Revierkohle: Neues Jahrbuch erschienen

ab sofort auch über unsere e-Mail-Adresse „vorstand@revierkohle.de“ bestellbar

                             Einige High-Light´s aus unserem neuen Jahrbuches

Es ist wieder soweit. Unser neues Jahrbuch für Energiepolitik und Mon- tankultur ist mit 190 prallen Seiten erschien- en. Alle Mitglieder un- seres Verbandes erhalt- en den neuen Jahres- rückblick automatisch zu- gestellt. Alle sonstigen Interessenten können den Jahresband zum Preis von 15,00 EUR über unseren Buch- shop oder über amazon.de sowie als interaktive e-paper- Ausgabe über ebozon. de für 8,00 EUR erhalten.

Unser Jahresband hat ein Alleinstellungsmerkmal, da wir zwei anspruchs- volle Themengebiete in verständlicher Sprache und reich bebildert seit rd. 20 Jahren für Berg fremde verzahnen, die mehr wissen wollen.

In unserem neuen Jahresrückblick würdigen wir das 50. Jubiläum unseres Mitglieds, welches im Bergbau-Museum in Bochum gefeiert wurde.

Die Deutsche Post AG will ihre Tochter DHL in den kommenden Jahren mit 10.000 neuen Elektro- Autoscootern ausrüsten, die sie auch selbst herstellt. Da sich das ganze nur schwer rechnet, wurde der Steuerzahler für die ersten 1000 fahrenden Kisten mit 10.000 EUR pro Fahrzeug zur Kasse ge- beten. Da das Elektromobil aber noch viele weitere Schwächen hat, haben wir uns das Modell mal näh- er angesehen.

4 Jahre nach dem Massaker von Marikana hat BASF seine Mitschuld an dem Tod von 34 streikenden u. 74 stark verletzten Minenarbeiter von LONMIN, die die Polizei vor laufender Kamera erschoss, nur weil sie einen höheren Lohn ge- fordert haben, immer noch nicht eingesehen. Wir berichten.

Die RAG will nach Abwurf der beiden letzten Zechen Ende 2018 das bestehende Grubenwasserkon zept optimieren, um weitere Kost- en einzusparen. Die Grubenwass-erhaltung wird daher bis 2035 von 11 auf 6 Grubenwasserhaltungs-zechen zurückgefahren und von unter-Tage-Pumpbetrieb auf Bru- nnenwasserhaltungsbetrieb um- gestellt.

 

 

 

Auf dem ehem. Bergwerksgelände der 2000 stillgelegten Schachtan- lage Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen hat der Landesbetrieb Forst zu- sammen mit der RAG Montan-Imm obilien GmbH einen Biomassepark mit Lerncontainern für Schulkind- er eröffnet. Wir hinterfagen die Sinnhaftigkeit eines solchen Pro- jektes.

Da der Essener Energieversorger steag seit Jahren wegen seines Kohlekraftwerkparks Verluste macht, klammert man sich nun an einen neuen Strohhalm. Und der heißt Großspeicherbatterie. Davon hat steag sechs in Betrieb genomm
en. Wie teuer und kontrakproduk- tiv sich die steag damit selbst aus- bremst, haben wir näher unter-sucht.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Sachsen schmiedet eine Braunkohle-Allianz

Tillich kritisiert die Energiepolitik der Bundesregierung erneut

Der Freistaat Sachsen will zusammen mit NRW eine Braunkohle-Allianz bilden, um den Klimaschutzplan 2050 der Bundesregierung zu verhindern. Er kriti- siert damit erneut die Politik der Regierung und spricht von einer katastrophalen Fehlentscheidung.

Ministerpräsident Stanislav Tillich (CDU)                      Foto: Laurence Chaperon, wikimedia commons; oben: fotolia 

Mit der Bekanntgabe der Leitentscheidung zum Tagebau Garzweiler II hat die nordrhein-westfälische Landesregierung die energiewirtschaftliche Erforder- lichkeit des Tagebaus für die Zeit nach 2030 ohne zeit- liche Begrenzung sowie der Tagebaue Inden und Ham bach in ihren genehmigten Abbaugrenzen erneut bestätigt und damit einem Ausstieg aus der Braun- kohlennutzung im Rheinland eine klare Absage erteilt.  Die Leitentscheidung hebt die langfristige Bedeutung der heimischen Braunkohle für eine sichere und bezahlbare Energieversorgung ebenso hervor wie für Wertschöpfung und Beschäftigung. Es ist zudem positiv, dass die Region und das betroffene Energieunternehmen RWE jetzt Planungssicherheit er- halten. Für die Ortschaft Holzweiler ist ein deutlich vergrößerter Abstand von 400 Metern zwischen Ab- baukante und der Ortschaft festgelegt worden, der über Immissionsschutzanforderungen und sicher- heitstechnische Aspekte weit hinausgeht.

Wörtlich äußerte sich der sächsische Ministerpräsid- ent bei einem CDU-Landesparteitag in Glauchau: “ wenn die Energieproduktion aus Braunkohle zerstört wird, ist das Scheitern der Energiewende garantiert.“ Er warnte vor einem Ausstieg aus der Kohle, da der Strom dann weder sicher noch bezahlbar sein wird. Der Parteitag beschloss eine Investitionsgarantie für die Braunkohle. Die Bundesumweltministerien Hen- dricks (SPD) hatte vor kurzem angekündigt, das man nach der Pariser Klimakonferenz in Paris nunmehr den Kohleausstieg innerhalb der nächsten 20 Jahre angehen müsse. Tillich sprach in diesem Zusammen- hang von Dirigismus zum Schaden der deutschen Wirtschaft. Die deutsche Braunkohle ist der kosten-günstigste und zuverlässigste Rohstoff, der für die Stromerzeugung nach wie vor dringend gebraucht wird. Tillich verwies auch auf ein Gutachten, wonach der Weiterbetrieb der Braunkohlekraftwerke im Lau- sitzer und im mitteldeutschen Revier die Klimaschutz- ziele von Paris nicht beeinträchtigen würde. Darüber hinaus muß man alles tun, um nicht die Existenz gan- zer Regionen zu gefährden.

Tillich betonte auch, das für eine sichere Energiever-sorgung erneuerbare Energien nicht ausreichen wür- den. Zudem würden nur die Kohlekraftwerke in der Lage sein, die Grundlast zu sichern. Und nur mit der Sicherung der Grundlast ist auch die 50 Hertz-Netz- Spannung aufrecht zu erhalten. Dem können wir nur uneingeschränkt zustimmen, zumal sich Herr Tillich auch in der Vergangenheit immer schon eindeutig zur Kohle bekannt hat. Das nennen wir Glaubwürdigkeit.

Nach dem Verkauf der ostdeutschen Braunkohle-sparte von Vattenfall an den tschechischen Energie-konzern EPH sowie an die Investmentgruppe PPF seh- en die rd. 8000 Kumpels ihre Zukunft zwar etwas ent- spannter, da Kündigungen bis 2020 ausgeschlossen sind. Einen Grund zur Entwarnung gibt es aber leider nicht, da die Fa. EPH als unsicherer Kandidat angeseh- en wird, der möglicherweise nach 2020 sein Kapital aus der Lausitz abziehen könnte.

 

Quellenhinweis:

Leipziger Volkszeitung vom 12.10.2016 und 07.11. 2016; Focus vom 02.12.2015; Bild vom 23.5.2012; Bundesverband Braunkohle (DEBRIV), Köln, 5/ 2016

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124 Grubengas-Blockheizkraftwerke in Betrieb

Strom aus Grubengas versorgt 310.000 Haushalte u. Wärme aus Grubengas versorgt 30.000 Haushalte

Auch nach Schließung der meisten Zechen in NRW und im Saarland liefern die alten Grubenbaue immer noch einen sicheren Energieversorgungsbei trag in Form von Grubengas, welches mit Hilfe von Blockheizkraftwerken in Strom und Wärme umgewandelt wird. Die Umwandlung des methan- haltigen Grubengases in Strom und Wärme verhindert gleich- zeitig, dass das Methan nicht in die Atmosphäre gelangt. In 2016 waren in NRW und im Saarland 124 Grubengas-Block-heizkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 222 Megawatt installiert.

schematische Darstellung der Grubengasabsaugung                   Foto: A. Müller, wikimedia commons

1,5 Megawatt-Grubengas-Blockheizkraftwerk

oben: Anlage von Außen auf dem ehem. Bergwerksgelände der Zeche Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen-Buer

Foto oben: Revierkohle; unten:  DMT

Erzeugsmengen Grubengas in Gigawatt                                      Quelle: Gesamtverband Steinkohle e.V.

Grubengas bildet sich während des natür- lichen Prozesses der Entstehung von Kohle. Durch den Kohlenabbau wird das Gas frei- gesetzt und kann ab 4 % Methananteil in der Luft ein hochexplosives Gemisch ergeben. Zu Beginn des industriellen Bergbaus An- fang des 19. Jahrhunderts sind daher zu- nächst auch viele Bergleute durch die sog. schlagenden Wetter ums Leben gekommen.  Dann wurden die Gruben bewettert und das Grubengas über Tage verbrannt. Erst später nutzte man das Grubengas zur Erzeugung von Strom auf den Bergwerken. Grubengas ist geruchlos und setzt sich aus Methan, Stickstoff und Kohlendioxid zusammen.  Die verwertbaren Methankonzentrationen lieg- en zwischen 25 und 90 %. Die Unterschiede ergeben sich aufgrund der Kohlenart. Gas und Fettkohle haben den höchsten Gas- gehalt, Anthrazit-, Mager-und Esskohle den geringsten Methangehalt. Daher lohnt sich die Produktion nicht an allen ehem. Berg- werksstandorten.

Die Stromerzeugung aus Grubengas belief sich in 2015 auf 1.136 Mio. kWH und die Wärmeerzeugung auf 419 Mio. k’WH und übertraf damit den Höchststand aus  2014. Rund 0,6 % des gesamten Strombedarfs in NRW konnten so aus Grubengas gedeckt werden. In den ehem. Kohlenrevieren in NRW wurden in den Jahen 2000 bis 2004 über 100 neue Blockheizkraftwerke auf ehem. Zechenstandorten in Betrieb ge- nommen. Im Saarland waren es 27 neue An- lagen. Aufgrund des EEG und der damit zu- sammenhängenden Problematik der zu ge- ringen Vergütung werden seit 2007 keine Grubengasanlagen mehr in Betrieb ge- nommen, die mehr als ein Megatt Strom erzeugen können, da die Explorationskosten enorm hoch sind und für eine Kilowatt- stunde Strom aus Grubengas gem. § 26 EEG  nur 6,84 Ct. und für Anlagen über 5 MW nur 3,98 Ct. gezahlt wird. Da die Grubengas- verwertung für den bestehenden Anlagen- park staatlich unterstützt wird und die EEG- Fördermittel Ende 2024 auslaufen, werden die Anlagen wahrscheinlich danach alle still- gelegt. Das ist mehr als bedauerlich, da es noch viele Flöze oberhalb des Karbonge- birges gibt, die Grubengase in ausreichend- er Menge und Qualität vorhalten.

Wir plädieren daher für eine Verlängerung der Förderdauer, da die Grubengas-Block-heizkraftwerke wesentlich effizienter, sich- erer und billiger Strom und Wärme erzeugen als die unsicher und teuer arbeitenden Wind kraftanlagen, die weder die Umwelt schonen noch das Klima retten können.

Die ersten Nutzungsversuche, Grubengas aus flözführenden Schichten wegen der Ex- plosionsgefahr nicht nur abzusaugen, sond- ern auch zur Stromerzeugung zu gewinnen, wurden 1943  auf der Zeche Mansfeld  in Bochum-Langendreer erfolgreich vorange- trieben. Dann wurden Grubengas-Absaug-anlagen aufgrund der EEG-Förderung in rascher Folge auf über 100 ehem. Bergwerks standorten errichtet. 1997 errichtete z.B. die Stadt Herne auf der stillegelegten Schacht- anlage Mont Cenis 3 in Herne-Sodingen eine Grubengasabsauganlage mit 378 kW-Leist- ung. Da der Schacht versumpfte, mußte eine neue Anlage errichtet werden. In 2002 nahm eine mobile Grubengasabsauganlage auf der ehem. Zeche Anna I in Alsdorf (Saarland) den Betrieb auf. Als letztes wurde in 2016 eine neue Anlage auf dem ehem. Bergwerksge- ände der Schachtanlage Hugo 2/5/8 in Gels- enkirchen-Buer errichtet.

Quellenhinweise:

Jahresbericht Gesamtverband Steinkohle 2016, GVst (Hrsg.) Herne 2016; Grubengas – ein Energieträger in NRW, Landesinitiative Zukunftsenergien NRW (Hrsg.), Düsseldorf 2004, Minegas GmbH, Essen und RK-Redaktion vom 17.12.2016

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steag schliesst Kraftwerk Voerde 2017

Voerde ist für viele Voerder Bürgerinnen und Bürger ohne Kraftwerk fast undenkbar 

Die ehem. RAG-Tochter steag hat sich entschieden: der Energieversorger aus Essen hat bei der Bundesnetzagentur die Stilllegung von 5 Steinkohle-kraftwerksblöcken angemeldet. Vorzeitig auslaufen sollen in 2017 die Kraftwerke Voerde, ein Block in Herne sowie zwei weitere Blöcke in Weiher und in Bexbach im Saarland. Für den Standort Voerde bedeutet das das komplette Aus. Die Mittelstands-vereinigung Dinslaken-Voerde bezeichnete die beantragte Stilllegung als ein dramatisches Prob- lem. Viele Voerder können sich ein Leben ohne Kraftwerk heute noch kaum vorstellen.  

Mit der Stilllegung des Bergwerks Walsum in 2008 be- gann auch der Niedergang des nebenan gelegenen Steinkohlekraftwerks. Die Verantwortung für das an- sonsten ausgelastete Kraftwerk trägt allein die Politik. Durch die Einführung des EEG im Jahre 2000 sind seit- her zahlreiche Kraftwerke wirtschaftlich unrentabel geworden, da das EEG eine bevorrechtigte Einspeis- ung regenerativer Energieträger in das Netz vor- schreibt. Am Standort Voerde sind noch 300 Mitarbeit- er beschäftigt. Der Betriebsrat hat für diese Mitarbeit- er bereits einen Sozialplan erarbeitet. Der Stellenab- bau soll sozialverträglich und ohne betriebsbedingte Kündigungen über die Bühne gehen. Der Bürger-meister von Voerde, Dirk Haarmann, befürchtet, das nicht nur die Arbeitsplätze im Kraftwerk wegfallen, sondern auch zahlreiche Arbeitsplätze bei Zulieferer-firmen und im Einzelhandel. Die steag hat aber keine andere Wahl, da der Strompreis dank des EEG bei der EEX-Börse in Leipzig derart niedrig ist, das eine Opti- mierung der Kosten-und Erlössituation nicht weiter möglich ist. Das ist in der Tat ein Drama. Die fünf zur Stilllegung anstehenden Kraftwerksblöcke entsprech- en rd. 40 % der steag-Gesamtkapazität an Steinkohle- Kraftwerken. Der SPD-Landtagsabgeordneter Norbert Meesters nennt das Aus für Voerde einen Schlag ins Gesicht für die Beschäftigten. Es müsse nunmehr alles dafür getan werden, so Meesters, das daraus kein Supergau für Voerde entsteht. Wie wäre es denn, Herr Meesters, wenn Sie sich für die Abschaffung des EEG einsetzen würden, das ihre Regierung mit auf den Weg gebracht und damit die Probleme in der Energie- branche übehaupt erst erschaffen hat. ?! Nunmehr bleibt der steag nichts anderes übrig, als die Blöcke aus den 80er Jahren zum 1.4.2017 und die Blöcke West 1 und 2 zum 2.11.2017 stillzulegen. Die Bundes- netzagentur muß bis dahin noch prüfen, ob das Kraft- werk zur Aufrechterhaltung der Versorgungssicher- heit „systemrelevant“ ist. Die geretteten Banken wurden von der Bundesregierung übrigens auch so bezeichnet. Allerdings mit dem kleinen Unterschied: wenn ein systemrelevantes Kraftwerk ausfällt, dann gehen in einer ganzen Region die Lichter aus, wenn eine Bank ausfällt, dann gehen nur die Lichter in der Verwaltung aus.

Quellenhinweise:

WAZ vom 02.11. 2016; 03.11.2017; 07.11.2016 und 22.11.2016 sowie RK-Redaktion vom 16.12.2016; Videoclip: Revierkohle ; Foto: Malfoy own work, wikimedia commons; Kollage: Revierkohle 

 

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Donald Trump will saubere Kohle

Beschränkungen für die Energiebranche sollen aufgehoben werden

Der designierte neue US-Präsident Donald Trump hat für die ersten 100 Tage sein Regierungspro- gramm vorgestellt. So will er u.a. die Beschränk- ungen für die Energiebranche, die der derzeit noch amtierende Präsident Barack Obama wegen des angeblichen Klimawandels erlassen hatte, wieder zurücknehmen. Er will auf diese Weise die amerikanische Wirtschaft stärken und viele neue Arbeitsplätze schaffen.

oben: der designierte neue US-Präsident Donald Trump; darunter: das weisse Haus in Washington,

Fotos: oben: Gage Skidmore, wikimedia commons unten: pixabay

Quellenhinweise: Süddeutsche Zeitung vom 23.11.2016; Der Spiegel vom 14.12.2016 sowie ARD-Tagesschau vom 22.11.2016

Ob Trump den seit Jahrzehnten andauernden Nieder- gang der US-Kohleindustrie stoppen kann, wäre zwar zu wünschen, bleibt aber fraglich, da er nicht in der Lage ist, die Nachfrage nach der Kohle zu stärken, denn zu viele Länder subventionieren die regenerativ- en Energieträger. Darüber hinaus müßten die meisten Minen für viel Geld wieder geöffnet und saniert werd- en. In West Virginias Hauptstadt Charleston, einst eine Bergarbeiter-Hochburg mit einer ebenso starken Ge- werkschaft, sind die Kumpels arbeitslos und haben keine Krankenkasse mehr. Es ist daher nachvollzieh- bar, warum diese Menschen einen Populisten gewählt haben. Populisten haben i.d.R. für komplexe Pro- bleme einfache Antworten zur Hand. Das Thema Kohle ist ein solches komplexes Problem, weil es viel- schichtig ist. Das einfache Versrechen von Trump , nämlich das sich die Kumpels in Kürze wieder „halb totarbeiten würden“ in den aufgelassenen Minen, dürfte nicht so einfach umzusetzen sein. Dafür müßte er zunächst die Energiepolitik ändern. Und das hat er offensichtlich auch vor. Der Kohle-und Ölfreund Scott Pruitt soll die Umweltbehörde EPA leiten. Pruitt hat bereits angekündigt, den sog. „Clean Power Plan“ weiterhin bekämpfen zu wollen. Der zukünftige Energieminister Rick Perry ist ebenfalls ein Freund der Kohle und hat sich gegen einen weiteren Ausbau von Klimaschutzmaßnahmen ausgesprochen.

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Zeche Prosper-Haniel

Das schrittweise sterben der letzten beiden Zechen im Revier, Prosper-Haniel und Anthrazit Ibb- enbüren, nimmt seinen unab- wendbaren Verlauf. Am Donners- tag, den 15.12.2016 erfolgte im Baufeld Haniel unter der Kirch-heller Heide in Bottrop der letzte Durchschlag zweier aufeinander zugefahrener Strecken.

Der Durchschlag erfolgte in 1240 Metern Teufe. Damit endeten auf dem Bergwerk Prosper-Haniel in Bottrop die letzten Vorleistungsaktivitäten der Mannschaften, die für die Streckenauffahrung in die kohleführenden Schichten bisher zuständig waren. Das ist für einen Bergmann eine einschneidende und sehr traurige Angelegenheit.

Alle Streckenauffahrungen unter den bisher genehmigten Rahmenplanbedingungen sind damit abgeschlossen. Die grosse Teilschnittmaschine (De- kanter) 38 fuhr nach Angaben der RAG mit einem Auf- fahrungsquerschnitt von 33,6 Quadratmetern auf den schon aufgefahrenen Streckenast zu. Gegen 15.00 h durchdrangen die Schneidköpfe der lasergesteuerten Maschine das Gestein, das die beiden Teile der Strecke noch voneinander trennte. Unter großem Medieninteresse endete die Vorleistung dann mit dem erfolgreichen Durchschlag.

Ab Juli 2017 wird das somit erschlossene neue und letzte Flöz G2/F abgebaut. Ende 2018 ist dann end- gültig Schicht im Schacht. Danach erfolgt der Rückbau. Das heißt, die verbleibenden Mannschaften sichern die teuren Maschinen und bringen Sie zu Tage. RAG-Mining wird diese dann ins Ausland verkaufen. Dann werden die Strecken abgedämmt, Wasserwege für die zukünftige Grubenwasserhaltung angelegt, die Elektrik gekappt und alle Schächte standfest verfüllt. Als letztes erfolgt die Niederlegung der Übertagean- lagen. Nach 150 Jahren hat sich dann der Bergbau aus dem Revier für immer verabschiedet. Zwar wird Deutschland nach wie vor mit Kohle für eine sichere Energieversorgung beliefert, dann aber zu 100 % aus dem Ausland.

Fotos:

oben: PH, Schacht 10; rechts: Auffahrung des Füllortes auf der 7. Sohle, PH, Schacht 10, LWL, links darunter: Malakowturm mit eingelassenem Stahlstrebenförder- erüst über Schacht 2 (steht unter Denkmalschutz), Revierkohe;  rechts daneben: Kohlenaufbereitung PH, Revierkohle;  links unten: PH, Schacht Franz in Bott- rop; rechts: PH, Schacht 9 in Bottrop-Kirchhellen, Revierkohle

 

Die RAG wird das Ende des deutschen Steinkohlen-bergbaus im Juni 2018 im Bergbau-Museum in Bochum gebührend würdigen. Alle aktiven Bergleute und alle Ehemaligen sowie alle Mitglieder unseres Verbandes sowie des Bundes Deutscher Bergmanns-, Hütten-und Knappenvereine sind heute schon zu dieser Abschiedsfeier herzlich eingeladen. In den Medien wird über dieses Ereignis ebenfalls auf allen Kanälen ausführlich berichtet.

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RVR : Route Industriekultur

Der Regionalverband Ruhr (RVR) hat Anfang Dez. 2016 beschlossen, die Verträge mit dem Land NRW für die Route der Industriekultur und den Emscher Landschaftspark zu verlängern und für weitere 10 Jahre zukunfsfähig zu machen. Da- mit können 25 sog. Ankerpunkte (ehem. Zechen, Fabriken, Schienen wege etc.), 17 Aussichtspunkte auf ehem. Industrierealen und 13 Zechensiedlungen sowie 700 km Radwege erhalen, gesichert und weiterhin gepflegt werden. Für die Sicherung der Industriekultur nebst Landschaftspflege wird der RVR in den nächsten 10 Jahren 3,9 Mio. EUR sowie das Land NRW 5,6 Mio. EUR bereitstellen. Die Stand- orte selbst müssen allerdings auch einen Eigenbeitrag in Höhe von 2,5 Mio. EUR erbringen.

Zu den Pflegeobjekten des RVR   ge hört auch die ehem. Union-Brau- erei in Dortmund mit dem weithin sichtbaren großen U. Die Brauerei produzierte zur Hochzeit von Kohle und Stahl über 2 Mio. Hektoliter Bier. (1973). 1994 verlegte die Brauerei ihren Sitz an den Stadt- rand. Die Gebäude wurden 2004 bis auf den 70 Meter hohen Gär- und Lagerturm abgerissen. Das Dortmunder Union-Bier wird heute bei der Dortmund Actien Brauerei abgefüllt. Anmeldung erforderlich.

Ein High-Light der Industriekultur ist das Eisenbahn-Museum in Bochum-Dahlhausen, welches immer wieder auch Fahrten mit Dampflokomotiven anbietet. Die Sammlung alter Eisenbahnen mit dem dazugehörden Ambiente ver- mittelt ab eigenem Bahnsteig ganz schnell das Gefühl, das die Zeit stehen bleiben kann. Zumindest- ens für 2 Stunden.

Eine Kostbarkeit der Route der Industriekultur stellt die ehem. Zeche Minister Stein in Dortmund- Eving mit ihrem markanten Hamm- erkopfturm dar.

Ein Kleinod der Montankultur bildet die Museums-Zeche Zollern 2/4 in Dortmund-Bövinghausen. Sie ist eine von acht Museums- standorten des Landschaftsver-bandes Westfalen-Lippe.

Ein Hingucker unter den Industrie-Museen bildet die ehem. Zinkfa- brik Altenberg in Oberhausen. Sie war 130 Jahre in Betrieb und stellte u.a. Bleche für den Baubereich her. Heute ist das Museum auch Sitz der LWL-Verwaltung.

Zwei weitere Routen sind derzeit in Planung.

Fotos:  Union-Brauerei, Mbdortmund, wikimedia commons; Dampflokomotiven: Hans-Henning Pietsch; Minister Stein: Mario Fischer, wikimedia commons, Zinkfabrik Altenberg: Daniel Ullrich, Threedots; Zollern 2/4: LWL

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Weihnachtssingen auf Schalke 04

die Fußballarena „auf Schalke“ 04 wandelt sich zum Ort der Besinnlichkeit

Wo normalerweise die Fußballprofis der Königsblau en spielen, stehen am 18.12.2016 ab 17.00 h be- kannte Musiker und Gesangschöre auf einer großen Bühne, um die Arena auf Schalke in Gelsenkirchen in einen Ort der Besinnlichkeit und Wärme zu verwandeln, damit sich die Zuschauer auf ein friedvolles Weihnachtsfest einstimmen können.

Wenn zehntausende Menschen gemeinschaftlich Weihnachtslieder singen, dann ist Gänsehaut-Atmo- sphäre vorprogrammiert. Und die Menschen in dieser strukturgebeutelten Stadt haben bestimmt ein bißchen Wärme verdient. Die Zuschauer erwartet ein besonderes Highlight: die Schalke-Legende Huub Stevens wird am 18.12.2016 eine bekannte Weih- nachtsgeschichte vorlesen. Dabei sein werden aber auch Florian Silbereisen, DJ Ötzi, Lucy Diakovska, die neue Philharmonie Westfalen und zahlreiche Chöre aus der Region. Für Textsicherheit sorgt die Ausgabe von Liederheften, die vor Ort verteilt werden. Im Unterrang kostet die Veranstaltung 14,00 EUR und für Kunder 7,00 EUR.

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