RAG gibt Standort Herne auf und zieht nach Essen um

Modell der zukünftigen RAG-Verwaltung auf Zollverein                                        Foto: RAG

An der offiziellen Grundsteinlegung nahm auch RAG- Chef Bernd Tönjes, Prof. Dr. Hans-Peter Noll (RAG- Immo) sowie die Geschäftsführer der beauftragten Architekturbüros Wittfeld und Kölbl Kruse, teil. Mit dem Neubau macht die RAG deutlich, das sie ihre Arbeit nach dem Ende des Bergbaus 2018 fortsetzen will. Zu den nachsorgenden Arbeiten gehört die Be- arbeitung von Bergsenkungsschäden, der Bau und die Wartung von Pollern, die zentrale Grubenwasserhalt- ung, Archivarbeiten, Pensionsverwaltung u.a. Auf- gaben. Alle Baumaterialien des neuen Gebäudes  soll- en recyclingfähig sein.

In Vorbereitung auf den anstehenden Auslauf des deutschen Steinkohlenbergbaus Ende 2018 räumt die RAG Deutsche Steinkohle AG (RAG) ihren bis- herigen Hauptsitz am ehem. Zechenstandort Sham- rockring 1 in Herne und zieht auf das Weltkultur- erbe Zeche Zollverein XII nach Essen um. Von den ehemals rd. 800 Mitarbeitern verbleiben 220 Mit- arbeiter. Die Grundsteinlegung für das neue zwei- geschossige Verwaltungsgebäude fand am 2.Mai. 2016 in Anwesenheit von NRW-Bauminister Gro- schek und RAG-Stiftungschef Werner Müller statt. Die Verwaltung wird auf dem Areal der ehem. Kokerei neben dem bereits bestehenden Gebäude der Tochter RAG-Montan-Immobilien GmbH gebaut und soll Ende 2017 bezugsfertig sein.

v.l.r.n.: Prof.Dr.H.P. Noll, Dr. Werner Müller, Minister Groschek, RAG-Chef Bernd Tönjes sowie die beauf- tragten Architekten Dr. Marcus Kruse und Gerhard Wittfeld                                                                 Foto: RAG

ehem. RAG-Hauptverwaltung in Herne                 Foto: Stahlkocher, wikimedia commons

Neben der RAG wird in das neue zurückhaltend ge- baute Verwaltungsgebäude auch die RAG-Stiftung Ende 2017 einziehen. Die Bauform wurde so gewählt, das sich das Gebäude sensibel und harmonisch in das denkmalgeschützte Gesamtensemble der Schachtan- lage einfügt. Die Erdung soll durch eine Dachbegrün- ung verstärkt werden. Die neue RAG erhält damit so- zusagen einen grünen Anstrich. Auf dem Zechenareal soll für 150 Mio. EUR des weiteren ein Neubau der Folkwang-Hochschule sowie ein Hotel bis Ende 2017 entstehen. Die Hochschule entsteht auf dem Ge- lände des ehem. Materiallagers des Schachtstand- ortes 1/2/8. Die angestrebte weitere Neuansiedlung von Firmen stockt dagegen. Zuletzt floppte ein ara- bischer Scheich mit seiner Absicht, ein Luxushotel auf Zollverein errichten zu wollen.

ehem. Hauptschacht Zollverein XII in Essen mit Blick auf die Schachtzufahrt                                  Foto: Revierkohle

E-Autos: warum Elektromobilität mit Öko-Strom nicht geht

Wunsch und Wirklichkeit klaffen meilenweit auseinander

Das Netz von öffentlich zugänglichen Ladestellen für Elektrofahrzeuge wächst langsam. In Deutschland existieren in einigen Regionen bereits einige  Strom- tankstellen. Viele davon sind kostenlos. In Deutsch- land stehen den 12.363 rein batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen (Stand: 1. Januar 2015. Anfang 2016 waren es rd. 20.000 Fahrzeuge) rund 5.500 Ladepunkte gegenüber, die öffentlich zugänglich sind. (Stand: April 2015). Das ist fast nichts. Und die ganze Sache hat noch mehr Nachteile. 

Die europäische Union förderte mit etwa 3,6 Millionen Euro aus dem Verkehrsförderprogramm Transeuro- Netze den Aufbau von Schnellladestationen für Elek- trofahrzeuge entlang der wichtigsten Autobahnen zwischen Deutschland, Dänemark, Holland und  Schweden mit rd. 150 Ladestationen, um den Ausbau zu beschleunigen. Es wird als ein offen zugängliches Netz von Schnellladestationen für Elektrofahrzeuge er richtet. Wobei das Wörtchen „Schnellladestation“ täuscht. Abgesehen davon, das die meisten Hersteller von Autobatterien von einer Schnellladung abraten, da das die Lebenszeit der Batterie verkürzt, braucht eine Schnellladung trotzdem 1-2 Stündchen. Normal sind 8 Stunden im Durchschnitt. Die Gesamtkosten betragen etwa 7,1 Millionen EUR. Der Ausbau soll bis Ende 2016 abgeschlossen sein.

Zunahme der E-und Hybrid-Autos von 2010 bis 2015, Statistik: Mario Roberto Duran Ortiz, wikimedia commons  

Nach den Vorstellungen der „Klimaretter“, allen voran Bundesumweltministerin Barbara Hendricks, sollen ab 2030 nur noch E-Autos auf deutschen Strassen unter- wegs sein. Hendricks geht davon aus, das durch den Zubau weiterer Wind-und Solarstromanlagen und da- mit durch den zunehmenden Überschusstrom die Autobatterien geladen werden könnten. Um den schleppenden Absatz zugunsten der Autoindustrie anzukurbeln, hat Finanzminister Schäuble 600 Mio. EUR bewilligt. 400.000 Käufern soll damit a 4.000 EUR (Hybrid 3000 EUR) der Kauf eines E-Autos schmack- haft gemacht werden. Eine irrige Annahme, die nicht aufgehen kann, da das Laden der Autobatterien dann nur möglich wäre, wenn der Wind weht und die Sonne scheint. Sollen die Autofahrer also nur dann zur Arbeit fahren, wenn beides gerade vorhanden ist und an- sonsten abwarten? Und wie lange sollen die rd. 2 Mio. LKW´s warten ? Reicht das Stromangebot ? Alle 30.000 z.Zt. am Netz befindlichen Windkraftanlagen erzeugen theoretisch knapp 100 Mrd. kWh Strom im Jahr. Wie wir an anderer Stelle bereits ausgeführt haben, handelt es sich aber nur um die Nennleistung. Die tatsächlichen zur Verfügung stehenden Volllaststund- en aller Anlagen betragen im Jahresdurchschnitt ge- rade einmal 1.800 Stunden. Das Jahr hat aber 7.620  Volllaststunden. Und die werden nach wie vor von fossilen Grundlastkraftwerken sicher bereit gestellt.

Würden alle rd. 40 Mio. zugelassenen PKW´s elekt- risch fahren, so benötigten diese im Jahr mindestens 200 TWh/a  Strom für die Batterien, die zu den 650 TWh/a hinzukommen würden, die die Bundesrepublik an Primärenergie pro Jahr verbraucht. Und nicht zu vergessen die Kosten. Jedes kWh-Strom aus rege- nerativen Energieträgern kostet dank dem Erneuer- bare-Energie-Gesetz (EEG) im Durchschnitt 15 Ct. Bei einer vollständigen Elektrifizierung aller Fahrzeuge könnten sich die Kosten auf das Dreifache erhöhen. Darüber hinaus wäre der Bau von 40 neuen Groß- kraftwerken notwendig, damit alle Autos innerhalb von 8 Stunden aufgeladen werden können. Dipl.-Ing. Erhard Beppler geht davon aus, das der Strom- verbrauch eines 4-sitzigen Elektroautos meist mit 15-20 kWh/100 km angegeben wird. Es ist aber bekannt, dass der Energieverbrauch in der Praxis um 10-40% höher liegt als vom Hersteller angegeben, so Beppler. Der Stromverbrauch von Elekroautos ist durch den TÜV und den ADAC (siehe www.sedl.at) oft getestet worden.  Aus diesen Tests hat sich ein Mittel- wert von etwa 25 kWh/100 km herauskristallisiert. Da ein E-Auto z.Zt. noch doppelt so teuer ist und nicht mal halb so weit fahren kann wie ein Auto mit Ver- brennungsmotor, macht die Förderung aus unserer Sicht keinen Sinn. Auch wenn die Reichweite künftig etwas höher liegen sollte, ist die Batterietechnik aus- gereizt. Aus rein physikalischen Gründen ist die Wied- eraufladefähigkeit nach 7-8 Jahren erschöpft. Dann muß die Batterie ausgewechselt werden, was wied- erum mit rd. 6000-8000 EUR zu Buche schlägt.  Hinzu kommen die Kosten für die Entsorgung, was zu einer zusätzlichen Umweltbelastung und zu einem erheb- lichen Energiemehrbedarf für die Herstellung führen wird. Wird Licht, Radio und die Klimaanlage einge- schaltet, ist am Stadtrand in den meisten Fällen Ende der Fahrt. Danach gehts mit der Bahn weiter oder man schläft ein paar Stündchen im Hotel, während die Autobatterie an der Ladestation aufgeladen wird. Die Pause kann aber schnell länger werden, wenn die Warteschlange an der Ladestation sich hinzieht und die nächste Station zig Kilometer entfernt ist. Natür- lich können Sie den ganzen Ärger umgehen und bei Ihrem Verbrennungsmotor bleiben oder auf die rd. 100.000 EUR teure neue Tesla-Limousine ab 2017 um- steigen. Die bringt es immerhin auf 500 km-Reich- weite.

vgl.hz.a. FAZ vom 27.4.2016, Spiegel-Online, Pressemitteilung NAEB e.V. vom 30.4.2016, Beppler, Erhard: CO2-Anfall bei Elektrofahrzeugen via Kraftwerke in Deutschland, in: EIKE.de vom 18.5.2016, wikipedia sowie RK-Redaktion vom 21.5.2016, Foto oben: petair, fotolia

 

Auf Mont-Cenis strömt wieder Grubengas

Stadtwerke Herne steckten 750.000 EUR in die Wiederinbetriebnahme

Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Mont-Cenis in Herne betreiben die Stadtwerke seit 1997 drei Blockheizkraftwerks-Module mit Grubengas, die eine elektrische Leistung von insgesamt 1,5 MW erreichen. Diese erzeugen Strom und Wärme mit dem Gas, das sonst ungenutzt über eine Prote- gohaube in die Atmosphäre entweichen würde.

Am Trimbuschhof in Herne wo Erdgas in einer Gasentspannungsanlage expandiert wird, würden nor malerweise 1,2 Millionen Normkubikmeter Erdgas für die Vorwärmung verbraucht werden. Dort sind zwei BHKWs installiert, die seit 2002 aus Grubengas Strom und Wärme erzeugen. 790 Meter tief wurde gebohrt, um aus den „Grubenbauen“ der ehemaligen Zechen „Mont-Cenis“ und „Friedrich der Große“ Gas zu för- dern. Die beiden grubengasbetriebenen Blockheiz- kraftwerke  erzeugten bis 2012 pro Jahr 5 Mio. kWh Strom und 6 Mio. kWh Wärme.

Grubengasabsauganlage auf dem stillgelegten Bergwerk Hugo 1/4 in Gelsen- kirchen-Buer,                                                                                                 Foto:RAG

Hintergrund:

Bei hoher Methankonzentration in einem zum Abbau hergerichteten Streb wird das Gas zur Vermeidung einer gefährlichen explosionsfähigen Konzentration in den Wettern aus den Flözen durch Anlegen eines Unt- erdrucks abgesaugt. Daneben werden auch nicht mehr genutzte und durch Dämme abgetrennte Streck- en an die Absaugung angeschlossen, um die Diffusion in offene Strecken zu verringern. Dieses abgesaugte Gas wird als Grubengas bezeichnet. Da die Bohrung- en, Abdämmungen und auch die Rohrleitungsverbind- ungen nur bedingt dicht zur bewetterten Strecke ab- getrennt sind, wird immer ein erheblicher Luftanteil mit angesaugt. Daher hat das Grubengas aus aktiven Bergwerken immer einen hohen Luftgehalt; das Ver- hältnis von Sauerstoff und Stickstoff entspricht der Zusammensetzung der Atmosphäre. Die zulässige Untergrenze des Methangehaltes liegt bei der Gruben  gasausaugung bei 22 Vol-%; bei geringeren Werten er- folgt die Abschaltung der Absaugung. Damit soll ver- mieden werden, dass die obere Explosionsgrenze  von Methan (15 Vol.-%) unterschritten und damit ein explo sionsfähiges Gasgemisch gefördert würde. Diese Form der Gasabsaugung wird als Starkgasabsaugung bezeichnet, da die Konzentration des Methans über der oberen Explosionsgrenze liegt.

Auf der 1978 stillgelegten Schachtanlage Mont-Cenis mußte die Grubengasförderung  2012 eingestellt werd en, da Schacht 3 wegen des gestiegenen Grubenwass- ers abgesoffen war. Mitte Mai 2016 gingen die beiden Gasmotoren wieder in Betrieb. Die Stadtwerke steckt- en eine dreiviertel Million EUR in das Projekt, um die Grubengasförderung wieder zu reaktivieren. Da die Zeche als besonders gashaltig galt, stieß das Bohr- team der Fa. Daldrup alsbald in 300 Meter Teufe an der Kreuzung zwischen zwei ehemaligen Strecken in einen weitreichenden Hohlraum mit 27 % Methange- halt. Das ist ein brauchbarer Wert. Mit einer Leistung von einem Megawatt soll die Grubengasabsauganlage Strom und Wärme für 72 Einfamilienhäuser, 200 Wohnungen, einem Altenheim, einer Kita und für die Fortbildungs-Akademie-Halle des Landes NRW für viele Jahre liefern. An kalten Wintertagen muss aller- dings über ein Kohlekraftwerk zugeheizt werden.

Schematischer Aufriss Grubengasabsaugung in einem aktiven Bergwerk.          Foto: A.Müller, wikimedia commons

Projektleiter Stephan Becker ist sich sicher, das der derzeitige Methan-Gehalt von 27 % noch steigerbar ist. Um die Genehmigung für die Bohrung zu erhalten, bedurfte es eines vierjährigen Antragsverfahrens. Erst dann gab die Abt.6 Bergbau und Energie in NRW der Bezirksregierung Arnsberg grünes Licht. Von den ehe- maligen Zechen Mont Cenis und Friedrich der Große ist nicht viel übrig geblieben. Nur die Verwaltung der ehem. Zeche Friedrich der Große, die Maschinenhalle von Schacht 1 sowie einige Protegohauben von Mont- Cenis und Friedrich der Große erinnern noch an ein starkes Stück deutscher Industriegeschichte.

vgl.hz.a.Minegas.de, WAZ vom 3.3.2015 und 24.4.2016 sowie RK-Redaktion vom 21.5.2016, Methan-Kreativschrift: Grazy Cloud, fotolia-Kauf

Atomkraftwerke wollen ihre Entsorgungskosten loswerden

staatlicher Fond soll für den Abriss und die Entsorgung zuständig sein

Bis 2022 soll das letzte Atomkraftwerk vom Netz gehen. 17 Reaktoren an 12 Standorten sind dann zu entsorgen. Für den Rückbau und die Entsorgung werden rd. 34 Mrd. EUR benötigt. Risikorücklagen für den Fall der Pleite eines Betreibers sind darin noch nicht eingeschlossen. Nun soll der Staat einspringen.

Zwar haben RWE, E-ON, EnBW und Vattenfall Rück- stellungen für die Entsorgung der AKW in Höhe von 17,2 Mrd. EUR plus Risikoaufschlag in Höhe von 6,1 Mrd. EUR gebildet. Nach Ansicht von Experten dürfte diese Summe aber nicht ausreichen. Daher ersann man die Idee eines staatlichen Fonds. In diesen zahlen die Betreiber 23,34 Mrd. EUR einmalig ein und wären damit die Finanzverantwortung vollständig los. Sollt- en höhere Kosten eintreten, müßten diese durch den Steuerzahler beglichen werden. Entsprechend groß war in den Medien daraufhin die Kritik. Bundeswirt-schaftsminister Siegmar Gabriel hält den Vorschlag für o.k., weil er ansonsten nicht wüßte, was er machen sollte, wenn die Betreiber in den nächsten Jahren Pleite gehen sollten. Der Vorsitzende der eingesetzt- en Regierungskommission, Jürgen Trittin (Grüne!) hat sogar ein weiteres Entgegenkommen angedeutet. Die Betreiber wollen des weiteren die Kosten für das Er- kundungsbergwerk Gorleben in Höhe von 2 Mrd. EUR angerechnet bekommen. Einig sind sich die Betreiber allerdings noch nicht, da sie unterschiedlich viele AKW´s betreiben und daher auch unterschiedliche Kostenbelastungen haben. Außerdem sind die Be- treiber aufgrund der verfehlten Energiepolitik ( Stich- wort EEG) angeschlagen und stehen unter enormem Druck von Seiten der Anleger und Aktionäre.

Trotz eines möglichen Kompromisses wollen die Unt- ernehmen wegen der entschädigungslosen Zwangs-schließung von 8 Atomkraftwerken durch die Bundes-regierung ( Nuklearkatastrophe im japanischen Fu- kushima vom 11.3.2011) an ihren Klagen festhalten. Ebenso an der eingebrachten Verfassungsklage gegen die Atomsteuer.

Der Deal mit dem Staatsfond sieht des weiteren vor, das die Energiekonzerne lediglich bis zum Jahre 2022 für eventuell säumig werdende Kraftwerkstöchter ein- stehen müssen. Danach können Sie ihre Verpflicht- ungen gegenüber den Tochterfirmen kündigen. Die Rückstellungen für die Entsorgung müssen ferner auch nicht fest zurückgelegt werden, sondern dürfen auch zur Finanzierung von Investitionen und Unter-nehmenskäufen herangezogen werden. Wenn das in die Hose geht, sind die Rückstellungen u.U. voll- ständig futsch. In diesem Fall müßten die Steuer-zahler sämtliche Kosten für den Rückbau und die Ent- sorgung alleine tragen. Es kann auch passieren, das ein weiteres Endlager benötigt wird. Dann kommen weitere Kosten i.H.v. von rd. 10 Mrd.EUR hinzu. Dann noch die Kosten für die gescheiterte Energiewende, Umlagen und,und, und ….

Aus Sicht der Koalitionsmehrheit im Petitionsaus- schuss des deutschen Bundestages ging man im Mai 2013 noch davon aus, das die Betreiber von Atomkraft werken sowohl für die Kosten für die Stromprodukt- ion als auch für die Entsorgung der atomaren Abfälle entsprechend dem Verursacherprinzip haften sollen.  Mit den Stimmen von Union und FDP entschied der Ausschuss daher 2013, das Petitionsverfahren zu einer Eingabe mit der Forderung nach einer Über- nahme der Kosten durch die Betreiber abzuschließen. Dem Anliegen sei entsprochen worden, heißt es in der Beschlussempfehlung. Nun wird zugunsten der Unter-nehmen aufgeweicht.

vgl.hz.a. Spiegel-Online vom 11.04.2016, Greenpace vom 11.4.2012, FAZ vom 29.4.2016, Meldung des Deutschen Bundestages, Petitionausschuß vom 15.5.2013 sowie RK-Redaktion vom 20.05.2016;                    Fotos: oben: E-ON AKW Grafenrheinfeld, avda-wikipedia commons, Atomlogo: Carolanne Wright

neuer Winkelmann-Film: Junges Licht

Unterstützt wurde Winkelmann von unserem Mitglied, dem Förderverein bergbauhistorischer Stätten Ruhr- revier. Dieser ermöglichte dem ffpnewmedia-Film mit der Produzentin Greta Gilles den Dreh in steiler Lage mit Einsatz des Flottmann-Bohrhammers aus den 60er Jahren in einem stillgelegten Dortmunder Kohl- enflöz. Wie eng es in einem 60 cm hohen Streb sein kann, vermittelt der Film eindrücklich. (siehe Trailer)

Ruhrgebietsfilme hat der Regisseur Adolf Winkelmann schon genug gedreht. Darunter so erfolgreiche Filme wie „Die Abfahrer“, „Jede Menge Kohle“ und „Nord-kurve“. Preise hat Winkelmann dafür auch schon reichlich erhalten. 1993 allein zwei Bundesfilmpreise in Gold. Dennoch hat der gelernte Dortmunder nicht genug von seiner Heimat, wie sein neuer Film “ Junges Licht“ nach einem Roman von Ralf Rothmann zeigt, der am 1. Mai 2016 Primäre in Essen hatte. Mit viel Liebe zum Detail rekonstruiert Winkelmann darin das Lebensgefühl einer Ruhrgebietskindheit in den Somm- ermonaten der 60er Jahre eines Bergarbeiterkindes zwischen 56 qm-Wohnung mit Kokereiblick, Tauben- schlag, Werkstor und Zechenwäldchen. Doch die Zech- enromantik täuscht. Denn der empfindsame und zu- rückhaltende 13jährige Hauptakteur Julian Collien lebt unter einfachen, schmallipprigen und derben Leuten. Mutter Collien schlägt ihm den Kochlöffel regelmäßig auf dem Hintern kaputt, bevor sie frustiert vom Alltag mit der kleinen Tochter in den Kurzurlaub aufbricht. Der Vater kann seine Zuneigung zum Sohn nur durch freundschaftliche Knuffe und knappe Ansagen zum Ausdruck bringen und im Kohlenkeller lauert der pädo phile Vermieter Gorny. Colliens Balkon hat nicht nur Kokereiblick, sondern grenzt auch ans Fenster der fast 16-jährigen Vermieterstochter Marusha, die sich im Film diverse Male umzieht und Sohn und Vater glei- chermaßen in Versuchung führt. Der Film hüllt das zer brechliche Zechenidyll in leise, melancholische Szen- en. Stellenweise unterstützt von schwarz-weiß- Bild- ern. Wolken von Kohlenstaub und Kokereilösch- dampf werden zusammen mit den damals als normal angesehenen beengten Zechenwohnungsverhältniss- en sowie knappem Budget mit eindringlichen Bildern und ruhigen Kamerafahrten eingefahren. Den 2,5 Mio. EUR teuren und sehenswerten Film kann man als Hommage an das Revier sowie gegenüber den Berg- leuten ansehen.

Drehbuchautor Till Beckmann (v.l.n.r.), Regisseur Adolf Winkelmann sowie die Schauspieler Charly Hübner und der 13 jährige Essener Oscar Brose alias Julian Collin als Arbeiterkind vor der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen                                                                                                                                         Foto: Horst Ossinger, dpa  

Primärenort in Hamburg: das Abaton-Kino am Grindel                       Foto: Revierkohle

Über den Regisseur sprachen wir auch mit unserem Mitglied, Prof.Dr. Roland Günter aus Oberhausen, der als Historiker zahlreiche Bücher über das Revier ge- schrieben hat. Er hält Winkelmanns Film für den best- gemachten Film, der jemals über das Ruhrgebiet ge- dreht wurde. Die Kunstfamilie Collien mit ihrer rauh- en schale und weichem Kern korrespondiert mit der harten Arbeitswelt des Reviers in den 60er Jahren. In subtiler Weise kommt die Menschlichkeit trotz der ständigen Weitergabe von Druck immer wieder zum Vorschein. Ist es das, was Winkelmann meinte, als er von Journalisten befragt wurde, warum er denn nun noch einen Ruhrrevier-Film drehen würde ? Er ant- wortete, das ihm die Romanvorlage von Ralf Roth- mann von der ersten Seite an sehr ans Herz gegangen wäre, da die Geschichte ihn an seine eigene Kindheit erinnert hätte. Und außerdem hätte Rothmann ihm vor Augen geführt, das es ihm unbewußt um etwas gehen würde, was er bisher so nicht erzählt habe.  Jedenfalls ist es dem Regisseur und den hervor- ragenden Schauspielern gelungen, das Lebensgefühl der Nachkriegsdeutschen im Revier  ziemlich authen- tisch sprachlich und bildtechnisch wiederzugeben.

RK-Chef Blach unterhielt sich mit dem Regisseur in Hamburg und befragte ihn nach seinem persönlichen Eindruck von den Dreharbeiten auf der Schachtanlage Auguste-Victoria in Marl. Winkelmann antwortete, das es ein besonderes Erlebnis für ihn und die Filmmann-schaft war, drei Monate vor der Stilllegung des Berg- werks drehen zu dürfen. Die RAG unterstützte die Film crew wo es ging. Das tat sie übrigens auch schon vor Jahren, als Winkelmann einige Szenen auf der zur Verfüllung anstehenden Schachtanlage Ewald/Hugo 2/5/8 in Gelsenkirchen-Buer im Jahre 2000 drehen durfte. Des weiteren führte Winkelmann aus, das ihm die Traurigkeit und die Ernsthaftigkeit der noch arbeit- enden Bergleute nicht entgangen wäre. Es wäre der letzte historische Augenblick gewesen, wo man so etwas noch drehen kann. Der Deutsche Steinkohlen- bergbau endet aus politischen Gründen 2018.

„Jede Menge Kohle.“ Ebenfalls ein erfolgreicher Winkelmann-Film aus dem Pott von 1981                                                                                                      Foto. adam88xx, fotolia 

vgl.hz.a. focus vom 29.04.2016; WAZ vom 7.7.2015 und 9.7.2015 sowie RK-Redaktion vom 17.5.2016; DPA-Fotoverwendung mit freundlicher Genehmigung von Winkel- mann-Film GmbH.

Prof. Adolf Winkelmann (69) Foto: Revierkohle

Bundesregierung will den Totalausstieg aus der Kohle

Nach dem Ausstieg aus der Atomwirtschaft soll der Ausstieg aus der Kohleverstromung vor 2050 erfolgen

Gerade wurde erst ein unzureichender Plan zur Finanzierung des Atomausstiegs und seinen Abfällen auf den Weg gebracht, da treibt die Bundesregierung die nächste Sau durchs Dorf. Wenn es nach dem Willen der noch amtierenden Bundesregierung geht, dann sollen die Co2-Emissionen gem. den Pariser-Klimaschutzbeschlüssen von 2015 bis 2030 halbiert und bis 2050 auf Null reduziert werden. Wie das geh- en soll und warum dies notwendig ist, bleibt das Ge- heimnis der Regierung.

Sollten diese Pläne in die Tat umgesetzt werden, dann droht jedoch Ungemach, weil dann nicht nur Zehn- tausende von Beschäftigten in den Braunkohle-Re- vieren ihre Arbeit verlieren würden, sondern weil dann auch eine ganze Reihe von Kraftwerken vom Netz gehen müßten. Diese sind aber für die Aufrecht-erhaltung der Grundlast und für die Netzstabilität zwingend erforderlich. Obschon der Ausbau regene- rativer Energieträger gesetzlich  gebremst werden soll, werden Windkraftanlagen derzeit dennoch weiter aus- gebaut. Die Bundesnetzagentur hat in diesem Zu- sammenhang festgestellt, das dadurch der Aufwand für die Stabilisierung des Stromnetzes steil nach oben steigt. Knapp 400 Mio. EUR mußten die Netzbetreiber in 2015 in die Hand nehmen, um den Kraftwerkspark hoch oder herunterzufahren, um Schwankungen weg- en des Öko-Zappelstroms auszugleichen und das Netz stabil zu halten. Schon kleinste Abweichungen können die permanent benötigte 50 Hertz-Spannung zu- sammenbrechen lassen. (Redispatch genannt). Hinzu kamen Ausgaben für das Einspeisemanagement von Windkraft-,Photovoltaik und Biogasanlagen. Damit ist die Abschaltung bei drohender Überlastung gemeint. Das die deutsche Stromversorgung den vergangenen Winter gut überstanden hat, ist nach Ansicht der FAZ auf das Vorhalten von Reservekraftwerken dem be- nachbarten Ausland zu verdanken. Von Nov. 2015 bis Ende Febr. 2016 mußten die Netzbetreiber an 64 Tagen auf Gas-und Kohlekraftwerke aus der Winter- reserve zurückgreifen. Die Grafik links zeigt anschau- lich, das die Einspeisung von Wind-und Solaranlagen über den gesamten April 2016 weit unter dem tatsächlichen Strombedarf lag. Die braun schraffierten Felder stellen den tatsächlichen  Bedarf dar. Dieser wurde überwiegend von Kohlekraftwerken gedeckt. Dieses Bild entspricht im Übrigen auch der Jahres- durchschnittsverteilung, wie wir bereits an anderer Stelle ausführten. Herr Dr. Ing. Dietmar Ufer von Eike e.V. stellte uns die Grafik freundlicherweise zur Verfügung.

Dennoch läßt sich die Bundesregierung von solchen Sachzwängen nicht beirren. Laut Bundesumweltminister- ium soll der Anteil der Ökostromerzeugung bis 2030 um 60 % gesteigert, die Energieeffizienz beschleunigt und der Bruttostromverbrauch um 15 bis 20 % abgesenkt werden. Spätestens zum 29.6.2016 soll dieser Plan vom Kabinett verabschiedet werden. Da man aber hinter den verschlossenen Türen wohl ahnt, dass diese völlig unnötige Steigererung zu ernsthaften Störungen der Netzstabilität führen könnte, da die Kohlekraftwerke auch als Frequenz-Taktgeber auftreten, glaubt man sich durch den Bau einer zweiten Ostsee-Gaspipeline nach Russ- land sicher zu sein. Ausgerechnet Russland. Manfred Weber von der CSU warnte dieser Tage in einem Brief vom 26.4.2016 an EU-Energiekommissar Miguel Canete und Wirtschaftsminister Sichmar Gabriel vor den außen-und sicherheitspolitischen Folgen einer solchen Abhängigkeit. Auch Polen und die Ukraine kritisieren dieses Vor- haben. Und bis 2030 wird es unserer Ansicht nach auch nicht möglich sein, Ökostrom in großen Mengen zu speichern, da die Technologie nicht vorhanden ist bzw. im kleinen Maßstab zwar vorhanden (wie im Falle der Umwandlung zu Wasserstoff) aber dann wesentlich mehr Energie verbraucht als gewonnen wird. Von den Kosten ganz zu schweigen. Daher bleiben wir bei unserer Aussage: die Energiewende kann nicht gelingen. Weder technisch noch wirtschaftlich. Und sie ist auch nicht notwendig, da Co2 im Rahmen der (seit nunmehr 18 Jahren nicht stattfindenden ) Klimaerwärmung so gut wie keine Rolle spielt. Und auf die natürliche Klimaer- wärmung , so sie denn stattfinden wird, haben wir Menschen sowieso keinen Einfluss.

Quellenhinweise: Spiegel-Online vom 4.5.2016; FAZ vom 8.4.2016 und 5.5.2016, FR vom 5.6.2015; Manager-Magazin vom 5.6.2015 sowie RK-Redaktion vom 17.5.2016

Fotos: oben: Zeche Zollverein, Schacht 1/6, fotolia-Kauf; Kohlenhände: RAG, Statistik: EEX-Strombörse Leipzig, April 2016

steigender Co2-Gehalt beflügelt das Pflanzenwachstum

Neue US-Studie belegt, das ausgerechnet das als Klimakiller gebrandtmarkte Co2 den Planeten ergrünen läßt

Den Befürwortern der Energiewende wird es nicht gefallen und wir können sicher sein, das in Kürze eine Gegenstudie die Gefährlichkeit von Co2 wieder mal belegen wird. Schließlich geht es um viel Geld und um die Transformation der Gesellschaft. Getreu dem Motto der Öko-Sozialisten: die Energiewende in ihrem Lauf, halten weder Ochs noch Esel auf. Fakten über die positiven Auswirkungen des Co2 vielleicht doch noch.   

Seit Beginn der Industriealisierung um das Jahr 1800 ist die Konzentration von Kohlenstoffdioxid (Co2) in der Atmosphäre von 280 ppm ( Parts per Million) auf 400 ppm gestiegen. Das entspricht rd. 0,001 % des globalen Gesamtkohlenstoffes. Über die negativen Auswirkungen dieser Entwicklung ist seit der Ein- führung des EEG viel spekuliert worden. Die möglich- en Folgen reichen von einer globalen Erwärmung über eine Versauerung der Ozeane bis hin zum vermehrten Auftreten extremer Wetterereignisse wie Dürren und Wirbelstürme. Abgesehen davon, das alle apokaly- ptischen Prophezeihungen sich bisher als wissen- schaftlich nicht haltbar erwiesen haben, ist Co2 für Pflanzen, Algen und viele photosynthetisch aktive Bakterien für den Aufbau energiereicher Kohlenhy- drate die Lebensgrundlage.

Quelle: Yikrazuul, wikimedia commons 2016

So liegt der optimale Co2-Anteil für sog. C3-Pflanzen  zwischen 800 und 1000 ppm. Daher wird in Gewächs-häusern mit Co2-Kanonen nachgedüngt. C4-Pflanzen dagegen benötigen nur etwas mehr als 400 ppm. Durch die Zunahme des Co2-Gehalts in der Atmo- sphäre ist das Pflanzenwachstum in den letzten Jahr- en um 40 % gestiegen. Im Zeitraum zwischen 1982 und 2009 nahm die durchschnittliche Co2-Konzentrat- ion in der Luft um 46 ppm zu. Das hätte nach Ansicht von Forschern zu neuem Wachstum geführt.  Aller- dings gilt das nicht für alle Pflanzen. Zu viel Co2 kann dazu führen, das die Pflanzen nicht genügend Stick- stoff aus dem Boden aufnehmen, was zur Folge hat, das sie dann verkümmern, da  Nitrat-Ionen die Nahr- ungsgrundlage für Pflanzen bilden.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quellenhinweise:

Untersuchungen des Johann Heinrich von Thünen-Instituts, Ravensburg, in: Biomas-Muse.de, Inh. Ron Kirchner, vom 4.1.2010; Spiegel-Online vom 14.5.2010, FAZ vom 11.5.2016, Co2-Ausstoß und Klimawandel, in: Bundeszentrale für politische Bildung vom 30.6.2007,  Co2-„Verschmutzung“ lässt den Planeten ergrünen, in: Eike.de – europäisches Institut für Klima und Energie vom 13.5.2016 ; Co2 – Besseres Pflanzenwachstum, in: minotech.de, Inh. Arnd  Koslowski, dort Bezug auf Spektrum der Wissenschaft 2010 und  RK-Redaktion vom 17.5.2016

Fotos: Kraftwerk Werdohl, Elverling, Dr. G. Schmitz, Mark-E; Co2-Baum: ricochet64, fotolia-Kauf

Nichts desto trotz überwiegen aber die Vorteile einer Co2-Zunahme. Das jedenfalls stellt das Natur-Magazin in seiner April-Ausgabe fest und verweist auf eine neue Studie der Universität of Houston. Prof. Larry Bell konnte nachweisen, das die Ergrünung der Erde in den letzten 35 Jahren zwischen 25 und 50 % zuge- nommen hat. Auf der Grundlage von simulierten Mo- dellen ordneten 32 Forscher aus neun Ländern 70 % des grünen Wachstums dem Co2-Anstieg zu. 9 % sind auf den Stickstoff-Dünger und 4 % auf die Veränd- erung in der Landbearbeitung zurückzuführen. Craig Idso, Leiter des Center of the Study of Carbon Dioxide and Global Change, konnte auch keine empirisch be- legten Beweise vorlegen, das der Düngungseffekt mit der Zeit aufgrund steigender Temperaturen wieder ab nimmt. Genau das Gegenteil wäre der Fall.  Des wei- teren konnten die Forscher nachweisen, das der gestiegene Co2-Anteil in der Luft die Effizienz des Wasserbrauchs von Pflanzen steigert. Eine gesteigerte Co2-Düngung hat zur Folge, das die Pflanzen während der Photosynthese mehr Kohlenstoff entnehmen können und gleichzeitig weniger Wasser verlieren. Satellitenbeobachtungen bestätigen, das die Ergrün- ung von Wüsten und Savannen augenfälliger zunimmt als in nassen Gebieten, wenn der Co2-Anteil sich er- höht. Das deutet darauf hin, das viele Pflanzen Hitze besser vertragen, wenn der Co2-Gehalt höher ist. Zaichun Zhu von der Peking University ist der Ansicht, das die Studie „Co2 Pollution is Greening the Planet“ das Zeug hat, den Kreislauf des Wassers und des Kohlenstoffes im Klimasystem fundamental zu verändern. Denn ein wärmerer Planet mit mehr Niederschlägen und längerem Pflanzenwachstum führt zu weniger Todesfällen durch Verhungern und winterliche Unterkühlung. Durch die Zunahme des Co2 würde sich nach Ansicht von Jesse Asubel, Direkt- or  des Program for the Human Enviroment an der Rockefeller University, die Biosphäre jedes Jahr um rd. 2 Mrd. Tonnen auf dem Festland erweitern.

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