Weiter Zukunftssorgen bei ThyssenKrupp in Gelsenkirchen

In Gelsenkirchen-Schalke bangen 630 Mitarbeiter um ihren Standort trotz Vollauslastung

Über die Abwärtsspirale in der deutschen Stahlindu- strie aufgrund chinesischen Preisdumpingsw haben wir an dieser Stelle bereits mehrmals berichtet. Die Branche ist weiter in Aufruhr. ThyssenKrupp will den Konzern weiter konsolidieren. Für den Standort Gelsenkirchen -Schalke bangen daher 630 Mitarbeit- er um ihre Zukunft.

Die Konsolidierungsbemühungen werden sich aller- dings nicht nur auf Thyssen-Krupp beschränken, sondern alle Stahlkonzerne in Europa erfassen, sind sich Experten einig, sofern die Politik nicht Schutzzölle o.ä. einführt, um den unlauteren chinesischen Wett- bewerb einzudämmen. Und danach sieht es im Aug- enblick noch nicht aus. Die BR-Vorsitzende von Thyssen-Krupp Steel Europe, Barbara Kremser-Bruttel, wartet dieser Tage auf weitere Informationen, weil man sozusagen in der Luft hängen würde. Anfang 2017 soll ein tragfähges Zukunftskonzept stehen.  Thyssen-Krupp Steel in Gelsenkirchen produziert Bleche für Transformatoren. Da nur wenige Hersteller weltweit in der Lage sind, ein solches hocheffizientes „Blechli“ herstellen zu können, besteht derzeit auch nicht die Gefahr einer chinesichen Nachahmung. Der Qualitätsvorsprung könnte nach Ansicht des IG-Metall – Bevollmächtigten, Robert Sadowsky, aber schnell wieder in Frage gestellt werden, falls die Bundesreg-ierung an den überteuerten und aus unserer Sicht auch unsinnigen Co2-Zertifikate festhält. Das würde alle Bemühungen wieder zunichte machen. Das Gels- enkirchener Werk produziert rd. 80.000 Feinblech pro Jahr und arbeitet rund um die Uhr. Bis 1995 stand übrigens gleich nebenan Schacht 6 der 1993 stillge-legten Schachtanlage Consolidation 3/4/9.

Thyssen-Krupp-Betriebsratschef Günter Back machte auf einer Betriebsversammlung im Werk Hamborn/ Beeckerwerth deutlich, das die Stilllegung von Anlagen oder gar ganzen Standorten auf den er- bitterten und entschlossenen Widerstand aller Beleg-schaftsange- hörigen stoßen wird, falls der Vorstand weiterhin mit einem Zusammenschluss von anderen Stahlkonzern- en weiterhin liebäugele. In Brüssel und in Berlin müsse daher dafür Sorge getragen werden, das die klimapolitischen Ziele, die in Praxi zu einer Zusatzbe-lastung von rd. 10 Mrd.EUR führe, für die Konzerne verkraftbar bleiben müssen. Strassenbegleitgrün und Naherholungsgebiete gibt es schließlich schon mehr als genug.

vgl.hz.a. WAZ v. 23.06.2016, 24.6.2016 und RK-Redaktion vom 01.08.2016. Foto: Martin Möller

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Biomassepark auf Hugo 2 eröffnet

16 Jahre nach Stilllegung der Zeche Hugo 2/5/8 mit 4000 Beschäftigten entsteht ein Biomassepark mit 0 Beschäftigten  

Auf einer 22 Hektar grossen Fläche der ehem. Zeche Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen-Buer betreibt der Landesbetrieb Wald und Holz NRW über das Regio- nalforstamt auf Hugo seit Anfang Juni 2016 einen Biomassepark mit schnell wachsenden Pflanzen, um diese zu Hackschnitzeln für Feuerungsanlagen zu verarbeiten. Gleichzeitig entstand ein Natur“labor“ für Kita-Besucher und es wurden ein paar Wand- erwege auf dem ehem. Betriebsgelände angelegt. Kaue-;Verwaltung und Schacht 2 wurden erhalten. Unter Umwelt-und Klimagesichtspunkten betrachtet sicherlich kein nachhaltiges Projekt, dafür aber ist alles schön grün.  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a.: AUF-Gelsenkirchen, Pressemitteilung vom 08.06.2009; WAZ vom 23.10.2015; 17.02.2016 und 22.6.2016, Die Welt vom 22.6.2016, Umweltbundes- amt vom 01.02.2016 sowie Revierkohle-Redaktion vom 18.07.2016

Am 25.06.2016 rauschte Schulministerien Sylvia Löhr- mann extra aus Düsseldorf an, um auf dem ehem. Zechengelände der Schachtanlage Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen-Buer die erste großflächige Kurzum-triebsplantage in einem Ballungsraum zu eröffnen. 300.000 Kubikmeter Boden wurden aus dem Emsch- erumbau nach Buer gekarrt, um das ehem. Be- triebsgelände um drei Meter aufzuschütten.  82.000 Bäume wurden angepflanzt, um in 7 Jahren als Hackschnitzel für eine noch zu errichtende Holz- schnitzelheizanlage zu enden. Das ganze nennt sich „klimaneutrale Energieerzeugung.“ Natürlich ist das nur ein Werbegag, da es kein neutrales Klima oder ein zu rettendes geschweige denn durch Menschenhand gemachtes Klima geben kann. Aber das ist auch nicht so wichtig. Wichtig war für die Schulministerien aber der auf Hugo für 91.000 EUR neu angelegte Umwelt-Infopfad für Schul- und Kindgartenkinder. In sechs Seecontainern sollen die Kinder und Jugendlichen spielerisch den Umgang mit Obst, Holz, Hochbeeten und Kräutern lernen. Mit Umweltpädagogen soll die Energiewende inhaliert werden. Dazu wird man auf Entdeckungsreise durch den zukünftig zugewachsen- en Biomassepark gehen und erlebnispädagogisch die Nachwuchsbevölkerung über Tümpel, Bäche, Wiesen und Bäume einlullern. Hinzu kommmt ein Beach- volleyballfeld und ein Niedrigkletterseilgarten. Für die Erwachsenen wurden verschiedene Wanderwege auf dem Gelände angelegt bis zur 79 Meter hohen Berge- halde Rungenberg.  Von soviel Natur ganz beschwipst, faselte OB Frank Baranowski nach dem Sektempfang sogleich von einem Meilenstein in der lernenden (strukturschwachen) Stadt und bedankte sich artig bei den Impulsgebern für das hervorragende Bildungs- konzept.  Im Anbetracht des Verlustes von rd. 4000 Arbeitsplätzen auf der ehem. Zeche und in Anbetracht der höchsten Arbeitslosenquote von allen Ruhrge- bietsstädten bei gleichzeitig bestehender Haushalts-sperre fragt man sich doch eher fassungslos: in welchem Film lebt der Mann eigentlich. Und wie ein Biomassepark vorbildhaft die Energiewende symbo-lisieren soll, wird auch nicht so recht klar, da das verbrennen von Holz kein bißchen umweltfreundlich- er ist als das verbrennen sonstiger fossiler Brenn-stroffe. Der Brennwert von Holz ist ganz nebenbei be- merkt auch noch miserabel schlecht. Nachhaltigkeit buchstabiert man u.E. anders. Und ein weiterer Grün- zug schafft auf Dauer auch keine neuen Arbeitplätze. Diese benötigt das Revier aber dringender denn je. Nach Ansicht von Dr. Willi Mast, Ausschussvertreter im Umweltausschuß der Stadt Gelsenkirchen ist der Biomassepark auf Hugo eine einzige Mogelpackung, da es sich bei dem auf Zeit angelegten Projekt um eine Anpflanzung von schnell wachsenden Pflanzen  auf einer Industriebrache handelt und keineswegs um ein Projekt zur Verwertung von Biomasse.

Fotos: oben: Zeche Hugo, Schacht 2, Revierkohle; darunter: Zeichnung Biomassepark Hugo: RAG-Stiftung, unten: das ehem. Betriebsgelände der Zeche Hugo 2/5/ 8 in Gelsenkirchen-Buer; Hans Blossey, WAZ

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RAG: Ewigkeitslasten sind gedeckt

Der Staat muss nichts bezuschussen

Der Chef der RAG-Stiftung konnte dieser Tage stolz verkünden, das die im Eigentum der RAG-Stiftung befindlichen 11 Unternehmen, inbsbesondere Evo- nic Industries AG und anteilig Vivawest Immobilien, seit Jahren Gewinne erzielen. Aufgrund der ange- häuften Rücklagen ist es  möglich, die sog. Ewigkeits lasten des Bergbaus nach dem endgültigen Auslauf 2018 ohne Beihilfen des Staates finanzieren zu können.

Dr. Werner Müller

Trotz der extremen Niedrigzinsen ist die RAG-Stiftung in der Lage, die Dauerlasten der Nachbergbauära auf Dauer über viele Jahre finanzieren zu können. Die Rückstellungen für die Ewigkeitslasten wurden von 4,1 Mrd. EUR auf 4,5 Mrd. EUR erhöht, da die Tochter Evonic Industries allein in 2015 316 Mio. EUR an Divi- denden ausschütten konnte. Insgesamt belief sich das Stifungsvermögen der RAG Ende 2015 auf rd. 16 Mrd. EUR. Zwar bestehen Gesamtverpflichtungen in Höhe von 37 Mrd. EUR, das sei aber nur ein rein buchhalteri scher Wert, betonte RAG-Stiftungschef Müller. Für das Abpumpen und Reinigen von Grubenwässern sowie für den Polderbau werden ab 2019 jährlich rd. 220 Mio. EUR benötigt. In dieser Summe sind die Kosten für die dann noch 466 Beschäftigten enthalten. Ins- gesamt unterhält die RAG als Betriebsgesellschaft 11 Grubenwasserhaltungszechen. Diese sollen durch An- hebung des Grubenwassers langfristig auf 6 Anlagen zurückgefahren werden, um Kosten zu sparen. Neben der Aufgabe der Grubenwasserhaltung und dem Pol- derbau wird die RAG auch nach 2018 weiterhin für die Regulierung von Bergsenkungsschäden, die Archivier- ung, für das Grubenrettungswesen und für Pensions-fragen zuständig sein. Die Geschäfte der RAG werden ab 2017 auf Zollverein XII in Essen weitergeführt. Eine weitere Aufgabe könnte demnächst dazukommen: die Wärmegewinnung aus Grubenwässern. Auf Robert- Müser in Bochum wird das rd. 28 Grad warme  Grubenwasser bereits erfolgreich in einer Schule und bei der Bochumer Feuerwehr genutzt. Auch die mögliche Neutralisierung von Grubenwässern und deren Nutzbarmachung ist eine Überlegung für die Zukunft, an der noch gebastelt wird. Ebenso das geplante Unterflur-Pumpspeicherwerk auf Prosper-Haniel in Bottrop.

vgl.hz.a.: Steinkohle-Werkszeitschrift 7/2016, Focus vom 23.5.2016, Presseinfo RAG-Stiftung, WAZ vom 28.06.2013 sowie Revierkohle-Redaktion vom 18.07. 2016

oben: Grubenwasserhaltung und Grubenwärmegewinnung auf Robert-Müser, Bochum             Mitte: zentrale Grubenwasserhalt- ung auf Zollverein II und XII mit 6 Horizontalkreiselpumpen auf der 14. Sohle, Essen-Karnap                   Darunter: Grubenwasserhaltung auf Gneisenau, Dortmund- Derne

oben links: Grubenwasserprovinz Leitwarte und Steuerung auf Pluto 2 an 365 Tagen in Herne                  links: Grubenwasserhaltung und Trinkwasseraufbereitung auf Hein- rich 3, Essen-Überruhr sowie 6 weitere hier nicht aufgeführte Grubenwasserzechen werden von der RAG weiterhin betriebsbereit gehalten, um ein Absaufen des Ruhrreviers sowie eine mögliche Verunreinigung des Grundwassers zu verhindern.

Fotos: oben: Arnold Paul; Mitte: Revierkohle; Unten: Rainer Knäpper, wikimedia commons, links oben: Revierkohle, links: Frank Vincentz; Dr. Werner Müller, Pressefoto RAG-Stiftung

 

 

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Fracking-Verbot beschlossen

vorerst sollen keine weiteren Bohrungen mehr genehmigt werden

In unserem Jahrbuch 2013 hatten wir bereits ausführ- lich die Vor-und Nachteile des sog. Hydraulic Fraktur- ing dargestellt.  Wir werden das Verfahren daher nicht nochmals vorstellen, sondern beschränken uns auf die Bekanntgabe einer aktuellen politischen Entschei- dung zu diesem Thema.  Für alle diejenigen Leserinn- en und Leser, die sich nochmals einen Überblick über die Methode verschaffen möchten, haben wir unten links einen Video-Clip bereitgestellt, der von Christian Walter im Rahmen einer Bachelorarbeit im WS 2014/ 15 an der FH Ansbach produziert wurde.

Videoclip: Christian Walter, Joutube

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

vgl.hz.a.: WAZ vom 21.06.2016, Umweltbundesamt vom 08.12.2015 , Home- page ExxonMobil sowie RK-Redaktion vom 17.07.2016.  Fotos: oben links: Clusterx, Fotolia-Kauf; darunter: Argus, Fotolia-Kauf

Wie Ihnen sicherlich bekannt sein wird, ist die Gasför-derung per Fracking umstritten, da zur Freisetzung in Schiefergestein u.a. auch Chemiekalien eingesetzt werden. Kritiker befürchten, das diese das Grund-wasser belasten oder das es zu Erderschütterungen kommen könnte. In den USA wäre dies schon häufig vorgekommen. Die Bundesregierung hat daher am 12.7.2016 entschieden, vorerst keine Bohrungen mehr zu genehmigen. Das Verbot gilt unbefristet. In 2021 will der Bundestag nochmals entscheiden, ob das Ver- bot dann immer noch angemessen ist. Die Über- prüfung erfolgt vor dem Hintergrund, das die Frack- ingtechnik sich ändert und zukünftig möglicherweise ganz ohne Einsatz von Chemiekalien auskommt. Aller- dings dürfen mit Zustimmung der jeweiligen Landes- regierung auch weiterhin Probebohrungen vorge- nommen werden. Zur Zeit ist das Aufbrechen von Gestein unter hohem Druck und Einsatz von Chemie- kalien in Deutschland noch möglich. In Praxi wurden aber schon seit einigen Jahren keine Bohrungen mehr genehmigt.

In Deutschland gibt es nennenswerte Vorkommen unkonventioneller Erdgaslagerstätten. Diese befinden sich in Schiefertonformationen, Kohleflözen und dicht- en Sandsteinlagerstätten, bei denen die Durchlässig- keit sehr gering ist. Daher müssen für die Gewinnung von Erdgas zusätzliche Wege geschaffen werden. Dazu wird über Tiefbohrungen das Gestein in der Lagerstätte mit hohem Wasserdruck aufgebrochen („gefrackt“). Der Wasserbedarf für das hydraulische Fracking kann mehrere tausend Kubikmeter pro Bohr- ung betragen. Über die künstlich erzeugten Risse im Gestein strömt das Gas zusammen mit Lagerstätten wasser und Frackingfluiden der Bohrung zu. Un- dichte Stellen an den Rohrverbindungen können da- bei ein zusätzliches Umweltproblem darstellen. Dem widerspricht die Fa. ExxonMobil als Fracking-Betrei- ber. Das Hydraulic Frakturing sei seit 1961 ein erprobt es Verfahren. In den mittlerweile 300 durchgeführten Fracs ist es bisher zu keinem einzigen Unfall gekomm- en. Außerdem betont die Firma, das die von ihr einge-setzten Additive ungiftig seien, also weder das Grund-wasser noch die Umwelt belasten würden, da es sich um Vitaminvorprodukte in Kombination mit Alkohol und 95 % Wasser handeln würde. Die Bundesregier- ung will sich vor der nächsten Bundestagswahl jedoch nicht dem unbedarftem Volksmob aussetzen und handelt daher nach dem Motto“ Vorsicht ist die Mutt- er der Porzelankiste.“ Gut, das dieses Motto zu Beginn der Industriealisierung nicht so streng beachtet  wur- de, sonst hätte man Bohrungen in gesteinsführen- den Kohleflözen wegen der damit zusammenhängen- den Gefahr von Methangasexplosionen und der Ge- birgserschüttungern beim späteren Abbau wahr- scheinlich auch verboten. Dann wüßten die meisten Bürger wahrscheinlich heute immer noch nicht, was Wohlstand durch Strom und Wärmeerzeugung be- deutet.

 

 

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Brexit erschüttert Weltklimavertrag

Die Ziele des Weltklimavertrages stehen komplett wieder in Frage

Auf dem 7. Petersberger Klimadialog in Bonn kam- en jüngst Vertreter aus 35 Staaten zusammen, um über die weiteren Verfahrensschritte im Hinblick auf die in Paris 2015 beschlossenen Klimaziele zu sprech en. Bundeskanzlerin Merkel sprach von Hoffnung und historischer Wegmarke. 195 Staaten hätten sich darauf  verpflichtet, dafür zu sorgen, das die (unter-stellte) Klimaerwärmung unter zwei Grad Celsius zu halten ist. Durch den Austritt Englands aus der EU droht nun das ganze schöne Gebäude zusammen zu brechen, befürchtet der Politikberater Dr. Oliver Geden und Greenpace. Wir hätten nichts dagegen.

 Oliver Geden ist als studierter Ethnologe, Politiloge und Gender-Studies-Experte zwar kein Fachmann in Klimafragen, die Bundesregierung hört aber dennoch auf ihn. Denn Geden ist seit 2006 der Leiter der Forschungsgruppe Europa bei der Stiftung Wissen-schaft und Politik in Berlin und als solcher auch Ener- gieberater. In Sachen Kimapolitik warnt er vor den Problemen des Klimawandels und meint damit die mögliche Verzögerung des Weltklimavertrages auf- grund des Austritts Englands aus der EU. Durch den Brexit müßte z.B. der Co2-Zertifikatehandel neu be- rechnet werden. Das könnte Kohlebefürworter wie Polen und Tschechien ausnutzen , um die Unterschrift weiter zu verzögern.  Er fordert daher umgehend nicht nur die Einhaltung des in Paris „beschlossenen “ 1,5 Grad-Zieles für alle Länder, sondern Negativemi- ssionen mit Zurückholung von C02 in grossem Stil aus der Luft. Wie das gehen soll und warum das not- wendig ist, erklärt Herr Geden dem erstaunten Fach- publikum leider nicht. Aber an dieses richtet sich sein schwurbeliger Vorschlag ja auch nicht, sondern ans gemeine Volk. Und das hat i.d.R. genau so wenig Ahnung wie Herr Geden selbst. Aber wie schon Eingangs  erwähnt: es ist halt nicht seine Baustelle.

                 Dr. Oliver Geden

Bundeskanzlerin Merkel ist als promovierte Physikerin fachlich zwar versierter, macht sich aber die Geden- und die Pariser Klimazielvorstellung aus ideologischen Gründen trotzdem zu eigen und will in 25 Jahren 0 Co-2-Emissionen verwirklicht sehen. Im Kleinge-druckten sieht das allerdings schon viel realistischer aus. Ausgerechnet Greenpace ist darüber gestolpert. So kritisiert der Leiter Internationale Klimapolitik, Martin Kaiser, das es skandalös wäre, das der Kohle ausstiegsplan bis 2030  aus dem Klimavertrag wieder herausgeflogen ist und auch ansonsten sei in dem Vertragswerk wenig konkret geregelt. Das zu- mindestens ist aus unserer Sicht ein Zeichen der Hoffnung. Aber in anderer Reihenfolge. Zuerst muß die Versorgungssicherheit Tag und Nacht auch in Zu- kunft Vorrang vor dem weiterern Ausbau regene-rativer Energieträger haben. Und diese kann nur durch Grundlastkraftwerke sichergestellt werden. Parallel muß der Umweltschutz gefördert werden und einen Klimaschutz brauchen wir gar nicht.  Denn über das Klima kann man zwar ganz viel „dialogisieren“, es macht aber auch ohne Paris, Weltklimavertrag und Petersberger Gespräche was es will.

Und der Zinnober mit dem Co2 als Verursacher einer angeblichen Klimaerwärmung hat sich schon längst als unhaltbar erwiesen. Das wissen natürlich auch die Verantwortlichen. Aber es geht eben nicht um das Klima, sondern um die Transformation der Gesell- schaft und damit um die Erschließung eines Milliard- enmarktes auf dem Rücken der Steuerzahler. Und da eignet sich das Spurengas Co2 hervorragend als Bösewicht. Zumindestens gegenüber denjenigen, die im Physikunterricht nicht so ganz bei der Sache war- en. Angst  war übrigens noch nie ein guter Ratgeber.

vgl.hz.a. Deutschlandfunk  vom 5.7.2016; Spiegel-Online vom 5.7.2016 und RK-Redaktion vom 15.07.2016 ; Fotos: oben: Tohma (talk) wikimedia commons und Freistellungen: Revierkohle, Dr. Geden: IG-BCE-Pressefoto 

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RAG wartet auf Investor

Förderberg auf Prosper II bleibt nach Auslauf des Bergwerks offen

Nach der Stilllegung des Bergwerks Prosper-Haniel in Bottrop Ende 2018 soll das Grubengebäude nebst Schacht 2 als Unterflur-Pumpspeicherkraftwerk weiter genutzt werden, da die Schachtanlage über einen 700 Meter langen Schrägförderschacht verfügt und somit für die Anlegung eines Ober-und Unterwasserbeckens bestens geeignet ist. Es wäre die erste vernünftige Folgenutzung eines Grubengebäudes nach Stilllegung einer Zeche. Ob die Einstellung der Kohlenförderung vernünftig ist, steht freilich auf einem anderen Blatt, da die Nachfolgenutzung keine echte Alernative zur Kohle und damit zur sicheren Energiegewinnung dar- stellt. Das Pumpspeicherkraftwerk würde im Wirkbe- trieb auch nur für wenige Stunden Strom für Bottrop liefern. Daher hat bisher auch noch kein Investor ange bissen. Das ist um so erstaunlicher, wenn man be- denkt, das dieses Projekt zu den regenerativen Ener- gieträgern gehört und daher von der Bundesregier- ung zwanzig Jahre lang subventioniert wird.  Wahr- scheinlich wird es auf eine politische Entscheidung hinauslaufen, da die RAG mit der Politik bestens ver- netzt ist.

Wie wir bereits in unserem Jahrbuch 2014 ausführlich erläuterten, sollen im Schacht Prosper- Haniel 2  600 Meter lange Fallrohre angebracht werden, durch die Wasser aus dem noch anzulegenden oberirdischen See auf der Bergehalde Prosper hinabstürzen und dabei übereinander liegende Turbinen antreiben soll. (siehe Schema links) Das sog. Unterflur-Pumpspeicher kraftwerk könnte eine Leistung von 200 bis 250 Mega- watt liefern.

Ein Teil des rd. 380.000 Quadratmeter grossen Zechengeländes am Schacht Haniel 2 soll für das Pumpspeicher- kraftwerk reserviert werden. Technisch ist das Projekt machbar, wirtschaftlich jedoch noch nicht. Ob es in die Realisation geht, hängt daher von der Landesregierung ab. Viele neue Arbeitsplätze werden durch das Pump- speicherkraftwerk allerdings nicht geschaffen. Auch die geplante Ansiedlung von Gewerbebetrieben nach 2018 wird arbeitsmarktpolitisch kaum ins Gewicht fallen. Denn die rd. 5000 Bergleute auf Prosper-Haniel können kaum ersetzt werden. Und schon gar nicht bezahlungstechnisch. Daher wird der Stadt sowohl die Nachfrage als auch die Steuereinnahmen fehlen. Von den fehlenden Aufträgen an die Industrie durch das Bergwerk wird sich auch die Wirtschaft nicht so schnell erholen. Das zeigen alle Entwicklungen nach der Stilllegung von Schacht-anlagen im Revier in den letzten 15 Jahren. Mit Ausnahme von Ewald in Herten sind nur wenige neue und schlechter bezahlte Arbeitsplätze, hauptsächlich Kleingewerbe-und Logistikbetriebe, entstanden.  Auch in Bottrop wird irgendwann die Erkenntnis reifen, das man von Park-und Grünlandschaften nicht leben kann.

Das geplante Unterflur-Pumpspeicherkraftwerk ist daher nur ein Tropfen auf dem heissen Stein. Im Realisier-ungsfall könnte es zwar nur für wenige Stunden Strom liefern, hätte aber dennoch einen entscheidenden Vor- teil: der Zugang zu den noch reichlich vorhandenen Lagerstätten auf Prosper wäre gewährleistet, da das Grub- engebäude zum Teil erhalten werden könnte. Bei verfüllten Schächten ist eine Wiedereröffnung nicht mehr möglich.

vgl.hz.a. WAZ vom 6.9.2015 und 27.4.2016 sowie RK-Redaktion vom 15.07.2016,  Foto oben links: Kzenon, Fotolia-Kauf, Zeche PH 2 und Montage: Revierkohle Zeichnung: hingamajiggs, Fotolia-Kauf, Montage: Revierkohle

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