101. Deutscher Katholikentag: Frieden schaffen und Klima retten

Kath. Umweltbeauftragte mischten kräftig mit

Entwurf: Revierkohle; Farbkleckser: Greg Brave, fotolia-Kauf

Vom 9 5. bis 13.5.2018 fand in Münster der 101. Deutsche Katholikentag statt, an dem sich am Eröffnungstag rd. 12.000 Besucher beteiligten. Das Leitwort „Suche Frieden“ stellte einen Bezug zum ersten Weltkrieg und zum Dreißigjährigen Krieg 1618 her, der in Münster mit dem westfälischen Frieden endete und durch-zog sich dann wie ein roter Faden durch alle rd. 1.200 Veranstaltungen, an der rd. 70.000 Menschen teilnahmen. 

Da es sich bei dem Laientreffen aber nicht nur um eine religiöse, sondern auch um eine politische Veranstaltung mit gesellschaftspolitischen Forderungen handelte, haben wir uns die Inhalte des Großevents einmal näher angeschaut und waren wenig überrascht, festzu-stellen, dass das Thema Energiewende und Klimawandel einen beachtlichen Raum einnahm. Und selbstverständlich durfte am 11.5. in der Kath.-Theol.-Fakul-tät der Uni Münster der unvermeidliche Klimalarmist Prof. Dr. Otmar Edenhofer vom Potsdamer Institut für Klimafolgen-forschung nicht fehlen. Sein Chef, Prof. Dr. Hans-Joachim Schellnhuber, durfte übrigens bereits in 2015 als Klimaflüst-erer dem Papst bei der Abfassung der Enzyklika „Laudatio si“ behilflich sein. Als Dank wurde er dann in die päpstliche Akademie der Wissenschaften als Berat-er aufgenommen. Und das alles nur, weil er einige schräge Verschwörungstheo-rien zum Thema Klimakatastrophe zum Besten gegeben hat, werden Sie jetzt vielleicht fragen ? Natürlich nicht ! Aber dazu gleich mehr. (unten rechts)

Foto: soemchen, pixabay
rd. 70.000 Teilnehmer nahmen am Katholikentag teil, Foto: hans, pixabay.com
hielt die Eröffnungsrede: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier - Foto: rabenspiegel, pixabay.com

Unserer Meinung nach geht es den Akt-euren und Verantwortlichen der ge-wünschten Energiewende – und das sind nicht nur die Kirchen, die Umweltverbände und die Grünen – nicht um Fakten, sondern um Ideologie,  um die dahinter stehenden Interessen weiträumig zu verschleiern. Sie werden dabei auf breiter Front von der Politik, den Kirchen, den Verbänden, den Gewerkschaften, vielen Unternehmen und den Medien unterstützt. Sei es, weil es einige Gutmenschen wirklich glauben, weil man sich mit Hilfe von Subventionen  eine goldene Nase verdienen kann, weil man als Politiker „verantwortungsbewußter  rüberkommt“, weil man sich gegenüber Kunden als umweltbewußtes und damit fortschrittliches Unternehmen präsentier-en kann, weil es Einschaltquoten bringt und Klima-Katastrophennachrichten die Auflagenzahlen erhöhen helfen oder weil man Intransparenz und Unwissenschaft-lichkeit benötigt, um in Zeiten von Indu-strie 4.0 die Machtverhältnisse neu aus-tarrieren muss. Der gemeinsame Trans-missionsriemen, der von allen benutzt und anerkannt wird, heißt Angst und Un-sicherheit verbreiten. Ein Player auf die-sem Gebiet, der hier schon reichlich Er-fahrung gesammelt hat, ist die Kath. Kirche. Hat sie doch mit der Verbreitung von Angst und Schrecken in ihrer 2000 jährigen Geschichte ihre Qualifikation unter Beweis gestellt, beim Thema „Klima retten“  mitmischen zu dürfen. Und da die Schäfchen immer weniger werden, die zahlreichen Kirchenschließungen belegen es, hat man sich auf die neue Ersatzreli-gion „Klima retten- Gottes Schöpfung be-wahren“, gestürzt und versucht über dies-en Umweg neue Gläubige zu gewinnen. So befürwortet z.B. der Kath. Moraltheologe und Jesuit, Prof. Dr. Michael Rosenberger von der Kath. Universität Linz, das syste-matische Ängsteschüren in den Medien, wenn es um den Klimawandel geht, da

die Klimaangst eine moderne Form der Gottesfurcht

sei und diese wiederum sei die Mutter der Weisheit. Mit anderen Worten: man darf die Ängste der Menschen schüren, wenn das den (behaupteten) notwendigen Transformationsprozess in der Gesell-schaft fördern würde. In der Erfindung neuer Zugangswege waren die Jesuiten immer schon clever, um neue Schäfchen zu gewinnen. Da bedient man sich gerne auch mal beim Parteiprogramm der Grün-en. Die faseln schon seit 1999 von der transformierten Gesellschaft. Wir jeden-falls halten den Weg in eine C02-freie Öko-Agrargesellschaft weder für wünschens-wert noch für machbar. Denkverbote nütz-en da gar nichts.

weiter > rechts oben, 2. Block

Blick auf den St. Paulus-Dom in Münster, Foto: moerschy,1169940, pixabay.com
Kircheninnnenschiff, Foto: HK 2710, pixabay.com

Die krude Vorstellung, das die C02-Emissionen, die von Menschen aufgrund der Verbrennung fossiler Energien erzeugt werden und damit wesentlich zur Klima-erwärmung beitragen würden (O-Ton Ed-enhofer und Schellnhuber), Schuld an weltweiten Dürren, der Erhöhung der Meer-esspiegel und der Zunahme von Extrem-wettern sei, was zur Folge haben wird, das Mio. von Menschen ihre Lebensgrund-lagen verlieren werden, geistert seit 2015 auf fast jeder kirchenpolitischen Veran-staltung durch den Raum. So auch am 11.5. 2018 auf dem Katholikentag in Münster. Die steilen – und vor allem unbe-wiesenen- Thesen von Herrn Prof. Dr. Edenhofer wurden, wir hatten nichts anderes erwartet, von den Teilnehmern kritiklos angenommen. Nun fallen Katho-liken traditionsgemäß in der Öffentlichkeit nicht gerade durch besondere Kritik-freudigkeit auf, wenn es nicht gerade wieder mal um den Schutz des unge-borenen Lebens geht, aber auch sie kommen u.E. um die Anerkennung physi-kalisch-technischer Fakten irgendwann nicht mehr herum. (zu den Fakten: siehe unser Beitrag zur Volksinitiative „Tschüsse Kohle.“) < weiter: links

Unter dem Motto“ Misereor – die zweifel-hafte Leuchte des Herrn“ haben wir die kirchliche Strategie dieses Kath. Konzerns gründlich durchleuchtet und versucht, die Klimapolitik von Misereor kritisch zu reflektieren. (vgl. unser Jahrbuch für Ener-giepolitik und Montankultur, Ausgabe 2014, über Ebozon.de als e-Book erhält-lich. Stichwort: Revierkohle) Wir hatten be-reits in 2014 deutlich gemacht, das die Kirchen das Thema Energiewende für sich entdeckt haben, ohne selbst kompetent auf diesem Gebiet zu sein, um die Mein-ungsbildung auf breiter Front zu manipu-lieren. Diese Manipulationsabsichten lass-en sich daran erkennen, das nur be-stimmte „Fachleute“ zu Wort kommen und selbstverständlich immer die gleichen auf allen Kanälen wie die o.g. Herren. Und das im professionellen Zusammenspiel mit den Medien. Wobei an dieser Stelle gesagt sei, das wir keineswegs „die Medien“ ver-allgemeinernd an den Pranger stellen woll-en. Auch liegt es uns fern, die These von der Lügenpresse zu bedienen. Aber zur Wahrheit gehört eben auch, deutlich da-rauf hinzuweisen, das in der klimapoliti-schen Diskussion etwas grundlegend falsch läuft. Sie verkommt immer mehr zur Ideologie.  Abweichende wissenschaft-liche Expertisen werden gerne ignoriert , C02 regelrecht „verteufelt“ und die  fossi-len Energieträger sind an „allem“ schuld. Blöd nur, das die Temperaturen trotz einer Verdreifachung der C02-Emissionen seit 20 Jahren nicht steigen wollen. Aber echte Gläubige ficht so etwas natürlich nicht an. Das ist dann eben ein Plateau, was ganz schnell wieder kippen kann. (O-Ton Prof. Dr. Edenhofer und Prof. Dr. Lativ von der Uni Kiel). Und schwupp, dürfen wir uns in unseren Ängsten wieder suhlen oder wahl-weise auch Heilsgewissheit erfahren. Da-zu hatten die Kirchentagsbesucher in Mün-ster reichlich Gelegenheit. Dort trat z.B. auch die Arbeitsgemeinschaft der Umwelt-beauftragten der deutschen (Erz) Diözes-en auf. Deren Sprecher, Matthias Kiefer (welche Art von Fachmann dieser Herr ist, konnten wir trotz Recherche nicht heraus-finden!), gab auf dem Katholikentag die Position der AG-Mitglieder wieder, die von den Dt. Bistümern bezahlt werden. Und das sind nicht wenige. Danach trete man für die erneuerbaren Energien ein und wolle die fossilen und nuklearen Energien abschaffen. Auf ökumenischer Basis würde man auch in dieser Frage mit der Ev. Kirche zusammenarbeiten. Die Ev. Kirche würde z.B. in Ihren Häusern nur Strom aus Wasser-und Windkraftanlagen einsetzen. Wie unsinnig dieses Argument ist, hatten wir bereits mehrfach belegt. Strom kommt immer aus dem nächstge-legenen Kraftwerk. Und Strom, der nur von Wasserkraftwerken produziert wird und von dort direkt über die Stromleitungen in die Haushalte fließt, gibt es nicht. Und eine Stromtrasse, die von Norwegen nach Deut-schland Strom liefert, ist noch gar nicht gebaut worden. Soweit die Faktenlage. Aber die wollte man auf dem Deutschen Katholikentag nur begrenzt hören, sonst hätte man auch Klimawissenschaftler ein-geladen, die den Herren Edenhofer und Kiefer deutlich widersprochen hätten. Hier-zu zählen z.B. die renommierten Pro-fessoren Dr. Mörner von der Uni Stock-holm, der die These vom Anstieg der Meeresspiegel durch C02-Emissionen wi-derlegte, Dr. Horst Lüdecke vom Europäi-schen Institut für Klima und Energie, der sich mit den Klimazyklen beschäftigt hat und zum Ergebnis kommt, das Sonn-enaktivitäten und Sonnenmagnetfelder einen viel größeren Einfluss auf das Klima hat, als der globale C02-Kreislauf, Dr. Nir Shaviv von der Universität Jerusalem, der sich mit kosmischen Strahlungen und der-en Einfluss auf das Klima beschäftigte und feststellte, das Wasserdampf einen viel größeren Einfluss auf das Klima hat als das C02. Man könnte die Liste von Wiss-enschaftlern, die die These vom mensch-engemachten Klimawandel in Frage stell-en, endlos fortsetzen, weil sie u. E. die Stimmen der Mehrheit in der Wissen-schaftsgemeinde bilden. Aber wie gesagt: Kritik dieser Art wollte man auf dem Ka-tholikentag nicht hören, da man ja den Frieden und die Bestätigung, auf dem richtigen Weg zu sein, suchte. Und so ist es nicht verwunderlich, dass das Zentral-komitee der Deutschen Katholiken und die Bischöfe unisono von einem fröhlichen, friedlichen und erfolgreichen Katholiken-tag berichten konnten.  

keine Angst vor dem Klimawandel !

contact

Design: Klimakatastrophe: kellepics, pixabay, Veränderung: Revierkohle

Quellenhinweise:

Jahrbuch für Energiepolitik und Montankultur, Revierkohle (Hrsg.), Hamburg 2016, S. 162 ff, Pressemitteilung des Zentralkommitees der Dt. Katholiken, Münster Mai 2018, AG der Um-weltbeauftragten der deutschen (Erz) Diözesen beim Erzbischöfl. Ordinariat, München, Kiefer, Matthias: Umweltbeauftragter: „Der Hand-lungsdruck ist immens“ in: Weltkirche. Katho-lisch.de vom 2.10.2017, Enzyklika Laudatio si,  in: L´Osservatore Romano, vatik. Tageszeitung vom 18.6.2015, Frey, Chris: Papst und Klimawandel, in: europ. Institut für Klima und Energie vom 19.6.2015, eike.de, Münstersche Zeitung vom 12.5.2018 und RK-Redaktion vom 14.05.2018