper-Kernphysik , Foto: IFK

Prof.Dr. Konrad Czerski, IFK-Berlin

Prof. Dr. Konrad Czerski     Foto: IFK


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Dr. Konra