Anprangerung

Das es in Kolumbien um die Arbeits-,Lebens-und Belohungsbedingungen seit Jahrzehnten schlecht aussieht, hatte Revierkohle bereits 1998 in dem Band „Billigimportkohle ist nicht billig- zum Preis der Wettbewerbsfähigkeit“ zum Thema gemacht. Aber nicht nur wir, sondern auch die Industriegewerkschaft IG BCE greift die Situation von Bergleuten und ihren Familien in den ausländischen Gruben immer wieder auf. Erstmalig ist es nun dem IG-BCE-Chef Michael Vassiliadis gelungen, für die Einhaltung der Menschenrechte und für anständigere Arbeitsbedingungen in den kolumbianischen Kohleminen auch bei den betroffenen Firmen Gehör zu finden.

igbcelogo_160Auf einer in Bogota stattgefundenen Konferenz saßen dieser Tage RAG, Steag, RWE, E.ON und Vattenfall als bisherige Nutzniesser der miserablen Arbeits-und Lebensbedingungen im kolumbianischen Bergbau friedlich zusammen und diskutierten mit Vertretern der europäischen Industriegewerkschaft industriALL Europe über eine nachhaltige Verbesserung der Arbeits-und Umweltbedingungen. Und das ist auch bitter notwendig, denn in Kolumbien werden seit Jahrzehnten die Menschen-und Gewerkschaftsrechte mit Füßen getreten. Ökologische Bedingungen spielen so gut wie gar keine Rolle. Logisch, warum die Kohle dann viel billiger abgesetzt werden kann. IG BCE und industriALL Europe forderten die Unternehmen während der Konferenz auf, innerhalb der Wertschöpfungs-und Lieferkette endlich für menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu sorgen. Auf Drängen der Gewerkschaften wurde im Freihandelsabkommen (schlimme Sache für Verbraucher) zwischen der EU und Vertretern der kolumbianischen Regierung bereits einige Zusagen gemacht. Ob man sich vor Ort in den Minen auch daran halten wird, bleibt abzuwarten. Schließlich achten die Unternehmen in erster Linie nur auf eins: die Kosten. Wenn aber erst einmal international verbindliche Standards festgezurrt sind, können sich die Unternehmen nicht mehr mit dem Verweis auf die Beeinträchtigung Ihrer Wettbewerbsfähigkeit aus Ihrer Verantwortung davonstehlen. Hoffen wir jedenfalls.

vgl. hz.a. igbce vom 31.10.2014