Extraschicht 2016

eine Reise durch die Reviernacht mit Mobilitätsplan

Wer 100% Ruhrgebiet erleben will, der ist bei der Extra-Schicht am 25. Juni 2016 genau richtig. 48 Spielorte präsentieren sich beim Kulturfest des Ruhrreviers wieder mit einzigartigen Rauminszenier ungen und machen die Nacht der Industriekultur wegen der grandiosen Lichtinszenierungen zum Tag und zum einmaligen Erlebnis. Von Poetry Slam in der Lohnhalle (früher sogar unter Tage auf AV in Marl) bis zum Klavierkonzert im Stahlwerk, vom Bergmannschor in der ehemaligen Schwimmhalle bis zur Luftakrobatik am Hochofen… die Nacht der Nächte bietet Knalleffekte und Kleinode, Poetisches und Effektvolles, Frisches und Freches. Ob als Plattform für junge Künstler oder als Sprungbrett für neue Formate – bei der ExtraSchicht ist wahrhaftig für jeden etwas dabei ! Und Sie können sicher sein, das alles etwas mit der prachtvollen Industriekultur zu tun hat. 

Impressionen aus 2015. Bitte klicken

Denn die Spielstätten sind nicht nur Kleinode einer leider fast vergangenen Industrieepoche, sondern sie werden aufgrund der aufwendigen Lichtinszenierung- en zu neuem Leben erweckt. 20 Ruhrgebietsstädte mit 48 Spielorten sind wieder dabei. Erstmals auch die 2010 stillgelegte Zeche Heinrich-Robert in Hamm- Pelkum, das deutsche Fußball-Museum in Dortmund, Thyssen-Krupp in Duisburg und die Restanlage des 1990 stillgelegten Bergwerks Schlägel & Eisen in Hert- en.  Ein besonderes High-Light dürfte für die Besuch- er die erstmalige Freigabe des stillgelegten Bergwerks Ost (Heinrich-Robert, Hamm) sein, um hinter die Ku- lissen schauen zu dürfen. Am Standort wird am 25. 6. 2016 die norddeutsche Philharmonie Herford Igor Strawinskys „Feuervogel“ Suite aufführen.

Das Großevent zieht seit 2001 an einem einzigen Tag mehr als 200.000 Besucher in seinen Bann. Damit Sie an möglichst vielen Spielorten teilnehmen können, bringen Sie über die ganze Nacht 150 Busse zum Ort Geschehens.

Tickets gibt es im Vorverkauf bis zum  24.06.2016 zum Preis von nur 17,00 EUR. Im Preis ist die Nutzung des VRR-Verkehrsverbundes , der Bus-Shuttle-Service sowie der Besuch aller Veranstaltungen enthalten.

Das Programm und die Tickethotline erreichen Sie über den Button. Revierkohle wünscht viele Spaß!

Zeche Nordstern 1/2 in Gelsenkirchen-Horst

Fotonachweise: oben: Schlutius, Ruhr-Tourismus; Zeche Nordstern bei Nacht (links): Ruhr-Tourismus, Mettallurgie Thyssen-Krupp in Duisburg: vdi-Nachricht en; Zeche Consolidation: Industriedenkmal-Stiftung; singende Bergleute: RAG; darunter: Zeche Zollverein XII: Revierkohle; Videoclip: joutube 

 

Thyssen-Krupp in

Duisburg

Zeche Consolidation 3/4/9 in GE-Bismarck

RAG-Bergmannschor

Weltkuklturerbe Zeche Zollverein XII in Essen (links) sowie weitere Events an folgenden Orten

Bergwerk Ost, Hamm

BernePark, Bottrop

Deutsches Bergbau-Museum, Bochum (Bo)

Eisenbahn-Museum, Bo

Gasometer, Oberhausen

Hoesch-Museum, Dortmd

Innenhafen Duisburg

Brauerei-Museum, Dortm.

Aquarium-Wassermu- seum, Mülheim

Zeche Nachtigall, Witten

Zeche Ewald, Herten

Zeche Waltrop, Waltrop

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Steinkohlekraftwerk Voerde

seit das Bergwerk Walsum in Duisburg 2009 geschlossen wurde, geht es mit dem Kraftwerk bergab

Das Steinkohlekraftwerk Voerde wude 1971 mit zwei Blöcken zu je 350 MW-Leistung und 1985 um zwei weitere Blöcke zu je 710 MW-Leistung erweitert. Im Herbst 2015 forderte der Minderheitsanteilseigner RWE die steag erstmals auf, zwei Blöcke vom Netz zu nehmen, da dank des EEG der Stromhandelspreis an der EEX-Strombörse auf einen Tiefstpunkt ange- kommen war. Wegen der nach wie vor bevor- rechtigten Einspeiseverpflichtung für Öko-Strom und wegen der 2009 erfolgten Schließung des neben an liegenden ehem. Bergwerks Walsum, das die Kohlen logistisch preiswert lieferte, geht es dem Kraftwerk Voerde schlecht. 300 Arbeitsplätze stehen nun auf der Kippe.  

Im Frühjahr 2016 trug die RWE erneut die Forderung nach Schließung von zwei Blöcken des Kraftwerks Voerde vor und setzte sich durch, da RWE alleine für den Verkauf des Stroms verantwortlich zeichnet und auf Erfüllung eines Vertrages aus dem Jahre 1975 pochte. Dieser gibt dem Konzern das Recht, jeweils zum Sept. eines Jahres die Stilllegung zu verlangen, obschon RWE nur mit 25 % am Kraftwerk Voerde beteiligt ist. Anfang 2017 sollen nun zwei Kraft- werksblöcke mit je 710 MW-Leistung stillgelegt werd- en.  Das sorgt bei der Belegschaft verständlicherwei- se für Unruhe. Schließlich geht es nicht nur um den Verlust von zunächst 110 Arbeitsplätzen in einer strukturschwachen Region, sondern um den mög- lichen Verlust des ganzen Standortes. Dann wären nicht nur 300 Arbeitsplätze in Gefahr, sondern auch die Arbeitsplätze in der Zuliefererindustrie und dem lokalen Handwerk. Und da sich der Strompreis an der Börse in den letzten Monaten dank des zunehm- enden (und nicht benötigten, jedoch trotzdem zu bezahlenden ) Öko-Stroms weiter verschlechtert hat, rentiert sich der Betrieb auf kurz oder lang gar nicht mehr. Der Möllener Bürgermeister Dirk Haarmann zeigte sich nach einer WAZ-Pressemitteilung ge- schockt. Es sei ein Wahnsinn, das rentable Kraftwerke wegen des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes zur Schlie- ßung gezwungen würden, obschon die Versorgungs- sicherheit nicht ohne Kohlekraftwerke gewährleistet werden könne.

oben: Kraftwerk-Leitstand

Erst 2005 wurde das Kraftwerk mit einer modernen  Rauchgasentschwefelungsanlage ausgestattet und er- füllt damit die vom Gesetzgeber novellierte 13. Bund- es-Immissionsschutzverordnung. Und es handelt sich beim Kraftwerk Voerde auch nicht um eine kleine An- lage, auf die man so ohne weiteres verzichten könnte, denn die Bruttoleistung aller vier Kraftwerksblöcke beträgt 2.234 Megawatt. Es ist damit das größte Kraft- werk der steag. Zum Vergleich: das moderne und 2014 ans Netz gegangene Vattenfall-Steinkohlenkraft- werk in Hamburg-Moorburg hat eine Bruttoleistung von „nur“ 1.700 MW. 2007 wurden auf Voerde stolze 10.991 Gigawatt Strom und aufgrund der absichtlich durch die Politik verschlechterten Rahmenbedingung- en in 2011 nur noch 7.521 GWh-Strom produziert. Ob die kleineren Blöcke des Kraftwerks West (mit je 350 MW-Leistung) von der steag gehalten werden können, ist derzeit noch offen. Ironie des Schicksals: falls das Kraftwerk komplett stillgelegt werden sollte, kommt der Strom nicht etwa von Windkraftanlagen, sondern aus belgischen Atomkraftwerken, während an die dor- tige Bevölkerung Jodtabletten ausgeteilt werden. Durch die für 2021 geplante Abschaltung des letzten Atomkraftwerks rechnet  IG- BCE-Chef Michael Vassil- iadis mit einer Versorgsungslücke und warnt vor einer weiteren Unwirtschaftlichkeit der Energiewende.

vgl.hz.a. WAZ vom 12.11.2015; 23.5.2016, 02.06.2016, 03.06.2016, wikipedia. org, Leipziger Volkszeitung vom 14.5.2016  sowie RK-Redaktion vom 18.06.2016

Fotonachweis: oben: Daniel Ullrich, steag, unten: steag

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Dänemark verabschiedet sich von der Energiewende

Die  Regierung setzt wieder auf mehr Kohlestrom, um die Wirtschaft zu entlasten

Sitz des dänischen Königshauses: Schloß Amalien- borg in Kopenhagen

Nanu? Ausgerechnet das Klima-Musterland Däne- mark will nun wieder mehr Kohle verstromen, nach dem der sozialdemokratische Umweltminister Sve- nd Auken mit seiner damaligen Kollegin Angela Merkel im Dez. 1997 das Kyoto-Protokoll ausge- handelt hatte. Das hat unser Interesse geweckt und wir gingen der Sache einmal nach. 

Die Dänen hatten die angebliche Bedrohung durch den Klimawandel als erste begriffen. Als in 2005 auf der arktischen Insel Narsarsuaq an der dänischen Westküste plus 16 Grad Celsius im Februar gemessen wurde, da war klar, das es sich um einen Vorboten des gefürchteten Wärmerekordes handeln mußte. Flugs wurde nicht nur der Co2-Ausstoß begrenzt, sondern auch die Abschußqoute für Eisbären, da deren Lebensraum durch Eisschmelze angeblich be- droht war. Dann wurde ein doppelt so hoher Temp- eraturanstieg auf Grönland in 2006 gemessen, der prompt als Folge des Klimawandels interpretiert wur- de. Die Bevölkerung war zu 80 % beunruhigt und zu 60 % bereit, mehr Geld für Öko-Strom ausgeben zu wollen. Da die Prophezeiungen des Weltklimarates bis heute nicht eingetreten sind und das Klima sich nicht erwärmt hat, kamen die Dänen ins grübeln. Wissen-schaftler wie Björn Lomborg machten darauf auf- merksam, das die Weltuntergangspropagandamasch-inerie der Öko-Aktivisten einen falschen Umgang mit Zahlen pflegen und warf ihnen Panikmache vor. Konservative Politiker wie Anders Fogh Rasmussen machten sich die Kritik zu eigen, in dem dieser das Kyoto-Abkommen für zu teuer und ineffizient befand. Der damalige Finanzminister Thor Pedersen hielt den Einfluss des Menschen auf das Klima für wild über- trieben. Den Klimaanstieg auf 2 Grad begrenzen zu wollen, hielt er für schlicht verkehrt.

Dennoch wurden die Windkraft-und Solaranlagen fleißig weiter ausgebaut. Der Windkraftanlagenanteil am Primärenergievebrauch kletterte in Dänemark in den neunziger Jahren bis Mitte 2015 von 2 auf 42 %. Und nun die Kehrtwende. Der Ausbau von Wind-und Solarenergieanlagen soll gebremst und das dänische EEG abgeschafft werden. WWF-Chef John Nordbo sprach in diesem Zusammenhang gar von einem Ma- ssaker an der dänischen Klimapolitik. Die seit 1997 bestehende dänische PSO-Abgabe (wie EEG) soll all- erdings nicht sogleich, sondern schrittweise gestrich- en werden. Die Baupläne für fünf neue Offshore-Wind parks werden wahrscheinlich ebenfalls gekippt, um die Wirtschaft finanziell wegen der hohen Öko-Strom-preise zu entlasten. Die seit 2015 amtierende neue Regierung hat offensichtlich begriffen, das es völlig sinnlos ist, Kopenhagen bis 2025 Co2-neutral machen zu wollen.

vgl.hz.a. Spiegel-online vom 8.3.2007; Klimaretter-info.de vom 17.5.2016 und RK-Redaktion vom 17.06.2016.

Fotonachweis: dän.Flagge: Madden, wikimedia commons, Schloß Amalienborg: dän. Außenministerium

 

 

 

 

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jetzt wird´s vernünftig: selbstgenutzter Solarstrom soll versteuert werden

die Bundesregierung erwartet Mehreinnahmen in Höhe von rd. 1,3 Mrd. EUR

Das hatte sich die junge Frau beim Einbau von Solar- panelen auf ihrem Einfamilienhaus sicherlich noch ganz anders gedacht: 20 Jahre satte Einspeisevergüt- ungen kassieren, normale Mietbewohner zahlen lassen und den selbst erzeugten Strom kostenlos  nutzen. Was will man mehr. Doch damit soll nun Schluß sein. Die Bundesregierung will die Ge- rechtigkeitslücke schließen. Zumindestens beim selbstgenutzten Solarstrom. 

Die Steuer auf selbstverbrauchten Solarstrom soll auf alle Anlagen bis zu zwei Megawatt Leistung erhoben werden. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch zwischen 2018 und 2022 Mehreinnahmen von gut 1,3 Mrd. EUR. Kaum hatte Finanminister Schäuble seine Idee medienwirksam kundgetan, kam auch sogleich der Protest vom Bundesverband der Solarwirtschaft. Geschäftsführer Carsten Körnig protestierte gegen die beabsichtigte Solarstromsteuer, da seiner Ansicht nach rd. 100.000 Solaranlagen von Mittelständlern und Landwirten auf einen Schlag unwirtschaftlich wär- en, da aufgrund der Kürzungen bei den Einspeisever- gütungen die Anlagen sich nur noch wegen des selbst-genutzten Solarstroms lohnen würden. Bundesfinanz- minister Schäuble verteidigte jedoch sein Vorhaben, in dem er darauf hinwies, das die geplante Abgabe mit EU-Vorgaben übereinstimmen würde. Außerdem würde eine Freigrenze bis 20.000 kWh/Jahr eingeführt werden.

Die Besitzer von Solaranlagen müssen mit einer Solarsteuer für selbstgenutzten Strom von 2,5 Ct/kWh rechnen. Ausgenommen sind Betreiber von Kleinstanlagen. Damit dürfte der Einbau von Solarpanels für Eigenheimbesitz er, MIttelständler und Landwirte in Zukunft in der Tat unattraktiver werden. Und das ist auch gut so. Denn die Energiebilanz von Solarpanels im Hinblick auf das erklärte Ziel, Co2 reduzieren und das Klima retten zu wollen, ist verherrend. 80 % der heute in Deutschland eingebauten Solarpanels kommen aus China. Vor allem die Herstellung von ultrareinem Silizium ist unglaublich energieintensiv. Der Strom für die Herstellung stammt aus Kohlekraftwerken. Um einen Qudratmeter Solarpanels herstellen zu können, benötigt man nach Angaben der Pekinger Jiatong-Universität über 300 kg Kohle. Dabei werden 1100 kg Co2 freigesetzt. Die durchschnittliche Ausbeute der eingesetzten Panels liegt gerade einmal bei 86 Kilowattstunden pro Jahr. MIt zunehmendem Alter häufen sich darüber hinaus die Betriebsstörungen. Über die gesamte Lebensdauer von rd. 25 Jahren beträgt die Jahresstromproduktion nur etwa 2000 kWh pro Quadratmeter Solarpanel. Die Produktion hängt darüber hinaus davon ab, das ausreichend Sonnenenergie zur Verfügung steht. Ansonsten müssen fossile Kraftwerke bereit stehen, um die Stromversorgung zu sichern. Wenn man sich den Anteil der Solarenergie am Primärenergieverbrauch der Bundesrepublik anschaut, dann ist ein Anteil von einem Prozent (in 2015) absolut vernachlässigbar. Und von Nachhaltigkeit kann eh keine Rede sein.

vgl.hz.a. Frankfurter Rundschau vom 23.05.2016; ovb-online.de vom 27.05.2016; trialog-unternehmerblog.de vom 30.05.2016; Die Weltwoche vom 15.05.2014 sowie RK-Redaktion vom 17.06.2016 

Fotonachweis: Solarpanels mit Frau: Jürgen Fälchle, fotolia-Kauf; Bundesadler: ferkelraggea, fotolia-Kauf

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