Neue Achterbahn-Zeche eröffnet

Pures Vergnügen war die Seilfahrt auf einer Zeche Ende des 18.Jahrhundert ganz bestimmt nicht. Zumal zu dieser Zeit viele Bergleute aufgrund von Schlagwetterexplosionen und Steinschlag ihr Leben lassen mußten. Darüber hinaus war die Arbeit aufgrund fehlender Technik körperlich sehr hart. Aber die neue Zeche Baron 1898 im holländischen Freizeitpark Efteling soll auch kein Museum sein, sondern ist eine abgewandelte Achterbahn mit montankulturellem Hintergrund, die den Spaß in den Vordergrund stellt. Und den hat man als Besucher auf jeden Fall. Von weitem sieht die Achterbahn tatsächlich wie eine Zeche aus. Und natürlich rauscht man auch den Schacht aus 37,5 Meter Höhe hinab. Ein echter Nervenkitzel ist das. Die Loren rasen mit 90 km/h über die Grubenschienen. 130 Sekunden später nach einem Looping, einer Schraube und einer Überdrehung mit Sekunden andauernder Schwerelosigkeit können die Besucher wieder den Sicherheitsbügel lösen. Die Achterbahn-Zeche wurde erst am 1.7.2015 eröffnet und lehnt sich baulich ein wenig an das Weltkulturerbe Zeche Zollverein an. Das Erlebnis auf Zollverein garantiert zwar keinen Nerbenkitzel, weil die Einfahrt auf die 900-Meter-Sohle der noch aktiven Grubenwasserhaltung verboten ist, dafür ist aber alles echt.

Der Bau der Achterbahn-Zeche hat auch eine richtige Kaue, einen Schornstein, Förderturm und 18 Loren. Die Bauarbeiten haben 14 Monate gedauert und verschlangen rd. 18 Mio. EUR. Gewiss kein Kleingeld. Offensichtlich sind sich die Investoren aber darüber im Klaren , dass die Montankultur auch in Zukunft noch eine Bedeutung haben wird. Das glauben wir übrigens auch.

Die Zeche Baron 1898 erreichen Sie mit dem Auto über die A40/E 34 Richtung Venlo, Ausfahrt Knooppunt De Baass in Richtung A65. Dann einfädeln in Richtung Tilburg-Noord.

Adresse:
De Efteling B.V.
Europalaan 1
5170 AA Kaatsheuvel

Energiewende-Rethorik – Professor wehrt sich gegen Romantisierung

Marc Oliver Bettzüge ist studierter Volkswirt und seit 2007 ordentlicher Professor für VWL an der Universität zu Köln. Das Besondere an Prof. Dr. Bettzüge ist jedoch, das er sich mit energiewirtschaftlichen Themen beschäftigt und gleichzeitig geschäftsführender Direktor des energiewirtschaftlichen Instituts an der Uni Köln ist. Daher ist Herr Prof. Bettzüge für uns von Interesse. Jüngst hat er sich gegen eine rethorische Sprachverwurstelung ausgesprochen, die kritische Gegenargumente bezüglich der Enegiewende immer weniger gelten läßt, weil die Energiewende ein nationaler Konsens wäre und daher von allen Menschen die guten Willens sind, das Weltklima zu retten, unterstützt werden muß. (Peter Altmaier, Kanzleramtsminister)

Gegen die Einteilung der Energielieferanten in böse (fossile) und gute (regenerative) Energieträger wehrt sich Prof. Bettzüge u.E. zu recht. Der Weltrettungswahn, der in Gestalt einer vollständig dekarbonisierten Stromwelt daherkommt, in der es nur noch regenerative Energieträger geben wird, ist in der Tat abenteuerlich, da die fossilen Energieträger weltweit immer noch einen Anteil am Gesamtenergiemix von rd. 90 % ausmachen. Daran wird sich auch in Zukunft nicht viel ändern, wenn sich nicht noch ein Wunder in Form von Großspeichertechnologien für Öko-Strom einstellt. Dieses Wunder wird aber auf sich warten lassen, da die real existierenden Batteriespeicher höchstens bis zu einem Megawatt Strom für wenige Stunden speichern können und aufgrund Korrision nach wenigen Jahren verschrottet werden müssen. Ein teurer Spaß obendrein. Und wenn kein Wind weht, nutzt auch eine Batterie nichts.

Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge Foto: Universität Köln

Prof. Dr. Marc Oliver Bettzüge
Foto: Universität Köln

Prof. Dr. Bettzüge plädiert daher für eine realistische (scheuklapenfreie) Diskussion und stellt die Frage, was die heutigen Investitionen in die Wind-und Photovoltaiktechnik, deren Lebensdauer auf 15 bis 20 Jahre beschränkt ist, für die Energiezukunft in 2050 oder gar 2100 tatsächlich bedeuten und wie sich diese Investitionen auf den Vermögensstand der bereits vorhandenen technischen Infrastruktur auswirken. Er kritisiert, das in der veröffentlichten Meinung stattdessen eine romantische, radikal-idealistische und letzlich weltfremde Grundhaltung zelebriert wird. Eine realitätsnahe Diskussion erfordert aber eine nüchterne Abwägung von Nutzen und Kosten alternativer Ziele und deren finanziellen Mitteleinsatz und nicht wirkungsvolle Energiewende-Rhetorik.

Da können wir dem Herrn Prof. nur zustimmen, weil wir das seit Jahren proklamieren. Und mit ihm stellen wir die nicht abschließbare Frage: was passiert nach dem Klimawahn, wenn die Energiewende-Rethorik vor der nüchternen Realität zusammenbricht ? Wie will man dem Bürger klarmachen, das sein Geld in Milliarden-Euro-Höhe zugunsten einiger weniger Ökostromerzeuger in den Sand gesetzt wurde und das sich an der Tatsache, das man das Kima nicht verändern kann, auch in Zukunft nichts ändern wird ? Wahrscheinlich durch Ablenkung auf andere Katastrophen. Griechenland läßt grüßen.

vgl.hz.a. Manager-Magazin vom 09.07.2015 und Revierkohle-Red. vom 17.07.2015

Kohleabgabe ist vom Tisch

Die Vernunft hat gesiegt. Die umstrittene Strafabgabe für Braunkohlekraftwerke ist endgültig vom Tisch. Bundeswirtschaftsminister Siegmar Gabriel (SPD) hatte den Vorschlag gemacht, eine Straftsteuer für Kraftwerke einzuführen, die älter als 20 Jahre alt sind, um dadurch den Kohlestrompreis zu verteuern. Der dadurch beabsichtigte wirtschaftliche Ruin einzelner Kraftwerke sollte dazu beitragen, die C02-Immissionen abzusenken. Stattdessen werden nun zwar auch Kraftwerksblöcke mit einer Gesamtleistung von 2,7 Gigawatt stillgelegt, die Stromkonzerne erhalten dafür aber eine Ausgleichszahlung in Form einer Stilllegungsprämie. Betroffen sind davon die Braunkohlekraftwerke Frimmersdorf, Niederaußem, Weisweiler, Goldenberg, Jänschwalde (zwei Blöcke) sowie die Kraftwerke Buschhaus und Deuben. RWE, Vattenfall und die ostdeutsche MIBRAG als Betreiber fordern Ausgleichszahlungen in Höhe von jährlich 800 Mio. EUR.

Mit dieser Maßnahme erhofft sich die Bundesregierung allen Ernstes, das von Frau Dr. Merkel abgegebene Klimaversprechen, den C02-Ausstoß bis 2020 um 40 % gegenüber dem Bezugsjahr 1990 zu reduzieren, einhalten zu können. Schließlich will die Bundesregierung auf dem Weltklimagipfel in Paris Ende des Jahres zumindestens mit Zahlen glänzen. Ob diese mit der Realität übereinstimmen, wird dabei keine grosse Rolle spielen. Wie auch ansonsten die tatsächlichen Klima-und Wetterdaten und der tatsächliche Einfluss der Co2-Immissionen auf das Klima in der aktuell politisch geführten Klimadiskussion keine grosse Rolle spielt.

Derzeit streitet Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble darüber, wär die Kosten für die Stilllegungsprämie bezahlen soll. Wahrscheinlich geht dieses Ringen wie immer aus. Sie ahnen es sicherlich. Bedenken Sie aber bitte, das die dadurch steigenden Stromkosten in Höhe von 0,5 Ct pro Kilowattstunde (kWh) nicht auf die Stilllegungsprämie zurückzuführen sind, sondern auf den forcierten und unkontrollierten Ausbau von völlig ineffizienten Windkraft-und Photovoltaik-Anlagen. Ohne die Energiewende wäre eine solche Ausgleichszahlung überhaupt nicht notwendig geworden. Derzeit kostet der Strom für private Haushalte rd. 28 Ct/kWh. Wir rechnen in den nächsten 5 Jahren mit einer Verdoppelung der Kosten, wenn die Energiewende weiterhin ungebremst fortgesetzt werden sollte.

vgo.hz.a. Der Spiegel vom 26.06.2015, Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) vom 02.07.2015, Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ) vom 25.06.2015 und 02.07.2015 sowie Revierkohle vom 17.07.2015

Zollverein XII: neuer historischer Rundgang

Mit der eingängigen und ruhrdeutsch-typischen Überschrift „dem Kalinowski sein Pütt“ eröffnete das Weltkulturerbe dieser Tage einen neuen historischen Rundgang auf dem altehrwürdigen Gelände der 1986 stillgelegten Zeche Zollverein XII in Essen-Katernberg. Nicht, das es nicht schon einige Bergbaupfade und diverse Führungen auf Zollverein geben würde, aber dieser Rundgang ist schon etwas Besonderes, weil er von Schauspielern auf 6 Stationen historische Situationen reflektiert, die einerseits mit dem richtigen Mutterwitz und dem passenden Ruhrpottslang versehen sind, andererseits aber auch mit seriösen Zahlen, Daten und Fakten aufwartet. Das 29. Führungsfomat ist zwar figürlich fiktiv ausgelegt, dafür sind die Geschichten und Anekdoten waschecht und historisch belegt, wie die beiden Schauspieler und Zollvereins-Gäesteführer Peter Reuter und Michael Borde betonen. Ob die typische Bergmannsfrau damals grundsätzlich immer dösig war und mit Kittelschürze herumlief, wollen wir mal vorsichtig hinterfragen, da die Figur der Irmchen Kazmarek den tapferen und durchaus realistischen Bergmannsfrauen nicht gerecht wird.

Dennoch ist das Bemühen des Denkmalpfades Zollverein, unter dessen Leiter Thorsten Seifert der neue historische Rundgang zustande kam, die Geschichte des Bergbaus und das Alltagserleben unterhaltsam wiederzugeben, zu würdigen. Schließlich spielen die Schauspieler ihre Rolle überzeugend und wirken irgendwie wirklich authentisch. Sei es in der Rolle als Bergmann Jupp Kalinowksi, der 1889 den ersten Bergarbeiterstreik mit vorbereitet hatte bis zum ersten Essener Oberbürgermeister Peter Reuschenbach, dessen ergreifende Rede zum Ende der Zeche 1986 während des Rundgangs zu hören ist. Überzeugend auch die Rolle von Michael Borde, der sich in Windeseile vom Bergwerksdirektor Schulze-Buxloh mit dicker Zigarre zur Kumpel-Gattin Irmchen verwandelt. Die WAZ befand, das Borde wie eine frühe Schwester von Else Stratmann wirken würde. Die ernsthafte Einstudierung der Rollen ist für beide Schauspieler eine Berufsehre. Da kennnen beide „keine Fisimatenten.“

In der rd. zweieinhalbstündigen Führung lernen die Besucher so allerhand über die Zeche Zollverein und über 140 Jahre Ruhrgebietsgeschichte. Die 6 Stationen wurden bühnenbildnerisch vom TÜV Nord Bildungs GmbH gestaltet und erbaut. Die TÜV Nord Bildungs GmbH hat die ehem. RAG-Tochter RAG-Bildung übernommen und sitzt in der ehem. Ausbildungswerkstatt am Schacht 1/6 auf Zollverein in Essen.

Anmeldungen können Sie entweder telefonisch unter der Tel.-Nr. 0201-246810 oder per e-Mail unter denkmalpfad@zollverein.de vornehmen. Der Preis beträgt 28,00 EUR.

vgl.hz.a. Zollverein.de, Ruhr-Nachrichten vom 14.07.2015, Dorstener Zeitung vom 14.07.2015, WAZ vom 15.07.2015 und Revierkohle vom 17.07.2015

Kali & Salz lehnt Übernahme ab

Erneut hat der kanadische Düngemittelhersteller Potash Corp. seinem deutschen Konkurrenten Kali & Salz (K+S) Anfang Juni d.J. ein Übernahmeangebot unterbreitet. Daraufhin kletterte der Börsenpreis für die K&S-Aktie um 38 % auf mehr als 40 EUR pro Aktie. Mit dem Übernahmeangebot will die kanadische Firma zum weltgrößten Kaliproduzenten aufsteigen. 2010 war Potash Corp. selbst Übernahmekandidat. Die kanadische Regierung verhinderte den Deal mit dem britisch-australischen Bergbau-Konzern BHP Billiton, weil Potash für die Kanadier von erheblichem nationalen Interesse ist.

K&S hält den Aktienwert aufgrund der weltweit steigenden Nachfrage und wegen des kanadischen Engagements für zu niedrig bewertet. In einer Pressemitteilung vom 2.7.2015 erklärte Vorstandschef Norbert Steiner daher, das das unaufgeforderte Übernernahmeangebot abgelehnt worden wäre. Der Preis von 41 EUR je Aktie reflektiere weder den Geschäftswert bei den Kali-und Magnesiumprodukten noch im Salzgeschäft. Die vorgeschlagene Transaktion berücksichtige auch nicht den Wert des sog. „Legacy-Projektes“ in Kanada und auch nicht die Interessen der rd. 14.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von K&S. Allein in Deutschland wären direkt oder indirekt mehr als 30.000 Arbeitsplätze im Salzbergbau und in der Kali-Produktion betroffen.

K+S fördert übrigens seit 125 Jahren mineralische Rohstoffe wie Salz, Kali und Magnesium. In 2014 erwirtschaftete das Unternehmen einen Umsatz von 3,8 Mrd. EUR und ein EBIT (Ergebnis nach Steuern) von 641 Mio. EUR.

vgl.hz.a.Pressemitteilung von K&S vom 2.7.2015, Frankfurter Rundschau vom 26.06.2015 und Revierkohle vom 16.07.2015

RWE will Pleite-Kraftwerk kaufen

Wegen der desaströsen Energiepolitik der Bundesregierung geraten immer mehr Kohlekraftwerke in die Miesen. Das Gemeinschaftkohlekraftwerk (GEKKO) in Hamm, an dem 23 kommunale Stadtwerke beteiligt sind, ist deshalb mittlerweile mit 3,1 Millionen EUR Defizit ein Millionengrab geworden. Das erst 2008 gebaute Steinkohle-Kraftwerk in Hamm kann daher von den Kommunen nicht mehr finanziert werden, erklärte GF Müller-Tengelmann jüngst im Handelsblatt. Die Beteiligung der Kommunen machen nunmehr eine Verlustabschreibung von 16,8 Mio. EUR erforderlich. Die milden Temperaturen drücken den Gewinn bei Gas und Fernwärme um weitere 6,7 Mio. EUR. Die Stadtwerke Münster planen daher einen Komplettausstieg aus der Kraftwerksbeteiligung.

Betreiber RWE will nun einspringen und hat den Münsteraner sowie den Dortmunder Stadtwerken angeboten, ihre Anteile an dem Kraftwerk für einen Euro abzunehmen. Die anderen 22 beteiligten kommunale Versorger sollen ebenfalls einen Euro erhalten. Das dürfte den Dortmunder Energieversorger DEW 21 besonders schmerzen, da dieser in 2007 ein Darlehen in Höhe von 114 Mio. EUR über 10 Jahre Laufzeit aufgenommen hatte, um den Bau des supermodernen Kraftwerkes mit zu finanzieren.

Derweil rechnet auch RWE wegen der (v)erteuerbaren Energien für 2015 mit weiteren Einbußen. Durch den Kompromiss mit Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD!), auf die Einführung einer Strafsteuer für Braunkohlekraftwerke zu verzichten und im Gegenzug dafür effizient arbeitende Braunkohle-Kraftwerke bedarfsweise als Kapazitätsreserve stillzulegen, fallen rd. 1000 Arbeitsplätze im Braunkohlentagebau bis 2020 weg. Das Kraftwerksgeschäft ging durch die gesunkenen Stromgroßhandelspreise und wegen der Energiewende von 23 % auf 428 Mio. EUR zurück. Im ersten Quartal 2013 wurde dagegen noch ein Betriebsergebnis von 745 Mio. EUR erzielt. Erstaunlicherweise bekennt sich RWE trotzdem weiterhin zur Energiewende.

vgl.hz.a. WAZ vom 14.7.2015, Westf. Nachrichten vom 17.06.2015, Frankfurter Allgemeine vom 15.07.2015 und Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2015

Teurer Öko-Strom

Mehr als 100 Mrd. EUR hat die sog. Energiewende seit Einführung des Erneuerbare Energie-Gesetzes (EEG) unter dem Grünen Jürgen Trittin im Jahre 2000 gekostet. Einige Experten gehen von über 200 Mrd. EUR aus. Mittlerweile kostet einem deutschen Durchschnittshaushalt (2 Kinder, 2 Erwachsene, 3000 kWh Jahresstromverbrauch) die Energiewende nicht nur eine Kugel Eis wie damals Herr Trittin verlautbaren ließ, sondern bald eine ganze Eisdiele. Allein in 2015 hat der deutsche Michel die Energiewende mit rd. 22 Mrd. EUR zu subventionieren. Und das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Schließlich werden nicht nur weiterhin die völlig ineffizienten und labilen Windkraft-und Solaranlagen im ganzen Land ausgebaut, sondern es kommen auch noch die Kosten für die Hochspannungsgleichstromübertragungsleitungen (sog. HGÜ-Leitungen) dazu, um den Windstrom aus den noch nicht angeschalteten Offshore-Windparks in der Nordsee in den Süden der Republik zu leiten. Und da Bayern sich erfolgreich gegen die Verlegung von Überlandleitungen gewehrt hat, werden diese demnächst unterirdisch verlegt. Was eine Versechsfachung der Kosten bedeutet. Da der Öko-Strom bekanntermaßen nur nach Laune der Natur gelegentlich in ausreichendem Maße zur Verfügung steht, müssen gleichzeitig die Grundlastkraftwerke ausgebaut werden und parallel einspringen, wenn wieder mal die Sonne nicht scheint oder Windflaute herrscht. Im Jahresdurchschnitt ist das 8 Monate der Fall. Das muß der Verbraucher genau so bezahlen wie den noch anstehenden Umbau der regionalen Stromverteilnetze, denn die Stadtwerke sind mittlerweile genau so geschwächt wie die grossen Energieversorger. Investoren schreckt die Rekommunalisierung und die Zersplitterung in 900 Netzbetreiber. Für den Ausbau der regionalen Stromnetze rechnet die Deutsche Energieagentur bis 2040 mit weiteren Ausgaben von 28 bis 43 Mrd.EUR. Ob Tennet, Amprion, 50Hertz oder Transnet BW die notwendigen Eigenkapitalmittel aufbringen können, ist mehr als fraglich. Aber da ist ja zum Glück immer noch der deutsche Milchel als Melkkuh.

Und da das EEG die bevorrechtigte Einspeisung und Abnahme des Öko-Stroms vorsieht, ist auch die Wirtschaftlichkeit von immer mehr fossilen Kraftwerken gefährdet. Da die Ergebnisse der Energieversorger immer schlechter aussehen, drohen diese nunmehr zu Recht mit einem Ausstieg. E-ON wird das mit der Aufteilung des Konzerns in E-ON und der Ausgliederung der Kraftwerke in die Uniper AG zum 1.1.2016 vormachen. Die Bundesregierung benötigt dann neue Investoren. Aber die sind derzeit weit und breit nicht in Sicht. Daher die Frage: geht der Energiewende das Geld aus ? Die Beratungsfirma Roland Berger bejaht dies in einer unveröffentlichten Studie, da das Investitionsrisiko als zu hoch angesehen wird. Wie schön, können wir da nur sagen. Es ist aber auch kein Wunder, denn es müssen in den nächsten 15 Jahren noch mindestens 280 Mrd. EUR in den Umbau des Energiesystems investiert werden, um den Co2-Ausstoß um 40 % zu senken und damit das 2-Grad-Ziel zu erreichen. Beides absoluter Blödsinn, weil für beide Ziele die naturwissenschaftliche Begründung fehlt. Es sind also rein ideologisch begründete Ziele.

vgl.hz.a. Frankfurter Allgemeine v. 23.06.2015 und Revierkohle vom 16.07.2015